Übelkeit in der Schwangerschaft verstehen und lindern

Übelkeit in der Schwangerschaft ist ein Symptom, das viele werdende Mütter, besonders im ersten Trimester, begleitet. Obwohl es ein ganz normales Zeichen für die tiefgreifenden Veränderungen im Körper ist, kann es den Alltag erheblich beeinträchtigen. Hier gibt es praktische Ratschläge, wie Sie mit Schwangerschaftsübelkeit umgehen können, ab wann ein Arztbesuch notwendig ist und welche Tipps es gibt, um die Beschwerden zu lindern.

  • Wann kommt es zu Schwangerschaftsübelkeit? Sie tritt normalerweise zwischen der 5. und 6. SSW auf und endet meist spätestens bis zum Ende der zwanzigsten Schwangerschaftswoche.
  • Ist eine Schwangerschaftsübelkeit gefährlich? Ein Gefühl von Übelkeit in der Schwangerschaft ist in der Regel ungefährlich, sowohl für das ungeborene Baby als auch für die werdende Mutter.
  • Was löst Schwangerschaftsübelkeit aus? Insbesondere Gerüche, wie beispielsweise Kaffee oder Parfüm, die vor der Schwangerschaft oft angenehm empfunden wurden, können die Schwangerschaftsübelkeit auslösen. Auch eine plötzliche Abneigung gegen Fleisch ist häufig.
  • Was kann man selbst tun? So wie Gerüche häufig der Auslöser für die Übelkeit sind, so gibt es auch Gerüche, die als besonders angenehm empfunden werden und die Übelkeit mildern können, z. B. Zitrone, Orange und Lavendel. Eine ausgewogene Ernährung mit mehreren kleinen Mahlzeiten über den Tag verteilt, hat sich bewährt.
  • Hat die Schwangerschaftsübelkeit Auswirkungen auf das Ungeborene? Wenn die Kontrollen beim Frauenarzt keine Auffälligkeiten ergeben und kein Gewichtsverlust der Schwangeren besteht, kann man davon ausgehen, dass das Baby mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt ist. Halten Sie dazu bitte Rücksprache mit Ihrem Frauenarzt.

Kein Grund zur Sorge, Sie können die Übelkeit lindern

Eine Schwangerschaft gehört zu den wohl beeindruckendsten Erfahrungen im Leben einer Frau. Bestand zudem ein konkreter Kinderwunsch, scheint die Welt plötzlich still zu stehen. Ein neues Leben wächst heran und erfüllt die werdenden Eltern mit tiefem Glück. Das Leben, die Beziehung, die eigenen Gedanken – alles ändert sich blitzartig. Doch trotz aller Vorfreude und auch bei bester Gesundheit, kann sie die werdende Mutter treffen – die Schwangerschaftsübelkeit.

Sie tritt sogar recht häufig auf. Entgegen aller Erwartungen blühen nicht alle Frauen im ersten Trimester auf und strahlen von innen heraus, im Gegenteil, vielen ist ganz einfach nur noch schlecht. In den meisten Fällen tritt die Schwangerschaftsübelkeit in den ersten Schwangerschaftswochen (SSW) auf, meist zwischen der 5. und 6. SSW und vergeht so schnell, wie sie gekommen war. Mit Erreichen der 10. Woche erlangt sie ihren Höhepunkt, um dann nach der 14. SSW wieder abzuklingen. Häufig ist eine einfache Schwangerschaftsübelkeit also zeitlich begrenzt und muss nicht behandelt werden.

Auch sind die Sorge um mögliche Folgen für das Ungeborene meist unbegründet, denn in der Regel hat die Schwangerschaftsübelkeit keinerlei negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Mutter und Kind.

Was versteht man unter Schwangerschaftsübelkeit?

Unter einer Schwangerschaftsübelkeit versteht man Übelkeit, die allein oder in Kombination mit Erbrechen auftreten kann. Der Fachausdruck für eine Schwangerschaftsübelkeit mit Erbrechen lautet: Emesis gravidarum. In den allermeisten Fällen begleitet die Schwangerschaftsübelkeit die werdende Mutter im 1. Trimenon, das heißt im ersten Schwangerschaftsdrittel. Sie tritt normalerweise zwischen der fünften und sechsten Woche auf und endet bis zum Ende der zwanzigsten Woche. Diese Zeit, auch wenn es sich strenggenommen nur um ein paar Wochen handelt, erscheint vielen Paaren endlos. Viele erleben ein Wechselbad der Gefühle, da sie einerseits die ganze Welt vor Freude umarmen könnten, andererseits hindert sie die ständige Übelkeit an einfachsten Aufgaben. So kann es vorkommen, dass es unmöglich ist, seiner Arbeit nachzugehen und auch der Alltag kann zur Belastungsprobe werden. Mögliche Ängste oder Unsicherheiten im Umgang mit der Schwangerschaftsübelkeit, insbesondere durch die eigene Familie oder Freunde, machen die Situation oft unnötig kompliziert. Eine Schwangerschaftsübelkeit ist zwar unangenehm, doch Sorgen und Unverständnis können das Wohlbefinden der werdenden Mama noch verschlechtern.

Bei einer starken Schwangerschaftsübelkeit und anhaltendem Erbrechen ist es also ratsam, mit seinem behandelnden Gynäkologen zu sprechen. Denn dieser kann am besten einschätzen, ob es sich um eine unkomplizierte Schwangerschaftsübelkeit handelt oder ob die schwere Form, das unstillbare Erbrechen (Hyperemesis gravidarum) erreicht wurde. Eine Hyperemesis gravidarum muss entsprechend beobachtet und eine ärztliche Versorgung sichergestellt werden.

Wann mit Schwangerschaftsübelkeit zum Arzt?

Fühlen Sie sich krank und haben Sie Bedenken, dann vertrauen Sie sich bitte Ihrem Gynäkologen an. In den meisten Fällen ist eine Schwangerschaftsübelkeit harmlos und kommt ohne eine ärztliche Behandlung aus. Anhaltende Übelkeit und mehrmaliges Erbrechen, das mit einem erhöhten Krankheits- und Schwächegefühl einhergeht, sollte umgehend mit dem behandelnden Gynäkologen besprochen werden. Sie machen sich einfach Sorgen? Wenden Sie sich an Ihre Arztpraxis oder an Ihre Hebamme und vertrauen Sie auf deren Erfahrungen.

Ein Warnzeichen, das auf jeden Fall untersucht werden muss, ist das erstmalige oder erneute Auftreten von Schwangerschaftsübelkeit nach der 20. Schwangerschaftswoche.

In seltenen Fällen (etwa bei 0,2% bis 2% aller schwangeren Frauen) kann es durch langanhaltende Übelkeit mit Erbrechen zu einem Nährstoffmangel und Flüssigkeitsverlust kommen, was dann als Hyperemesis gravidarum bezeichnet wird. Von einem derart häufigen Erbrechen bzw. starker Schwangerschaftsübelkeit ist die Rede, wenn betroffene Frauen sich fünf- bis zehnmal am Tag übergeben müssen, egal, ob sie etwas gegessen und getrunken haben oder nicht.

Die Folge können Stoffwechselstörungen, Flüssigkeitsmangel und kritischer Gewichtsverlust sein, was zu Komplikationen für die Mutter und das Ungeborene führen kann, zum Beispiel zu Schädigungen der Nerven- und Hirnfunktionen. Zudem gehen wichtige Elektrolyte durch das Erbrechen verloren. Eine ärztliche Behandlung ist dann unbedingt und zeitnah erforderlich.

Eine Schwangere mit Hyperemesis gravidarum gehört in die Obhut eines Arztes, in der Regel erfolgt eine stationäre Behandlung im Krankenhaus. Dort wird die Patientin mit Flüssigkeit und wichtigen Nährstoffen versorgt und erhält Medikamente gegen die Übelkeit, die in der Schwangerschaft geeignet sind.

Begünstigt wird schweres Schwangerschaftserbrechen mitunter durch die hormonellen Veränderungen im Rahmen der Schwangerschaft, vorallem durch den steigenden β-hCG-Spiegel (humanes Choriongonadotropin), der die Schwelle des Brechzentrums im Gehirn herabsetzt, bei dem es den Würgereiz auslöst. Doch auch beeinflussbare psychsoziale Risikofaktoren wie Ängste, Stress und Konfliktsituationen können die Hyperemesis gravidarum begünstigen.

Warnzeichen auf die Sie achten sollten:

In der Schwangerschaft stellt eine intakte und abwehrstarke Intimflora den größten Schutz für das ungeborene Baby und den Schwangerschaftsverlauf dar. Untersuchungen bestätigen einen Zusammenhang zwischen dem Vorliegen einer bakteriellen Vaginose und dem Auftreten verschiedener Komplikationen während der Schwangerschaft. Umso wichtiger ist das rechtzeitige Erkennen und eine geeignete Behandlung der BV bereits bei Kinderwunsch und zu Beginn der Schwangerschaft.

Auslöser für Schwangerschaftsübelkeit

Oft wird sie von zuvor als angenehm empfundenen Gerüchen ausgelöst. Das kann der bis dato geliebte Kaffee sein oder das ein paar Tage zuvor noch angenehm duftende Parfüm. Viele Schwangere entwickeln eine Abneigung gegen Fleisch.

Der Begriff Morgenübelkeit ist dabei irreführend, da tatsächlich nur wenige der betroffenen Schwangeren ausschließlich an Morgenübelkeit leiden, während die meisten Frauen den ganzen Tag mit der Übelkeit zu kämpfen haben. Früher sagte man, das habe seinen Grund. Als Schwangere wisse man instinktiv, was gut für einen ist oder was dem Ungeborenen eventuell schaden könnte. Das Ungeborene wurde so beispielsweise vor verdorbenen Lebensmitteln geschützt. Auch schrieb man der Schwangerschaftsübelkeit eine gewisse Sicherheit zu.

Tatsächlich sprechen Untersuchungen für den Zusammenhang einer Schwangerschaftsübelkeit und einem positiven Verlauf der frühen Schwangerschaft.

Mögliche Folgen für das Baby

Eine einfache Schwangerschaftsübelkeit hat normalerweise keine Auswirkungen auf die Nährstoffversorgung des Ungeborenen. Sofern die regelmäßigen Kontrollen beim Frauenarzt keine Auffälligkeiten ergeben und kein Gewichtsverlust der Schwangeren besteht, kann man davon ausgehen, dass das Baby mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt ist. Halten Sie dazu bitte Rücksprache mit Ihrem Frauenarzt.

„Die normale Schwangerschaftsübelkeit ist zwar für die Mutter unangenehm, sie ist aber für das Ungeborene nicht gefährlich.“

Professor Gitsch, Universitätsklinikum Freiburg

Zunächst einmal ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und sich bewusst zu machen, dass eine einfache Schwangerschaftsübelkeit nichts Gefährliches ist. Es besteht normalerweise keinerlei Gefahr für das ungeborene Baby. Dieses Wissen hilft in vielen Fällen schon, die Schwangerschaftsübelkeit als gegeben hinzunehmen. Mit der Aussicht, dass sie in den meisten Fällen ohnehin nach ein paar Wochen zurückgeht und keinerlei negative Auswirkungen zu erwarten sind, lässt sich diese Zeit viel besser überstehen. Sieht man die Schwangerschaftsübelkeit als eine Art Begleiterscheinung der hormonellen Umstellung an, lässt sie sich erfahrungsgemäß besser ertragen.

Zudem kann es hilfreich sein, auslösende Faktoren zu erkennen und bestenfalls zu eliminieren. Das kann beispielsweise das Lieblingsparfüm oder das Rasierwasser des Mannes sein. Entspannung, ein Glas frischgekochten Ingwertee oder der Duft nach frischen grünen Äpfeln können bei akuter Übelkeit bereits Linderung verschaffen.

Was hilft bei Schwangerschaftsübelkeit?

Gegen Schwangerschaftsübelkeit lässt sich schon mit einfachen Maßnahmen gegensteuern, beispielsweise anhand eines Ernährungsplanes. Zunächst muss die Schwangere herausfinden, ob es bestimmte Speisen oder Getränke gibt, welche die Übelkeit hervorrufen.

Diese sollten dann möglichst gemieden werden. In vielen Fällen wird die Schwangerschaftsübelkeit auch durch Gerüche ausgelöst, die zuvor noch fester Bestandteil des Alltags waren. Sehr häufig ist das der Geruch nach frischem Kaffee oder man verträgt aus heiterem Himmel das Lieblingsparfüm nicht mehr.

Andere Gerüche wiederum, werden von Schwangeren häufig als angenehm empfunden und können sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken.

Dazu zählen in erster Linie frische Düfte wie beispielsweise:

Gönnen Sie sich Ruhe und Entspannung. Besonders beliebt sind Aromaduschen mit dem Duft nach frischen Zitronen. Probieren Sie aus, was Ihnen guttut.

Welche Nahrungsmittel eignen sich für Schwangere besonders?

Eine gesunde und abwechslungsreiche Kost schmeckt nicht nur gut, auch ist der Bedarf vieler Nährstoffe in der Schwangerschaft erhöht. Das bedeutet aber nicht, das jetzt zwangsläufig mehr gegessen werden muss.

Wichtiger ist es, richtig zu essen und die wichtigen Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente aufzunehmen:

Der eigentliche Grundumsatz oder Energiebedarf erhöht sich in den ersten Wochen kaum. Ab der zweiten Hälfte der Schwangerschaft sollten dann 200 – 300 kcal hinzukommen. Umso wichtiger ist eine ausgewogene und nährstoffhaltige Ernährung.

Wie Ernährung die Schwangerschaftsübelkeit mildern kann

Neben dem Verzicht auf Getränke und Speisen, die Unverträglichkeiten hervorrufen könnten, sollen Schwangere möglichst mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt, zu sich nehmen. Leidet die Schwangere überwiegend unter Morgenübelkeit, kann es helfen, sich schon abends einen Zwieback bereitzulegen und diesen noch vor dem Aufstehen zu essen. Auf sehr fettige und stark gewürzte Speisen sollte nach Möglichkeit ebenfalls verzichtet werden. Eine ausgewogene, ballaststoff- und vitaminreiche Kost ist empfehlenswert und soll Mutter und Ungeborenes mit wichtigen Nährstoffen versorgen.

Nehmen Sie nach Möglichkeit fünf bis sechs kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich.

Über den Tag verteilt können kleinere Mahlzeiten einer Schwangerschaftsübelkeit vorbeugen. Auch leiden viele Schwangere häufig unter Sodbrennen, das ebenfalls mit Speisen, die nicht zu schwer im Magen liegen, positiv beeinflusst werden kann. Als Zwischenmahlzeit eignen sich selbstgemachte Smoothies, Obstsalate oder auch Joghurts. Ein Glas kalte Milch hat sich zum Beispiel gegen Sodbrennen bewährt.

Wichtige Nährstoffquellen sind Fleisch und Fisch.

Auch wenn viele Schwangere eine Abneigung gegen Fleisch verspüren, so ist Fleisch doch ein sehr guter Eisenlieferant. Versuchen Sie fettarme Fleischsorten mit frischem Gemüse zu kombinieren. Fettreicher Fisch ist gesund und eine ausgezeichnete Eiweißquelle. Er liefert neben Jod und wertvollen Omega-3-Fettsäuren auch DHA (Docosahexaensäure), diese ist besonders wichtig für die Entwicklung der Sehfunktion und des Gehirns des Ungeborenen.

Bevorzugen Sie frisches Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte.

Viel frisches Obst und Gemüse sollten täglich auf Ihrem Speiseplan stehen, denn diese sind nicht nur gesund und schmecken gut, auch liefern sie wichtige Nährstoffe für Sie und Ihr Baby. Die Speisen sollten nicht zu stark gewürzt werden. Auf Zucker, Weißmehl und Fertigprodukte sollte nach Möglichkeit verzichtet werden.

Trinken Sie ausreichend, am besten Wasser, Tee oder Saftschorlen

Viele Schwangere vertragen Getränke ohne Kohlensäure besser, auch sollte der Koffeinkonsum begrenzt werden. In unserem Artikel über Kinderwunschtees sprechen wir auch über Tees, die für Schwangere besonders geeignet sind.

Muss ich wegen des Erbrechens in der Schwangerschaft mehr essen?

Auch wenn unsere Großmütter vielleicht noch davon überzeugt waren, Essen für Zwei gehört der Vergangenheit an. In der gesamten Zeit der Schwangerschaft wird eine Gewichtszunahme von ca. 12,5 kg empfohlen. In den ersten Wochen, genauer gesagt bis zur 20. Schwangerschaftswoche, sogar nur 1-3 kg. Bei starker Übelkeit und mehrmaligen Erbrechen wenden Sie sich bitte an Ihren Frauenarzt.3

Wie wird Schwangerschaftsübelkeit behandelt?

Eine normale Schwangerschaftsübelkeit bedarf normalerweise keiner Therapie. Empfehlungen zur Linderung richten sich nach der Ausprägung der Schwangerschaftsübelkeit und beschränken sich in der Regel auf Empfehlungen zur Vermeidung möglicher Auslöser (Verbannung der Kaffeemaschine) sowie Tipps & Tricks zur geeigneten Ernährung.

In den meisten Fällen wirkt die Erkenntnis, dass es sich um nichts Schlimmes handelt, schon Wunder. In vielen Fällen ist eine Ernährungsumstellung und mehr Ruhe schon hilfreich. Alle Faktoren, die bei Ihnen persönlich eine Schwangerschaftsübelkeit begünstigen, sollten nach Möglichkeit entfernt werden. Insbesondere Gerüche wie Kaffeeduft oder Parfüm lösen bei Schwangeren besonders häufig Unbehagen aus. In jedem Fall sollten Sie bei Übelkeit und Erbrechen mit Ihrem behandelnden Arzt sprechen, er kann am besten entscheiden, ob eine Behandlung notwendig ist und ob sich Ihr Baby gut entwickelt.

Sollten sich die Schwangerschaftsübelkeit mit den empfohlenen Maßnahmen nicht bessern, so kann mit Akupunktur oder der Einnahme von Vitamin B6 versucht werden, eine Linderung zu erzielen. Lassen Sie sich dazu am besten in der Apotheke beraten und halten sie Rücksprache mit Ihrem Frauenarzt. Wenn erforderlich wird er Ihnen ein Antihistaminikum gegen die Übelkeit und den Brechreiz verschreiben.

Welche Nahrungsergänzungsmittel sollte ich einnehmen?

Bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft gibt es einige wenige Nährstoffe, die nicht oder nur schwer in ausreichender Menge mit der Nahrung aufgenommen werden können. Daher empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hier die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln. Dazu zählen Jod und Folsäure, bereits bei Kinderwunsch.

Sollten Sie keinen Fisch zu sich nehmen, kann eine DHA-Supplementation empfohlen werden (200 mg DHA/Tag). Wenn Sie sich vegan ernähren, sollten Sie gegebenenfalls Ihre Blutwerte kontrollieren lassen, denn die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen wie u.a. Eisen, Zink und Vitamin B12 kann unzureichend sein. Wichtig: Eine zusätzliche Eisensupplementation sollte nur nach Rücksprache mit dem Arzt, bei einem diagnostizierten Eisenmangel, erfolgen. Auch können Vitaminpräparate zusätzlich auf den Magen schlagen. Wählen Sie nach Möglichkeit einen Zeitpunkt, an dem Sie die Einnahme gut vertragen und weniger unter Brechreiz leiden.

Weitere Informationen finden Sie unter folgender Seite: Deutsche Gesellschaft für Ernährung – Einheitliche Handlungsempfehlungen für die Schwangerschaft

Ein schöner Spaziergang in der Winterlandschaft kann in dieser Jahreszeit ganz bezaubernd sein, Raureif glitzert in der Sonne und wir genießen die schöne kühle Schneeluft. Damit unser Körper jedoch bei Kinderwunsch und Schwangerschaft ausreichend mit Vitamin D versorgt wird, braucht es ein wenig mehr, insbesondere in der kalten Jahreszeit.

Sobald Frauen schwanger werden möchten, werden sie mit den Begriffen Folsäure oder Folat konfrontiert. Ebenso wie mit den Folgen und Risiken eines Folsäuremangels. Zugegebenermaßen kann das Thema sehr verunsichern, doch insbesondere in der Frühschwangerschaft ist ein gedeckter Folatbedarf von großer Bedeutung.

Welche Hausmittel helfen wirklich? Alles zum Multitalent Ingwer

Ingwer ist für seine zahlreichen positiven Eigenschaften bekannt. Bereits in der Antike wurde auf die heilende Wirkung der Ingwerknolle vertraut. Ingwer enthält reichlich Gingerole (Scharfstoffe), welche ihm seinen unverwechselbaren Geschmack verleihen. Neben zahlreichen Mineralstoffen (u.a. Zink und Eisen) und Vitaminen (u.a. Vitamin C sowie wichtige B-Vitamine) ist er auch reich an ätherischen Ölen. Ingwer beruhigt Magen und Darm, wärmt von innen und wirkt entzündungshemmend.

Kurzum, Ingwer stärkt unser Immunsystem. Doch darüber hinaus vermag er auch gegen eine leichte Schwangerschaftsübelkeit zu helfen und kann somit als natürliches Mittel probiert werden.

Unser Rezeptvorschlag bei leichter Schwangerschaftsübelkeit:

Für einen wohltuenden Ingwertee verwenden wir frischen Ingwer, am liebsten aus dem Bioladen. Dieser sollte gründlich gewaschen werden, Schälen wäre in diesem Fall nicht nötig. Im Anschluss werden möglichst viele kleine Stücke geschnitten, damit der Ingwer im Tee sein volles Aroma entfalten kann. Danach fügen wir frisch gepressten Zitronensaft und ein wenig Apfelsaft hinzu. Das Ganze mit heißem Wasser übergießen und ein paar Minuten ziehen lassen. Je länger der Tee zieht, desto schärfer wird der Geschmack unseres selbstgemachten Ingwertees. Nun noch nach Belieben mit Honig oder ähnlichem süßen und et voila fertig ist unser Helfer gegen die Übelkeit.

Ursachen: wieso vermehrtes Erbrechen und Übelkeit in der Schwangerschaft?

Die genauen Hintergründe der Schwangerschaftsübelkeit sind noch nicht abschließend geklärt. Verschiedene Faktoren, wie u.a. die hormonelle Umstellung, ein Vitamin-B6-Mangel, ein Ungleichgewicht des Blutzuckerspiegels und eine genetische Veranlagung werden in Erwägung gezogen. Auch sollen Frauen mit einer Mehrlingsschwangerschaft häufiger von einer Schwangerschaftsübelkeit betroffen sein. Ob psychosomatische Gründe zu einer Schwangerschaftsübelkeit beitragen können, muss individuell geschaut werden.

Mediziner vermuten einen starken Zusammenhang zwischen der Schwangerschaftsübelkeit und der steigenden hCG-Konzentration. Das schwangerschaftserhaltende Hormon (ß-humanes Choriongonadotropin) wird im Mutterkuchen gebildet und dient im weiteren Verlauf der Aufrechterhaltung der Schwangerschaft. Anhand eines positiven Schwangerschaftstests lässt es sich im Blut oder im Urin nachweisen. Das ist genau jene Zeit, in der die Schwangerschaftsübelkeit normalerweise auftritt. Genauer gesagt, kommt es zu einem kontinuierlichen Anstieg und der ß-hCG-Wert verdoppelt sich in den ersten sieben Wochen alle zwei Tage. Um die 10. Schwangerschaftswoche (SSW) ist der höchste Stand erreicht. Bis zur 14. Woche bleibt dieser Wert stabil, um danach wieder langsam abzusinken. Mit dem Einpendeln des Hormonhaushaltes nimmt die Übelkeit und das Erbrechen nach der 20. Woche in der Regel ab. Des Weiteren hat die hormonelle Umstellung Auswirkungen auf die Magentätigkeit. Durch die steigende Konzentration der Hormone wird diese herabgesetzt und kann so Übelkeit und Erbrechen begünstigen. Die gute Nachricht ist, dass eine Schwangerschaftsübelkeit meist zeitlich begrenzt ist. Nur in seltenen Fällen leiden Frauen die gesamte Schwangerschaft unter Übelkeit und Erbrechen.

Mit Übelkeitsanfällen bei der Arbeit und in der Öffentlichkeit umgehen

So amüsant die Hollywoodstreifen, in denen Schwangere sich in der Öffentlichkeit übergeben müssen, auch sein mögen…die Realität sieht leider nicht so rosig aus. Viele Schwangere, die unter Übelkeit und Erbrechen leiden, fühlen sich nicht nur elend, auch sind sie nicht dazu in der Lage, ihren Alltag zu meistern, geschweige denn zur Arbeit zu fahren. So kann es schlichtweg fahrlässig sein, wenn man sich oder andere durch plötzliches Erbrechen im Straßenverkehr gefährden könnte. In diesem Fall raten wir Ihnen, offen damit umzugehen. Sprechen Sie mit Ihrem Partner, Ihrem Vorgesetzten und mit Ihrem Frauenarzt. In der Regel handelt es sich um einen überschaubaren Zeitraum und vielleicht gibt es Möglichkeiten, diese Zeit für alle Beteiligten sinnvoll zu überbrücken.

Fazit: Eine Schwangerschaftsübelkeit ist meist harmlos und viele Hausmittel können helfen

Eine Schwangerschaftsübelkeit kann sehr unangenehm sein und zu einer ziemlichen Herausforderung werden. Alltägliche Dinge wie Einkaufen, mit dem Hund spazieren gehen usw. müssten gegebenenfalls für eine Zeit lang von anderen übernommen werden. Verständnis und Unterstützung durch die Familie und Freunde können hilfreich sein, gerade wenn noch zukünftige Geschwisterkinder betreut werden müssen.

Die Schwangerschaftsübelkeit geht in den meisten Fällen nach ein paar Wochen vorüber und sollte nicht zum Mittelpunkt gemacht werden. Vielen Frauen hilft es, zu wissen, dass es ihrem Baby gut geht. Und im Mittelpunkt sollten jetzt nur Sie stehen – Sie und natürlich Ihr Baby im Bauch!

Stand: 09/2024

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Der vaginale pH-Wert sollte zwischen 3,8 und 4,4 liegen, also im sauren Bereich. Ob das bei ihnen der Fall ist, können werdende Mütter z.B. ganz einfach mit einem Selbsttest ermitteln. Zeigt sich dann, dass der vaginale pH-Wert bei 4,5 oder darüber liegt, kann das dafür sprechen, dass die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht geraten ist. Um Komplikationen vorzubeugen, sollten Schwangere derartige Veränderungen zeitnah mit ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt besprechen und abklären lassen.

Autor
Stephanie Nitsch

Fachredaktion Healthcare
Pharmareferentin nach § 75 Arzneimittelgesetz, Medizinprodukteberater nach § 31 MPG / § 83 MPDG, Examinierte Krankenschwester.

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Geprüft von
Dipl. Chemikerin Mariola Matura

Chief Scientific Officer
Chief Scientific Officer, Qualified Person §15 AMG, Universitätslehrgang „Pharmazeutisches Qualitätsmanagement“

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Kinderwunschtee

Können bestimmte Teesorten Paaren auf ihrem Weg zum Wunschkind unterstützend zur Seite stehen? Die Sehnsucht nach einem eigenen Kind kann für viele Paare eine emotionale Herausforderung darstellen, insbesondere wenn sich der Kinderwunsch nicht sofort erfüllt. In solchen Momenten suchen viele nach natürlichen Methoden, um die Fruchtbarkeit zu fördern. Traditionell werden Kräutertees wie Frauenmanteltee und Himbeerblättertee wegen ihrer potenziellen positiven Wirkungen auf die weibliche Fruchtbarkeit geschätzt. Doch was ist dran an den alten Weisheiten über diese Tees? Können sie tatsächlich dabei helfen, schneller schwanger zu werden? Unsere Autorin Michelle Krebs, pharmazeutisch-technische Assistentin und Mutter zweier Kinder, teilt ihr umfassendes Wissen über die Wirkung dieser und weiterer Teesorten bei Kinderwunsch.

  • Können Tees die Chance schwanger zu werden erhöhen? Es gibt zwar keine 100 prozentige Erfolgschance, aber sie können die Chance, schwanger zu werden deutlich erhöhen und stellen eine vergleichbar günstige Unterstützungsmethode dar.
  • Wie kann Himbeerblättertee bei Kinderwunsch helfen? Bei Kinderwunsch wird die Pflanze traditionell eingesetzt, da sie den Muttermund sowie die Beckenmuskulatur weich machen soll. Traditionell angewandt soll er bei Kinderwunsch eine zyklusregulierende und durchblutungsfördernde Wirkung haben.
  • Nebenwirkungen des Kinderwunschtees: Frauenmanteltee und Himbeerblättertee können zu Verstopfungen führen, Mönchspfeffer nur in Absprache mit dem Arzt einnehmen, Schafgarbenkraut bei Korbblütlerallergie (z.B. Arnika, Kamille, Ringelblumen) nicht einnehmen.
  • Wann sollte Tee bei Kinderwunsch getrunken werden? In der ersten Zyklushälfte beginnen (1. Tag der Periode bis 14 Tage danach). Am besten drei Monate vor geplantem Kinderwunsch zwei bis drei Tassen Tee pro Tag. Frauenmanteltee sollte nicht länger als zwei bis drei Monate am Stück getrunken werden, Schafgarbentee nicht länger als vier Wochen.

Himbeerblätter und Frauenmantel bei Kinderwunsch

Viele Paare machen die Erfahrung, dass zwischen dem Wunsch, ein Kind zu bekommen und dem Moment, tatsächlich schwanger zu sein, eine Weile vergehen kann. Eine Zeit, die den meisten Partnerschaften viel abverlangt. Die Ungewissheit, Sex nach Terminkalender und der stetige Stressfaktor nagen an den Nerven. Gerne suchen Verliebte nach Hilfsmitteln, wie sie dem Kinderwunsch ein Stückchen näherkommen können.

Gerade Altbewährtes wie Pflanzen und Kräuter sind hierbei immer mehr im Kommen. Doch können Tees wie Frauenmanteltee und Himbeerblättertee wirklich helfen, den Traum vom eigenen Baby zu verwirklichen?

Nicht zu ersetzen: gesunde, ausgewogene Ernährung

Das Rauchen, Alkohol und Übergewicht nicht förderlich für eine Schwangerschaft sind, ist hinlänglich bekannt. Zu ausreichend Bewegung und einer gesunde Ernährung wird geraten – aber wie sieht diese eigentlich aus? Neben ausreichend Flüssigkeit, viel Obst und Gemüse sowie genügend Eiweiß werden vor allem die B-Vitamine, Vitamin D, Jod, Omega-3-Fettsäuren und Folsäure benötigt (für den Mann zusätzlich Zink und Selen).

Folsäure spielt hier vor allem bei der Frau eine zentrale Rolle, denn nicht nur ein Baby lässt mit einem zu geringen Folatspiegel auf sich warten, sondern auch in der Schwangerschaft kann zu wenig Folsäure teilweise massive Folgen mit sich bringen: Neuralrohrdefekt, Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte, Spontanabort oder Frühgeburt sowie die fetale Wachstumsverzögerung sind nur einige davon.1,2,3

Da viele Arzneimittel (z.B. „die Pille“, Antidepressiva und Antiepileptika, Metformin bei Diabetes Typ 2) den Folsäurespiegel drücken und über die Nahrung meist ohnehin zu wenig aufgenommen wird, sollte bestenfalls 6 bis 12 Monate vor einer geplanten Schwangerschaft bereits mit der Einnahme begonnen werden.

Ganz gleich, ob Sie sich sehnlich ein Baby wünschen oder eben nicht: Anhand des Ausflusses können Sie viel über Ihre fruchtbaren und unfruchtbaren Tage erfahren und dies – unter Vorbehalt – für Familienplanung und Verhütung nutzen.

Blätter, Blüten oder Wurzel – welcher Tee hilft beim Schwangerwerden?

Zwar ersetzen Tees keine Folsäureeinnahme und es gibt auch keine 100%ige Erfolgschance, aber sie können die Chance, schwanger zu werden, deutlich erhöhen und stellen eine vergleichbar günstige Unterstützungsmethode dar. Wichtig hierbei ist nicht nur die Auswahl des Tees, sondern auch der Einnahmezeitpunkt sowie die Qualität. Diese hängt oftmals mit Lagerung und Ursprung zusammen. Werden die Pflanzenteile nicht trocken und luftdicht gelagert, gehen viele Inhaltsstoffe verloren.

Einen Unterschied merkt man auch, wenn man sich Tees in Lebensmittel- und Arzneibuchqualität ansieht. Letztere haben strenge Auflagen, wie viel der wirksamen Bestandteile enthalten sein müssen, welche Pflanzenteile überhaupt wirken und damit auch verwendet werden dürfen sowie welche Grenzwerte für mögliche Schadstoffe gelten. Lebensmitteltees unterliegen diesen Anforderungen nicht, sodass oftmals die Inhaltsstoffe für die gewünschte Wirkung nicht ausreichen.

Mit Himbeerblättertee den Kinderwunsch unterstützen

Himbeerblättertee – Latein: Rubi idaei folium

Wie Himbeerblättertee richtig zubereiten?

Mit Frauenmanteltee schneller schwanger werden

Frauenmantelkraut – Latein: Alchemillae herba

Welche weiteren Teesorten helfen beim Schwangerwerden?

Mönchspfeffer – Latein: Vitex casti fructus

Schafgarbenkraut – Latein: Millefolii herba

Auch diese Tees sollen beim Kinderwunsch helfen

Auch seelische Belastungen und eine ungesunde Lebensweise können sich negativ auf den Kinderwunsch auswirken. Stress und Sorgen vermiesen daher nicht nur die Lust auf Sex, auch können sie die Fruchtbarkeit beeinflussen.4,5

Melisse und Lavendel können beruhigen und die Entspannung fördern, sodass sie bei Kinderwunsch eine wichtige Rolle spielen. Da Melisse aber auch Gerbstoffe enthält ist Lavendel zu bevorzugen. Es gibt zahlreiche andere Pflanzen, denen eine Wirkung bei Menstruationsproblemen, klimakterischen Beschwerden oder bei Kinderwunsch nachgesagt wird. Da es sich bei Pflanzen immer um sogenannte „Vielstoffgemische“ handelt, bei denen längst nicht alle Inhaltstoffe und deren Wirkweisen erforscht sind, kann keine Anwendung gänzlich ausgeschlossen werden.

Derzeit gibt es aber keine fundierten wissenschaftliche (oder auch traditionelle) Belege dafür, dass folgende Pflanzen bei Kinderwunsch helfen würden:

Diese Kräuter & Tees bei Kinderwunsch lieber meiden

Bei dem teilweise empfohlenen Salbei ist Vorsicht geboten, denn das im ätherischen Öl enthaltene Thujon ist in hoher Dosierung toxisch und kann unter anderem Krämpfe verursachen, weswegen es eine Einnistung erschweren kann bzw. bei einer bestehenden Schwangerschaft zum Abort/Fehlgeburt führen kann. Es gibt weitere Tees bzw. Zutaten denen man nachsagt, dass sie lieber gemieden werden sollten, wenn ein Kinderwunsch besteht. Wissenschaftliche Belege und Studien gibt es hierzu jedoch kaum.

Wichtig zu wissen:

Fragen & Antworten aus meinem Apothekenalltag

Bereits während meiner Ausbildung habe ich mich auf den Bereich Frauen(-leiden), Schwangerschaft, Stillzeit sowie (Klein-)Kinder spezialisiert. Nicht nur, dass diese Themen oft unterschätzt und als „da muss man halt durch“ abgestempelt werden, meist herrscht auch große Unsicherheit und der Beratungsbedarf ist hoch. Als Fach-PTA für Homöopathie und Naturheilverfahren liegt mir eine ausführliche Beratung besonders am Herzen. Als Mutter von zwei Kindern kann ich mich sehr gut in meine Kundinnen hineinversetzen und freue mich, sie in dieser oft sehr schönen, aber auch aufregenden Zeit, begleiten zu dürfen. Zu den häufigsten Fragen bezüglich eines Kinderwunsches gehören in der Apotheke u.a.:

Ich wünsche mir ein Kind. Ab wann sollte ich mit der Pille aufhören?

Je früher desto besser, denn der Körper braucht noch einige Zeit, bis der ganze Wirkstoff heraus transportiert wurde. Am besten ist es bereits 12 Monate vor einer geplanten Schwangerschaft die Pille abzusetzen, mindestens sollten es jedoch 6 Monate sein. Diese Zeit kann gut genutzt werden, um den Folsäurespiegel auf Vordermann zu bringen. Übrigens: Auch der Mann kann seine Spermienqualität durch die richtigen Nährstoffe verbessern.

Wir versuchen es jetzt schon seit einem halben Jahr, aber bekommen einfach kein Baby. Ist das normal?

Meine Erfahrung zeigt, dass die meisten Paare meist mehr als 12 Monate brauchen, um schwanger zu werden. Ein Besuch beim entsprechenden Facharzt gibt Gewissheit, ob organisch alles in Ordnung ist und dann heißt es: Geduld bewahren. Es klingt leichter als es ist, gerade wenn man sehnsüchtig auf ein Baby wartet, kann jeder erfolglose Zyklus zur Nervenprobe werden – aber der Stress schadet nicht nur der Partnerschaft, sondern auch einer möglichen Empfängnis. Deswegen Ruhe bewahren und die Zeit evtl. für Dinge nutzen, die man eh schon lange einmal machen wollte. Speicher ausmisten, Bilder sortieren oder mit Sport anfangen sind gute Ablenkungsmethoden.

Was kann ich alles tun, um vielleicht schneller schwanger zu werden?

Neben der Einnahme bestimmter Nährstoffe (Frau und Mann!), kann man auch mit verschiedenen Hilfsmitteln der Natur unter die Arme greifen. Hierzu zählen neben Ovulationstests (die den Tag des Eisprungs genau bestimmen können) auch bestimmte Stellungen (liegend und Becken leicht nach oben) oder auch spezielle Gleitgels, die die Spermienvitalität erhöhen. Außerdem begünstigt ein gesundes Scheidenmilieu das Überleben der Samenzellen, sodass es Sinn macht vorher schon eine Scheidenkur mit Milchsäure zu machen und/oder spezielle Probiotika zu nehmen. Mit einer regelmäßigen pH-Wert Messung lassen sich Veränderungen des vaginalen Milieus frühzeitig feststellen. Schützende Milchsäurebakterien, wie sie beispielsweise in Vagiflor® Vaginalzäpfchen enthalten sind, halten das Scheidenmilieu im Gleichgewicht und schützen die Intimregion auf diese Weise vor Krankheitserregern.

Zur Bestimmung des vaginalen pH-Wertes zur frühzeitigen Diagnose einer gestörten Vaginalflora.

Der vaginale pH-Wert sollte zwischen 3,8 und 4,4 liegen, also im sauren Bereich. Ob das bei ihnen der Fall ist, können werdende Mütter z.B. ganz einfach mit einem Selbsttest ermitteln. Zeigt sich dann, dass der vaginale pH-Wert bei 4,5 oder darüber liegt, kann das dafür sprechen, dass die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht geraten ist. Um Komplikationen vorzubeugen, sollten Schwangere derartige Veränderungen zeitnah mit ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt besprechen und abklären lassen.

Meine exklusive Kinderwunschtee-Mischung

Zubereitung:

  1. Alles vermischen und pro Tasse zwei Teelöffel dieser Mischung in einen Teefilter/Teesieb geben. Zusätzlich 20 g Mönchspfefferfrüchte dazugeben oder besser Mönchspfeffertropfen (siehe entsprechender Packungsbeilage) direkt vor Verzehr einträufeln.
  2. Mit sprudelnd kochendem Wasser aufgießen. 10 Minuten ziehen lassen.
  3. Mit echtem Vanillezucker süßen (kein Vanillin).
  4. Während der ersten Zyklushälfte 1x täglich, immer zur gleichen Zeit, trinken.

Stand: 09/2024

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Das physiologische Scheidenmilieu besteht aus verschiedenen Mikroorganismen, die ein gesundes Gleichgewicht aufrechterhalten und krankmachende Keime abwehren. Eine gestörte Scheidenflora äußert sich beispielsweise durch Juckreiz, Brennen oder einen veränderten Ausfluss. Die Verwendung lebender Milchsäurebakterien kann helfen, das Scheidenmilieu wieder aufzubauen und gesund zu halten.

Menge, Konsistenz und Farbe des Zervixschleims geben Hinweise auf die Phase, in welcher sich der weibliche Zyklus befindet. Der Ausfluss verändert sich vor, während und nach dem Eisprung.

Autor
Michelle Krebs

Fachredaktion Healthcare, Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA).

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Dipl. Chemikerin Mariola Matura

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Warum ist Folsäure für Schwangere wichtig?

In diesem Artikel befassen wir uns mit einem essenziellen Nährstoff, der insbesondere für Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere von großer Bedeutung ist: Folsäure. Die Bedeutung von Folsäure, auch bekannt als Vitamin B9, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, da sie eine Schlüsselrolle in der frühen Entwicklung des Ungeborenen spielt. Sie unterstützt die Zellteilung und das Wachstum des Fötus und kann das Risiko von Neuralrohrdefekten erheblich senken. Da Folsäure meist nicht ausreichend über eine ausgewogene Ernährung aufgenommen wird, werden Nahrungsergänzungsmittel empfohlen. Wir erläutern, warum Folsäure bereits bei Kinderwunsch eine Rolle spielt, wie viel Folsäure benötigt wird und in welchen Lebensmitteln sie enthalten ist.

  • Wie viel Folsäure brauche ich? Schwangere Frauen: 550 µg (etwa 275 µg Folsäure / Präparate), Folsäure in der Stillzeit: 450 µg (etwa 225 µg Folsäure / Präparate)
  • Unterschied zwischen Folsäure und Folat: Als Folsäure wird die rein synthetisch hergestellte Variante bezeichnet, die zur Aufnahme ebenfalls vom Körper in Folatverbindungen umgewandelt werden muss. Folat zählt zu den lebensnotwendigen Vitaminen und muss mit der Nahrung aufgenommen werden.
  • Wieso gibt es Folsäure? In der Schwangerschaft kann ein Mangel an Folat wichtige Entwicklungsphasen des Kindes negativ beeinträchtigen und zu Fehlbildungen des Gehirns und Rückenmarks führen. Da die empfohlene Menge meist nicht über die Nahrung gedeckt wird, wird Frauen bereits bei Kinderwunsch eine Folsäuresubstitution empfohlen.
  • Ab wann sollte ich Folsäure einnehmen? Mit der rechtzeitigen Einnahme synthetisierter Folsäurepräparate kann der gewünschte Folatspiegel aufgebaut werden und ein möglicher Engpass bei Auftreten einer Schwangerschaft vermieden werden. Frauen mit Kinderwunsch wird daher zur regelmäßigen Einnahme geraten.

Welche Rolle Folsäure bei Kinderwunsch und Schwangerschaft spielt

Sobald Frauen schwanger werden möchten, werden sie mit den Begriffen Folsäure oder Folat konfrontiert. Und mit hunderten anderen angeblich wichtigen Tipps und Nahrungsergänzungsmitteln. Doch im Gegensatz zu vielen gut gemeinten, aber nicht gut recherchierten Empfehlungen spielt Folsäure tatsächlich eine wichtige Rolle, ebenso wie die Folgen und Risiken eines Folsäuremangels bzw. Folatmangels.

Zugegebenermaßen kann das Thema sehr verunsichern, doch insbesondere in der Frühschwangerschaft ist ein gedeckter Folatbedarf von großer Bedeutung. Eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung kann die empfohlene Menge zwar decken, doch die Zusammenstellung der Speisen muss wohl durchdacht werden. Zudem haben Schwangere und Stillende einen erhöhten Bedarf. Frauenärzte empfehlen daher, die Einnahme von Folsäure über entsprechende Nahrungsergänzungsmittel sicher zu stellen.

Warum Folsäure und weitere wichtige Vitamine nicht nur in der Schwangerschaft, sondern bereits bei Kinderwunsch eingenommen werden sollten, worin genau der Unterschied zwischen Folsäure und Folat besteht und warum es gerade in der Frühschwangerschaft unentbehrlich ist, erfahren Sie in unserem interessanten Artikel rund um das Thema Folsäure bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft.

Außerdem finden Sie viele Tipps und Tabellen von der DGE mit der empfohlenen Menge an Folsäure/ Folat und anderen wichtigen Vitaminen, die insbesondere bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft wichtig sind.

Da ein Blasensprung fast immer den Geburtsbeginn anzeigt und auch auf eine drohende Frühgeburt hinweisen kann, ist es wichtig, ihn rechtzeitig zu erkennen und das austretende Fruchtwasser nicht mit Ausfluss oder Urin zu verwechseln.

Wirkweise von Folsäure & Folat – und wo ist der Unterschied?

Folsäure gehört zu den wasserlöslichen B-Vitaminen und wurde im Jahre 1941 entdeckt. Folat zählt zu den lebensnotwendigen Vitaminen und muss mit der Nahrung aufgenommen werden. Die empfindlichen B-Vitamine kommen gehäuft in grünem Gemüse, aber auch zum Teil in tierischen Lebensmitteln vor. Im Körper werden die mit der Nahrungsaufnahme zugeführten Folate dann in eine aktive Molekülform (5-Methyl-THF) umgewandelt, während Folsäure innerhalb der Zellen zu Tetrahydrofolat (THF) verstoffwechselt wird. Wichtige zelluläre Vorgänge, wie die Zellteilung und das Zellwachstum, werden so unmittelbar beeinflusst.

Die Resorption erfolgt im Dünndarm und in der Leber, wo sie in die aktive Form umgewandelt wird. Von der Leber aus wird die aktive Form in den allgemeinen Kreislauf weitertransportiert. Jedoch wird die gewünschte Zufuhrmenge in Deutschland meist nicht erreicht. Dadurch kann es zu einem Folatmangel kommen. Die in Deutschland gebräuchlichere Bezeichnung ist Folsäuremangel, diese Bezeichnung ist jedoch nicht korrekt, da es sich bei Folsäure um eine synthetisch hergestellte Folatverbindung handelt und es daher nicht zu einem Folsäuremangel kommen kann. Da Folsäuremangel allerdings gebräuchlicher ist, wird dieser Begriff anstelle von Folatmangel im weiteren Text verwendet.

Demgegenüber steht die chemisch hergestellte Folsäure, die im Körper zu vitaminwirksamen Folatverbindungen überführt werden muss, aber zu fast 100 Prozent verwertet werden kann. In der Fachwelt wird zwischen den Begriffen Folsäure und Folat streng unterschieden. Als Folsäure wird die rein synthetisch hergestellte Variante bezeichnet, die zur Aufnahme ebenfalls vom Körper in Folatverbindungen umgewandelt werden muss. Folsäure wird zur Anreicherung in Vitaminpräparaten und Lebensmitteln verwendet. Folat hingegen ist das natürlich vorkommende wasserlösliche Vitamin, das in Lebensmitteln vorhanden ist. Zur Berechnung und Unterscheidung der vom Körper verwertbaren Menge wurde der Begriff Folatäquivalent eingeführt.

Folsäure, Folat & Folatäquivalent – wie viel brauche ich wovon?

Empfohlene tägliche Folatzufuht (Folatäquivalent) auf einen Blick:

Quelle: „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“ (Stand 06.02.2019, Abruf am 10.04.2024)

Unser Körper benötigt Folat vor allem für die Zellteilung und Blutbildung. So werden Wachstum und Entwicklung des Ungeborenen nachweislich von dem wichtigen B-Vitamin beeinflusst. Auch ist Folat am Abbau der Aminosäure Homocystein beteiligt. Frauen mit Kinderwunsch wird empfohlen, rechtzeitig Folsäurepräparate einzunehmen. Weitere, wichtige B-Vitamine wie B12 und B6 sollten vorhanden sein oder kombiniert werden, damit bestimmte Stoffwechselvorgänge reibungslos ablaufen können.1 In der Regel benötigt unser Körper eine Zeit lang, bis der gewünschte Folatspiegel aufgebaut wurde. Daher wird empfohlen, bereits bei Kinderwunsch ein entsprechendes Folsäurepräparat einzunehmen und auf diese Weise einem möglichen Folsäuremangel und möglichen Risiken entgegenzuwirken. Aber auch während der Schwangerschaft und in der Stillzeit ist eine optimale Zufuhr an Folsäure und Folat wichtig, um einem Folsäuremangel vorzubeugen.

Einige Untersuchungen zeigen überdies, dass eine Substitution (Ersatz, ergänzende Aufnahmen) mit 800 µg Folsäure schneller zu den gewünschten Folsäurespiegeln führt.2 Des Weiteren werden den meisten Präparaten wie beispielsweise Femibion oder Folio® weitere B-Vitamine zugeführt.

Diese Lebensmittel enthalten viel Folat – Liste & Nährstofftabelle

Die gewünschte Folatzufuhr ist über die Ernährung nur unter strengen Berechnungen möglich. Bei der Vorbereitung und beim Kochen der Speisen sollte zudem bedacht werden, dass Folat wasserlöslich, lichtempfindlich und nicht besonders hitzebeständig ist. Zu langes wässern, starkes Erhitzen und zu lange Kochzeiten kann die wertvollen Vitamine leicht zerstören. Der Mehrbedarf in Schwangerschaft und Stillzeit kann mit entsprechenden Folsäurepräparaten sichergestellt werden, also mit synthetischer Folsäure.

Folat in Lebensmitteln

Folgende Tabellen zeigen drei Beispielrechnungen, bei denen durch gezielte Auswahl von Lebensmitteln mit einem hohen Folatgehalt eine Zufuhr von 450 µg bzw. 550 µg Folat-Äquivalent erreicht wird. Bei den Beispielrechnungen ist zu beachten, dass es sich nicht um einen vollständigen Tagesplan handelt.

Summe 450 µg

Portionsgröße (verzehrbarer Anteil)LebensmittelFolatgehalt pro Portion in µIKROGRAMM
2 Scheiben (100 g)Vollkornbrot34
60 gCamembert (mind. 30 % Fett i. Tr.)86
150 gHimbeeren, tiefgefroren, gekocht24
2 gehäufte Esslöffel (60 g)Quark (mind. 20 % Fett i. Tr.)10
1 Stück (180 g)Orange40
6 gehäufte Esslöffel (180 g)Wildreis, gekocht45
150 gErbsen grün, tiefgefroren, gegart117
100 gBlumenkohl, tiefgefroren, gegart24
1 Stück (100 g)Kohlrabi, roh70

Summe 554 µg

Portionsgröße (verzehrbarer Anteil)LebensmittelFolatgehalt pro Portion in µIKROGRAMM
ca. 6 Esslöffel (65 g)Haferflocken57
1 Esslöffel (20 g)Kürbiskerne10
ca. 1 Glas (200 g)Kuhmilch (1,5 % Fett)16
1 kleiner Becher (150 g)Joghurt (1,5 % Fett)20
125 gErdbeeren55
150 gLachs, tiefgefroren, gegart57
150 gBlattspinat, gegart158
ca. 1 Glas (200 g)Sauerkirschsaft90
2 Scheiben (100 g)Vollkornbrot34
2 Scheiben (60 g)Gouda (mind. 30 % Fett i. Tr.)24
2 Stück (200 g)Mohrrübe, roh34

Summe 554 µg

Portionsgröße (verzehrbarer Anteil)LebensmittelFolatgehalt pro Portion in µIKROGRAMM
1 Stück (135 g)Banane19
2 Stück (90 g)Kiwi18
60 gMango22
150 gGrünkohl, tiefgefroren, gekocht96
200 gKartoffeln, geschält, gekocht16
100 gFeldsalat145
1 Stück (150 g)Gemüsepaprika rot, roh83
2 Scheiben (60 g)Vollkorntoastbrot35
1 Stück (60 g)Ei, gekocht35
3 gehäufte Esslöffel (90 g)Kräuterquark (mind. 20 % Fett i. Tr.)34
30 gErdnüsse51

Quelle:“Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.“ (2018, S.4 ff)

Warum reine Vitamine statt nur Folat aus Nahrungsmitteln?

Folat gehört zur Gruppe der lebensnotwendigen Vitamine, genauer gesagt, zu den B-Vitaminen. Es muss mit der Nahrung aufgenommen werden, da unser Körper es nicht selbst herstellen kann. Grünes Gemüse und Cerealien sind besonders reich an diesen wasserlöslichen B-Vitaminen. Die Verwertbarkeit (Bioverfügbarkeit) der mit Nahrungsmitteln gewonnenen Folate liegt bei 50 Prozent. Wird hingegen die reine Folsäure in Form eines Nahrungsergänzungsmittels eingenommen, so wird sie fast zu 100 Prozent aufgenommen (auf nüchternen Magen).

Diese Folgen kann ein Mangel an Folat in der Schwangerschaft haben

In der Schwangerschaft ist der Bedarf erhöht. Bereits zu Beginn der Schwangerschaft, genauer gesagt zwischen dem 22. und 28. Tag nach der Befruchtung, schließt sich das sogenannte Neuralrohr des Ungeborenen. Dieser Prozess gehört zu den wichtigsten Entwicklungsphasen des Ungeborenen. Gehirn und Rückenmark werden angelegt, der Rückenmarkskanal muss sich schließen. Verschiedene Einflüsse, wie beispielsweise genetische Defekte, spielen bei Fehlbildungen in diesem Bereich eine Rolle. Es ist jedoch wissenschaftlich belegt, dass durch die präventive Einnahme von Folsäure die Gefahr eines offenen Rückens (Spina bifida) des ungeborenen Kindes verringert werden kann.2

Prävention von Neuralrohrdefekten

Als Neuralrohrdefekt werden Fehlbildungen bezeichnet, die durch einen unvollständigen Verschluss des Neuralrohrs während der Embryonalentwicklung entstehen. Zu den häufigsten Fehlbildungen in diesem Bereich gehören die Anencephalie und die Spina bifida. Unter einer Anencephalie versteht man das vollständige oder teilweise Fehlen des Großhirns und der Schädeldecke. Die Spina bifida bezeichnet eine embryonale Verschlussstörung im Bereich der Wirbelsäule. Umgangssprachlich ist sie unter der Bezeichnung „offener Rücken“ bekannt. Je nach Ausprägung sind verschiedene Operationen mit anschließender Therapie und regelmäßigen Kontrollen notwendig.3,4

Nach heutiger Kenntnis geht man davon aus, dass ein Großteil der Spina bifida-Fälle durch eine ausreichende Folsäureeinnahme verhindert werden könnten.2,3 Mit der Folsäureeinnahme sollte mindestens einen Monat vor Schwangerschaftsbeginn begonnen werden.

Generell gelten auch bei der Zufuhr von Vitaminen empfohlene Richtwerte. Nahrungsergänzungsmittel sind häufig überdurchschnittlich hoch dosiert und sollen dem Kunden so einen erhöhten Bedarf suggerieren. Auf Basis der gegenwärtig verfügbaren Daten kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass die Aufnahme von Folsäure in Dosierungen über den Zufuhrempfehlungen unter bestimmten Bedingungen, insbesondere bei Menschen mit Krebsvorstufen, gegenteilige Wirkungen (geringeres Risiko für Kolorektalkrebs bei ausreichender Zufuhrmenge von Folatäquivalenten) haben kann.5

Symptome & Folgen eines Folsäuremangels

Sehr viele Menschen können den Bedarf an Folat nicht ausreichend decken, häufig erschwert eine einseitige Ernährung die nötige Aufnahme. Für verschiedene Stoffwechselprozesse zur Energiegewinnung sowie zur Regeneration sind Folsäure und die Vitamine B6, B12 notwendig.7 Sind sie nicht ausreichend vorhanden, kann es zunächst zu unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit, Erschöpfung oder depressiven Verstimmungen kommen. Risikofaktoren wie u. a. übermäßiger Alkoholkonsum, Medikamenteneinnahmen oder Resorptionsstörungen (Darmerkrankungen) können zu einem Mangel führen. Ein Folsäuremangel wird über eine Blutuntersuchung festgestellt.

Ein Folsäuremangel kann zu Blutarmut und unspezifischen Symptomen führen, z.B.:

Ein Folatmangel führt zu Störungen der Blutbildung, so dass eine Anämie (Blutarmut) die Folge sein kann. Die typischen Symptome einer Anämie wie Blässe, Müdigkeit, Schwindel und Reizbarkeit können sich bemerkbar machen. In schweren Fällen kann ein Folsäuremangel zu einer roten, wunden Zunge, Durchfällen, Gewichtsverlust und Verwirrtheitszuständen sowie Depressionen führen. Kommt es trotz ausreichender Zufuhr zu einem Folsäuremangel, so kann ein Fehlen bestimmter Enzyme die Ursache sein. Dann ist die die Verwertbarkeit der Folsäure gestört und führt zu den möglichen Symptomen eines Folsäuremangels. In diesen Fällen sollte die Einnahme einer bereits reduzierten Folsäure in Form von Folatverbindungen bevorzugt werden. In der Schwangerschaft kann ein Mangel an Folat wichtige Entwicklungsphasen des Kindes negativ beeinträchtigen und zu Fehlbildungen des Gehirns und Rückenmarks führen.

Folgen bei Kinderwunsch

Allen Frauen, die sich ein Kind wünschen oder schwanger werden könnten, wird neben einer folatreichen Ernährung die Einnahme eines Folsäurepräparates empfohlen. Da viele Schwangerschaften ungeplant sind, soll mit einer kontinuierlichen Einnahme im Vorfeld verhindert werden, dass ein Folsäuremangel zu Risiken in der Schwangerschaft führt. Da die empfohlenen Referenzmengen nur sehr schwer über die Nahrung zu decken sind, kann auch über einen längeren Zeitraum zusätzlich Folsäure eingenommen werden. Besteht also Kinderwunsch, sollte rechtzeitig mit einer Substitution begonnen werden, um mit Eintreten einer Schwangerschaft den erhöhten Folatbedarf zu decken und mögliche Risiken für das Kind in dieser sensiblen Zeit zu reduzieren.

Folgen in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft ist der Bedarf an Folat erhöht. So wird sie in erster Linie für die Zellbildung, Zellteilung und das Wachstum des Kindes benötigt. Auch die werdende Mutter kann durch einen Folsäuremangel gesundheitlich stark beeinträchtigt werden. So kann beispielsweise eine Folsäureanämie (eine Blutarmut) entstehen.
Das Neuralrohr des Kindes schließt sich bereits in der Frühschwangerschaft. In dieser sensiblen Phase der Schwangerschaft kann ein Folsäuremangel erhebliche Folgen für das Baby und für die Schwangerschaft bedeuten. Daher sollte die Einnahme eines Folsäurepräparates schon vor der Empfängnis erfolgen, um die Gefahr von Neuralrohrdefekten zu minimieren. Mit der rechtzeitigen Einnahme synthetisierter Folsäure kann ein Großteil der Spina bifida-Fälle, also der Kinder mit einer Fehlbildung der Wirbelsäule und des Rückenmarks, vermieden werden.

Folgen in der Stillzeit

Auch in der Stillzeit ist der Bedarf erhöht, daher ist eine ausreichende Folatversorgung auch in der Stillzeit notwendig. Um den Säugling bestmöglich mit Vitaminen zu versorgen, werden diese mit der Muttermilch weitergegeben. Die so wichtige Versorgung des Babys ist vor allem für sein Wachstum und eine optimale Zellvermehrung notwendig. Zum Wohle des Kindes werden, wenn nötig, die Reserven der Mutter verbraucht. Mit einer konstanten Einnahme eines Folsäurepräparates kann die Abnahme des Folatgehaltes in der Muttermilch vermieden werden.

Nebenwirkungen bei zu viel Folsäure

Der obere Grenzwert in der Selbstmedikation von Nahrungsergänzungsmitteln mit Folsäure liegt bei 1 mg. Über die Ernährung ist die Zufuhr unbegrenzt möglich. Folsäurepräparate mit höheren Dosierungen können vom Arzt verschrieben werden, wenn ein nachgewiesener Folsäuremangel besteht. Auch wird schwangeren Frauen eine entsprechende Menge Folsäure verschrieben, bei denen in der Vergangenheit schon einmal Fehlbildungen in der Schwangerschaft festgestellt wurden, die auf einen Folsäuremangel zurückgeführt werden konnten. Die Dosierung wird vom Arzt festgelegt.

Folgende seltene Nebenwirkungen können auftreten, die auf sehr hohe Dosierungen zurückzuführen sind:

Die optimale Einnahme & Dosierung von Folsäure

Für Erwachsene lautet die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung 300 µg-Äquivalent/Tag. Die empfohlene Zufuhr für Schwangere beträgt 550 µg und für Stillende 450 µg Folat pro Tag. Frauen, die schwanger werden möchten, sollten zu einer folatreichen Ernährung zusätzlich 400 µg/Tag in Form von synthetischer Folsäure zu sich nehmen, um eine ausreichende Versorgung des wichtigen Vitamins sicher zu stellen.

Säuglingeb

AlterFolat MIKROGRAMM-Äqui­va­lentª/Tag
0 bis unter 4 Monate60
4 bis unter 12 Monate80

Kinder und Jugendliche

AlterFolat µIKROGRAMM-Äqui­va­lentª/Tag
1 bis unter 4 Jahre120
4 bis unter 7 Jahre140
7 bis unter 10 Jahre180
10 bis unter 13 Jahre240
13 bis unter 15 Jahre300
15 bis unter 19 Jahre300

Erwachsene

AlterFolat µIKROGRAMM-Äqui­va­lentª/Tag
19 bis unter 25 Jahrec300
25 bis unter 51 Jahre300
51 bis unter 65 Jahre300
65 Jahre und älter300
Schwangere550
Stillende450

a Berechnet nach der Summe folatwirksamer Verbindungen in der üblichen Nahrung (Folat-Äquivalente). Mit dem Begriff “Folat-Äquivalente“ wird auf die unterschiedliche Aufnahme der verschiedenen Folsäureverbindungen hingewiesen.
b Hierbei handelt es sich um Schätzwerte.

Quelle: „Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.“ (Abruf am 10.04.2024)

Warum Folsäure bereits bei Kinderwunsch?

Mit der rechtzeitigen Einnahme synthetisierter Folsäurepräparate kann der gewünschte Folatspiegel aufgebaut werden und ein möglicher Engpass bei Auftreten einer Schwangerschaft vermieden werden. Frauen mit Kinderwunsch wird daher zur regelmäßigen Einnahme geraten. Wurde mit der Pille verhütet, wird eine Folsäure-Einnahme gleich nach deren Absetzen empfohlen.

Untersuchungen weisen zudem darauf hin, dass die Empfehlung 400 µg Folsäure einzunehmen, möglicherweise zu kurz greift. So können bis zu drei Monate vergehen, bis ein optimaler Folatwert erreicht wird. Bei vielen Frauen ist erst nach dieser Zeit der Folatspiegel ausreichend aufgebaut, um das Risiko möglicher Fehlbildungen zu verringern. Auf dem Markt finden sich daher viele Produkte, die bereits 800 µg Folsäure beinhalten. Mit dieser Dosierung lassen sich die empfohlenen Folsäurespiegel schneller erreichen, Berechnungen zufolge innerhalb eines Monats. Zudem benötigten ältere Frauen meist höhere Dosierungen, um die erwünschten Folatwerte zu erreichen.

Folsäure plus weitere B-Vitamine

Viele Produkte sind mit weiteren B-Vitaminen, wie B2, B6 und B12 sowie Spurenelementen angereichert. So wirken beispielsweise Folat und Vitamin B12 eng zusammen, denn Vitamin B12 ist notwendig, um Folat im Körper zu aktivieren. Auch konnte wissenschaftlich belegt werden, dass neben der Reduktion von Neuralrohrdefekten noch weitere Fehlbildungen, wie beispielsweise die am Herzen, reduziert werden konnten. Erklärt wird dieser Effekt darin, dass sich nicht nur die Folsäure präventiv in der Vermeidung von Fehlbildungen bewiesen hat, sondern auch weitere Vitamine das Risiko von Fehlbildungen reduzieren konnten. Dabei sind sie ebenfalls an bestimmten Stoffwechselvorgängen beteiligt und konnten die häufig auftretenden Fehlbildungen am Herzen sowie am Urogenitaltrakt reduzieren.5 Hier finden Sie weitere Fragen & Antworten zu Folat und Folsäure des Bundesinstituts für Risikobewertung.

In diesem Beitrag erfahren Sie alles Wichtige rund um das Thema „Tee bei Kinderwunsch“ von Autorin Michelle Krebs, pharmazeutisch-technische Assistentin. Sie informiert Frauen mit Kinderwunsch umfassend, welche Teesorten empfehlenswert sind und dabei helfen können, schwanger zu werden. 

Exkurs: Jodzufuhr bei Schilddrüsenerkrankungen

Viele Vitaminpräparate enthalten zusätzlich das wichtige Spurenelement Jod, wobei in der Regel auch die jodfreie Variante erhältlich ist. Mit dem Spurenelement Jod verhält es sich ähnlich wie mit dem wichtigen B-Vitamin Folat. In der Schwangerschaft ist der Bedarf erhöht und ein Jodmangel weit verbreitet. Es ist ebenso essenziell und muss dem Körper über die Nahrung oder entsprechende Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden, da wir es selbst nicht herstellen können. So sollen ca. 40 Prozent der Schwangeren an einem Jodmangel leiden. Daher sollte Jod rechtzeitig und zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung supplementiert werden. Besonders reichhaltig an Jod sind Fisch und Meeresfrüchte (Schellfisch, Kabeljau) sowie Milchprodukte. Zusätzlich wird die Verwendung von jodiertem Speisesalz empfohlen. In der Schwangerschaft liegt die Empfehlung bei 230 µg/Tag Jod und in der Stillzeit bei 260 µg/Tag.

Eine Jodsupplementation dient der geistigen und körperlichen Entwicklung des Kindes und wird allen Frauen in der Schwangerschaft empfohlen. Dabei wird Jod zur Produktion der Schilddrüsenhormone benötigt. Die kindliche Schilddrüse beginnt bereits ab der 8. Schwangerschaftswoche selbständig zu arbeiten und benötigt für einen reibungslosen Ablauf jedoch das mütterliche Jod. Frauen wird über die gesamte Schwangerschaft und Stillzeit eine entsprechende Jodzufuhr empfohlen.6 Die Vorteile für die Entwicklung des Babys überwiegen in den allermeisten Fällen und so sollen auch Frauen mit Schilddrüsenerkrankungen Jod einnehmen. Die Einnahme eines jodfreien Vitaminpräparates ist nach aktuellen Erfahrungen nur in Ausnahmefällen notwendig und sollte mit dem behandelnden Endokrinologen und Gynäkologen abgeklärt werden.

Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie

Allen Schwangeren soll eine Jodsupplementation angeboten werden. Auch ein milder mütterlicher Jodmangel in der Schwangerschaft kann zu kognitiven Entwicklungsstörungen beim Kind führen. Der Jodbedarf ist in der Schwangerschaft deutlich erhöht. Besonders Frauen im fertilen Alter weisen in Deutschland nur eine grenzwertig gute oder sogar unzureichende Jodversorgung auf. Die Jodversorgung der Mutter im ersten Trimenon (Trimester, 1.- 13. Schwangerschaftswoche) ist dabei von entscheidender Bedeutung. Allen Schwangeren und stillenden Müttern soll deshalb eine Jodsupplementation mit 150-200 μg empfohlen werden. Auch Frauen mit Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse (Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow in Remission) kann dies gefahrlos angeboten werden.

Quelle: Klug entscheiden in der Endokrinologie. Deutsches Ärzteblatt 2016; 113: A821-A824

Auch in der Stillzeit besteht ein erhöhter Jodbedarf. Die mütterlichen Stoffwechselaktivitäten müssen aufrechterhalten werden und Jod über die Muttermilch an den Säugling weitergegeben werden. Ein Mangel der Mutter kann auf den Säugling übergehen und so zu geistigen Entwicklungsstörungen führen.

Säuglinge

AlterDeutschland, Österreich
MIKROGRAMM/Tag
WHO, Schweiz
µIKROGRAMM/Tag
0 bis unter 4 Monateª4050
4 bis unter 12 Monate8050

Kinder

AlterDeutschland, Österreich
µIKROGRAMM/Tag
WHO, Schweiz
µIKROGRAMM/Tag
1 bis unter 4 Jahre10090
4 bis unter 7 Jahre12090
7 bis unter 10 Jahre140120
10 bis unter 13 Jahre180120
13 bis unter 15 Jahre200150

Jugendliche und Erwachsene

AlterDeutschland, Österreich
µIKROGRAMM/Ta
WHO, Schweiz
µIKROGRAMM/Tag
15 bis unter 19 Jahre200150
19 bis unter 25 Jahre200150
25 bis unter 51 Jahre200150
51 bis unter 65 Jahre180150
65 Jahre und älter180150
Schwangere230200
Stillende260200
ªHierbei handelt es sich um einen Schätzwert. / Quelle: „Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.“ (Abruf am 10.04.2024)

Eine ausreichende Folatversorgung über die Ernährung zu erreichen, ist sehr schwer, insbesondere wenn in der Schwangerschaft ein Mehrbedarf gedeckt werden muss. Die Einnahme eines geeigneten Folsäurepräparates ist bereits bei Kinderwunsch zu empfehlen. So lässt sich das Risiko schwerwiegender Fehlbildungen des Babys mit einer einfachen Maßnahme nachweislich reduzieren. Wir wünschen Ihnen eine schöne und entspannte Schwangerschaft.

Stand: 09/2024

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Autor
Stephanie Nitsch

Fachredaktion Healthcare
Pharmareferentin nach § 75 Arzneimittelgesetz, Medizinprodukteberater nach § 31 MPG / § 83 MPDG, Examinierte Krankenschwester.

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Geprüft von
Dipl. Chemikerin Mariola Matura

Chief Scientific Officer
Chief Scientific Officer, Qualified Person §15 AMG, Universitätslehrgang „Pharmazeutisches Qualitätsmanagement“

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