Endometriose: die unterschätzte Volkskrankheit

  • Definition: Unter einer Endometriose versteht man die Ansiedelung von Gebärmutterschleimhaut- ähnlichen Zellen außerhalb der eigentlichen Gebärmutterhöhle.
  • Symptome & Diagnose: Die Symptome sind sehr vielfältig und werden daher oft erst nach Jahren mit einer Endometriose in Verbindung gebracht. Viele Frauen berichten von starken Schmerzen während der Regelblutung. Häufig führt eine ungewollte Kinderlosigkeit zur genauen Abklärung und folglich zur Diagnose einer Endometriose.
  • Ursachen: Das Auftreten einer Endometriose steht im engen Verhältnis zum Östrogenspiegel der Frau. Eine erbliche Veranlagung sowie das Immunsystem der Frau sollen eine Endometriose begünstigen.
  • Behandlung: Zur Behandlung einer Endometriose kommen verschiedene Therapieformen in Betracht. Schmerzmittel, Hormonpräparate oder eine Operation – die gewählte Therapie richtet sich nach dem Beschwerdebild und den Wünschen (Kinderwunsch) der Frau.

Hohe Dunkelziffer von Frauen betroffen

Die Dunkelziffer, der an Endometriose erkrankten Frauen ist hoch – entweder haben betroffene Patientinnen keine bzw. kaum Beschwerden oder falls doch, wird die Diagnose im Durchschnitt erst nach 7 Jahren gestellt.1 Aber warum ist dies so schwierig und woran leiden die Frauen eigentlich genau? Welche Symptome können auftreten und welche Rolle spielen Darm, Lunge oder eine Schwangerschaft? Kann die Endometriose für einen unerfüllten Kinderwunsch verantwortlich sein? Im Folgenden wollen wir uns das Krankheitsbild der Endometriose einmal genauer ansehen.

Was ist Endometriose eigentlich?

Die Bezeichnung Endometriose wurde durch den amerikanischen Gynäkologen John Albertson Sampson (* 17. August 1873; † 23. Dezember 1946) geprägt und hat sich bis heute etabliert.2 Die älteste Beschreibung dieses Krankheitsbildes lässt sich bereits auf das Jahr 1690 datieren.1 Die Endometriose ist eine in der Regel gutartig verlaufende, chronische Erkrankung. Obwohl sie bei den meisten Patientinnen erst spät erkannt wird, zählt sie zu den häufigsten Erkrankungen in der Frauenheilkunde. In der Medizin werden verschiedene Formen unterschieden, die unterschiedlich tief in das Gewebe hineinwachsen können. Zur Ursache der Endometriose gibt es verschiedene Theorien, wahrscheinlich bedingt ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren die Entstehung einer Endometriose. Im Vordergrund werden zurzeit hormonelle und immunologische Faktoren sowie eine erbliche Veranlagung diskutiert.

Zyklusabhängige Schmerzen & Krämpfe als erstes Anzeichen

Die Gebärmutterhöhle wird von einer kleinen Schleimschicht ausgekleidet, die in der Regel während der Monatsblutung ausgeschieden und erneuert wird. Bei der Endometriose wächst endometriumartiges Gewebe auch an anderen Stellen – beispielsweise in den Eierstöcken, im Eileiter, an der Harnblase oder am Darm – generell kann sich das Gewebe in jeder Körperregion ansiedeln, in seltenen Fällen sogar in der Lunge. Diese Endometrioseherde verhalten sich dabei genauso wie die Gebärmutterschleimhaut, sie bauen sich also zyklusabhängig auf– und wieder ab.

Diese eigentlich gutartigen Endometriosewucherungen (Endometrium = Gebärmutterschleimhaut) wachsen und bluten also analog zum weiblichen Zyklus und begünstigen die Bildung von Zysten, Verklebungen oder Verwachsungen – im schlimmsten Fall können Organe geschädigt werden. Schmerzen, die zyklusabhängig auftreten, können erste Hinweise geben.

Eine Endometriose kann jedoch auch ohne Beschwerden bestehen, die möglichen Symptome sind ausgesprochen vielfältig und werden oftmals mit anderen Krankheitsbildern in Verbindung gebracht. Eine Endometriose kann zu Unfruchtbarkeit führen und so für eine ungewollte Kinderlosigkeit verantwortlich sein.

In welchem Alter tritt eine Endometriose auf?

Da das Auftreten einer Endometriose eng mit dem Östrogenhaushalt der Frau verbunden ist, tritt diese am ehesten im gebärfähigen Alter auf. Nur in Einzelfällen wurde die Erkrankung vor der Pubertät festgestellt. Mit dem Beginn der Wechseljahre ist die Endometriose in der Regel rückläufig. Häufig werden weiterführende Untersuchungen bei ungewollter Kinderlosigkeit veranlasst und im Rahmen der Fertilitätsdiagnostik eine Endometriose festgestellt.

Wo kommen Endometrioseherde besonders häufig vor?

Endometrioseherde kommen an bestimmten Stellen vermehrt vor, sie können dem Gewebe oberflächlich aufliegen oder tief in dieses hineinwachsen. Besonders häufig betroffen sind die Sacrouterinbänder mit 60 Prozent sowie die Ovarien (Eierstöcke) mit 52 Prozent.3

Weitere typische Stellen für die Ansammlung von Gebärmutter außerhalb der Gebärmutterhöhle sind vor allem:

Auch im Bauchraum kann sich die Endometriose verbreiten an folgenden Stellen entstehen:

Als Adenomyosis wird das Vorhandensein von Endometriumzellen innerhalb der Muskulatur der Gebärmutter bezeichnet.

Mögliche Endometrioseherde, die zu unterschiedlichen Beschwerden führen können

Grafik der weiblichen Geschlechtsorgane, mit Markierungen häufiger Endometrioseherde

Wie wird eine Endometriose diagnostiziert?

Zur Diagnosestellung werden unterschiedliche Untersuchungsmethoden zu Rate gezogen. Einer der wichtigsten Punkte ist der Anamnesebogen (= Befragung zur Kranken- und Familiengeschichte).

Auch wenn noch nicht ganz bekannt ist, wodurch oder warum sich diese Herde bilden, ist ein Zusammenhang mit der Genetik nicht von der Hand zu weisen.

Gynäkologen tasten im Verlauf der Diagnosestellung verschiedene Regionen nach Auffälligkeiten ab. Neben den Scheidenwänden und des Muttermundes gehört auch der Enddarm dazu. Danach wird via Ultraschall nach möglichen Veränderungen gesucht, die Aufschluss geben können. Gebärmutter, Eierstöcke aber auch die Nieren lassen sich durch eine sogenannte Sonografie kontrollieren.

In manchen Fällen können eine Darm-/Blasenspiegelung nötig sein, um kleine Geschwülste im Inneren erkennen zu können. Denn die häufig auftretenden, oberflächlichen Endometrioseherde werden per Tastuntersuchung und Ultraschall häufig übersehen. Endometrioseherde, die sich beispielsweise am Darm oder auf dem Bauchfell befinden, lassen sich mit einer MRT (Magnetresonanztomographie) feststellen. Genaue Ergebnisse bietet letztlich erst die Laparoskopie. Bei der Bauchspiegelung können Endometrioseherde erkannt und gleich entfernt werden. Der histologische Befund bestätigt dann die Diagnose einer Endometriose.

Diagnostik der Endometriose im Überblick:

Symptome und Beschwerden der Endometriose

Die Beschwerden einer Endometriose sind ausgesprochen vielfältig und die Erkrankung wird daher auch als Chamäleon der Frauenheilkunde bezeichnet. Je nachdem, wo sich die Endometrioseherde befinden, können unterschiedliche Symptome entstehen. Eins der häufigsten Merkmale ist eine schmerzhafte Regelblutung. Jedoch werden Beschwerden, die sich während der Regelblutung bemerkbar machen, oft als diese hingenommen. Auch Beschwerden, die im regelmäßigen Zusammenhang mit der Periode auftreten, können einen Hinweis bieten. Viele Frauen finden sich mit einer schmerzhaften Regelblutung ab und versuchen diese Tage im Monat zu überstehen, oft müssen Schmerzmittel eingenommen werden. Unspezifische Merkmale werden häufig erst spät mit einer Endometriose in Verbindung gebracht.

Auch kann eine Frau an Endometriose erkrankt sein, ohne dass Krankheitszeichen entstehen. Die Ausprägung der Beschwerden lässt jedoch keine Rückschlüsse auf das Ausmaß der Erkrankung zu. Bis eine sichere Diagnose gestellt wird, ist der Leidensweg der betroffenen Frauen oft lang, es vergehen viele Jahre. Die unterschiedlichen Symptome, die mit dieser chronischen Erkrankung einhergehen können, werden häufig nicht auf eine Endometriose zurückgeführt. So können Endometrioseherde, die sich am Darm befinden, zum Beispiel zu einer erschwerten Stuhlentleerung führen. Die Liste der Erkrankungen die vorrangig auf Beschwerden des Magen-Darm-Traktes zurückgeführt werden, ist lang. Therapeutische Maßnahmen und Empfehlungen sind entsprechend vielseitig, ohne den erhofften Erfolg zu bringen.

Wie sich eine Endometriose bemerkbar machen kann:

Infografik mit grafischer Frau in blauem Kleid, um die herum die verschiedenen Symptome der Endometriose mit Icons angeordnet sind.

Leider gibt es keine eindeutigen oder charakteristischen Symptome bei Endometriose. Viele Anzeichen treten auch bei anderen Krankheitsbildern auf, sodass die Endometriose oft sehr spät erkannt wird. Meistens wird sie zufällig bei unerfülltem Kinderwunsch entdeckt, denn bei 40 bis 60 Prozent der Frauen steckt eine Endometriose hinter dem Ausbleiben einer Schwangerschaft.4 Lediglich die Beziehung zur Periode lässt Rückschlüsse zu: Die Beschwerden werden während des Zyklus immer stärker, bis sie ihren Höhepunkt etwa zwei bis drei Tage vor dem Einsetzen der Monatsblutung haben und meist dann wieder abnehmen. Liegen allerdings Verwachsungen mit dem umliegenden Gewebe vor, können die Schmerzen langanhaltend oder chronisch werden.

Behandlung und Prognose der Endometriose

So vielfältig das Krankheitsbild ist, so unterschiedlich können auch die Therapieoptionen sein – die richtige Behandlungsmethode erfolgt individuell, je nach Beschwerdebild, in Rücksprache mit dem Arzt. Auch richtet sich die Behandlung danach, in welcher Lebensphase sich die Frau befindet und ob beispielsweise noch Kinderwunsch besteht. Hierbei sollten Frauenarzt, Allgemeinmedizin, Facharzt (je nach Körperstelle Orthopäde, Proktologe etc.) sowie ggf. eine Endometriose-/Schmerzklinik eng zusammenarbeiten. Außerdem muss das Bewusstsein für die Krankheit gestärkt werden, denn eine Endometriose ist leider nicht heilbar. Die Beschwerden lassen sich zwar lindern, aber selbst nach einer Operation kommt es bei vielen Frauen zur Bildung neuer Gewebeherde.4 Nach der Menopause bildet sich die Endometriose und die mit ihr einhergehenden Beschwerden in der Regel wieder zurück.

Wie kann die Endometriose behandelt werden?

Die Endometriose ist eine chronische Erkrankung, mit verschiedenen Therapieoptionen lassen sich Endometrioseherde jedoch operativ entfernen, in ihrem Wachstum hemmen oder Beschwerden lindern. Die Behandlung der Endometriose basiert auf drei Säulen, dazu zählen die Schmerzbekämpfung, die hormonelle und die operative Therapie.

Die einzelnen Maßnahmen im Überblick:

Die Endometriose und ihre Auswirkungen auf die Psyche

Endometriose-Patienten haben neben starken Schmerzen oftmals auch psychisch zu leiden. Die Lebensqualität kann stark beeinträchtigt sein. Der lange Kampf bis zur Diagnose-Findung, Unverständnis im privaten Umfeld, Fehltage auf der Arbeit und noch vieles Weitere zehren an den Nerven. Insbesondere kann ein unerfüllter Kinderwunsch sehr belastend sein. Die Zusammenarbeit mit Psychotherapeuten, Psychiatern und Selbsthilfegruppen kann vielen Patientinnen helfen.

Ursachen und Vorbeugung der Endometriose

Die Ursachen der Endometriose sind noch nicht abschließend geklärt. Neben unterschiedlichen Theorien wird heute von einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren ausgegangen. Vorrangig sind dies genetische, hormonelle und immunologische Komponenten. Zwei weitere Entstehungstheorien werden im Folgenden kurz vorgestellt:

Kinderwunsch, Schwangerschaft und Endometriose

Endometrioseherde führen oft zu Verwachsungen, Verklebungen oder Zysten. Bei mehr als der Hälfte aller Endometriosepatientinnen kommt es zur ungewollten Kinderlosigkeit.4 Man geht davon aus, dass die Endometrioseherde eine Art Entzündung erzeugen, die die Funktion der Eierstöcke und Eileiter einschränken und auf diese Weise eine Befruchtung oder Einnistung verhindern.6 Hinzu kommen u.a. Autoimmunmechanismen, eine veränderte Qualität der Eizellen und der Gebärmutterschleimhaut, die eine normale Einnistung erschwert.7 Warum genau die Endometriose eine Schwangerschaft so häufig erschwert, auch wenn die Eileiter frei sind, ist laut Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, noch nicht abschließend geklärt.

Welche Möglichkeiten gibt es, um mit Endometriose schwanger zu werden?

Je nach Ausprägung und wie tief die Endometriose in das betroffene Gewebe eingewachsen ist, hat dies Auswirkungen auf eine geplante Schwangerschaft. Auch die verschiedenen Möglichkeiten der künstlichen Befruchtung werden im Einzelfall abgestimmt. So zeigen neuere Untersuchungen, dass die Rate an Schwangerschaften nach der Entfernung von Endometrioseherden im Darm hoch und bei vielen Paaren sogar auf natürlichem Wege möglich war.8

Bei jungen Frauen, die sich ein Kind wünschen, können fertilitätsprotektive Maßnahmen, wie beispielsweise das Einfrieren von Eizellen, im Vorfeld hilfreich sein. Eine Reduktion der ovariellen Reserve durch chirurgische Eingriffe und eine Schädigung der Eizellen durch die entzündlichen Prozesse könnten so vermieden werden.8

Zwar gilt jede Endometriosepatientin, die ein Kind erwartet, als Risikoschwangere – aber Raucherinnen, sehr dünne oder dicke Damen, Frauen unter 18 oder über 35 Jahren, Patienten mit Bluthochdruck oder Mehrlingsschwangerschaften zählen ebenso dazu. Mit den entsprechenden regelmäßigen Kontrollterminen beim Frauenarzt können sich auch Endometriosepatientinnen ihren Kinderwunsch erfüllen.

Sonderfall Asherman-Syndrom

Das Asherman-Syndrom geht in eine ähnliche Richtung – wird die Gebärmutterschleimhaut während eines operativen Eingriffs zu tief verletzt, bilden sich Narbengewebe und Verwachsungen.

Diese führen dazu, dass sich – ähnlich wie bei einer Endometriose – Eizellen schlechter einnisten und halten können. Solche Eingriffe können beispielsweise Ausschabungen nach Fehlgeburten oder Kaiserschnitten sein. Auch das Asherman-Syndrom erfordert eine genaue Untersuchung, so kann es bei der allgemeinen Ultraschalluntersuchung übersehen werden. Die Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten sind hier analog zur Endometriose. Betroffene Frauen sollten sich ebenfalls an erfahrene Spezialisten oder Kliniken wenden. Nicht jeder Endometrioseexperte ist auch ein Fachmann für das Ashermann-Syndrom – umgekehrt meist schon.

Wo kann ich Hilfe finden?

Die Endometriose-Vereinigung bietet unterschiedliche Hilfestellungen für Betroffene und ihren Angehörigen.

Die Broschüre „Eine Endometriose kommt selten allein wurde von der Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V. für Sie zusammengestellt, um Sie im Kampf gegen die Endometriose und möglicher Begleiterkrankungen zu unterstützen. Sie finden hier die häufig mit einer Endometriose einhergehenden Beschwerden sowie Erfahrungsberichte betroffener Patientinnen.

Wo finde ich ein geeignetes Endometriosezentrum?

Auf der Seite der Stiftung Endometriose- Forschung finden Sie Endometriosezentren in Ihrer Nähe.

Stand: 09/2024

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Autor
Michelle Krebs

Fachredaktion Healthcare, Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA).

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Autor
Ursula Gaisa

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Claudias entspannter Weg durch die Wechseljahre

Die Leichtigkeit des Lebens

Die Wechseljahre sind hierzulande leider immer noch mit negativen Gedanken behaftet. Denn oftmals ist diese Phase für uns Frauen auch mit Beschwerden, wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Austrocknen der Schleimhäute und Hormonschwankungen verbunden. Letzteres kann sogar in Depressionen übergehen. Doch nicht überall auf der Welt wird die Zeit der Hormonumstellung so kritisch angesehen. In einigen Kulturen wird der Eintritt in die Wechseljahre von den Frauen sogar freudig erwartet. Was mit dem Status einer Frau in der jeweiligen Gesellschaft zusammenhängt. Für die Frauen in Nordindien beuteten die Wechseljahre z. B. Unabhängigkeit. Denn während der fruchtbaren Zeit müssen die Frauen dort einen Schleier tragen und dürfen selten das Haus verlassen. Die Wechseljahre bedeuten also für die Frauen dort, ein Stück Freiheit zu bekommen.

Als junge Frau habe ich mich kaum mit dem Thema Wechseljahre beschäftigt. Warum auch, es hat mich ja nicht betroffen. Sicher habe ich immer mal wieder etwas darüber gelesen oder gehört. Meine Mutter und auch ältere Kolleginnen berichteten überwiegend von aufsteigender Hitze und den damit verbundenen schlaflosen Nächten. Aus diesen Aussagen entnahm ich, dass die Wechseljahreszeit wohl nicht unbedingt angenehm sein muss.

Ich selbst bin mit Anfang 50 in die Menopause gekommen. Mein Gynäkologe hatte mich kurz vorher schon darauf vorbereitet. Denn zu der Zeit habe ich die Antibabypille abgesetzt, deren Einnahme den Eintritt in die Wechseljahre verzögert. Meine ersten Anzeichen der Wechseljahre machten sich in Form von Blasenentzündungen bemerkbar und es folgten Phasen mit mal mehr oder wenigen Hitzewallungen und Schlafproblemen. Gegen Wechseljahresbeschwerden könnte man mit Hormonen oder pflanzlichen Mitteln entgegenwirken. Ich habe mich irgendwann mal dazu entschlossen, einige meiner Beschwerden einfach anzunehmen und mit den gravierenden Problemen auf meine Art umzugehen. Da die damals vermehrt auftretenden Blasenentzündungen durch Scheidentrockenheit entstanden sind, sorge ich regelmäßig für eine gesunde Scheidenflora. Geholfen haben mir dabei die Scheidenzäpfchen von Vagiflor®, die ich heute immer noch präventiv verwende.

Milchsäurebakterien für Erhalt & Wiederherstellung einer gesunden Scheidenflora. Vaginalzäpfchen mit Milchsäurebakterien stärken ein geschwächtes Scheidenmilieu und stabilisieren den pH-Wert, dank Laktobazillen (L. acidophilus).

Wechseljahre entspannt nehmen

Die Wechseljahre sind eine Phase in unserem Leben, die die Natur für uns vorgesehen hat. Wichtig ist, dass wir diese Zeit annehmen und nicht als etwas Negatives betrachten. Sicher gibt es Frauen, die mit Wechseljahresbeschwerden stark behaftet sind. Darüber sollte man auch unbedingt mit seinem Arzt des Vertrauens sprechen, denn es gibt Möglichkeiten die Symptome zu lindern. Auch die Einstellung dazu kann einiges bewirken, das ist wie mit vielen Dingen im Leben: Positive Gedanken fördern die Leichtigkeit des Lebens.

Genauso positiv sollten wir Frauen über 40 und älter, den Abschnitt der Wechseljahre sehen. Wechsel bedeutet auch Umbruch bzw. Veränderungen, was auch was Gutes mit sich bringen kann. Die Kinder sind fast erwachsen und brauchen uns nicht mehr rund um die Uhr. Auf der einen Seite ist das bestimmt ein Prozess der Abnabelung, der nicht immer leichtfällt. Doch andererseits bedeutet das auch, dass wir wieder mehr Zeit für uns haben. Zeit, um vielleicht im Job noch mal neu durchzustarten oder um endlich Hobbys nachgehen zu können, an denen wir uns schon immer mal ausprobieren wollten. Ich weiß, das Loslassen unserer Kinder ist nicht immer einfach. Es ist aber schön mit anzusehen, wie sie sich als Erwachsene weiterentwickeln und ihren Weg alleine gehen.

Meine Tochter ist heute 31 Jahre, hat schon lange ihren Master in der Tasche und einen spannenden Beruf. Der Liebe wegen ist sie in eine andere Stadt gezogen. Doch unsere Bindung ist nach wie vor sehr eng. Wir telefonieren oft miteinander und kommunizieren täglich per WhatsApp. Ich könnte nicht stolzer auf sie sein.

Auch ich habe die Zeit der Abnabelung für mich positiv genutzt und mich wieder mehr auf mich konzentriert. Mit einem Blog für Fashion, Beauty und Lifestyle für die erwachsene Frau, habe ich mit 48 Jahren meine Leidenschaft für Mode zu einem kleinen Unternehmen aufgebaut. Mich erfüllt es, über Themen zu schreiben, mit denen sich die Ü50 Frau beschäftigt.

Der Blog nimmt zwar viel Zeit in Anspruch, doch er bereitet mir auch jede Menge Freude. Auch hier versuche ich immer einen Ausgleich für mich zu finden. Meine täglichen Yogaeinheiten und Meditation unterstützen mich dabei eine Balance zu schaffen, körperlich und auch mental. Ich bin mir sicher, die Beschäftigung mit mir selbst, fördert auch meine positive Einstellung zu den Wechseljahren. Das Auseinandersetzen mit meinem Körper und meinem Geist hat mich für meine Bedürfnisse ungemein hellhörig werden lassen. Ich spüre rasch, wenn ich mal wieder eine Auszeit brauche, um herunterzukommen.

Es ist ein schönes Gefühl, jeden Tag das machen zu dürfen, was Freude bereitet und Erfüllung bringt. Dabei mit Menschen zusammen zu sein, die ich liebe und schätze, ist ein Privileg, das nur ganz wenige Menschen genießen und das man sich im Verlauf seines Lebens häufig erst schaffen muss. Heute habe ich das Gefühl, mehr ich selbst zu sein als jemals zuvor. Es gibt so vieles, das heute besser ist. Ich bin in vielen Dingen gelassener. Ich fühle mich entspannter und selbstbewusster, mehr denn je. Altern hat eben auch was mit innerlichem Wachsen zu tun. Wichtig ist, dass wir neugierig auf das Leben bleiben. Spaß daran zu haben und sich Inspirationsquellen zu suchen. Das hält schließlich auch den Geist fit.

Älterwerden, und auch die damit verbundenen Wechseljahre für uns Frauen, gehören nun mal zum Leben dazu. Auf keinen Fall möchte ich noch mal 20 oder 30 Jahre alt sein – obwohl ich in diesen Jahren auch wundervolle Zeiten durchlebt habe. In der Natur hat eben alles seine Zeit.

Vielleicht sollten wir uns einfach nicht zu sehr mit den Wechseljahren beschäftigen. Ebenso sollten wir die Wechseljahre nicht als eine Krankheit ansehen, sondern einfach nur als eine Phase in unserem Leben. Eine Phase, die wir so genießen sollten, wie unsere Zeit davor und die spannende Zeit, die uns noch bevorsteht.

Stand: 09/2024

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Entwickelt sich bei einer Frau mindestens viermal innerhalb eines Jahres eine Vaginalmykose, sprechen Mediziner von einem chronischen Scheidenpilz. Etwa 5 von 100 Frauen sind hierzulande davon betroffen. Eine chronische Vaginalmykose erfordert eine noch genauere ärztliche Abklärung. Um das passende Antimykotikum zu finden, wird in den meisten Fällen zunächst eine Pilzkultur angelegt. Ist der richtige Wirkstoff gefunden, muss eventuell auch der Partner mitbehandelt werden.

Autor
Claudia Steinlein

Glam Up Your Lifestyle: ü40 + ü50 Blog für Mode, Lifestyle, Fitness und gesunde Ernährung

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Claudia über Beschwerden ihrer Menopause

Wechseljahre mit typischen und untypischen Beschwerden

Über das Thema Wechseljahre schreibe ich auf meinem Blog Glam up your Lifestyle immer wieder mal. Schon allein, weil dieser Lebensabschnitt uns Frauen über mehrere Jahre begleitet. Aber auch, weil während dieser Phase immer wieder neue Beschwerden auftreten können. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie sich bei mir mit 51 Jahren die ersten Anzeichen der Wechseljahre bemerkbar machten. Das waren Symptome, die ich mit den Wechseljahren gar nicht in Verbindung gebracht hätte: Blaseninfektionen.

Auf Empfehlung meines Gynäkologen setzte ich mit 51 Jahren die Antibabypille ab. Mein Arzt war der Meinung, in meinem Alter müsse man das Pro und Contra der Pille bedenken. Die Aussage „in meinem Alter“ fand ich zwar erst mal nicht so prickelnd, wusste aber auch, was mein Frauenarzt damit meinte. Es war schon sehr unwahrscheinlich, dass ich mit 51 Jahren tatsächlich noch mal schwanger werden würde. Deswegen jeden Tag Hormone einzunehmen, wäre also nicht nötig. Davon mal abgesehen, gibt es zur Verhütung auch noch andere Methoden. Gleichzeitig hatte mich damals mein Arzt darauf vorbereitet, dass ich durch das Absetzen der Pille innerhalb der nächsten 14 Tage in die Menopause kommen würde. Diese wird nämlich durch die Einnahme der Antibabypille hinausgezögert.

Und so war es dann auch: nach ca. zwei Wochen hatte ich nachts das erste Mal mit den wohl bekanntesten Wechseljahresbeschwerden zu tun, mit Hitzewallungen. Um ehrlich zu sein, dachte ich bis dahin immer, das wären auch die einzigen Symptome, die in den Wechseljahren auftreten würden. Hatte mich davor aber auch nie wirklich mit dieser Thematik beschäftigt. Aus den Erzählungen meiner Mutter und meiner älteren Kolleginnen über die Wechseljahre wusste ich überwiegend von dieser lästigen aufsteigenden Hitze. Jetzt, wo ich selbst mittendrin in dieser Phase stecke, weiß ich auch, weshalb mir darüber nie mehr berichtet wurde. Nicht jeder Frau möchte über all ihre Wechseljahresbeschwerden offen plaudern. Zumindest nicht die ältere Generation vor mir. Wir Frauen von heute sind im Umgang mit intimen Themen freier.

Plötzlich wiederkehrende Blasenentzündungen

Kurz nachdem bei mir offiziell die Wechseljahre eingeläutet wurden, bekam ich eine Blasenentzündung. Was mich erst mal verwunderte, denn normalerweise bin ich damit weniger behaftet. Zum Glück! Ich kenne Frauen, die sich mit Blasenentzündungen häufiger herumplagen. Ich selbst hatte zu dem Zeitpunkt höchstens drei oder viermal damit zu tun. Dadurch weiß ich auch, wie schmerzhaft eine Blasenentzündung (medizinisch auch Zystitis genannt) sein kann. Der häufige Harndrang und die Schmerzen beim Wasserlassen können schon sehr unangenehm sein. Da bei mir glücklicherweise Zystitis nur sporadisch vorkam, nahm ich dann einfach immer das vom Arzt verschriebene Antibiotikum und das Problem war schnell aus der Welt geschafft.

Das hat sich allerdings geändert, als ich in die Menopause kam, da hatte ich plötzlich innerhalb kurzer Zeit mehrmals hintereinander Blasenentzündungen. Selbstverständlich war ich erst mal besorgt darüber und machte mir Gedanken, warum diese lästigen Symptome auf einmal so oft auftraten. Ich hatte sogar die Sorge, es könnte eine ernsthafte Erkrankung vorliegen. Bis mir mein Arzt sagte, meine ständigen Blasenentzündungen könnten mit den Wechseljahren zu tun haben.

Bei Dr. Google informierte ich mich dann erst mal, warum diese Beschwerden überhaupt vermehrt in den Wechseljahren auftreten können. In wenigen Sätzen zusammengefasst: in den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel. Was dazu führen kann, dass die Schleimhäute der Scheide dünner werden und dadurch auch empfindlicher für Infektionen sind. Deutlich ausgesprochen, kann es durch Scheidentrockenheit eben auch zu Blasenentzündungen kommen.

Zu wissen, warum ich ständig Blasenentzündungen bekam, beruhigte mich schon mal. Mir war es wichtig, eine ernsthafte Erkrankung ausschließen zu können. Wobei Scheidentrockenheit auch nicht unbedingt angenehm ist. Allerdings war ich sicher, dieser Unannehmlichkeit entgegenwirken zu können. So einige Symptome der Wechseljahre sind zwar lästig, aber auch nicht unbedingt gesundheitsgefährdend. Manche Begleiterscheinungen kann man in den Griff bekommen, andere muss man einfach annehmen.

Immer wieder Blasenentzündungen zu bekommen, damit konnte ich mich nicht anfreunden und deswegen ständig Antibiotika einnehmen zu müssen, auch nicht. Deshalb habe ich mich auch darüber schlau gemacht, was ich gegen Scheidentrockenheit, und die damit zusammenhängenden Blasenentzündungen, machen könnte. Wichtig war mir, Linderung zu finden, ohne dafür Hormone einnehmen zu müssen. Eine Hormontherapie kommt für mich nicht infrage, da ich vor Jahren Brustkrebs hatte.

Wie Milchsäure helfen kann

Auch die permanente Einnahme von Antibiotika wollte ich vermeiden. Durch Antibiotika werden zwar die schlechten Bakterien im Körper getilgt, aber auch die Guten. Mir ist es bereits ein paar Mal passiert, dass ich nach einem Antibiotikum Scheidenpilz bekam, eben weil es auch die gesunden Milchsäurebakterien angreift. Milchsäurebakterien (Laktobazillen) sind wichtig für eine gesunde Scheidenflora, denn sie bestimmen dort den pH-Wert. Steigt dieser pH-Wert, werden die Schleimhäute der Scheide trocken und anfällig für Infektionen.

Es ist also ein richtiger kleiner Teufelskreis. Auf der einen Seite die Scheidentrockenheit durch die Wechseljahre und dann noch durch die Einnahme von Antibiotika. Inzwischen weiß ich übrigens, dass es nicht immer nötig ist, gleich ein Antibiotikum bei einer Blaseninfektion zu nehmen.

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Scheidentrockenheit: immer noch Tabuthema

Auch Scheidentrockenheit gehört nicht unbedingt zu den Gesprächen, die man mit den besten Freundinnen beim Kaffee und Kuchen führt. Doch mit meinen Freundinnen konnte ich mich doch über dieses Thema austauschen. Wir kennen uns bereits seit 40 Jahren und haben zusammen schon viele gute und schlechte Zeiten durchgemacht. Ihre hilfreichen Tipps und auch das Internet haben mir damals weitergeholfen.

Wie ich es mir schon dachte, kann man für eine ausgeglichene Scheidenflora auf ganz einfache Weise selbst sorgen. Es gibt Lebensmittel, die die Produktion von Milchsäurebakterien ankurbeln, dazu gehören z.B. Sauerkrautsaft und Apfelessig. Sauerkrautsaft ist jetzt nicht unbedingt eines meiner bevorzugten Lebensmittel, doch eine gute Quelle für Probiotika ist auch Joghurt, der mir geschmacklich wesentlich mehr zusagt.

Beim Stöbern im Internet nach Tipps für eine gesunde Scheidenflora, bin ich auch auf Empfehlungen aufmerksam geworden, mit denen ich gar nichts anfangen konnte. Wie z.B. die Geschichte mit dem in Joghurt getränkten Tampon, der in die Scheide eingeführt werden soll, um so für eine gesunde Vaginalflora zu sorgen und zudem auch noch bei Scheidenpilz hilfreich wäre. Im ersten Moment klingt das vielleicht logisch, doch den gewünschten Effekt bringt es nicht, denn die Milchsäurebakterien in der Scheide sind nicht die gleichen, wie die in einem Joghurt. Mit dem empfohlenen Hausmittel kann man sogar das Gegenteil bewirken.

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Autor
Claudia Steinlein

Glam Up Your Lifestyle: ü40 + ü50 Blog für Mode, Lifestyle, Fitness und gesunde Ernährung

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Geprüft von
Dipl. Chemikerin Mariola Matura

Chief Scientific Officer
Chief Scientific Officer, Qualified Person §15 AMG, Universitätslehrgang „Pharmazeutisches Qualitätsmanagement“

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Wechseljahre und glücklich dabei

Das Thema Wechseljahre ist leider immer noch mit vielen Vorurteilen und Tabus behaftet. Dabei haben Frauen, wenn sie im Alter von um die 50 angekommen sind, fast noch ihr halbes Leben vor sich. Es ist auch eine Zeit der Veränderung: die Kinder gehen ihre eigenen Wege, in der Partnerschaft kann man wieder neu zueinander finden.

Darin liegt aber eine große Freiheit und Chance. Wir sind nicht mehr die abgearbeiteten und verhärmten älteren Damen, die Torte essend im Café sitzen, sondern haben alle Chancen, uns weiterhin jung und vital fühlen zu können. Plattformen wie Instagram zeigen, wie schick und modebewusst – und ja, sexy, die Generation #ü50 ist. Dort stelle ich seit einigen Jahren meine bunten Looks vor und tausche mich mit vielen anderen interessanten Frauen aus, was mir immer noch großen Spaß macht.

Fakt ist natürlich, dass sich mit der Hormonumstellung- dem besagten Wechsel – einiges körperlich verändert: die Haut verliert an Feuchtigkeit und Spannkraft, durch den fehlenden Eisprung verbrauchen wir weniger Kalorien als vorher und durch den Östrogenmangel kann es unter anderem zu Hitzewallungen, Schlafstörungen, depressiven Verstimmungen und zu Scheidentrockenheit kommen.

Mit einer angepassten Ernährung, Sport und Pflegeroutinen kann man dem aber gezielt und mit viel Lebensfreude gegensteuern. Muskeln lassen sich in jedem Alter aufbauen und ganz nebenbei sorgt man damit der gefürchteten Osteoporose vor.

Auch wenn sich der Körper verändert, wir vielleicht mehr Schlaf und einen geordneteren Lebenswandel brauchen als früher, mit einer positiven Einstellung haben wir die Chance auf einen besonders glücklichen Lebensabschnitt. Und seien wir ehrlich, wer vermisst schon seine Periode mit all ihren unangenehmen Begleiterscheinungen?

Hätte mir früher jemand erzählt, dass ich einmal leidenschaftliche wandern würde, statt in Bars und Kneipen zu sitzen, ich hätte ihn für verrückt erklärt. Jetzt aber gibt es nichts Erholsameres für mich, als einen Berggipfel zu erklimmen, drei Stunden oder länger im Wald unterwegs zu sein und tief Luft zu holen, mich auszupowern. Viel Kraft gibt mir auch Yoga, das die innere Einkehr, Entspannung, aber auch die Beweglichkeit fördert und den Beckenboden stärkt.

Sich mit dem Thema Frauengesundheit auseinander zu setzen ist neben Sport, Beautyprodukten und protein- und vitaminreicher „grüner“ Ernährung essenziell und sollte selbstverständlich sein. Neben dem Gespräch mit der, beziehungsweise dem Gynäkolog*in zum Thema Hormonersatztherapie ja oder nein, rückt das Thema Scheidentrockenheit durch Östrogenmangel oft in den Fokus. Denn sie kann unangenehmes Brennen, Jucken und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr hervorrufen. Der pH-Wert der Scheidenflora kann gemessen und zum Beispiel durch die Scheidenzäpfchen von Vagiflor® verbessert und wieder ins Gleichgewicht gebracht werden.

Milchsäurebakterien für Erhalt & Wiederherstellung einer gesunden Scheidenflora. Vaginalzäpfchen mit Milchsäurebakterien stärken ein geschwächtes Scheidenmilieu und stabilisieren den pH-Wert, dank Laktobazillen (L. acidophilus).

Wäschetechnisch verzichte ich schon sehr lange auf Kunstfasern, Slips aus Ökobaumwolle lassen die Haut atmen. Veränderung birgt immer Chancen, und in jedem Alter können wir Neues wagen und uns vielleicht so auch wieder ganz anders wahrnehmen – sowohl beruflich wie lebenspartnerschaftlich. Genießen wir das Leben in all seinen Facetten.

Stand: 09/2024

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Autor
Ursula Gaisa

Journalistin, Influencerin (@immerschick) und Bloggerin

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Geprüft von
Dipl. Chemikerin Mariola Matura

Chief Scientific Officer
Chief Scientific Officer, Qualified Person §15 AMG, Universitätslehrgang „Pharmazeutisches Qualitätsmanagement“

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Diabetes in der Schwangerschaft

Schwangerschaftsdiabetes, auch bekannt als Gestationsdiabetes, ist eine Form des Diabetes, die während der Schwangerschaft auftritt und die Gesundheit von Mutter und Kind beeinflussen kann. Obwohl der Name etwas Süßes suggeriert, wie der „honigsüße Durchfluss“ des Diabetes mellitus, verbirgt sich dahinter eine ernsthafte Stoffwechselstörung, die eine vermehrte Ausscheidung von Zucker mit dem Urin zur Folge hat. Diese Erkrankung, die zu den häufigsten schwangerschaftsbegleitenden Erkrankungen zählt, erfordert Aufmerksamkeit und Fürsorge, um die besondere Zeit der Schwangerschaft unbeschwert genießen zu können.

  • Definition: Der Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) ist eine Störung des Blutzuckerstoffwechsels (Glukosetoleranzstörung), der erstmals während der Schwangerschaft diagnostiziert wurde.
  • Symptome / erste Anzeichen: Frühe Anzeichen können entweder vollständig ausbleiben oder beispielsweise wiederkehrende Harnwegsinfekte und chronische Scheidenpilzinfektionen sein.
  • Ursachen: Die Ursachen des Schwangerschaftsdiabetes entsprechen zum großen Teil denen des Typ-2-Diabetes, d.h. neben einer genetischen Veranlagung begünstigen vor allem Übergewicht und der Lebensstil (Ernährung und Bewegung) die Entstehung dieser Stoffwechselstörung.
  • Diagnose & Blutzuckerwerte: Laut Mutterschaftsrichtlinien ist in der Zeit zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche ein Zuckerbelastungstest (Glukosetoleranztest) vorgesehen. Zeigt dieser Auffälligkeiten, so wird ein sog. „Großer Zuckertest“ vorgenommen (oraler Glukosetoleranztest = oGTT). Mehr Infos zu normalen und erhöhten Blutzuckerwerten in der Schwangerschaft gibts in diesem Artikel.
  • Behandlung: Mit einer Ernährungsumstellung und ausreichend Bewegung lässt sich bei vielen Frauen der Blutzuckerspiegel im Normbereich halten. Falls die Umstellung der Lebensgewohnheiten nicht den gewünschten Erfolg bringt, folgt eine Behandlung mit Insulin.

Was genau ist ein Schwangerschaftsdiabetes?

„Honigsüßer Durchfluss“ – so lautet die Übersetzung des Diabetes mellitus. Da stelle ich mir immer vor, wie glänzender Honig ruhig und andächtig durch meine Finger rinnt. Das klingt eigentlich ganz nett. Allerdings beschreibt diese Übersetzung anschaulich das Hauptsymptom des Diabetes, nämlich die vermehrte Ausscheidung des süßen Zuckers mit dem Urin. Es handelt sich um eine Störung im Zuckerstoffwechsel. Wird dies zum ersten Mal während einer Schwangerschaft diagnostiziert, spricht man von Schwangerschaftsdiabetes oder auch Gestationsdiabetes mellitus (GDM).

Weil die Stoffwechselstörung eine der häufigsten schwangerschaftsbegleitenden Erkrankungen ist, ist es wichtig zu wissen, wie Sie die ersten Symptome früh erkennen können. Denn mit der heutigen Erfahrung im Bereich der Diagnostik, Behandlung und unterstützenden Maßnahmen, können die besonderen Monate der Schwangerschaft trotz Schwangerschaftsdiabetes ganz unkompliziert verlaufen. Doch ein Schwangerschaftsdiabetes erfordert Aufmerksamkeit und Fürsorge.

Der Schwangerschaftsdiabetes ist eine Störung des Blutzuckerstoffwechsels (Glukosetoleranzstörung), der erstmals während der Schwangerschaft diagnostiziert wurde. Er wird auch als Gestationsdiabetes mellitus und manchmal als Typ-4-Diabetes bezeichnet. Es handelt sich um eine Sonderform des Diabetes, die glücklicherweise oftmals nach der Schwangerschaft auch wieder verschwindet. In Deutschland sind etwa 5 % aller Schwangeren vom Gestationsdiabetes betroffen.1

Wie bei anderen Diabetes-Typen ist die Erkrankung durch hohe Blutzuckerwerte gekennzeichnet, die mit einem speziellen Blutzuckerbelastungstest bestimmt werden. Da die Stoffwechselstörung bei vielen Frauen nur wenige oder gar keine Beschwerden verursacht, ist ein Blutzuckerbelastungstest zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche vorgesehen, um einen Diabetes frühzeitig zu erkennen und mit Umstellung der Lebensgewohnheiten oder gegebenenfalls Insulin entgegenzusteuern. Wenn die Blutzuckerwerte gut eingestellt sind, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Mutter und Kind problemlos durch die Schwangerschaft kommen.

Welche Ursachen hat der Schwangerschaftsdiabetes?

Die Ursachen des Schwangerschaftsdiabetes entsprechen zum großen Teil denen des Typ-2-Diabetes, d.h. neben einer genetischen Veranlagung begünstigen vor allem Übergewicht und der Lebensstil (Ernährung und Bewegung) die Entstehung dieser Stoffwechselstörung.

Wie genau die Mechanismen ablaufen, die zum Schwangerschaftsdiabetes führen, ist noch nicht bis ins letzte Detail geklärt. Bekannt ist aber, dass dem Schwangerschaftsdiabetes eine Insulinresistenz zugrunde liegt. Das bedeutet, dass die Wirkung des Hormons Insulin vermindert ist.

Insulin wird in den Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse produziert und ist verantwortlich dafür, dass Körperzellen Zucker (Glukose) aus dem Blut aufnehmen. Dadurch werden die Zellen mit Energie versorgt und die Konzentration an Glukose im Blut sinkt. Bei einer Insulinresistenz funktioniert dies nur unzureichend, sodass der Blutzuckerwert ansteigt.

Wieso tritt eine Insulinresistenz in der Schwangerschaft auf?

Eine Schwangerschaft geht mit großen hormonellen Veränderungen einher. Vor allem ab der 20. Schwangerschaftswoche werden vermehrt Hormone, wie Progesteron, Östrogene, Kortisol und Prolaktin gebildet. Diese Hormone schwächen die Wirkung des körpereigenen Insulins ab (physiologische Insulinresistenz). Gesunde Frauen produzieren dann in der Schwangerschaft mehr Insulin, um den höheren Blutzuckerspiegel zu senken.

Wenn aber bereits vor der Schwangerschaft unbekannterweise eine verringerte Insulinsensivität vorliegt, d.h. die Zellen sprechen nicht so gut auf Insulin an und benötigen mehr davon, dann ist die Bauchspeicheldrüse in der Schwangerschaft mit der nochmals erhöhten Insulinproduktion überfordert. So kann der Blutzuckerspiegel aus eigener Kraft nicht mehr effektiv gesenkt werden.

Symptome eines möglichen Schwangerschaftsdiabetes

Das Tückische am Schwangerschaftsdiabetes ist, dass er häufig gar keine oder nur unspezifische Symptome verursacht. Während beim Diabetes mellitus eher die klassischen Beschwerden, wie starker Durst oder erhöhter Harndrang auftreten, muss man beim Gestationsdiabetes manchmal schon genauer hinsehen, um ihn zu erkennen.

Symptome des Schwangerschaftsdiabetes:

Frühe Anzeichen können entweder vollständig ausbleiben oder beispielsweise wiederkehrende Harnwegsinfekte und Vaginalpilzinfektionen sein.

Bei einem Scheidenpilz treten typischerweise starker Juckreiz und ein vermehrter sowie weiß-bröckeliger, geruchloser Ausfluss (Fluor) auf. Juckreiz, vor allem im Bereich des Scheideneingangs und der Schamlippen, ist dabei das Leitsymptom eines Vaginalpilzes. Die charakteristischen Symptome und Anzeichen einer Scheidenpilzinfektion sind zwar unangenehm, aber in der Regel gut zu behandeln

Zucker gehört normalerweise nicht in den Urin. Ist er dennoch durch den Diabetes dort vorhanden, bietet er gemeinsam mit einer eingeschränkten Blasenentleerung ein warmes und nahrhaftes Angebot für Bakterien und Pilze. Die Blasenentzündung lässt dann nicht mehr lange auf sich warten. Pilze, z. B. Candida albicans, brauchen Zuckerbestandteile, um sich zu vermehren. Das tun sie gern auf Schleimhäuten und können so Vaginalpilzinfektionen auslösen.

Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft fällt bei der Ultraschalluntersuchung manchmal eine erhöhte Fruchtwassermenge und Wachstumsstörungen des Ungeborenen auf. Das Zuviel an Zucker im Organismus der Mutter führt auch beim Kind zu einer verstärkten Insulinproduktion, was wiederum dessen Wachstum anregt. Das Kind versucht zudem, den Zucker loszuwerden, indem es öfter uriniert. Das ist die Ursache für zu viel Fruchtwasser.

Schwangere Frauen mit Diabetes haben außerdem ein höheres Risiko, Bluthochdruck zu entwickeln. Sollten Sie selbst oder Ihr Arzt diese Symptome bemerken, muss unbedingt an Schwangerschaftsdiabetes als Auslöser gedacht werden und Untersuchungen folgen.

Mögliche Folgen des Schwangerschaftsdiabetes für Mutter und Kind

Die Blutzuckerwerte in der Schwangerschaft müssen unbedingt regelmäßig durch Blutzuckermessungen überwacht und gut eingestellt sein. Ist der Blutzuckerwert außerhalb des Normbereichs, hat das oft negative Auswirkungen auf Mutter und Kind. Es kann sowohl zu akuten als auch zu Langzeitfolgen führen. Ein unbehandelter oder schlecht eingestellter Gestationsdiabetes ist also gefährlich für das Ungeborene und die Mutter.

Folgen & Risiken eines Schwangerschaftsdiabetes:

Über die Nabelschnur wird der überschüssige Zucker in den Kreislauf des Kindes weitergeleitet und löst damit eine übermäßige Insulinfreisetzung aus. Dadurch nimmt das Kind an Größe und Gewicht zu (Makrosomie) bei gleichzeitiger Unreife. Zum Beispiel kann die Ausbildung der Lunge gestört sein, sodass es nach der Geburt zum Atemnotsyndrom kommen kann. Es besteht auch das Risiko von Fehlbildungen an Organen, Neugeborenengelbsucht und Unterzuckerung nach der Geburt. Aus diesen Gründen werden die Babys von erfahrenen Ärzten und Pflegepersonal besonders überwacht und untersucht. Im schlimmsten Fall wird der Mutterkuchen nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt, wodurch der Fetus nicht mehr am Leben gehalten werden kann.

Die hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft kann das Auftreten verschiedener Beschwerden begünstigen. Die Gesundheit der Frau beeinflusst zudem den reibungslosen Ablauf der Schwangerschaft erheblich. Eine gesunde und ausgeglichene Intimflora senkt das Infektionsrisiko für Sie und Ihr Kind.

Welche Spätfolgen können beim Kind auftreten?

Es hat sich gezeigt, dass Kinder von Müttern mit Schwangerschaftsdiabetes im Laufe ihres Lebens häufiger zu Übergewicht, Diabetes mellitus und Bluthochdruck neigen, als Kinder von Frauen ohne Blutzuckerstörung in der Schwangerschaft.

Welche Folgen sind bei der Mutter möglich?

Hohe Blutzuckerwerte können auch bei der Mutter und bei der Geburt vielfältige Probleme mit sich bringen:

Frauen mit Gestationsdiabetes sind anfälliger für Harnwegsinfekte und Pilzinfektionen. Sie tragen ein Risiko für Bluthochdruck und Präeklampsie („Schwangerschaftsvergiftung“), was die Schwangerschaft und das Wochenbett komplizieren kann. Wegen der größeren Menge an Fruchtwasser, kann es passieren, dass der Blasensprung vorzeitig ausgelöst wird. Die Geburt selbst kann auch mit Komplikationen verbunden sein, denn aufgrund der Kindsgröße ist es möglich, dass die Schulter im Becken hängenbleibt und das Kind nicht genügend mit Sauerstoff versorgt wird. Daher wird oft im Vorfeld schon beschlossen, einen Kaiserschnitt zu machen.

Bei etwa 35-60 % der Frauen, die an Schwangerschaftsdiabetes erkrankt waren, entwickelt sich innerhalb von 10 Jahren ein Diabetes mellitus Typ 2.1 Deshalb ist es so wichtig, auch nach der Geburt weiterhin auf gesunde Ernährung und Bewegung zu achten, um dies zu verhindern.

Risikofaktoren für einen Schwangerschaftsdiabetes

Bereits bei der Feststellung der Schwangerschaft sollte Ihre Ärztin abklären, ob Ihr Diabetes-Risiko erhöht ist.

Risikofaktoren:

Auf viele Faktoren, wie familiäre Veranlagung oder Vorerkrankungen, haben wir keinen Einfluss. Was aber in Ihrer Hand liegt, ist eine gesunde Ernährung und ein gutes Körpergewicht, um das Risiko zu senken.

Wie läuft ein Zuckertest in der Schwangerschaft ab?

Falls Sie ein erhöhtes Risiko für Diabetes mellitus haben, wird bereits zu Beginn der Schwangerschaft eine Blutentnahme zur Abklärung einer Zuckerstoffwechselstörung durchgeführt. Andernfalls ist laut Mutterschaftsrichtlinien in der Zeit zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche ein Zuckerbelastungstest (Glukosetoleranztest) vorgesehen.

Dabei wird zunächst ein „kleiner“ Test (50-g-Suchtest) gemacht. Sollte dieser Auffälligkeiten zeigen, muss eine zweite Untersuchung, der „große“ Zuckertest (oraler Glukosetoleranztest = oGTT), stattfinden.

In der Antike und bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts stellten Ärzte die Diabetes-Diagnose noch durch eine Geschmacksprobe des Urins fest. Heute muss aber keiner mehr süßen Urin probieren. Kleine Mengen Blut aus der Vene und ein geeignetes Messgerät reichen aus.

Wie läuft der „kleine“ Zuckertest (50-g-Suchtest) ab?

Vor dem kleinen Zuckerbelastungstest sind keinerlei Vorbereitungen zu treffen, der Test wird unabhängig von Tageszeit und Nahrung durchgeführt. Es werden hierfür 50 g Glukose in 200 ml Wasser aufgelöst und getrunken. Nach einer Stunde wird der Blutzuckerwert bestimmt. Ein Ergebnis von mehr als 135 mg/dl (7,5 mmol/l) erfordert eine weitere Überprüfung mittels großem Zuckerbelastungstest. Sollte der 50-g-Suchtest allerdings schon einen Blutzuckerwert von über 200 mg/dl (11,1 mmol/l) anzeigen, wird nicht erneut getestet, weil die Diagnose des Schwangerschaftsdiabetes damit als gesichert gilt.

Wie läuft der „große“ Zuckertest (oraler Glukosetoleranztest =oGTT) ab?

Anders als beim „kleinen“ Test wird der „große“ Zuckerbelastungstest (oGTT) unter Standardbedingungen vollzogen. Die Patientin kommt morgens zwischen 6 und 9 Uhr nüchtern zum Test. Es wird dann erstmal der Nüchternblutzuckerwert bestimmt. Im Anschluss trinkt sie innerhalb von 3-5 Minuten, nicht „auf ex“, 75 g gelöste Glukose in 300 ml Wasser. Nach 60 und nach 120 Minuten werden erneut die Zuckerwerte gemessen.

Erhöhte Blutzuckerwerte in der Schwangerschaft

Ein Schwangerschaftsdiabetes liegt vor, wenn mindestens einer der folgenden Werte im oGTT erreicht ist:

  1. Nüchtern: > 92 mg/dl (5,1 mmol/l)
  2. 1-Stunde: ≥ 180 mg/dl (10,0 mmol/l)
  3. 2-Stunden: > 153 mg/dl (8,5 mmol/l)

Worauf soll beim oGTT unter Standardbedingungen geachtet werden?

Wie wird der Schwangerschaftsdiabetes behandelt?

Wenn bei Ihnen die Diagnose des Schwangerschaftsdiabetes gestellt wurde, lassen Sie sich zu einer Diabetes-Schwerpunktpraxis überweisen. Dort lernen Sie in einer Schulung, wie Sie mit kleinen Veränderungen in der Ernährung und durch körperliche Aktivität Ihren Blutzuckerspiegel senken können.

Die gute Nachricht ist: 2 von 3 Patientinnen können durch Umstellung ihrer Ess- und Trinkgewohnheiten und zusätzlicher Bewegung ihre Blutzuckerwerte optimal einstellen.2 Ziel ist es, die Blutzuckerwerte in einem idealen Bereich zu halten.

Welche Blutzuckerwerte sind in der Schwangerschaft normal?

Im Rahmen der Behandlung eines Schwangerschaftsdiabetes spricht man in diesem Zusammenhang auch von sogenannten Zielwerten.

ZeitpunktNormaler Blutzuckerwert
Nüchternwert60-90 mg/dl (3,3-5,0 mmol/l)
Nach dem Essen (1 Stunde)< 140 mg/dl (<7,8 mmol/l)
Nach dem Essen (2 Stunden)< 120 mg/dl (<6,7 mmol/l)
Vor dem Schlafengehen90-120 mg/dl (5,0-6,6 mmol/l)

Welcher Blutzuckerwert gut ist, hängt davon ab, wann und ob Nahrung aufgenommen wird. So sollte der Wert eine Stunde nach dem Essen unter 140 mg/dl (<7,8 mmol/l) liegen. Zwei Stunden nach einer Mahlzeit sollte die Konzentration des Blutzuckers auf unter 120 mg/dl (<6,7 mmol/l) gesunken sein. Der Nüchternwert, also vor dem Essen, darf 60-90 mg/dl (3,3-5,0 mmol/l) betragen.

Maßnahmen, die den Blutzucker senken

Zwei Punkte sind entscheidend, um den Blutzuckerwert in den Normbereich zu bringen: Ernährung und Bewegung.

Geeignete und ungeeignete Lebensmittel bei Schwangerschaftsdiabetes

Die Nahrung sollte zu 40-50 % aus Kohlenhydraten, zu 20 % aus Proteinen und zu 30-35 % aus Fett bestehen.6 Sie sollten drei nicht zu große Hauptmahlzeiten und 2-3 kleinere Zwischenmahlzeiten am Tag essen, inklusiver einer Spätmahlzeit.

Konkret bedeutet das, dass Sie mehr Gemüse, ballaststoffreiche Vollkornprodukte und fettarme Milchprodukte zu sich nehmen. Der Verzehr von Süßigkeiten, Weißmehlprodukten oder salzhaltigen Fertiggerichten sollte stark verringert werden. Außerdem muss auf eine ausreichende Vitamin- und Mineralstoffzufuhr geachtet werden. Viel erreichen können Sie auch dadurch, dass Sie Wasser oder ungesüßten Tee trinken anstatt von Säften oder Softdrinks.

Empfehlenswerte Lebensmittel:Nur selten verzehren:
Vollkornnudeln, VollkornreisWeizennudeln, geschälter Reis
Wasser, Mineralwasser, ungesüßter TeeFruchtsäfte, Softdrinks
Magerquark, HüttenkäseSahne, Créme fraiche
Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen, Linsen)Fertiggerichte, Fastfood
Mageres Fleisch (z.B. Pute), SeefischFettes Fleisch, z.B. Rindfleisch oder Schwein
Pflanzenöle (Oliven- oder Rapsöl)Butter, Schmalz
Gemüse, ObstKuchen, Süßigkeiten
Ernährungshinweise als Patientenbroschüre des Diabeteszentrums Lüneburger Heide

In diesem Beitrag erfahren Sie alles Wichtige rund um das Thema „Tee bei Kinderwunsch“ von Autorin Michelle Krebs, pharmazeutisch-technische Assistentin. Sie informiert Frauen mit Kinderwunsch umfassend, welche Teesorten empfehlenswert sind und dabei helfen können, schwanger zu werden. 

Wie soll die Bewegungstherapie aussehen?

Eine gute Möglichkeit, den Blutzuckerwert zu senken, ist zügiges Spazierengehen. Mindestens 30 Minuten 2-3 Mal wöchentlich können schon einen großen positiven Effekt haben. Auch viele Sportarten können während der Schwangerschaft fortgesetzt werden, beispielsweise Radfahren, Schwimmen oder Schwangerschaftsyoga, sofern dem gesundheitlich nach Absprache mit Ihrem Arzt nichts im Wege steht.

Wann wird Insulin gespritzt?

Falls die Umstellung der Lebensgewohnheiten nicht den gewünschten Erfolg bringt, folgt eine Behandlung mit Insulin, das gespritzt wird. Blutzuckersenkende Tabletten sind in der Schwangerschaft nicht offiziell zugelassen. Sie werden nur unterstützend als letztes Mittel „off-label“ eingesetzt, wenn sich der Blutzuckerspiegel auf anderem Wege nicht unter Kontrolle bringen lässt.

Welche Nebenwirkungen hat Insulin in der Schwangerschaft?

Insulin ist das einzige Medikament, das zur Behandlung des Schwangerschaftsdiabetes zugelassen ist, weil es sich als sehr sicher und wirksam erwiesen hat. Es schadet Ihrem Kind nicht. Da das Hormon Insulin eine aufbauende Wirkung im Körper hat, ist eine Gewichtszunahme möglich. Wichtig ist, dass Insulin immer optimal an Ihren Blutzuckerwert angepasst dosiert werden muss. Denn zu viel Insulin kann zu einer Unterzuckerung führen.

Wann gibt es ein Beschäftigungsverbot bei Schwangerschaftsdiabetes?

Beim Vorliegen eines Schwangerschaftsdiabetes handelt es sich um eine Risikoschwangerschaft. Das bedeutet aber nicht, dass Sie zwangsläufig besorgt sein müssen oder grundsätzlich nicht arbeiten dürfen, sondern dass Sie in der Schwangerschaft engmaschiger überwacht werden. Stellt Ihr Arzt aber fest, dass Ihre Arbeit gefährdend für Sie oder Ihr Kind ist, weil beispielsweise die Gefahr einer Frühgeburt erkennbar ist, kann er ein individuelles Beschäftigungsverbot aussprechen.

Wie lässt sich einem Schwangerschaftsdiabetes vorbeugen?

Um das Gestationsdiabetes-Risiko zu verringern, sollten Sie bereits spätestens ab dem Kinderwunsch damit beginnen, sich körperlich fit zu halten, indem Sie sich gesund und ausgewogen ernähren. Wer schon vor der Schwangerschaft einen gesunden und aktiven Lebensstil führt, reduziert das Risiko deutlich stärker als diejenigen, die erst während der Schwangerschaft ihre schlechten Lebensgewohnheiten über Bord werfen. Später anzufangen ist trotzdem besser, als es gar nicht zu tun.

Wie sieht es mit dem Schwangerschaftsdiabetes nach der Geburt aus?

Glücklicherweise stabilisiert sich die Stoffwechsellage in den allermeisten Fällen und der Diabetes verschwindet nach der Geburt wieder. Falls Insulin in der Schwangerschaft gespritzt wurde, wird die Insulinbehandlung ab Beginn der Wehentätigkeit eingestellt. Zur Kontrolle werden aber noch die Blutzuckerwerte überprüft.

Grundsätzlich wird dann nach 6-12 Wochen nach der Geburt ein erneuter „großer“ Zuckerbelastungstest (oGTT) durchgeführt, weil der Diabetes in Einzelfällen bestehen bleiben kann.

Auch in den folgenden Jahren wird Ihnen je nach persönlichem Risiko alle 1-3 Jahre ein weiterer Test angeboten. Die Teilnahme an den Nachsorgeuntersuchungen ist unerlässlich, da ein unentdeckter Diabetes sich manchmal nicht bemerkbar macht, aber trotzdem Schäden an Ihren Organen anrichten kann.

Ist Schwangerschaftsdiabetes nur Panikmache?

Das Auftreten von Schwangerschaftsdiabetes in den letzten 15 Jahren ist weltweit deutlich gestiegen.1 Das hört sich zunächst erschreckend an. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass dies teilweise an veränderten Screeningverfahren und der Einführung neuer diagnostischer Grenzwerte liegt.
Außerdem steigt die Zahl der Schwangeren, die wesentliche Risikofaktoren, wie beispielsweise Übergewicht und höheres Alter, mitbringen. Wichtig ist, dass ein Schwangerschaftsdiabetes frühzeitig erkannt wird. Nur so lässt sich dagegen etwas tun, damit Mutter und Kind ohne gesundheitliche Folgen durch die Schwangerschaft kommen.

Durch meine persönliche Erfahrung als Apothekerin kann ich berichten, dass Patientinnen mit Schwangerschaftsdiabetes in aller Regel eine nahezu normale Schwangerschaft erleben. Es ist immer erfreulich zu sehen, dass auch die Kinder gesund und munter zur Welt kommen, wenn die Mütter sich an die Vorgaben zur Senkung des Blutzuckerwertes halten.

Stand: 09/2024

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Bei einem Kinderwunsch spielen die Schilddrüsenwerte eine entscheidende Rolle. Eine gut funktionierende Schilddrüse ist wesentlich für die hormonelle Balance und die Fruchtbarkeit. Sowohl eine Über- als auch eine Unterfunktion der Schilddrüse können die Chancen auf eine Schwangerschaft beeinflussen. Daher ist es wichtig, die Schilddrüsenwerte frühzeitig überprüfen und gegebenenfalls regulieren zu lassen, um optimale Voraussetzungen für eine gesunde Schwangerschaft zu schaffen.

Der vaginale pH-Wert sollte zwischen 3,8 und 4,4 liegen, also im sauren Bereich. Ob das bei ihnen der Fall ist, können werdende Mütter z.B. ganz einfach mit einem Selbsttest ermitteln. Zeigt sich dann, dass der vaginale pH-Wert bei 4,5 oder darüber liegt, kann das dafür sprechen, dass die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht geraten ist. Um Komplikationen vorzubeugen, sollten Schwangere derartige Veränderungen zeitnah mit ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt besprechen und abklären lassen.

Autorin
Annika Paulsen

Approbierte Apothekerin und Filialleiterin, ausgebildete pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA)

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Vitamin D in der Schwangerschaft

In der kalten Jahreszeit, wenn Raureif die Landschaft in ein glitzerndes Winterwunderland verwandelt, denken wir selten an Vitamin D – das Sonnenvitamin, das für unsere Gesundheit so essentiell ist. Gerade bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft spielt Vitamin D eine Schlüsselrolle, doch seine Bedeutung reicht weit über die Knochengesundheit hinaus. Das Vitamin, welches unser Körper mit Hilfe der Sonnenstrahlen selbst herstellen kann, unterstützt nicht nur die Entwicklung der Knochen und Zähne des Ungeborenen, sondern auch die Muskelfunktion und das Immunsystem. Doch wie sorgt man für eine ausreichende Vitamin D-Versorgung, wenn die Sonne sich rar macht?

  • Was macht die Vitamin D-Versorgung so schwierig? Um Vitamin D selbständig bilden zu können, benötigt unser Körper die Sonne. Genaugenommen die UVB-Strahlung. Da sich die meisten Menschen mittlerweile vor den schädigenden UV-Strahlen schützen und viele Menschen die Mittagssonne meiden, ist auch die verlässlichste Quelle keine Garantie für eine ausreichende Vitamin D-Bildung. Über die Nahrung wird nur ein geringer Teil aufgenommen.
  • Vitamin D ist wichtig für: Zahnbildung, Mineralisation der Knochen, Muskelkraft, diverse Stoffwechselprozesse, Zelldifferenzierung und Zellwachstum, Immunsystem.
  • Wann ist der Vitamin D Bedarf erhöht? Das Alter, eine Schwangerschaft oder das Stillen führen nicht zwangsläufig zu einem erhöhten Bedarf. Ob die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels gerechtfertigt ist, richtet sich nach der körpereigenen Möglichkeit, Vitamin D zu bilden.
  • Warum erhalten Säuglinge Vitamin D Präparate? Zur Rachitisprophylaxe (Störungen des Knochenwachstums und bleibender Schäden durch fehlende Mineralisierung) erhalten Neugeborene ab der 1. Lebenswoche täglich 400 bis 500 I.E. Vitamin D3. Die alleinige Versorgung über die Muttermilch oder Säuglingsnahrung reicht noch nicht aus. Da Babys und Kleinkinder nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden dürfen, ist auch die hauteigene Produktion von Vitamin D deutlich herabgesetzt.

Wofür ist Vitamin D eigentlich wichtig?

Ein schöner Spaziergang in der Winterlandschaft kann bezaubernd sein, Raureif glitzert in der Sonne und wir genießen die schöne kühle Schneeluft. Damit unser Körper jedoch ausreichend mit Vitamin D versorgt wird, braucht es ein wenig mehr, insbesondere in der kalten Jahreszeit.

Vitamin D stellt eine Besonderheit dar, denn es ist das einzige Vitamin, das unser Körper selbst bilden kann und zwar mithilfe der Sonne. Denn das über die Nahrung aufgenommene Vitamin D trägt nur zu einem kleinen Teil dazu bei. Das gilt auch für entsprechende Vitaminpräparate. Aber wenn die Sonnenstunden in der wunderschönen – jedoch auch dunklen – Winterzeit deutlich abnehmen, muss man entsprechend gegensteuern. Das gilt umso mehr für schwangere Frauen bzw. bei Kinderwunsch.

Vitamin D ist der Überbegriff für eine Gruppe fettlöslicher Vitamine. Sie werden auch als Calciferole bezeichnet. Das Cholecalciferol (D3) ist das natürlich vorkommende Vitamin D im Menschen und daher von besonderer Bedeutung.

Seine wohl bekannteste Aufgabe ist die Regulierung des Calciums- und Phosphatstoffwechsels und somit die Härtung der Knochen. So ist eine ausreichende Vitamin D Versorgung für ein gesundes Wachstum, die Entwicklung der Kinderknochen und die Zahnbildung notwendig und stellt bei älteren Personen eine wichtige begleitende Therapie der Osteoporose dar.

Darüber hinaus ist Vitamin D an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Es unterstützt außerdem die normale Muskelfunktion sowie die des Immunsystems (Infektabwehr) und ist an der Zellteilung beteiligt.

Da Vitamin D im Körper vielfältige Aufgaben übernimmt, soll sich ein guter Vitamin-D-Spiegel positiv auf unsere Gesundheit auswirken. Auch werden ihm schützende Eigenschaften für unterschiedliche Erkrankungen, wie beispielsweise Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie einigen Krebserkrankungen, zugesprochen. Allerdings bedarf es hier weiterer wissenschaftlicher Erkenntnisse, bis verlässliche Empfehlungen gegeben werden können.

Wie wirkt Vitamin D im Körper – Übersicht der wichtigsten Funktionen:

Noch nicht eindeutig wissenschaftlich belegter Einfluss des Vitamins:

Vitamin D wird viele schützende Eigenschaften zugesprochen. Aus wissenschaftlicher Sicht müssen die teils widersprüchlichen Ergebnisse jedoch noch weiter erforscht werden.

Wie kann der Körper selbst Vitamin D bilden?

Vitamin D ist das einzige Vitamin, welches unser Körper unter dem Einfluss der Sonneneinstrahlung selbst herstellen kann. Die genauere Bezeichnung wäre daher Vitamin D-Hormon. Auch entspricht die Wirkweise im Körper eher die eines Steroidhormons.

Dabei wird die Vorstufe, die bereits in unseren Hautzellen vorhanden ist, durch die Sonnenbestrahlung (UVB-Strahlung) in Prävitamin D3 umgewandelt. Zunächst in der Leber und anschließend in den Nieren, erfolgt die weitere Umwandlung in die biologisch aktive Form Calcitriol (Vitamin D-Hormon). Über die Nahrung können wir Vitamin D dagegen nur zu einem kleinen Teil aufnehmen. Dafür geeignete Lebensmittel sind überwiegend tierische Produkte, wie beispielsweise fettreiche Fischsorten (Makrele oder Hering), Milchprodukte, Rinderleber.

Gespeichert wird das Vitamin hauptsächlich im Muskel- und Fettgewebe, so dass unser Körper über die Wintermonate davon zehren kann. In bestimmten Breitengraden wie hier bei uns, muss der Vitamin D-Speicher ausreichend aufgefüllt werden, denn im Winter reicht die Sonnenstärke bei uns nicht aus, damit unser Körper Vitamin D bilden kann. Wie gut wir Vitamin D bilden können, hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen nicht nur der Aufenthalt im Freien, auch das Alter, der eigene Hauttyp und der persönliche Bedarf spielen eine Rolle.

Mit dem Frühlingserwachen im März können wir wieder Vitamin D bilden.

Vitamin D-Dosierung: wie viel ist gesund?

Die Vitamin D-Synthese sollte hauptsächlich mit Hilfe der UVB-Strahlung über die Haut (endogene Synthese) erfolgen. Nur ein ganz kleiner Anteil wird der Nahrung zugeschrieben.

Ist keine Eigensynthese möglich und muss Vitamin D ausschließlich über die Nahrung zugeführt werden, so liegt die Empfehlung des Robert Koch Instituts bei 800 I.E. Vitamin D pro Tag.

Durch eine körpereigene Vitamin D-Produktion und die natürliche Aufnahme Vitamin D-reicher Nahrungsmittel kann es zu keiner Überdosierung kommen. Hauptsächlich sind Vergiftungen mit nachfolgend schweren Erkrankungen auf übermäßig hohe Einnahmen von Vitamin D-Präparaten zurückzuführen. Um eine Überdosierung und schädigende Auswirkungen auf die Gesundheit zu vermeiden, sind Präparate über 1000 I.E. verschreibungspflichtig.

Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt eine nahrungsbasierte Vitamin-D-Zufuhr von täglich 20 Mikrogramm (µg), wenn die körpereigene Synthese ausbleibt oder gestört ist. Säuglinge benötigen etwa die Hälfte. Die körpereigene Synthese kann zum Beispiel im Winter, durch Krankheiten und Medikamenteneinnahmen oder anderweitige Ursachen, die den Aufenthalt im Sonnenlicht erschweren, gestört sein.

Zufuhr pro Tag: Vitamin-D-Zufuhr durch Präparate & Nahrung

Alter Vitamin D-Zufuhr µIKROGRAMM/Tag 
Bis 12 Monate10
1 bis 14 Jahre20
15 bis 64 Jahre20
Ab 65 Jahren20
Schwangere20
Stillende20
Quelle: „Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.“

Das Alter, eine Schwangerschaft oder das Stillen führen demnach nicht zwangsläufig zu einem erhöhten Bedarf. Ob die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels gerechtfertigt ist, richtet sich nach der körpereigenen Möglichkeit, Vitamin D zu bilden.

Was macht die Vitamin D-Versorgung so schwierig?

Um Vitamin D selbständig bilden zu können, benötigt unser Körper die Sonne. Genaugenommen die UVB-Strahlung. Da die sich die meisten Menschen mittlerweile vor den schädigenden UV-Strahlen schützen und viele Menschen die Mittagssonne meiden, ist auch die verlässlichste Quelle keine Garantie für eine ausreichende Vitamin D-Bildung. Wir befolgen die nötigen Sonnenschutzmaßnahmen, tragen einen Sonnenhut, bedecken unsere Haut oder verwenden Sonnenschutzcremes. Diese Maßnahmen schützen uns vor einem Sonnenbrand und vor Veränderungen des Erbgutes, welche im weiteren Verlauf zu Hautkrebs führen können. Doch leider ist damit auch nötige Umwandlung der Vorstufe des Vitamin-D-Hormons, insbesondere für hellhäutige Menschen, erschwert.

In der Zeit zwischen Oktober und März können wir in unseren Breitengraden kein eigenes Vitamin D bilden, die Sonnenstrahlung ist dafür zu schwach und unser Körper muss auf die gespeicherten Reserven zurückgreifen. Wurden diese im Sommer nicht ausreichend aufgefüllt, kann es zu einem Vitamin D-Mangel kommen. Dieser ist übrigens im hohen Norden weit verbreitet. Über die Nahrung sind Defizite nicht auszugleichen. Veganer/innen sind hier besonders gefährdet, denn es gibt kaum pflanzliche Lebensmittel, die nennenswerte Mengen an Vitamin D enthalten, ausgenommen einige Speisepilze und angereicherte Margarine.

Trotzdem gehört das lange Sonnenbaden immer mehr der Vergangenheit an und zum Glück ist das für eine ausreichende Vitamin D-Produktion auch gar nicht notwendig. Um der nötigen Vitamin D-Versorgung und einem gleichzeitigen Sonnenschutz gerecht zu werden, sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden.

Vitamin D trotz Sonnenschutz: das sollten Sie beachten

Symptome bei Vitamin D-Mangel

Die Symptome eines Vitamin D-Mangels können sehr vielseitig sein.

Dazu zählen unter anderem:

Wann sind Nahrungsergänzungsmittel notwendig?

Anhand einer Blutuntersuchung kann ein Mangel festgestellt werden und eine mögliche Substitution in Form von Nahrungsergänzungsmitteln in Erwägung gezogen werden. Bei bestimmten Personenkreisen ist die ausreichende Vitamin D-Bildung erschwert, bzw. sie haben einen erhöhten Bedarf. Das betrifft vorrangig Menschen mit begrenzter Sonnenexposition und einem eingeschränkten Aufenthalt im Freien. Bestimmte Grunderkrankungen, wie chronische Darmerkrankungen, Zöliakie oder Morbus Crohn können die Aufnahme stören.

Besonders ältere Menschen können von einer Vitamin D-Supplementation profitieren. Veränderungen der Haut führen zu einer herabgesetzten Eigensynthese, Einschränkungen in der Mobilität schränken den Aufenthalt im Freien ein. Eine erhöhte Neigung zur Muskelschwäche und Knochenerweichung, der sogenannten Osteomalazie, kann so begünstigt werden.

Jegliche Form der Nahrungsergänzung sollte nur bei einem tatsächlichen, diagnostizierten Mangel erfolgen. Da es sich um ein fettlösliches Vitamin handelt, kann die Einnahme mit fettreichem Joghurt, Milch oder etwas Öl empfohlen werden.

Müssen wir für eine sicher Vitamin D-Bildung zusätzlich Vitamin K einnehmen?

Laut Verbraucherzentrale ist eine kombinierte Einnahme nicht ausreichend wissenschaftlich belegt. Eine generelle Empfehlung kann daher nicht gegeben werden. Wann eine zusätzliche Vitamin K-Gabe notwendig ist, sollte im Einzelfall mit dem Arzt besprochen werden.

Vitamin D: wichtige Rachitisprophylaxe für Babys

Zur Rachitisprophylaxe (Störungen des Knochenwachstums und bleibender Schäden durch fehlende Mineralisierung) erhalten Neugeborene ab der 1. Lebenswoche täglich 400 bis 500 I.E. Vitamin D3. Die alleinige Versorgung über die Muttermilch oder Säuglingsnahrung reicht noch nicht aus. Da Babys und Kleinkinder nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden dürfen, ist auch die hauteigene Produktion von Vitamin D deutlich herabgesetzt. Die präventive Maßnahme sollte daher das gesamte erste Lebensjahr bis zum zweiten erlebten Frühling beibehalten werden. Viele Kinderärzte empfehlen die Vitamin D-Gabe noch eine Zeit lang darüber hinaus.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt klare Empfehlungen für Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft. So ist beispielsweise der Bedarf an Jod oder auch Folsäure erhöht.

Sobald Frauen schwanger werden möchten, werden sie mit den Begriffen Folsäure oder Folat konfrontiert. Ebenso wie mit den Folgen und Risiken eines Folsäuremangels. Zugegebenermaßen kann das Thema sehr verunsichern, doch insbesondere in der Frühschwangerschaft ist ein gedeckter Folatbedarf von großer Bedeutung.

Wann sollen Schwangere Vitamin D einnehmen?

Grundsätzlich ist der Bedarf auch in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht erhöht. Eine ausreichende Vitamin D-Versorgung ist trotzdem wichtig, denn in der Schwangerschaft muss das Ungeborene über die Mutter mit Vitamin D versorgt werden. Vitamin D ist bei der kindlichen Entwicklung an verschiedenen Prozessen beteiligt. Um eine abschließende Empfehlung für eine Vitamin D-Einnahme in der Schwangerschaft geben zu können, müssen noch weitere klinische Untersuchungen durchgeführt werden.

Welche Folgen hat ein Vitamin D-Mangel?

Vitamin D werden viele protektive Eigenschaften für Mutter und Kind zugesprochen. So soll eine physiologische Vitamin D-Versorgung die Fruchtbarkeit positiv beeinflussen und vor schwangerschaftsspezifischen Erkrankungen wie Schwangerschaftsdiabetes, Präeklampsie (Schwangerschaftsgestose), Frühgeburten sowie einem niedrigen Geburtsgewicht des Kindes schützen.1,2

Auch ist noch nicht ausreichend belegt, ob vor späteren allergischen Erkrankungen des Kindes, wie beispielsweise Asthma oder Nahrungsmittelallergien, mit einer Vitamin D-Supplementation in der Schwangerschaft vorgebeugt werden kann.

Die hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft kann das Auftreten verschiedener Beschwerden begünstigen. Die Gesundheit der Frau beeinflusst zudem den reibungslosen Ablauf der Schwangerschaft erheblich. Eine gesunde und ausgeglichene Intimflora senkt das Infektionsrisiko für Sie und Ihr Kind.

Was passiert bei zu viel Vitamin D in der Schwangerschaft?

Neben zahlreichen schützenden Eigenschaften des Vitamins wurde hingegen bei zu hohen Dosierungen ein nachteiliger Effekt beobachtet. Auch wird die kombinierte Vitamin D- und Kalzium-Einnahme mit einem erhöhten Risiko für eine Frühgeburt in Verbindung gebracht.1,3

Um zu erkennen, ob ein Vitamin D-Mangel vorliegt, sollten zunächst die Blutwerte bestimmt und ein möglicher Bedarf entsprechend angepasst werden. Daher ist die Einnahme eines Vitamin D-Präparates nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Frauenarzt oder Apotheker zu empfehlen. Wir wünschen Ihnen alles Gute und eine entspannte Schwangerschaft.

Stand: 09/2024

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Zu den Hauptsymptomen einer bakteriellen Vaginose gehören ein vermehrter, dünnflüssiger Scheidenausfluss, ein erhöhter vaginaler pH-Wert und ein unangenehmer, fischiger Intimgeruch. Warum diese Symptome immer ärztlich abgeklärt werden sollten und die sogenannten Amsel-Kriterien und der Nugent Score relevant für die Diagnose sind, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Der vaginale pH-Wert sollte zwischen 3,8 und 4,4 liegen, also im sauren Bereich. Ob das bei ihnen der Fall ist, können werdende Mütter z.B. ganz einfach mit einem Selbsttest ermitteln. Zeigt sich dann, dass der vaginale pH-Wert bei 4,5 oder darüber liegt, kann das dafür sprechen, dass die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht geraten ist. Um Komplikationen vorzubeugen, sollten Schwangere derartige Veränderungen zeitnah mit ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt besprechen und abklären lassen.

Bei einem Kinderwunsch spielen die Schilddrüsenwerte eine entscheidende Rolle. Eine gut funktionierende Schilddrüse ist wesentlich für die hormonelle Balance und die Fruchtbarkeit. Sowohl eine Über- als auch eine Unterfunktion der Schilddrüse können die Chancen auf eine Schwangerschaft beeinflussen. Daher ist es wichtig, die Schilddrüsenwerte frühzeitig überprüfen und gegebenenfalls regulieren zu lassen, um optimale Voraussetzungen für eine gesunde Schwangerschaft zu schaffen.

Autor
Stephanie Nitsch

Fachredaktion Healthcare
Pharmareferentin nach § 75 Arzneimittelgesetz, Medizinprodukteberater nach § 31 MPG / § 83 MPDG, Examinierte Krankenschwester.

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Geprüft von
Dipl. Chemikerin Mariola Matura

Chief Scientific Officer
Chief Scientific Officer, Qualified Person §15 AMG, Universitätslehrgang „Pharmazeutisches Qualitätsmanagement“

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Kopfschmerzen & Migräne bei Schwangeren

Kopfschmerzen und Migräne können während der Schwangerschaft für viele Frauen zu einer besonderen Herausforderung werden. Die hormonellen Veränderungen, die eine Schwangerschaft mit sich bringt, können insbesondere im ersten Trimester häufig zu entsprechenden Beschwerden führen. Unser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Ursachen, den typischen Verlauf und die Behandlungsmöglichkeiten von Kopfschmerzen und Migräne während dieser besonderen Lebensphase. Wir gehen auf die Bedeutung der hormonellen Umstellung ein, erläutern, wie sich Kopfschmerzen und Migräne im Verlauf der Schwangerschaft verändern können, und bieten praktische Tipps für Betroffene.

  • Mögliche Ursachen für Kopfschmerzen und Migräne in der Schwangerschaft: Hormonelle Veränderungen, Schlafmangel, Verzicht auf Koffein, eine unausgewogene Ernährung, Flüssigkeitsmangel, Stress.
  • Was ist bei einer Migräne in der Schwangerschaft und Stillzeit zu beachten? Besonders erleichternd für Schwangere mit einer Migräneerkrankung ist die Tatsache, dass Intensität, Dauer sowie Häufigkeit einer Migräne in vielen Fällen rückläufig sind und manchmal sogar gar nicht mehr auftreten. Für die Zeit nach der Geburt ist es allerdings wichtig zu wissen, dass die Beschwerden im Wochenbett zurückkehren können.
  • Welche Schmerzmittel kann ich in der Schwangerschaft verwenden? Eine medikamentöse Behandlung sollte immer kritisch und in Absprache mit Ihrem Arzt erfolgen. Laut Embryotox, einem unabhängigen Pharmakovigilanz – und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin, zählt Paracetamol zu den geeigneten Arzneimitteln in allen Trimestern der Schwangerschaft.

Wieso treten Kopfschmerzen so häufig in der Schwangerschaft auf?

Aufgrund der hormonellen Umstellung treten Kopfschmerzen in den ersten Wochen einer Schwangerschaft häufig auf. Vor allem im 1. Trimester (bis zur vollendeten zwölften Schwangerschaftswoche) sind sie besonders häufig, verschwinden dann aber auch oft von ganz alleine wieder. Für die werdende Mama sind sie sehr unangenehm, viele sorgen sich um ihr ungeborenes Baby und die Behandlung ist durch die bestehende Schwangerschaft erschwert. In den meisten Fällen sind die Kopfschmerzen jedoch harmlos und im Laufe der Schwangerschaft im 2. und 3. Trimester rückläufig. Bei der Migräne gehen sie sogar oft komplett zurück und die Schmerzen sind weniger stark ausgeprägt. Dieser glückliche Umstand ist der hormonellen Veränderung geschuldet und stellt häufig eine große Erleichterung für Schwangere mit einer Kopfschmerzerkrankung dar.

Spannungskopfschmerzen und Migräne zählen zu den neurologischen Erkrankungen, die auch in der Schwangerschaft und Stillzeit behandelt werden können, wenn auch unter strengeren Gesichtspunkten. Auch gibt es vorbeugende Maßnahmen, um eine medikamentöse Therapie auf ein Minimum zu reduzieren. Denn gerade in der Schwangerschaft und auch später in der Stillzeit, sollte auf die Einnahme von Arzneimitteln, wann immer möglich, verzichtet werden. In unserem Beitrag informieren wir Sie umfassend zu diesem Thema und wünschen Ihnen eine schöne und sorgenfreie Schwangerschaft.

In welcher Schwangerschaftswoche (SSW) treten Kopfschmerzen bei Schwangeren am häufigsten auf?

Im ersten Schwangerschaftsdrittel (1. Trimester) muss sich der Körper erst einmal an die Schwangerschaft gewöhnen. Aufgrund der hormonellen Umstellung kommt es neben Stimmungsschwankungen und Kreislaufproblemen häufig auch zu Kopfschmerzen, insbesondere in den ersten Wochen der Schwangerschaft. Manchmal ist dies allein der Tatsache geschuldet, dass man zum Wohle des Babys komplett auf Koffein verzichtet. Faktoren wie zu wenig Schlaf, Stress und Verspannungen, Flüssigkeitsmangel, Eisenmangel, Veränderungen des Blutzuckerspiegels oder zu wenig Sauerstoff können natürlich ebenfalls zu einfachen Kopfschmerzen in der Schwangerschaft führen.

Mit Beginn des 2. Schwangerschaftsdrittels hat sich die Hormonlage eingependelt, die meist harmlosen Kopfschmerzen gehen zurück. Besonders erleichternd für Schwangere mit einer Migräneerkrankung ist die Tatsache, dass Intensität, Dauer sowie Häufigkeit einer Migräne in vielen Fällen rückläufig sind und manchmal sogar gar nicht mehr auftreten. Im Wochenbett können die Beschwerden jedoch zurückkommen.

Häufigkeit der Kopfschmerzen anhand der SSW (Schwangerschaftswoche)

SSWMögliche UrsachenVorkommen / Häufigkeit
1.-4. SSWFaktoren wie beispielsweise die hormonelle Umstellung, eine unausgewogene Ernährung, Schlafmangel oder Verzicht auf Coffein können zu Kopfschmerzen führen.Kopfschmerzen treten häufig auf.
5.-40. SSWDer Körper stellt sich auf die hormonelle Veränderung ein.In vielen Fällen gehen die Kopfschmerzen zurück. Besonders die Migräne tritt seltener auf, Schmerzintensität und Dauer nehmen ebenfalls ab.
Geburt und StillzeitLeider kann die Migräne nach der Geburt, in der Stillzeit zurückkehren.Es kann wieder zu vermehrten Beschwerden kommen.

Vorbeugung und Behandlung einfacher Kopfschmerzen

Mit dem Eintreten der Schwangerschaft stellt sich der Körper auf die hormonelle Umstellung ein. Nehmen auch Sie sich bewusst Zeit und passen Ihren Alltag entsprechend an. Je nach Befinden, können regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft oder leichter Ausdauersport guttun. Achten Sie auf eine gesunde, regelmäßige Ernährung und Flüssigkeitszufuhr. So wird nicht nur Ihr Baby mit wichtigen Nährstoffen versorgt, sondern auch Sie und das ist gut für Ihren Kreislauf. Sie können sich auch gerne einmal eine Tasse Kaffee gönnen, um Kopfschmerzen vorzubeugen. Denn in der Schwangerschaft sind bis zu 200 mg Coffein, das entspricht ca. zwei Tassen Kaffee pro Tag, durchaus erlaubt. Schlafen Sie ausreichend und entspannen Sie sich, wann immer möglich und genießen Sie Ihre Schwangerschaft.

Sobald Frauen schwanger werden möchten, werden sie mit den Begriffen Folsäure oder Folat konfrontiert. Ebenso wie mit den Folgen und Risiken eines Folsäuremangels. Zugegebenermaßen kann das Thema sehr verunsichern, doch insbesondere in der Frühschwangerschaft ist ein gedeckter Folatbedarf von großer Bedeutung.

Migräne oder Kopfschmerzen – Unterschiede und mögliche Ursachen

Insgesamt unterscheiden Mediziner an die 200 Kopfschmerzformen. Zu den häufigsten Kopfschmerzformen zählen die Spannungskopfschmerzen und die Migräne. Zudem gibt es die Migräne mit Aura (Wahrnehmungsstörungen), unter der ca. 10 Prozent der Migränepatienten leiden. Spannungskopfschmerzen und Migräne zählen zu den neurologischen Erkrankungen, unterscheiden sich aber in wesentlichen Punkten voneinander. Grundsätzlich sind bei Kopfschmerzerkrankungen mehr Frauen betroffen als Männer. Das Verständnis um die Migräne, die Möglichkeiten der Prävention und der Behandlung haben sich über die letzten Jahre enorm entwickelt.

Die Ursachen der neurologischen Funktionsstörung sind noch nicht abschließend geklärt, eine familiäre Veranlagung wurde festgestellt. Während Spannungskopfschmerzen auf ein erhöhtes Schmerzgedächtnis zurückzuführen sind, kommt es bei der Migräne zu einer Art Entzündung im Gehirn. Beide Kopfschmerzformen können Nacken- und Rückenschmerzen begünstigen, weswegen oft fälschlicherweise der Eindruck entsteht, die Verspannungen wären die eigentliche Ursache des Kopfschmerzes.

Migräne in der Schwangerschaft, nach der Geburt & während der Stillzeit

Die genaue Entstehung einer Migräne ist sehr komplex. Bevor es zu einer Migräne kommt, können sogenannte Trigger eine Attacke auslösen. Diese Faktoren gelten aber nicht als eigentliche Ursache, sie können eine Migräne jedoch begünstigen. Dabei sind sie individuell verschieden, die meisten Migränepatienten kennen ihre Trigger mit der Zeit und können gewisse Anzeichen so besser einordnen. Eine sich ankündigende Migräne kann in den Nackenbereich ausstrahlen und Schmerzen verursachen. Diese Rückenschmerzen lösen die Migräne jedoch nicht aus, sie entstehen durch sie. Dies wurde lange Zeit fehlinterpretiert.

Besonders erleichternd für Schwangere mit einer Migräneerkrankung ist die Tatsache, dass Intensität, Dauer sowie Häufigkeit einer Migräne in vielen Fällen rückläufig sind und manchmal sogar gar nicht mehr auftreten. Für die Zeit nach der Geburt ist es allerdings wichtig zu wissen, dass die Beschwerden im Wochenbett zurückkehren können.

Zu den möglichen Anzeichen, die eine Aura mit folgender Migräne ankündigen, zählen:

Mögliche Trigger, die häufig in Erscheinung treten sind:

Wie kann man den Spannungskopfschmerz von der Migräne unterscheiden?

Betroffene mit Spannungskopfschmerzen berichten häufig von einem Gefühl der Enge, eine Art „Schraubstock“ oder auch der „zu enge Hut“ dienen häufig als Beschreibung. Der Schmerz ist dumpf, drückend und meist ist der gesamte Kopfbereich betroffen. Menschen mit Spannungskopfschmerzen tut es in der Regel gut, wenn sie sich bewegen und beispielsweise einen Spaziergang an der frischen Luft machen. Das hilft in vielen Fällen schon, um die unangenehmen Beschwerden zu lindern. Bei Kopfschmerzen vom Spannungstyp treten keine Sensibilitätsstörungen oder Beeinträchtigungen des Sehens auf. Auch kommt es in der Regel nicht zu Übelkeit und Erbrechen.

Bei Migränikern hingegen verschlechtern sich die Schmerzen bei Bewegung. Sie müssen sich zurückziehen und warten, bis die Migräneattacke vorübergegangen ist. Der Schmerz hat eine andere Intensität, meist einseitig und pulsierend oder pochend. Betroffene beschreiben ihn als eine Art Explosion im Kopf. Die Migräneattacke läuft in mehreren Phasen ab. Auch wenn der Schmerz überstanden ist, benötigen die Betroffenen eine längere Erholungszeit, die häufig von einer langen Schlafphase geprägt ist. Es kann zu weiteren Beschwerden wie Licht- und Geräuschempfindlichkeit sowie Übelkeit und Erbrechen kommen. Migräniker mit Aurasymptomatik leiden vor dem Migräneschmerz unter Sensibilitätsstörungen, wie beispielsweise einseitigen Taubheitsgefühlen, Kribbeln in den Händen oder dem typischen Zickzack-Sehen, Flimmern sowie blinden Flecken vor dem Auge. Auch kann es zu Schwindel, Gangunsicherheit und Sprachstörungen kommen.

Was passiert eigentlich bei einem Migräneanfall im Gehirn?

Komplexe Vorgänge im Gehirn führen zu einer Art Entzündung des Hirngewebes und der Hirnhäute. Nach neuesten Erkenntnissen geht man davon aus, dass es zu einer Überaktivität der Nervenzellen im Hirnstamm kommt. Diese Überaktivität führt dazu, dass Schmerzsignale an das Gehirn gesendet werden. Weiterhin fördern bestimmte Botenstoffe eine Dehnung, also Weitstellung der Blutgefäße, welche die Durchblutung und Freisetzung entzündlicher Stoffe fördert. Durch diese Fehlregulierung der Nervenfunktion wird die Migräneattacke ausgelöst. Die neurogene Entzündung und die mit ihr einhergehende Schmerzempfindlichkeit führen zu dem typischen, pochenden Migräneschmerz, der mit jedem Pulsschlag spürbar ist.

Bei der Migräne handelt es sich um eine chronische Erkrankung. Sie äußert sich durch typische Beschwerden wie dumpfe, pulsierende Kopfschmerzen, die meist einseitig sind. Die Schmerzintensität ist sehr hoch und Betroffene sind gezwungen, sich zurückzuziehen. Eine Licht- und Geräuschempfindlichkeit kommen häufig hinzu, auch kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Oft kündigt sich eine Migräneattacke in den frühen Morgenstunden an. Appetitlosigkeit und eine gesteigerte Geruchsempfindlichkeit gehen häufig mit einer Migräne einher.

Besteht zusätzlich eine Aurasymptomatik kommt es vor dem Migräneanfall zu weiteren typischen Symptomen. Diese äußern sich in der Regel durch Sehstörungen wie Flimmern, Zickzack-Sehen. Sensibilitätsstörungen wie beispielsweise ein Kribbeln in der Hand oder im Gesicht, aber auch Sprachstörungen können auftreten. Diese, durch die Migräne ausgelösten starken Beeinträchtigungen können beängstigend sein, daher ist es wichtig zu wissen, dass sie sich immer folgenlos zurückbilden. Treten diese Art der Symptome zum ersten Mal auf, müssen sie natürlich ärztlich abgeklärt werden. Charakteristisch beginnen sie langsam, halten ca. eine halbe Stunde bis maximal eine Stunde an und werden dann vom eigentlichen Migräneschmerz abgelöst. In den meisten Fällen dauert ein Migräneanfall 4 bis 72 Stunden, selten dauern die Migräneattacken noch länger an.

Ein schöner Spaziergang in der Winterlandschaft kann in dieser Jahreszeit ganz bezaubernd sein, Raureif glitzert in der Sonne und wir genießen die schöne kühle Schneeluft. Damit unser Körper jedoch bei Kinderwunsch und Schwangerschaft ausreichend mit Vitamin D versorgt wird, braucht es ein wenig mehr, insbesondere in der kalten Jahreszeit.

Hat die Migräne Auswirkungen auf die Schwangerschaft?

Zum Glück verhält es sich in der Schwangerschaft so, dass Häufigkeit, Dauer und Schmerzintensität der Migräne zurückgehen. In vielen Fällen verschwinden sie sogar ganz, besonders, wenn die Migräne mit der Menstruation zusammenhing. Das ist eine große Erleichterung, denn neben der Migräne, machen sich viele werdende Mamas Sorgen um ihr ungeborenes Baby. Umso beruhigender, dass die Migräne selbst dem Ungeborenen nicht schadet, auch erhöht sie nicht das Risiko für Fehlbildungen.1

Bestimmte Schwangerschaftserkrankungen können jedoch durch eine bestehende Migräne begünstigt werden. Auch leiden Schwangere mit Migräne häufiger unter Übelkeit und Erbrechen. Treten Kopfschmerzen das erste Mal auf oder sind sie sehr stark, können sie ebenfalls mit einer Schwangerschaftserkrankung einhergehen.1 Wenden Sie sich daher bitte bei Beschwerden grundsätzlich an Ihren behandelnden Frauenarzt und weisen noch einmal auf die Migräneerkrankung hin, so dass nichts übersehen wird.

Behandlung der Migräne in der Schwangerschaft

Viele Migränikerinnen kennen ihre persönlichen Vorboten und können in dieser Zeit noch Vorkehrungen treffen. Der Partner, die Großeltern oder der Freundeskreis müssen um Unterstützung gebeten werden. Denn die Schmerzintensität einer Migräne sowie mögliche Sinnes- und Sensibilitätsstörungen zwingen die Betroffenen zur Ruhe und machen es in der Regel unmöglich, dem Alltag weiter nachzugehen.

Empfohlen Maßnahmen bei einer Migräneattacke:

Welche Medikamente & Tabletten bei Kopfschmerzen in der Schwangerschaft helfen

In der Schwangerschaft sollten so wenig Medikamente eingenommen werden, wie irgend möglich. Alles, was Sie zu sich nehmen, erreicht über die Plazentaschranke in der Regel auch Ihr ungeborenes Baby. Eine medikamentöse Behandlung sollte daher immer kritisch und in Absprache mit Ihrem Arzt erfolgen.

Manchmal sind vorbeugende und lindernde Maßnahmen auch in der Schwangerschaft leider nicht ausreichend. Wir empfehlen Ihnen daher, bei häufigen Kopfschmerzen oder einer bekannten Migräneerkrankung, schon zu Beginn der Schwangerschaft mit Ihrem behandelnden Arzt über geeignete Therapieverfahren zu sprechen. So sind Sie für den Ernstfall gewappnet und haben die Ihnen verordneten Medikamente stets griffbereit. Sollte die Anwendung eines Arzneimittels wie Sumatriptan in der Schwangerschaft verordnet worden sein, so ist auf die korrekte Einnahme, nach einer Aura, zu achten. Bei starkem Erbrechen können gegebenenfalls Medikamente gegen den Elektrolytverlust hilfreich sein, halten Sie diesbezüglich bitte Rücksprache mit Ihrem Frauenarzt oder Apotheker.

Laut Embryotox, einem unabhängigen Pharmakovigilanz – und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin, zählt Paracetamol zu den geeigneten Arzneimitteln in allen Trimestern der Schwangerschaft. Der Erfahrungsumfang ist hoch, trotzdem sollten auch diese scheinbar harmlosen Medikamente nur eingenommen werden, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichend sind. Eine Alternative könnte die Einnahme von Magnesium und Pfefferminzöl darstellen, womit viele Kopfschmerzpatienten gute Erfahrungen gemacht haben. Die Wahl des richtigen Medikamentes richtet sich auch danach, in welchem Schwangerschaftsabschnitt Sie sich befinden.

Mögliche Behandlungsoptionen, wenn vorbeugende Maßnahmen nicht ausreichen:

Welche vorbeugenden Maßnahmen können empfohlen werden?

Um in der Schwangerschaft nach Möglichkeit auf eine medikamentöse Therapie zu verzichten, sollten alle Dinge, die zur Prävention geeignet sind, in Betracht gezogen werden. So können vorbeugende Maßnahmen zusätzlich helfen, Spannungskopfschmerzen oder eine Migräneattacke zu vermeiden.

Zu den Methoden, die sich für viele Kopfschmerzpatienten als lindernd herausgestellt haben, zählen die bewährte Muskelentspannung nach Jakobsen, Akupunktur, Akupressur, Biofeedback, autogenes Training sowie leichter Ausdauersport. Am besten besprechen Sie mit Ihrer Hebamme, was für Sie persönlich geeignet wäre. Verbannen Sie nach Möglichkeit jeglichen Stress und Zeitdruck aus Ihrem Alltag, genießen Sie einen schönen Spaziergang an der frischen Luft − gönnen Sie sich und Ihrem Baby schon jetzt die nötige Ruhe. Denn jegliche Form der Entspannung sowie ein geregelter Tagesablauf können das Wohlbefinden in der Schwangerschaft fördern.

Zur genauen Abklärung der Kopfschmerzen sowie einer geeigneten Behandlung in der Schwangerschaft, wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an Ihren Frauenarzt.

Stand: 09/2024

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In der Schwangerschaft stellt eine intakte und abwehrstarke Intimflora den größten Schutz für das ungeborene Baby und den Schwangerschaftsverlauf dar. Untersuchungen bestätigen einen Zusammenhang zwischen dem Vorliegen einer bakteriellen Vaginose und dem Auftreten verschiedener Komplikationen während der Schwangerschaft. Umso wichtiger ist das rechtzeitige Erkennen und eine geeignete Behandlung der BV bereits bei Kinderwunsch und zu Beginn der Schwangerschaft.

Der vaginale pH-Wert sollte zwischen 3,8 und 4,4 liegen, also im sauren Bereich. Ob das bei ihnen der Fall ist, können werdende Mütter z.B. ganz einfach mit einem Selbsttest ermitteln. Zeigt sich dann, dass der vaginale pH-Wert bei 4,5 oder darüber liegt, kann das dafür sprechen, dass die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht geraten ist. Um Komplikationen vorzubeugen, sollten Schwangere derartige Veränderungen zeitnah mit ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt besprechen und abklären lassen.

Bei einem Kinderwunsch spielen die Schilddrüsenwerte eine entscheidende Rolle. Eine gut funktionierende Schilddrüse ist wesentlich für die hormonelle Balance und die Fruchtbarkeit. Sowohl eine Über- als auch eine Unterfunktion der Schilddrüse können die Chancen auf eine Schwangerschaft beeinflussen. Daher ist es wichtig, die Schilddrüsenwerte frühzeitig überprüfen und gegebenenfalls regulieren zu lassen, um optimale Voraussetzungen für eine gesunde Schwangerschaft zu schaffen.

Autor
Stephanie Nitsch

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Pharmareferentin nach § 75 Arzneimittelgesetz, Medizinprodukteberater nach § 31 MPG / § 83 MPDG, Examinierte Krankenschwester.

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Schilddrüse und Kinderwunsch

Die Schilddrüse spielt eine zentrale Rolle für die Gesundheit und das Wohlbefinden, besonders wenn es um den Kinderwunsch und die Schwangerschaft geht. Apothekerin Annika Paulsen erklärt in diesem Artikel die Bedeutung dieses kleinen, aber mächtigen Organs und die Auswirkungen seiner Fehlfunktionen auf die Fruchtbarkeit und den Verlauf einer Schwangerschaft. Sie teilt ihr Fachwissen über Symptome, Diagnosemöglichkeiten und Behandlungsansätze. Darüber hinaus gibt sie wertvolle Tipps, wie betroffene Frauen mit einer Schilddrüsenfehlfunktion umgehen und ihre Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft verbessern können.

  • Wie wichtig ist die Schilddrüse für Kinderwunsch und Schwangerschaft? Eine Schwangerschaft ist für den gesamten Körper eine besondere Situation, viele Organe arbeiten auf Hochtouren, um das Kind zu versorgen. Auch für die Schilddrüse sind die neun Monate ein echter Stresstest. In der Zeit muss sie etwa 50 % mehr Schilddrüsenhormone produzieren, denn sie versorgt jetzt nicht mehr nur eine Person, sondern zwei. Sowohl eine Unter- als auch eine Überfunktion der Schilddrüse kann dementsprechend Auswirkungen auf Kinderwunsch und Schwangerschaft haben.
  • Was zählt zu den häufigsten Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion? Die chronische Entzündung der Schilddrüse, die Autoimmunthyreoiditis (Hashimoto-Thyreoiditis).
  • Was zählt zu den häufigsten Ursachen einer Schilddrüsenüberfunktion? Morbus Basedow (Graves-Krankheit), eine Schilddrüsenautonomie (unkontrollierte Hormonproduktion), eine Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis), eine Überdosierung von Schilddrüsenhormonen im Rahmen der Behandlung einer Unterfunktion, die übermäßige Aufnahme von Jod
  • Schilddrüse und Kinderwunsch: „Eine Schilddrüsenerkrankung sollte kein K.o.-Kriterium für einen Kinderwunsch darstellen. Wichtig ist nur, ein paar Dinge möglichst im Vorfelde zu beachten und eine nötige Tabletteneinnahme auch in der Schwangerschaft einzuhalten. Schilddrüsenerkrankungen sind weit verbreitet, umso schöner, dass die meisten Babys trotzdem gesund und zufrieden zur Welt kommen.“, sagt Apothekerin Annika Paulsen.

Wie sich Fehlfunktionen der Schilddrüse auswirken

Die Schilddrüse ist ein kleines Organ, das eine große Verantwortung für viele Stoffwechselvorgänge im Körper trägt und damit lebensnotwendig ist. Wenn sie schwächelt oder zu aktiv ist, kann es beim Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft schwieriger werden. Doch zum Glück lassen sich Schilddrüsenerkrankungen wie eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) oder die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) in der Regel gut behandeln.

Auch kann eine gesunde Ernährung unterstützend hilfreich sein. Mit diesem Beitrag möchte ich Sie über die gängigsten Fehlfunktionen der Schilddrüse informieren und darauf aufmerksam machen, wie wichtig die Beobachtung der Schilddrüsenwerte bereits bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft ist. Und ich möchte Ihnen Mut machen, denn hinter einem unerfüllten Kinderwunsch verbirgt sich relativ häufig eine diskrete und deshalb bisher unbemerkte und unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion.

Ich habe schon Kundinnen in der Apotheke wiedergesehen, die nach der Diagnose und der richtigen Therapie mit Tabletten und kleiner Ernährungsumstellung nicht nur an Lebensqualität gewonnen haben, sondern auch endlich ihren Kinderwunsch erfüllen konnten. Um eine Unterfunktion oder Überfunktion rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln möchte ich Sie außerdem für die Symptome, Ursachen und möglichen Folgen & Risiken einer unerkannten und unbehandelten Schilddrüsenfehlfunktion sensibilisieren.

Welche Funktion und Bedeutung hat die Schilddrüse für den Menschen?

Bei gesunden Menschen ist die Schilddrüse nur etwas größer als eine Walnuss und fällt mit ihren 20-25 Gramm auch kaum ins Gewicht, aber die von ihr produzierten Hormone sind für uns unverzichtbar. Sie sitzt im Hals unterhalb des Kehlkopfes vor der Luftröhre. Weil sie aus zwei Lappen besteht, die über eine Brücke miteinander verbunden sind, erinnert ihre Form an einen Schmetterling.

Die Hauptfunktion der Schilddrüse ist die Speicherung von Jod, mit dem sie dann die jodhaltigen Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) bildet. Die beiden Hormone T3 und T4 haben mit den Bussen eines bekannten Autoherstellers übrigens nichts zu tun. Sie werden so abgekürzt, weil sie aus 3, bzw. 4 Jod-Atomen bestehen.

Für den menschlichen Körper sind diese Hormone von großer Bedeutung, da sie für die Aufrechterhaltung des Stoffwechsels gebraucht werden.

Sie regulieren:

Neben T3 und T4 stellt die Schilddrüse noch das Peptidhormon Calcitonin her, das für das Knochenwachstum unerlässlich ist.

Bei Kinderwunsch und Schwangerschaft ist eine gesunde Schilddrüse besonders wichtig

Eine Schwangerschaft ist für den gesamten Körper eine besondere Situation, viele Organe arbeiten auf Hochtouren, um das Kind zu versorgen. Auch für die Schilddrüse sind die neun Monate ein echter Stresstest.

In der Zeit muss sie etwa 50 % mehr Schilddrüsenhormone produzieren, denn sie versorgt jetzt nicht mehr nur eine Person, sondern zwei. Eine gesunde Schilddrüse kann diesen Mehrbedarf kompensieren.

Liegt aber z. B. eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) vor, fehlen die Hormone für eine optimale Entwicklung des Kindes.

Vor allem in den ersten 12 Wochen ist das Ungeborene vollständig von den mütterlichen Schilddrüsenhormonen abhängig. Erst danach kann es geringe Mengen dieser Hormone selbst bilden. Daher wäre es auch schon bei Kinderwunsch gut zu wissen, ob die eigene Schilddrüse richtig funktioniert. Ohne ausreichende Konzentrationen an T3 und T4 kann die Zellteilung so sehr beeinträchtigt sein, dass es möglicherweise nicht zur Schwangerschaft kommt oder diese nicht aufrechterhalten werden kann.

Optimale Schilddrüsenwerte bei Kinderwunsch und Schwangerschaft

Vor der Schwangerschaft (Kinderwunsch)In der Schwangerschaft
Freies T3 (fT3)2,5 – 4,4 ng/lErstes Drittel: 2,5 – 3,9 ng/l Zweites Drittel: 2,1 – 3,6 ng/lDrittes Drittel: 2,0 – 3,3 ng/l
Freies T4 (fT4)0,99 – 1,62 ng/dlErstes Drittel: 0,9 – 1,5 ng/l Zweites Drittel: 0,8 – 1,3 ng/lDrittes Drittel: 0,7 – 1,2 ng/l
TSH0,4 – 4,2 mU/lErstes Drittel: 0,1 – 2,5 mU/l Zweites Drittel: 0,2 – 3,0 mU/lDrittes Drittel: 0,3 – 3,5 mU/l
ng: Nanogramm; U: Units; mU: Milli-Units; l: Liter; dl: Deziliter / Quelle: Laborwerte, Gräfe und Unzer Verlag GmbH München, 1. Auflage 2016

Die Referenzbereiche sind nicht allgemein gültig, sondern schwanken je nach verwendeter Labormethode.

In der Schwangerschaft besteht zudem ein erhöhter Jodbedarf. Für einen reibungslosen Ablauf benötigt unsere Schilddrüse Jod. Eine zusätzliche Jodsupplementation wird in der Regel auch bei Schilddrüsenerkrankungen empfohlen. Auch sollte bereits bei Kinderwunsch die zusätzliche Einnahme eines Folsäurepräparates erfolgen.

Sobald Frauen schwanger werden möchten, werden sie mit den Begriffen Folsäure oder Folat konfrontiert. Ebenso wie mit den Folgen und Risiken eines Folsäuremangels. Zugegebenermaßen kann das Thema sehr verunsichern, doch insbesondere in der Frühschwangerschaft ist ein gedeckter Folatbedarf von großer Bedeutung.

Welche Schilddrüsenwerte deuten auf eine Über- oder Unterfunktion hin?

In der Schwangerschaft gelten bei allen drei Hormonen etwas niedrigere Blutwerte als normal, was sich durch den Einfluss ansteigender Schwangerschaftshormone, wie Östrogen oder hCG (humanes Choriongonadotropin), erklären lässt.

Um die Funktion der Schilddrüse beurteilen zu können, wird neben den freiverfügbaren T3 und T4 (fT3, fT4) auch der TSH-Wert bestimmt.

TSH steht für Thyreoidea-stimulierendes Hormon, das in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) im Gehirn gebildet wird. Dieses Hormon regt die Schilddrüse an, ihre Arbeit zu tun – nämlich ihrerseits die Produktion der Hormone T3, T4 und Calcitonin zu starten, und Jod aufzunehmen.

Da die genannten Hormone miteinander in Verbindung stehen, lässt sich bei Frauen außerhalb einer Schwangerschaft bereits am TSH-Wert erkennen, ob eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse vorliegen könnte. Zum Beispiel um eventuelle Fehlfunktionen bei Kinderwunsch festzustellen.

Nur in der Schwangerschaft reicht die TSH-Messung nicht aus, weil Schwangerschaftshormone wie Östrogen oder hCG auch die Schilddrüsenhormonwerte verändern. Hier müssen also auch die freien Schilddrüsenhormone T3 und T4 im Blut gemessen werden.

Wenn der TSH-Wert außerhalb des Normalbereichs von 0,4 – 4,2 mU/l liegt, schaut sich der Arzt auch die Konzentrationen von freiem T3 und T4 im Blut an und stellt eine Diagnose. Ein zu hoher TSH-Wert ist ein Zeichen für eine Schilddrüsenunterfunktion, während ein zu geringer TSH-Wert eine Schilddrüsenüberfunktion anzeigen kann.

Die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Störungen der Schilddrüse zählen zu den häufigsten Organerkrankungen überhaupt, insbesondere die Schilddrüsenunterfunktion wird vielfach diagnostiziert. Frauen sind in dem Fall fünfmal häufiger betroffen als Männer. Bei der Unterfunktion ist es so, dass das Gewebe der Schilddrüse dem Körper zu wenig T3 und T4 zur Verfügung stellt. Sofern aber in der Schilddrüse noch Lebensgeister wohnen, lässt sie sich durch vermehrte Ausschüttung von TSH aus der Hirnanhangdrüse motivieren, die lebenswichtigen Hormone T3 und T4 in normaler Menge zu bilden. Diesen Zustand nennen Mediziner latente Schilddrüsenunterfunktion.

Ist die Schilddrüse so zerstört oder erschöpft, dass auch eine noch höhere Dosis von TSH das Organ nicht mehr ausreichend befeuern kann, spricht man von einer manifesten Schilddrüsenunterfunktion. Im Blut sind demzufolge viel zu viel TSH und zu wenig T3 und T4 zu finden.

Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion

Bei Erwachsenen zeigt sich eine Unterfunktion in der Regel nicht von heute auf morgen.

Häufig ist es ein schleichender Prozess mit vielfältigen und teilweise unspezifischen Symptomen, wie zum Beispiel:

Insgesamt kann man sagen, dass fast alle Stoffwechselvorgänge verlangsamt sind. Deswegen klagen Betroffene oft über Verstopfung, nehmen ungewollt an Gewicht zu, obwohl die Ernährung nicht verändert wurde, oder haben unregelmäßige Monatsblutungen.

Zu wenig Schilddrüsenhormone haben auch einen großen Einfluss auf die Stimmung: nicht selten fühlen sich Patienten mit einer Unterfunktion erschöpft, lustlos oder werden depressiv. Auch Haarausfall, trockene Haut, brüchige Nägel und häufiges Frieren können auf eine Hypothyreose hindeuten.

Mögliche Ursachen für eine Schilddrüsenunterfunktion

Etwa einer von 3500 Neugeborenen kommt bereits mit einer Schilddrüsenunterfunktion zur Welt, weil die Schilddrüse komplett fehlt oder nicht richtig ausgebildet ist. Aus diesem Grund wird die Schilddrüsenfunktion beim Neugeborenenscreening am dritten Lebenstag überprüft.

Weitaus häufiger jedoch wird eine Unterfunktion im Laufe des Lebens erworben, dies betrifft bei der manifesten Hypothyreose 1-2% und bei der latenten Ausprägung Schätzungen zur Folge sogar bis zu 10% der Bevölkerung.

Als Ursache ist in den meisten Fällen eine Autoimmunerkrankung (Hashimoto-Thyreoiditis) zu nennen, die eine chronische Entzündung des Organs auslöst. Vom Körper gebildete Antikörper richten sich gegen das Gewebe der Schilddrüse und zerstören es. Warum das passiert, ist noch ungeklärt. Klar hingegen ist, dass ein extremer Mangel an Selen und vor allem Jod zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen kann.

Seltenere Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion:

Die Ursache identifizieren

Neben den allgemeinen Symptomen, die eine Schilddrüsenunterfunktion anzeigen, können weitere Begleiterscheinungen Hinweise auf die eigentliche Ursache liefern. Nachfolgend finden Sie eine Liste der möglichen Symptome verschiedener Ursachen, unterteilt in Anfangsstadium und fortgeschrittenes Stadium.

  1. Hashimoto-Thyreoiditis (Autoimmunthyreoiditis):
    • Anfangsstadium: Leichte Ermüdbarkeit, Trockenheit der Haut, Kälteempfindlichkeit, leichte Gewichtszunahme, Menstruationsunregelmäßigkeiten.
    • Fortgeschrittenes Stadium: Deutliche Gewichtszunahme, starke Müdigkeit und Antriebslosigkeit, ausgeprägte Kälteintoleranz, Verstopfung, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Myxödem (schwere Schwellung der Haut, besonders im Gesichtsbereich).
  2. Jodmangel:
    • Anfangsstadium: Leichte Müdigkeit, geringfügige Kälteempfindlichkeit, Hauttrockenheit, Anschwellen der Schilddrüse (Kropfbildung) als Kompensationsversuch.
    • Fortgeschrittenes Stadium: Deutliche Symptome der Hypothyreose wie Trägheit, deutliche Kälteempfindlichkeit, starke Gewichtszunahme, Verlangsamung der Herzfrequenz, möglicherweise Entwicklung einer Struma mit Atembeschwerden oder Schluckbeschwerden.
  3. Therapeutische Schilddrüsenentfernung oder -zerstörung:
    • Anfangsstadium: Abhängig von der Ersatztherapie; ohne angemessene Hormonersatztherapie schnelle Entwicklung von Hypothyreose-Symptomen wie Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit und Trockenheit der Haut.
    • Fortgeschrittenes Stadium: Ohne Behandlung fortschreitende Symptome einer Hypothyreose, einschließlich Myxödem, Herz-Kreislauf-Probleme, ernsthafte Stoffwechselstörungen.
  4. Angeborene Hypothyreose:
    • Anfangsstadium: Bei Neugeborenen oft schwer zu erkennen; mögliche Anzeichen können Trinkschwäche, verminderte Aktivität, übermäßiges Schlafen, Ikterus neonatorum (verlängerte Gelbsucht) sein.
    • Fortgeschrittenes Stadium: Ohne frühzeitige Behandlung Entwicklungsverzögerungen, Wachstumsstörungen, geistige Behinderung.
  5. Medikamenteninduzierte Hypothyreose:
    • Anfangsstadium: Abhängig vom auslösenden Medikament; leichte Symptome einer Hypothyreose wie Müdigkeit, trockene Haut und leichte Kälteempfindlichkeit können auftreten.
    • Fortgeschrittenes Stadium: Bei fortgesetzter Einnahme des Medikaments ohne Anpassung der Schilddrüsenhormontherapie können sich vollständige Symptome einer Hypothyreose entwickeln, einschließlich Gewichtszunahme, Gedächtnisprobleme und Herz-Kreislauf-Probleme.

Die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Das Gegenteil der Unterfunktion ist die Schilddrüsenüberfunktion, auch Hyperthyreose genannt, die etwas seltener auftritt. Die Schilddrüse ist hier zu aktiv und produziert mehr Hormone als gebraucht werden. Weil zu viel T3 und T4 im Blut zirkulieren, ist der gesamte Stoffwechsel schneller.

Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion

Übermäßig hohe Werte von Schilddrüsenhormonen führen zu einer Beschleunigung der Körperfunktionen.

Die Symptome können unter anderem sein:

Auf ein Zuviel an Schilddrüsenhormonen reagiert der Körper im Grunde gegensätzlich zur Unterfunktion: der Motor läuft schneller. Es wird mehr Energie verbraucht, was zum unbeabsichtigten Gewichtsverlust führen kann. Patienten klagen häufig über Herzrasen, innere Unruhe, Durchfälle und Schwitzen. Manchmal ist ein Patient mit Hyperthyreose auch auf den ersten Blick erkennbar, da der Hormonüberschuss Auswirkungen auf die Augen haben kann, sodass diese sichtbar hervortreten. Aber einige Symptome sind nicht eindeutig zuzuordnen, zum Beispiel können Über- und Unterfunktion mit Haarausfällen und Menstruationsstörungen einhergehen.

Mögliche Ursachen für eine Schilddrüsenüberfunktion

Auch die Überfunktion ist hauptsächlich auf eine Autoimmunerkrankung, Morbus Basedow, zurückzuführen. Diese Erkrankung kommt häufiger bei jungen Menschen vor. Antikörper bringen dabei die Schilddrüse dazu, mehr Hormone zu bilden. Fachleute haben Grund zur Annahme, dass Morbus Basedow durch genetische Veranlagung, psychischen Stress oder Rauchen ausgelöst werden kann. Endgültig geklärt sind die Ursachen aber noch nicht. Auf Rauchen zu verzichten und Stress zu reduzieren, sind trotzdem in jedem Fall gute Maßnahmen.

Manchmal verhält sich die Schilddrüse auch als komplett eigenständiges Organ, ohne auf die Befehle des Gehirns zu reagieren, und produziert scheinbar grundlos zu viele Hormone. Diese Überproduktion findet oft in vereinzelten Knoten (sog. „Heiße Knoten“), medizinisch auch als autonome Adenome bezeichnet, statt. Einer der häufigsten Gründe, ähnlich wie bei einer Vergrößerung der Schilddrüse (Kropf), ist die mangelnde Jodzufuhr. Diese Schilddrüsenautonomie betrifft vor allem ältere Menschen.

Auch kann es in der Schwangerschaft zu einer meist vorübergehenden, nicht behandlungsbedürftigen Überfunktion kommen. Sie tritt häufig im ersten Drittel der Schwangerschaft in Erscheinung und ist in vielen Fällen mit einer Hyperemesis gravidarum und dem steigenden hCG-Wert verbunden. Seltener stehen Krebserkrankungen der Schilddrüse hinter der Überfunktion oder auch eine übermäßige Jodzufuhr, zum Beispiel durch jodhaltige Röntgenkontrastmittel.

Häufige Ursachen einer Schilddrüsenüberfunktion:

Seltenere Ursachen einer Schilddrüsenüberfunktion:

Weitere mögliche Schilddrüsenprobleme in der Schwangerschaft:

Anhaltspunkte für die Ursache hinter der Schilddrüsenüberfunktion

Auch hier können die individuellen Symptome der verschiedenen möglichen Ursachen wichtige Anhaltspunkte für die Diagnose der eigentlichen Ursache hinter der Schilddrüsenüberfunktion liefern.

  1. Morbus Basedow (Graves-Krankheit):
    • Anfangsstadium: Nervosität, erhöhte Reizbarkeit, Wärmeintoleranz, vermehrtes Schwitzen, unerklärlicher Gewichtsverlust trotz gesteigerten Appetits, leichte Ermüdbarkeit.
    • Fortgeschrittenes Stadium: Hervortreten der Augen (Exophthalmus), sichtbare Schwellung am Hals durch vergrößerte Schilddrüse (Struma), Herzrhythmusstörungen, Muskelschwäche, erheblicher Gewichtsverlust.
  2. Schilddrüsenautonomie:
    • Anfangsstadium: Ähnlich wie bei Morbus Basedow, jedoch oft weniger ausgeprägt; leichte Nervosität, Wärmeintoleranz, gesteigerter Appetit.
    • Fortgeschrittenes Stadium: Deutliche Gewichtsabnahme, Tachykardie (beschleunigter Herzschlag), erhöhter Blutdruck, Zittern, möglicherweise Entwicklung einer Struma.
  3. Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis):
    • Anfangsstadium: Anfangs möglicherweise Schmerzen im Bereich der Schilddrüse, Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl, gefolgt von Symptomen einer Hyperthyreose wie Nervosität und Gewichtsverlust.
    • Fortgeschrittenes Stadium: Nach dem akuten Entzündungsstadium kann es zu einer vorübergehenden Hypothyreose kommen, bevor sich die Schilddrüsenfunktion normalisiert. In der hyperthyreoten Phase können Symptome wie Tachykardie und Unruhe auftreten.
  4. Überdosierung von Schilddrüsenhormonen:
    • Anfangsstadium: Leichte Symptome einer Hyperthyreose wie Nervosität, Herzklopfen, leichte Gewichtsabnahme, erhöhte Körpertemperatur.
    • Fortgeschrittenes Stadium: Deutliche Symptome einer Hyperthyreose mit starkem Gewichtsverlust, Herzrhythmusstörungen, Zittern, Angstzuständen, möglicherweise Osteoporose bei langfristiger Überdosierung.
  5. Jodinduzierte Hyperthyreose:
    • Anfangsstadium: Leichte Symptome einer Hyperthyreose, insbesondere bei Personen mit vorbestehenden Schilddrüsenerkrankungen; gesteigerter Appetit, Nervosität, Schwitzen.
    • Fortgeschrittenes Stadium: Starke Symptome einer Hyperthyreose wie Gewichtsverlust, Tachykardie, erhöhte Blutdruckwerte, Schlaflosigkeit, bei langfristiger Exposition möglicherweise Entwicklung einer Struma.

In diesem Beitrag erfahren Sie alles Wichtige rund um das Thema „Tee bei Kinderwunsch“ von Autorin Michelle Krebs, pharmazeutisch-technische Assistentin. Sie informiert Frauen mit Kinderwunsch umfassend, welche Teesorten empfehlenswert sind und dabei helfen können, schwanger zu werden. 

Wie gefährlich ist eine Schilddrüsenerkrankung?

Wird eine Störung der Schilddrüse nicht erkannt und behandelt, kann es bei ausgeprägten Formen neben unangenehmen Symptomen auch schwere Schäden verursachen. Eine unentdeckte Unterfunktion kann zu psychischen Veränderungen mit Halluzinationen zur Folge haben. Langfristig ist eine Herzmuskelschwäche, erhöhte Cholesterinwerte mit erhöhten Infarktrisiko oder sogar Komazustände möglich. Für Kinder ist ein Mangel an Schilddrüsenhormonen besonders gravierend, da er die geistige und sprachliche Entwicklung und das körperliche Wachstum verzögern kann. Die unbehandelte Überfunktion kann im schlimmsten Fall lebensbedrohlich werden, weil das Herz so unter Strom steht, dass das Risiko für Herzrhythmusstörungen und Vorhofflimmern erhöht ist.

Folgen und Risiken einer Schilddrüsenerkrankung bei Kinderwunsch und Schwangerschaft?

Wenn die Schilddrüse nicht richtig funktioniert, ist es möglich, dass der Kinderwunsch über lange Zeit unerfüllt bleibt. Durch die Beeinträchtigung im Stoffwechsel ist oftmals der Zyklus der Frau gestört: die Menstruation bleibt aus oder ist unregelmäßig, was die Chance auf eine Schwangerschaft deutlich verringert. Kommt es dennoch zu einer Befruchtung, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt, insbesondere in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft. Liegt eine Unterfunktion vor, kann sie Komplikationen für Mutter und Kind mit sich bringen: erhöhtes Risiko der Frühgeburt, niedriges Geburtsgewicht oder psychomotorische und intellektuelle Einschränkungen des Kindes.

Bei der Überfunktion besteht unter anderem die Gefahr, dass das Kind an Herz-Kreislauferkrankungen, wie Herzschwäche oder Bluthochdruck, leidet. Außerdem können Fütterungsprobleme und mangelnde Gewichtszunahme auftreten, sowie die Vergrößerung verschiedener Organe des Kindes (Leber, Milz oder Schilddrüse).

Mögliche Folgen & Auswirkungen einer unbehandelten Schilddrüsenunterfunktion

Mögliche Folgen & Auswirkungen einer unbehandelten Schilddrüsenüberfunktion

Da sich unsere Schilddrüse auch auf die Fruchtbarkeit auswirkt, ist es empfehlenswert, die Schilddrüsenwerte bereits bei Kinderwunsch kontrollieren zu lassen. Bei einzunehmenden Schilddrüsenmedikamenten sind manchmal nur minimale Anpassungen notwendig, um die Aussicht auf eine Schwangerschaft zu erhöhen.

Ab wann sollten Sie zum Arzt?

Routinemäßig wird die Schilddrüse übrigens beim Frauenarzt nicht untersucht, sodass eine Schilddrüsenerkrankung unentdeckt bleiben kann.

Ohne konkrete Beschwerden ist eine TSH-Bestimmung eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL), deren Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen wird. Wenn die IGeL in Anspruch genommen wird, erfolgt die Überprüfung der Schilddrüse durch TSH-Messung im Blut und kostet die Patientin 20 bis 30 Euro. Diese Bestimmung wird oft zusammen mit einem Ultraschall als „Schilddrüsen-Check“ angeboten.

Eine Erkrankung der Schilddrüse äußert sich während der Schwangerschaft mit den gleichen Symptomen wie vorher.

Das heißt, wenn Sie Veränderungen wahrnehmen, wie zum Beispiel mangelnde Leistungsfähigkeit, Müdigkeit, Verstopfung, Frieren oder Haarausfall, kann es auf eine Schilddrüsenunterfunktion hindeuten.

Bei Durchfall, Herzrasen, Schwitzen oder Gewichtsabnahme kann eine Überfunktion vorliegen. Alle Anzeichen sollten umgehend dem Arzt mitgeteilt werden, damit eine eventuelle Störung entdeckt und behandelt wird.

Trotz Schilddrüsenerkrankung schwanger werden – ist das möglich?

Die gute Nachricht zuerst: eine Schilddrüsenstörung ist heutzutage kein Grund mehr für einen unerfüllten Kinderwunsch! Wichtig ist, dass die Symptome erkannt werden, sodass der Arzt die richtige Diagnose stellen kann und eine optimale Behandlung erfolgt.

Während der Schwangerschaft ist eine engmaschige Überprüfung der Schilddrüsenwerte, auch bei bereits bekannter Über- oder Unterfunktion, durch den Frauenarzt oder Endokrinologen notwendig.

Schwanger mit Schilddrüsenunterfunktion:

Schwanger mit Schilddrüsenüberfunktion:

Kinderwunsch und Schwangerschaft sind mit einer Schilddrüsenüber- oder Unterfunktion heute keine Seltenheit mehr. Im besten Fall wurde eine mögliche Erkrankung im Vorfelde erkannt und eine nötige Behandlung begonnen. Zu beachten ist die regelmäßige Kontrolle, die Einnahme verordneter Schilddrüsenmedikamente sowie eine gesunde und angepasste Ernährung. So stellen Sie nicht nur die Versorgung Ihres ungeborenen Kindes sicher, auch trägt es zu Ihrem Wohlbefinden bei.

Wie werden Schilddrüsenerkrankungen in der Schwangerschaft behandelt?

Behandlung der Unterfunktion

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann während der Schwangerschaft auftreten, oder bereits bekannt und in Behandlung sein. In beiden Fällen muss eine engmaschige Überwachung erfolgen und die Medikation angepasst werden. Was der Körper nicht mehr selbst herstellen kann, nämlich das T4 (Thyroxin), muss meist lebenslang ersetzt werden. Durch regelmäßige Blutuntersuchung werden die Schilddrüsenwerte gecheckt und die Menge des Hormons gegebenenfalls angepasst. Frauen, die schon vor der Schwangerschaft L-Thyroxin einnehmen, bekommen& in der Schwangerschaft meistens 25-30% mehr, da das Baby mitversorgt werden muss. Die Tabletteneinnahme erfolgt in der Regel nüchtern, eine halbe Stunde vor dem Essen. Werden noch andere Medikamente eingenommen, kann es zu Wechselwirkungen kommen. Halten Sie dazu bitte in der Apotheke Rücksprache.

Behandlung der Überfunktion

Eine milde Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft ist häufig und normalisiert sich häufig von allein wieder. Man spricht hier auch von einer latenten schwangerschaftsbedingten Überfunktion. Eine Behandlung wird dann notwendig, wenn es sich um eine manifeste Hyperthyreose handelt, da diese sonst schwerwiegende Folgen für die Schwangerschaft und das Ungeborene haben kann. Fehlgeburten, Frühgeburten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Missbildungen bzw. vergrößerte Organe des Kindes werden begünstigt. Häufige Ursachen für eine Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft sind die Basedowsche-Krankheit oder die funktionelle Autonomie. Hier muss die Schilddrüse gebremst werden, was mit sogenannten Thyreostatika, beispielsweise dem Wirkstoff Carbimazol, erfolgen kann. Je nach Schwere der Erkrankung wird die Dosis mit Hilfe von Blutwerten bestimmt. Bei schwangeren Frauen achtet der Arzt genau darauf, dass die Patientin die kleinste Dosis erhält, um gerade noch gut eingestellt zu sein. Zu viel von dem Thyreostatikum könnte sich negativ auf das Baby auswirken.

Worauf sollten Sie im Alltag oder bei der Ernährung achten?

Neben der korrekten Einnahme Ihrer Schilddrüsenmedikamente ist es wichtig auf Veränderungen zu achten. Tritt zum Beispiel bei der Behandlung der Unterfunktion plötzlich Herzklopfen, Zittern oder Durchfall auf, muss der Arzt informiert werden, der eventuell dann die Dosierung verringert. Unterstützend kann es hilfreich sein, die eigene Ernährung zu betrachten. Schilddrüsenerkrankungen lassen sich zwar nicht durch bestimmte Ernährungsweisen heilen, aber einige Lebensmittel können einen positiven oder negativen Einfluss auf die Krankheit haben. Hier sind insbesondere Nahrungsmittel mit hohem Jodgehalt zu nennen. Viel Jod enthalten unter anderem Meeresalgen, Meeresfrüchte (z. B. Muscheln, Garnelen), Seefische (z. B Lachs, Kabeljau, Thunfisch), jodiertes Salz, Roggenbrot, Vollmilch und Kiwis.

Patienten mit einer Unterfunktion profitieren eher von diesen Lebensmitteln, während Patienten mit einer Überfunktion beim Verzehr jodhaltiger Speisen zurückhaltend sein sollten. Ein Sushi-Abend mit Fisch und Algen ist also nicht für jeden gut geeignet. Auch anregende Getränke wie Kaffee, Cola oder Alkohol sind bei der Überfunktion eher zu meiden, weil sie den bereits zu aktiven Stoffwechsel noch weiter befeuern. Wenn Sie schwanger sind oder werden wollen und eine Unterfunktion haben, ist der erhöhte Jodbedarf für gewöhnlich nicht allein durch die Ernährung zu decken. Deshalb wird empfohlen, 150 – 200 Mikrogramm Jod zusätzlich einzunehmen. Lassen Sie sich bei Ihrem Arzt oder Apotheker über geeignete Nahrungsergänzungsmittel beraten, die alle empfohlenen Inhaltsstoffe abdecken. Darüber hinaus kann das Spurenelement Selen der schwachen Schilddrüse in ihrer Funktion helfen. Selenreiche Lebensmittel sind beispielsweise Fisch, Fleisch, Eier, Nüsse, Kohl und Spargel.

Ernährung mit Schilddrüsenunterfunktion:

Ernährung mit Schilddrüsenüberfunktion:

„In meiner Apotheke habe ich bereits viele Frauen zum Thema Schilddrüsenerkrankungen beraten. Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass die Diagnose mit all ihren Auswirkungen und die Aussicht darauf, eventuell lebenslang auf Hormontabletten angewiesen zu sein, erst einmal Sorgen bereitet und zu vielen Fragen führt. Allerdings stehen Sie keineswegs allein da, denn Schilddrüsenerkrankungen, vor allem die Unterfunktion, sind sehr weit verbreitet. Das hat den Vorteil, dass ein großer Erfahrungsschatz bei der Erkennung und Behandlung zur Verfügung steht, und passgenau für jede Patientin die richtige Behandlungsstrategie entwickelt werden kann. Eine Schilddrüsenerkrankung sollte kein K.o.-Kriterium für einen Kinderwunsch darstellen. Wichtig ist nur, ein paar Dinge möglichst im Vorfelde zu beachten und eine nötige Tabletteneinnahme auch in der Schwangerschaft einzuhalten. Schilddrüsenerkrankungen sind weit verbreitet, umso schöner, dass die meisten Babys trotzdem gesund und zufrieden zur Welt kommen!“ Annika Paulsen, Apothekerin

Stand: 09/2024

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Der vaginale pH-Wert sollte zwischen 3,8 und 4,4 liegen, also im sauren Bereich. Ob das bei ihnen der Fall ist, können werdende Mütter z.B. ganz einfach mit einem Selbsttest ermitteln. Zeigt sich dann, dass der vaginale pH-Wert bei 4,5 oder darüber liegt, kann das dafür sprechen, dass die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht geraten ist. Um Komplikationen vorzubeugen, sollten Schwangere derartige Veränderungen zeitnah mit ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt besprechen und abklären lassen.

In der Schwangerschaft stellt eine intakte und abwehrstarke Intimflora den größten Schutz für das ungeborene Baby und den Schwangerschaftsverlauf dar. Untersuchungen bestätigen einen Zusammenhang zwischen dem Vorliegen einer bakteriellen Vaginose und dem Auftreten verschiedener Komplikationen während der Schwangerschaft. Umso wichtiger ist das rechtzeitige Erkennen und eine geeignete Behandlung der BV bereits bei Kinderwunsch und zu Beginn der Schwangerschaft.

Ganz gleich, ob Sie sich sehnlich ein Baby wünschen oder eben nicht: Anhand des Ausflusses können Sie viel über Ihre fruchtbaren und unfruchtbaren Tage erfahren und dies – unter Vorbehalt – für Familienplanung und Verhütung nutzen.

Autorin
Annika Paulsen

Approbierte Apothekerin und Filialleiterin, ausgebildete pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA)

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Geprüft von
Dipl. Chemikerin Mariola Matura

Chief Scientific Officer
Chief Scientific Officer, Qualified Person §15 AMG, Universitätslehrgang „Pharmazeutisches Qualitätsmanagement“

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Übelkeit in der Schwangerschaft verstehen und lindern

Übelkeit in der Schwangerschaft ist ein Symptom, das viele werdende Mütter, besonders im ersten Trimester, begleitet. Obwohl es ein ganz normales Zeichen für die tiefgreifenden Veränderungen im Körper ist, kann es den Alltag erheblich beeinträchtigen. Hier gibt es praktische Ratschläge, wie Sie mit Schwangerschaftsübelkeit umgehen können, ab wann ein Arztbesuch notwendig ist und welche Tipps es gibt, um die Beschwerden zu lindern.

  • Wann kommt es zu Schwangerschaftsübelkeit? Sie tritt normalerweise zwischen der 5. und 6. SSW auf und endet meist spätestens bis zum Ende der zwanzigsten Schwangerschaftswoche.
  • Ist eine Schwangerschaftsübelkeit gefährlich? Ein Gefühl von Übelkeit in der Schwangerschaft ist in der Regel ungefährlich, sowohl für das ungeborene Baby als auch für die werdende Mutter.
  • Was löst Schwangerschaftsübelkeit aus? Insbesondere Gerüche, wie beispielsweise Kaffee oder Parfüm, die vor der Schwangerschaft oft angenehm empfunden wurden, können die Schwangerschaftsübelkeit auslösen. Auch eine plötzliche Abneigung gegen Fleisch ist häufig.
  • Was kann man selbst tun? So wie Gerüche häufig der Auslöser für die Übelkeit sind, so gibt es auch Gerüche, die als besonders angenehm empfunden werden und die Übelkeit mildern können, z. B. Zitrone, Orange und Lavendel. Eine ausgewogene Ernährung mit mehreren kleinen Mahlzeiten über den Tag verteilt, hat sich bewährt.
  • Hat die Schwangerschaftsübelkeit Auswirkungen auf das Ungeborene? Wenn die Kontrollen beim Frauenarzt keine Auffälligkeiten ergeben und kein Gewichtsverlust der Schwangeren besteht, kann man davon ausgehen, dass das Baby mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt ist. Halten Sie dazu bitte Rücksprache mit Ihrem Frauenarzt.

Kein Grund zur Sorge, Sie können die Übelkeit lindern

Eine Schwangerschaft gehört zu den wohl beeindruckendsten Erfahrungen im Leben einer Frau. Bestand zudem ein konkreter Kinderwunsch, scheint die Welt plötzlich still zu stehen. Ein neues Leben wächst heran und erfüllt die werdenden Eltern mit tiefem Glück. Das Leben, die Beziehung, die eigenen Gedanken – alles ändert sich blitzartig. Doch trotz aller Vorfreude und auch bei bester Gesundheit, kann sie die werdende Mutter treffen – die Schwangerschaftsübelkeit.

Sie tritt sogar recht häufig auf. Entgegen aller Erwartungen blühen nicht alle Frauen im ersten Trimester auf und strahlen von innen heraus, im Gegenteil, vielen ist ganz einfach nur noch schlecht. In den meisten Fällen tritt die Schwangerschaftsübelkeit in den ersten Schwangerschaftswochen (SSW) auf, meist zwischen der 5. und 6. SSW und vergeht so schnell, wie sie gekommen war. Mit Erreichen der 10. Woche erlangt sie ihren Höhepunkt, um dann nach der 14. SSW wieder abzuklingen. Häufig ist eine einfache Schwangerschaftsübelkeit also zeitlich begrenzt und muss nicht behandelt werden.

Auch sind die Sorge um mögliche Folgen für das Ungeborene meist unbegründet, denn in der Regel hat die Schwangerschaftsübelkeit keinerlei negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Mutter und Kind.

Was versteht man unter Schwangerschaftsübelkeit?

Unter einer Schwangerschaftsübelkeit versteht man Übelkeit, die allein oder in Kombination mit Erbrechen auftreten kann. Der Fachausdruck für eine Schwangerschaftsübelkeit mit Erbrechen lautet: Emesis gravidarum. In den allermeisten Fällen begleitet die Schwangerschaftsübelkeit die werdende Mutter im 1. Trimenon, das heißt im ersten Schwangerschaftsdrittel. Sie tritt normalerweise zwischen der fünften und sechsten Woche auf und endet bis zum Ende der zwanzigsten Woche. Diese Zeit, auch wenn es sich strenggenommen nur um ein paar Wochen handelt, erscheint vielen Paaren endlos. Viele erleben ein Wechselbad der Gefühle, da sie einerseits die ganze Welt vor Freude umarmen könnten, andererseits hindert sie die ständige Übelkeit an einfachsten Aufgaben. So kann es vorkommen, dass es unmöglich ist, seiner Arbeit nachzugehen und auch der Alltag kann zur Belastungsprobe werden. Mögliche Ängste oder Unsicherheiten im Umgang mit der Schwangerschaftsübelkeit, insbesondere durch die eigene Familie oder Freunde, machen die Situation oft unnötig kompliziert. Eine Schwangerschaftsübelkeit ist zwar unangenehm, doch Sorgen und Unverständnis können das Wohlbefinden der werdenden Mama noch verschlechtern.

Bei einer starken Schwangerschaftsübelkeit und anhaltendem Erbrechen ist es also ratsam, mit seinem behandelnden Gynäkologen zu sprechen. Denn dieser kann am besten einschätzen, ob es sich um eine unkomplizierte Schwangerschaftsübelkeit handelt oder ob die schwere Form, das unstillbare Erbrechen (Hyperemesis gravidarum) erreicht wurde. Eine Hyperemesis gravidarum muss entsprechend beobachtet und eine ärztliche Versorgung sichergestellt werden.

Wann mit Schwangerschaftsübelkeit zum Arzt?

Fühlen Sie sich krank und haben Sie Bedenken, dann vertrauen Sie sich bitte Ihrem Gynäkologen an. In den meisten Fällen ist eine Schwangerschaftsübelkeit harmlos und kommt ohne eine ärztliche Behandlung aus. Anhaltende Übelkeit und mehrmaliges Erbrechen, das mit einem erhöhten Krankheits- und Schwächegefühl einhergeht, sollte umgehend mit dem behandelnden Gynäkologen besprochen werden. Sie machen sich einfach Sorgen? Wenden Sie sich an Ihre Arztpraxis oder an Ihre Hebamme und vertrauen Sie auf deren Erfahrungen.

Ein Warnzeichen, das auf jeden Fall untersucht werden muss, ist das erstmalige oder erneute Auftreten von Schwangerschaftsübelkeit nach der 20. Schwangerschaftswoche.

In seltenen Fällen (etwa bei 0,2% bis 2% aller schwangeren Frauen) kann es durch langanhaltende Übelkeit mit Erbrechen zu einem Nährstoffmangel und Flüssigkeitsverlust kommen, was dann als Hyperemesis gravidarum bezeichnet wird. Von einem derart häufigen Erbrechen bzw. starker Schwangerschaftsübelkeit ist die Rede, wenn betroffene Frauen sich fünf- bis zehnmal am Tag übergeben müssen, egal, ob sie etwas gegessen und getrunken haben oder nicht.

Die Folge können Stoffwechselstörungen, Flüssigkeitsmangel und kritischer Gewichtsverlust sein, was zu Komplikationen für die Mutter und das Ungeborene führen kann, zum Beispiel zu Schädigungen der Nerven- und Hirnfunktionen. Zudem gehen wichtige Elektrolyte durch das Erbrechen verloren. Eine ärztliche Behandlung ist dann unbedingt und zeitnah erforderlich.

Eine Schwangere mit Hyperemesis gravidarum gehört in die Obhut eines Arztes, in der Regel erfolgt eine stationäre Behandlung im Krankenhaus. Dort wird die Patientin mit Flüssigkeit und wichtigen Nährstoffen versorgt und erhält Medikamente gegen die Übelkeit, die in der Schwangerschaft geeignet sind.

Begünstigt wird schweres Schwangerschaftserbrechen mitunter durch die hormonellen Veränderungen im Rahmen der Schwangerschaft, vorallem durch den steigenden β-hCG-Spiegel (humanes Choriongonadotropin), der die Schwelle des Brechzentrums im Gehirn herabsetzt, bei dem es den Würgereiz auslöst. Doch auch beeinflussbare psychsoziale Risikofaktoren wie Ängste, Stress und Konfliktsituationen können die Hyperemesis gravidarum begünstigen.

Warnzeichen auf die Sie achten sollten:

In der Schwangerschaft stellt eine intakte und abwehrstarke Intimflora den größten Schutz für das ungeborene Baby und den Schwangerschaftsverlauf dar. Untersuchungen bestätigen einen Zusammenhang zwischen dem Vorliegen einer bakteriellen Vaginose und dem Auftreten verschiedener Komplikationen während der Schwangerschaft. Umso wichtiger ist das rechtzeitige Erkennen und eine geeignete Behandlung der BV bereits bei Kinderwunsch und zu Beginn der Schwangerschaft.

Auslöser für Schwangerschaftsübelkeit

Oft wird sie von zuvor als angenehm empfundenen Gerüchen ausgelöst. Das kann der bis dato geliebte Kaffee sein oder das ein paar Tage zuvor noch angenehm duftende Parfüm. Viele Schwangere entwickeln eine Abneigung gegen Fleisch.

Der Begriff Morgenübelkeit ist dabei irreführend, da tatsächlich nur wenige der betroffenen Schwangeren ausschließlich an Morgenübelkeit leiden, während die meisten Frauen den ganzen Tag mit der Übelkeit zu kämpfen haben. Früher sagte man, das habe seinen Grund. Als Schwangere wisse man instinktiv, was gut für einen ist oder was dem Ungeborenen eventuell schaden könnte. Das Ungeborene wurde so beispielsweise vor verdorbenen Lebensmitteln geschützt. Auch schrieb man der Schwangerschaftsübelkeit eine gewisse Sicherheit zu.

Tatsächlich sprechen Untersuchungen für den Zusammenhang einer Schwangerschaftsübelkeit und einem positiven Verlauf der frühen Schwangerschaft.

Mögliche Folgen für das Baby

Eine einfache Schwangerschaftsübelkeit hat normalerweise keine Auswirkungen auf die Nährstoffversorgung des Ungeborenen. Sofern die regelmäßigen Kontrollen beim Frauenarzt keine Auffälligkeiten ergeben und kein Gewichtsverlust der Schwangeren besteht, kann man davon ausgehen, dass das Baby mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt ist. Halten Sie dazu bitte Rücksprache mit Ihrem Frauenarzt.

„Die normale Schwangerschaftsübelkeit ist zwar für die Mutter unangenehm, sie ist aber für das Ungeborene nicht gefährlich.“

Professor Gitsch, Universitätsklinikum Freiburg

Zunächst einmal ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und sich bewusst zu machen, dass eine einfache Schwangerschaftsübelkeit nichts Gefährliches ist. Es besteht normalerweise keinerlei Gefahr für das ungeborene Baby. Dieses Wissen hilft in vielen Fällen schon, die Schwangerschaftsübelkeit als gegeben hinzunehmen. Mit der Aussicht, dass sie in den meisten Fällen ohnehin nach ein paar Wochen zurückgeht und keinerlei negative Auswirkungen zu erwarten sind, lässt sich diese Zeit viel besser überstehen. Sieht man die Schwangerschaftsübelkeit als eine Art Begleiterscheinung der hormonellen Umstellung an, lässt sie sich erfahrungsgemäß besser ertragen.

Zudem kann es hilfreich sein, auslösende Faktoren zu erkennen und bestenfalls zu eliminieren. Das kann beispielsweise das Lieblingsparfüm oder das Rasierwasser des Mannes sein. Entspannung, ein Glas frischgekochten Ingwertee oder der Duft nach frischen grünen Äpfeln können bei akuter Übelkeit bereits Linderung verschaffen.

Was hilft bei Schwangerschaftsübelkeit?

Gegen Schwangerschaftsübelkeit lässt sich schon mit einfachen Maßnahmen gegensteuern, beispielsweise anhand eines Ernährungsplanes. Zunächst muss die Schwangere herausfinden, ob es bestimmte Speisen oder Getränke gibt, welche die Übelkeit hervorrufen.

Diese sollten dann möglichst gemieden werden. In vielen Fällen wird die Schwangerschaftsübelkeit auch durch Gerüche ausgelöst, die zuvor noch fester Bestandteil des Alltags waren. Sehr häufig ist das der Geruch nach frischem Kaffee oder man verträgt aus heiterem Himmel das Lieblingsparfüm nicht mehr.

Andere Gerüche wiederum, werden von Schwangeren häufig als angenehm empfunden und können sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken.

Dazu zählen in erster Linie frische Düfte wie beispielsweise:

Gönnen Sie sich Ruhe und Entspannung. Besonders beliebt sind Aromaduschen mit dem Duft nach frischen Zitronen. Probieren Sie aus, was Ihnen guttut.

Welche Nahrungsmittel eignen sich für Schwangere besonders?

Eine gesunde und abwechslungsreiche Kost schmeckt nicht nur gut, auch ist der Bedarf vieler Nährstoffe in der Schwangerschaft erhöht. Das bedeutet aber nicht, das jetzt zwangsläufig mehr gegessen werden muss.

Wichtiger ist es, richtig zu essen und die wichtigen Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente aufzunehmen:

Der eigentliche Grundumsatz oder Energiebedarf erhöht sich in den ersten Wochen kaum. Ab der zweiten Hälfte der Schwangerschaft sollten dann 200 – 300 kcal hinzukommen. Umso wichtiger ist eine ausgewogene und nährstoffhaltige Ernährung.

Wie Ernährung die Schwangerschaftsübelkeit mildern kann

Neben dem Verzicht auf Getränke und Speisen, die Unverträglichkeiten hervorrufen könnten, sollen Schwangere möglichst mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt, zu sich nehmen. Leidet die Schwangere überwiegend unter Morgenübelkeit, kann es helfen, sich schon abends einen Zwieback bereitzulegen und diesen noch vor dem Aufstehen zu essen. Auf sehr fettige und stark gewürzte Speisen sollte nach Möglichkeit ebenfalls verzichtet werden. Eine ausgewogene, ballaststoff- und vitaminreiche Kost ist empfehlenswert und soll Mutter und Ungeborenes mit wichtigen Nährstoffen versorgen.

Nehmen Sie nach Möglichkeit fünf bis sechs kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich.

Über den Tag verteilt können kleinere Mahlzeiten einer Schwangerschaftsübelkeit vorbeugen. Auch leiden viele Schwangere häufig unter Sodbrennen, das ebenfalls mit Speisen, die nicht zu schwer im Magen liegen, positiv beeinflusst werden kann. Als Zwischenmahlzeit eignen sich selbstgemachte Smoothies, Obstsalate oder auch Joghurts. Ein Glas kalte Milch hat sich zum Beispiel gegen Sodbrennen bewährt.

Wichtige Nährstoffquellen sind Fleisch und Fisch.

Auch wenn viele Schwangere eine Abneigung gegen Fleisch verspüren, so ist Fleisch doch ein sehr guter Eisenlieferant. Versuchen Sie fettarme Fleischsorten mit frischem Gemüse zu kombinieren. Fettreicher Fisch ist gesund und eine ausgezeichnete Eiweißquelle. Er liefert neben Jod und wertvollen Omega-3-Fettsäuren auch DHA (Docosahexaensäure), diese ist besonders wichtig für die Entwicklung der Sehfunktion und des Gehirns des Ungeborenen.

Bevorzugen Sie frisches Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte.

Viel frisches Obst und Gemüse sollten täglich auf Ihrem Speiseplan stehen, denn diese sind nicht nur gesund und schmecken gut, auch liefern sie wichtige Nährstoffe für Sie und Ihr Baby. Die Speisen sollten nicht zu stark gewürzt werden. Auf Zucker, Weißmehl und Fertigprodukte sollte nach Möglichkeit verzichtet werden.

Trinken Sie ausreichend, am besten Wasser, Tee oder Saftschorlen

Viele Schwangere vertragen Getränke ohne Kohlensäure besser, auch sollte der Koffeinkonsum begrenzt werden. In unserem Artikel über Kinderwunschtees sprechen wir auch über Tees, die für Schwangere besonders geeignet sind.

Muss ich wegen des Erbrechens in der Schwangerschaft mehr essen?

Auch wenn unsere Großmütter vielleicht noch davon überzeugt waren, Essen für Zwei gehört der Vergangenheit an. In der gesamten Zeit der Schwangerschaft wird eine Gewichtszunahme von ca. 12,5 kg empfohlen. In den ersten Wochen, genauer gesagt bis zur 20. Schwangerschaftswoche, sogar nur 1-3 kg. Bei starker Übelkeit und mehrmaligen Erbrechen wenden Sie sich bitte an Ihren Frauenarzt.3

Wie wird Schwangerschaftsübelkeit behandelt?

Eine normale Schwangerschaftsübelkeit bedarf normalerweise keiner Therapie. Empfehlungen zur Linderung richten sich nach der Ausprägung der Schwangerschaftsübelkeit und beschränken sich in der Regel auf Empfehlungen zur Vermeidung möglicher Auslöser (Verbannung der Kaffeemaschine) sowie Tipps & Tricks zur geeigneten Ernährung.

In den meisten Fällen wirkt die Erkenntnis, dass es sich um nichts Schlimmes handelt, schon Wunder. In vielen Fällen ist eine Ernährungsumstellung und mehr Ruhe schon hilfreich. Alle Faktoren, die bei Ihnen persönlich eine Schwangerschaftsübelkeit begünstigen, sollten nach Möglichkeit entfernt werden. Insbesondere Gerüche wie Kaffeeduft oder Parfüm lösen bei Schwangeren besonders häufig Unbehagen aus. In jedem Fall sollten Sie bei Übelkeit und Erbrechen mit Ihrem behandelnden Arzt sprechen, er kann am besten entscheiden, ob eine Behandlung notwendig ist und ob sich Ihr Baby gut entwickelt.

Sollten sich die Schwangerschaftsübelkeit mit den empfohlenen Maßnahmen nicht bessern, so kann mit Akupunktur oder der Einnahme von Vitamin B6 versucht werden, eine Linderung zu erzielen. Lassen Sie sich dazu am besten in der Apotheke beraten und halten sie Rücksprache mit Ihrem Frauenarzt. Wenn erforderlich wird er Ihnen ein Antihistaminikum gegen die Übelkeit und den Brechreiz verschreiben.

Welche Nahrungsergänzungsmittel sollte ich einnehmen?

Bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft gibt es einige wenige Nährstoffe, die nicht oder nur schwer in ausreichender Menge mit der Nahrung aufgenommen werden können. Daher empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hier die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln. Dazu zählen Jod und Folsäure, bereits bei Kinderwunsch.

Sollten Sie keinen Fisch zu sich nehmen, kann eine DHA-Supplementation empfohlen werden (200 mg DHA/Tag). Wenn Sie sich vegan ernähren, sollten Sie gegebenenfalls Ihre Blutwerte kontrollieren lassen, denn die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen wie u.a. Eisen, Zink und Vitamin B12 kann unzureichend sein. Wichtig: Eine zusätzliche Eisensupplementation sollte nur nach Rücksprache mit dem Arzt, bei einem diagnostizierten Eisenmangel, erfolgen. Auch können Vitaminpräparate zusätzlich auf den Magen schlagen. Wählen Sie nach Möglichkeit einen Zeitpunkt, an dem Sie die Einnahme gut vertragen und weniger unter Brechreiz leiden.

Weitere Informationen finden Sie unter folgender Seite: Deutsche Gesellschaft für Ernährung – Einheitliche Handlungsempfehlungen für die Schwangerschaft

Ein schöner Spaziergang in der Winterlandschaft kann in dieser Jahreszeit ganz bezaubernd sein, Raureif glitzert in der Sonne und wir genießen die schöne kühle Schneeluft. Damit unser Körper jedoch bei Kinderwunsch und Schwangerschaft ausreichend mit Vitamin D versorgt wird, braucht es ein wenig mehr, insbesondere in der kalten Jahreszeit.

Sobald Frauen schwanger werden möchten, werden sie mit den Begriffen Folsäure oder Folat konfrontiert. Ebenso wie mit den Folgen und Risiken eines Folsäuremangels. Zugegebenermaßen kann das Thema sehr verunsichern, doch insbesondere in der Frühschwangerschaft ist ein gedeckter Folatbedarf von großer Bedeutung.

Welche Hausmittel helfen wirklich? Alles zum Multitalent Ingwer

Ingwer ist für seine zahlreichen positiven Eigenschaften bekannt. Bereits in der Antike wurde auf die heilende Wirkung der Ingwerknolle vertraut. Ingwer enthält reichlich Gingerole (Scharfstoffe), welche ihm seinen unverwechselbaren Geschmack verleihen. Neben zahlreichen Mineralstoffen (u.a. Zink und Eisen) und Vitaminen (u.a. Vitamin C sowie wichtige B-Vitamine) ist er auch reich an ätherischen Ölen. Ingwer beruhigt Magen und Darm, wärmt von innen und wirkt entzündungshemmend.

Kurzum, Ingwer stärkt unser Immunsystem. Doch darüber hinaus vermag er auch gegen eine leichte Schwangerschaftsübelkeit zu helfen und kann somit als natürliches Mittel probiert werden.

Unser Rezeptvorschlag bei leichter Schwangerschaftsübelkeit:

Für einen wohltuenden Ingwertee verwenden wir frischen Ingwer, am liebsten aus dem Bioladen. Dieser sollte gründlich gewaschen werden, Schälen wäre in diesem Fall nicht nötig. Im Anschluss werden möglichst viele kleine Stücke geschnitten, damit der Ingwer im Tee sein volles Aroma entfalten kann. Danach fügen wir frisch gepressten Zitronensaft und ein wenig Apfelsaft hinzu. Das Ganze mit heißem Wasser übergießen und ein paar Minuten ziehen lassen. Je länger der Tee zieht, desto schärfer wird der Geschmack unseres selbstgemachten Ingwertees. Nun noch nach Belieben mit Honig oder ähnlichem süßen und et voila fertig ist unser Helfer gegen die Übelkeit.

Ursachen: wieso vermehrtes Erbrechen und Übelkeit in der Schwangerschaft?

Die genauen Hintergründe der Schwangerschaftsübelkeit sind noch nicht abschließend geklärt. Verschiedene Faktoren, wie u.a. die hormonelle Umstellung, ein Vitamin-B6-Mangel, ein Ungleichgewicht des Blutzuckerspiegels und eine genetische Veranlagung werden in Erwägung gezogen. Auch sollen Frauen mit einer Mehrlingsschwangerschaft häufiger von einer Schwangerschaftsübelkeit betroffen sein. Ob psychosomatische Gründe zu einer Schwangerschaftsübelkeit beitragen können, muss individuell geschaut werden.

Mediziner vermuten einen starken Zusammenhang zwischen der Schwangerschaftsübelkeit und der steigenden hCG-Konzentration. Das schwangerschaftserhaltende Hormon (ß-humanes Choriongonadotropin) wird im Mutterkuchen gebildet und dient im weiteren Verlauf der Aufrechterhaltung der Schwangerschaft. Anhand eines positiven Schwangerschaftstests lässt es sich im Blut oder im Urin nachweisen. Das ist genau jene Zeit, in der die Schwangerschaftsübelkeit normalerweise auftritt. Genauer gesagt, kommt es zu einem kontinuierlichen Anstieg und der ß-hCG-Wert verdoppelt sich in den ersten sieben Wochen alle zwei Tage. Um die 10. Schwangerschaftswoche (SSW) ist der höchste Stand erreicht. Bis zur 14. Woche bleibt dieser Wert stabil, um danach wieder langsam abzusinken. Mit dem Einpendeln des Hormonhaushaltes nimmt die Übelkeit und das Erbrechen nach der 20. Woche in der Regel ab. Des Weiteren hat die hormonelle Umstellung Auswirkungen auf die Magentätigkeit. Durch die steigende Konzentration der Hormone wird diese herabgesetzt und kann so Übelkeit und Erbrechen begünstigen. Die gute Nachricht ist, dass eine Schwangerschaftsübelkeit meist zeitlich begrenzt ist. Nur in seltenen Fällen leiden Frauen die gesamte Schwangerschaft unter Übelkeit und Erbrechen.

Mit Übelkeitsanfällen bei der Arbeit und in der Öffentlichkeit umgehen

So amüsant die Hollywoodstreifen, in denen Schwangere sich in der Öffentlichkeit übergeben müssen, auch sein mögen…die Realität sieht leider nicht so rosig aus. Viele Schwangere, die unter Übelkeit und Erbrechen leiden, fühlen sich nicht nur elend, auch sind sie nicht dazu in der Lage, ihren Alltag zu meistern, geschweige denn zur Arbeit zu fahren. So kann es schlichtweg fahrlässig sein, wenn man sich oder andere durch plötzliches Erbrechen im Straßenverkehr gefährden könnte. In diesem Fall raten wir Ihnen, offen damit umzugehen. Sprechen Sie mit Ihrem Partner, Ihrem Vorgesetzten und mit Ihrem Frauenarzt. In der Regel handelt es sich um einen überschaubaren Zeitraum und vielleicht gibt es Möglichkeiten, diese Zeit für alle Beteiligten sinnvoll zu überbrücken.

Fazit: Eine Schwangerschaftsübelkeit ist meist harmlos und viele Hausmittel können helfen

Eine Schwangerschaftsübelkeit kann sehr unangenehm sein und zu einer ziemlichen Herausforderung werden. Alltägliche Dinge wie Einkaufen, mit dem Hund spazieren gehen usw. müssten gegebenenfalls für eine Zeit lang von anderen übernommen werden. Verständnis und Unterstützung durch die Familie und Freunde können hilfreich sein, gerade wenn noch zukünftige Geschwisterkinder betreut werden müssen.

Die Schwangerschaftsübelkeit geht in den meisten Fällen nach ein paar Wochen vorüber und sollte nicht zum Mittelpunkt gemacht werden. Vielen Frauen hilft es, zu wissen, dass es ihrem Baby gut geht. Und im Mittelpunkt sollten jetzt nur Sie stehen – Sie und natürlich Ihr Baby im Bauch!

Stand: 09/2024

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Autor
Stephanie Nitsch

Fachredaktion Healthcare
Pharmareferentin nach § 75 Arzneimittelgesetz, Medizinprodukteberater nach § 31 MPG / § 83 MPDG, Examinierte Krankenschwester.

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Geprüft von
Dipl. Chemikerin Mariola Matura

Chief Scientific Officer
Chief Scientific Officer, Qualified Person §15 AMG, Universitätslehrgang „Pharmazeutisches Qualitätsmanagement“

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