Kinderwunschtee

Können bestimmte Teesorten Paaren auf ihrem Weg zum Wunschkind unterstützend zur Seite stehen? Die Sehnsucht nach einem eigenen Kind kann für viele Paare eine emotionale Herausforderung darstellen, insbesondere wenn sich der Kinderwunsch nicht sofort erfüllt. In solchen Momenten suchen viele nach natürlichen Methoden, um die Fruchtbarkeit zu fördern. Traditionell werden Kräutertees wie Frauenmanteltee und Himbeerblättertee wegen ihrer potenziellen positiven Wirkungen auf die weibliche Fruchtbarkeit geschätzt. Doch was ist dran an den alten Weisheiten über diese Tees? Können sie tatsächlich dabei helfen, schneller schwanger zu werden? Unsere Autorin Michelle Krebs, pharmazeutisch-technische Assistentin und Mutter zweier Kinder, teilt ihr umfassendes Wissen über die Wirkung dieser und weiterer Teesorten bei Kinderwunsch.

  • Können Tees die Chance schwanger zu werden erhöhen? Es gibt zwar keine 100 prozentige Erfolgschance, aber sie können die Chance, schwanger zu werden deutlich erhöhen und stellen eine vergleichbar günstige Unterstützungsmethode dar.
  • Wie kann Himbeerblättertee bei Kinderwunsch helfen? Bei Kinderwunsch wird die Pflanze traditionell eingesetzt, da sie den Muttermund sowie die Beckenmuskulatur weich machen soll. Traditionell angewandt soll er bei Kinderwunsch eine zyklusregulierende und durchblutungsfördernde Wirkung haben.
  • Nebenwirkungen des Kinderwunschtees: Frauenmanteltee und Himbeerblättertee können zu Verstopfungen führen, Mönchspfeffer nur in Absprache mit dem Arzt einnehmen, Schafgarbenkraut bei Korbblütlerallergie (z.B. Arnika, Kamille, Ringelblumen) nicht einnehmen.
  • Wann sollte Tee bei Kinderwunsch getrunken werden? In der ersten Zyklushälfte beginnen (1. Tag der Periode bis 14 Tage danach). Am besten drei Monate vor geplantem Kinderwunsch zwei bis drei Tassen Tee pro Tag. Frauenmanteltee sollte nicht länger als zwei bis drei Monate am Stück getrunken werden, Schafgarbentee nicht länger als vier Wochen.

Himbeerblätter und Frauenmantel bei Kinderwunsch

Viele Paare machen die Erfahrung, dass zwischen dem Wunsch, ein Kind zu bekommen und dem Moment, tatsächlich schwanger zu sein, eine Weile vergehen kann. Eine Zeit, die den meisten Partnerschaften viel abverlangt. Die Ungewissheit, Sex nach Terminkalender und der stetige Stressfaktor nagen an den Nerven. Gerne suchen Verliebte nach Hilfsmitteln, wie sie dem Kinderwunsch ein Stückchen näherkommen können.

Gerade Altbewährtes wie Pflanzen und Kräuter sind hierbei immer mehr im Kommen. Doch können Tees wie Frauenmanteltee und Himbeerblättertee wirklich helfen, den Traum vom eigenen Baby zu verwirklichen?

Nicht zu ersetzen: gesunde, ausgewogene Ernährung

Das Rauchen, Alkohol und Übergewicht nicht förderlich für eine Schwangerschaft sind, ist hinlänglich bekannt. Zu ausreichend Bewegung und einer gesunde Ernährung wird geraten – aber wie sieht diese eigentlich aus? Neben ausreichend Flüssigkeit, viel Obst und Gemüse sowie genügend Eiweiß werden vor allem die B-Vitamine, Vitamin D, Jod, Omega-3-Fettsäuren und Folsäure benötigt (für den Mann zusätzlich Zink und Selen).

Folsäure spielt hier vor allem bei der Frau eine zentrale Rolle, denn nicht nur ein Baby lässt mit einem zu geringen Folatspiegel auf sich warten, sondern auch in der Schwangerschaft kann zu wenig Folsäure teilweise massive Folgen mit sich bringen: Neuralrohrdefekt, Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte, Spontanabort oder Frühgeburt sowie die fetale Wachstumsverzögerung sind nur einige davon.1,2,3

Da viele Arzneimittel (z.B. „die Pille“, Antidepressiva und Antiepileptika, Metformin bei Diabetes Typ 2) den Folsäurespiegel drücken und über die Nahrung meist ohnehin zu wenig aufgenommen wird, sollte bestenfalls 6 bis 12 Monate vor einer geplanten Schwangerschaft bereits mit der Einnahme begonnen werden.

Ganz gleich, ob Sie sich sehnlich ein Baby wünschen oder eben nicht: Anhand des Ausflusses können Sie viel über Ihre fruchtbaren und unfruchtbaren Tage erfahren und dies – unter Vorbehalt – für Familienplanung und Verhütung nutzen.

Blätter, Blüten oder Wurzel – welcher Tee hilft beim Schwangerwerden?

Zwar ersetzen Tees keine Folsäureeinnahme und es gibt auch keine 100%ige Erfolgschance, aber sie können die Chance, schwanger zu werden, deutlich erhöhen und stellen eine vergleichbar günstige Unterstützungsmethode dar. Wichtig hierbei ist nicht nur die Auswahl des Tees, sondern auch der Einnahmezeitpunkt sowie die Qualität. Diese hängt oftmals mit Lagerung und Ursprung zusammen. Werden die Pflanzenteile nicht trocken und luftdicht gelagert, gehen viele Inhaltsstoffe verloren.

Einen Unterschied merkt man auch, wenn man sich Tees in Lebensmittel- und Arzneibuchqualität ansieht. Letztere haben strenge Auflagen, wie viel der wirksamen Bestandteile enthalten sein müssen, welche Pflanzenteile überhaupt wirken und damit auch verwendet werden dürfen sowie welche Grenzwerte für mögliche Schadstoffe gelten. Lebensmitteltees unterliegen diesen Anforderungen nicht, sodass oftmals die Inhaltsstoffe für die gewünschte Wirkung nicht ausreichen.

Mit Himbeerblättertee den Kinderwunsch unterstützen

Himbeerblättertee – Latein: Rubi idaei folium

Wie Himbeerblättertee richtig zubereiten?

Mit Frauenmanteltee schneller schwanger werden

Frauenmantelkraut – Latein: Alchemillae herba

Welche weiteren Teesorten helfen beim Schwangerwerden?

Mönchspfeffer – Latein: Vitex casti fructus

Schafgarbenkraut – Latein: Millefolii herba

Auch diese Tees sollen beim Kinderwunsch helfen

Auch seelische Belastungen und eine ungesunde Lebensweise können sich negativ auf den Kinderwunsch auswirken. Stress und Sorgen vermiesen daher nicht nur die Lust auf Sex, auch können sie die Fruchtbarkeit beeinflussen.4,5

Melisse und Lavendel können beruhigen und die Entspannung fördern, sodass sie bei Kinderwunsch eine wichtige Rolle spielen. Da Melisse aber auch Gerbstoffe enthält ist Lavendel zu bevorzugen. Es gibt zahlreiche andere Pflanzen, denen eine Wirkung bei Menstruationsproblemen, klimakterischen Beschwerden oder bei Kinderwunsch nachgesagt wird. Da es sich bei Pflanzen immer um sogenannte „Vielstoffgemische“ handelt, bei denen längst nicht alle Inhaltstoffe und deren Wirkweisen erforscht sind, kann keine Anwendung gänzlich ausgeschlossen werden.

Derzeit gibt es aber keine fundierten wissenschaftliche (oder auch traditionelle) Belege dafür, dass folgende Pflanzen bei Kinderwunsch helfen würden:

Diese Kräuter & Tees bei Kinderwunsch lieber meiden

Bei dem teilweise empfohlenen Salbei ist Vorsicht geboten, denn das im ätherischen Öl enthaltene Thujon ist in hoher Dosierung toxisch und kann unter anderem Krämpfe verursachen, weswegen es eine Einnistung erschweren kann bzw. bei einer bestehenden Schwangerschaft zum Abort/Fehlgeburt führen kann. Es gibt weitere Tees bzw. Zutaten denen man nachsagt, dass sie lieber gemieden werden sollten, wenn ein Kinderwunsch besteht. Wissenschaftliche Belege und Studien gibt es hierzu jedoch kaum.

Wichtig zu wissen:

Fragen & Antworten aus meinem Apothekenalltag

Bereits während meiner Ausbildung habe ich mich auf den Bereich Frauen(-leiden), Schwangerschaft, Stillzeit sowie (Klein-)Kinder spezialisiert. Nicht nur, dass diese Themen oft unterschätzt und als „da muss man halt durch“ abgestempelt werden, meist herrscht auch große Unsicherheit und der Beratungsbedarf ist hoch. Als Fach-PTA für Homöopathie und Naturheilverfahren liegt mir eine ausführliche Beratung besonders am Herzen. Als Mutter von zwei Kindern kann ich mich sehr gut in meine Kundinnen hineinversetzen und freue mich, sie in dieser oft sehr schönen, aber auch aufregenden Zeit, begleiten zu dürfen. Zu den häufigsten Fragen bezüglich eines Kinderwunsches gehören in der Apotheke u.a.:

Ich wünsche mir ein Kind. Ab wann sollte ich mit der Pille aufhören?

Je früher desto besser, denn der Körper braucht noch einige Zeit, bis der ganze Wirkstoff heraus transportiert wurde. Am besten ist es bereits 12 Monate vor einer geplanten Schwangerschaft die Pille abzusetzen, mindestens sollten es jedoch 6 Monate sein. Diese Zeit kann gut genutzt werden, um den Folsäurespiegel auf Vordermann zu bringen. Übrigens: Auch der Mann kann seine Spermienqualität durch die richtigen Nährstoffe verbessern.

Wir versuchen es jetzt schon seit einem halben Jahr, aber bekommen einfach kein Baby. Ist das normal?

Meine Erfahrung zeigt, dass die meisten Paare meist mehr als 12 Monate brauchen, um schwanger zu werden. Ein Besuch beim entsprechenden Facharzt gibt Gewissheit, ob organisch alles in Ordnung ist und dann heißt es: Geduld bewahren. Es klingt leichter als es ist, gerade wenn man sehnsüchtig auf ein Baby wartet, kann jeder erfolglose Zyklus zur Nervenprobe werden – aber der Stress schadet nicht nur der Partnerschaft, sondern auch einer möglichen Empfängnis. Deswegen Ruhe bewahren und die Zeit evtl. für Dinge nutzen, die man eh schon lange einmal machen wollte. Speicher ausmisten, Bilder sortieren oder mit Sport anfangen sind gute Ablenkungsmethoden.

Was kann ich alles tun, um vielleicht schneller schwanger zu werden?

Neben der Einnahme bestimmter Nährstoffe (Frau und Mann!), kann man auch mit verschiedenen Hilfsmitteln der Natur unter die Arme greifen. Hierzu zählen neben Ovulationstests (die den Tag des Eisprungs genau bestimmen können) auch bestimmte Stellungen (liegend und Becken leicht nach oben) oder auch spezielle Gleitgels, die die Spermienvitalität erhöhen. Außerdem begünstigt ein gesundes Scheidenmilieu das Überleben der Samenzellen, sodass es Sinn macht vorher schon eine Scheidenkur mit Milchsäure zu machen und/oder spezielle Probiotika zu nehmen. Mit einer regelmäßigen pH-Wert Messung lassen sich Veränderungen des vaginalen Milieus frühzeitig feststellen. Schützende Milchsäurebakterien, wie sie beispielsweise in Vagiflor® Vaginalzäpfchen enthalten sind, halten das Scheidenmilieu im Gleichgewicht und schützen die Intimregion auf diese Weise vor Krankheitserregern.

Zur Bestimmung des vaginalen pH-Wertes zur frühzeitigen Diagnose einer gestörten Vaginalflora.

Der vaginale pH-Wert sollte zwischen 3,8 und 4,4 liegen, also im sauren Bereich. Ob das bei ihnen der Fall ist, können werdende Mütter z.B. ganz einfach mit einem Selbsttest ermitteln. Zeigt sich dann, dass der vaginale pH-Wert bei 4,5 oder darüber liegt, kann das dafür sprechen, dass die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht geraten ist. Um Komplikationen vorzubeugen, sollten Schwangere derartige Veränderungen zeitnah mit ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt besprechen und abklären lassen.

Meine exklusive Kinderwunschtee-Mischung

Zubereitung:

  1. Alles vermischen und pro Tasse zwei Teelöffel dieser Mischung in einen Teefilter/Teesieb geben. Zusätzlich 20 g Mönchspfefferfrüchte dazugeben oder besser Mönchspfeffertropfen (siehe entsprechender Packungsbeilage) direkt vor Verzehr einträufeln.
  2. Mit sprudelnd kochendem Wasser aufgießen. 10 Minuten ziehen lassen.
  3. Mit echtem Vanillezucker süßen (kein Vanillin).
  4. Während der ersten Zyklushälfte 1x täglich, immer zur gleichen Zeit, trinken.

Stand: 09/2024

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Ein schöner Spaziergang in der Winterlandschaft kann in dieser Jahreszeit ganz bezaubernd sein, Raureif glitzert in der Sonne und wir genießen die schöne kühle Schneeluft. Damit unser Körper jedoch bei Kinderwunsch und Schwangerschaft ausreichend mit Vitamin D versorgt wird, braucht es ein wenig mehr, insbesondere in der kalten Jahreszeit.

Das physiologische Scheidenmilieu besteht aus verschiedenen Mikroorganismen, die ein gesundes Gleichgewicht aufrechterhalten und krankmachende Keime abwehren. Eine gestörte Scheidenflora äußert sich beispielsweise durch Juckreiz, Brennen oder einen veränderten Ausfluss. Die Verwendung lebender Milchsäurebakterien kann helfen, das Scheidenmilieu wieder aufzubauen und gesund zu halten.

Menge, Konsistenz und Farbe des Zervixschleims geben Hinweise auf die Phase, in welcher sich der weibliche Zyklus befindet. Der Ausfluss verändert sich vor, während und nach dem Eisprung.

Autor
Michelle Krebs

Fachredaktion Healthcare, Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA).

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Geprüft von
Dipl. Chemikerin Mariola Matura

Chief Scientific Officer
Chief Scientific Officer, Qualified Person §15 AMG, Universitätslehrgang „Pharmazeutisches Qualitätsmanagement“

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Warum ist Folsäure für Schwangere wichtig?

In diesem Artikel befassen wir uns mit einem essenziellen Nährstoff, der insbesondere für Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere von großer Bedeutung ist: Folsäure. Die Bedeutung von Folsäure, auch bekannt als Vitamin B9, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, da sie eine Schlüsselrolle in der frühen Entwicklung des Ungeborenen spielt. Sie unterstützt die Zellteilung und das Wachstum des Fötus und kann das Risiko von Neuralrohrdefekten erheblich senken. Da Folsäure meist nicht ausreichend über eine ausgewogene Ernährung aufgenommen wird, werden Nahrungsergänzungsmittel empfohlen. Wir erläutern, warum Folsäure bereits bei Kinderwunsch eine Rolle spielt, wie viel Folsäure benötigt wird und in welchen Lebensmitteln sie enthalten ist.

  • Wie viel Folsäure brauche ich? Schwangere Frauen: 550 µg (etwa 275 µg Folsäure / Präparate), Folsäure in der Stillzeit: 450 µg (etwa 225 µg Folsäure / Präparate)
  • Unterschied zwischen Folsäure und Folat: Als Folsäure wird die rein synthetisch hergestellte Variante bezeichnet, die zur Aufnahme ebenfalls vom Körper in Folatverbindungen umgewandelt werden muss. Folat zählt zu den lebensnotwendigen Vitaminen und muss mit der Nahrung aufgenommen werden.
  • Wieso gibt es Folsäure? In der Schwangerschaft kann ein Mangel an Folat wichtige Entwicklungsphasen des Kindes negativ beeinträchtigen und zu Fehlbildungen des Gehirns und Rückenmarks führen. Da die empfohlene Menge meist nicht über die Nahrung gedeckt wird, wird Frauen bereits bei Kinderwunsch eine Folsäuresubstitution empfohlen.
  • Ab wann sollte ich Folsäure einnehmen? Mit der rechtzeitigen Einnahme synthetisierter Folsäurepräparate kann der gewünschte Folatspiegel aufgebaut werden und ein möglicher Engpass bei Auftreten einer Schwangerschaft vermieden werden. Frauen mit Kinderwunsch wird daher zur regelmäßigen Einnahme geraten.

Welche Rolle Folsäure bei Kinderwunsch und Schwangerschaft spielt

Sobald Frauen schwanger werden möchten, werden sie mit den Begriffen Folsäure oder Folat konfrontiert. Und mit hunderten anderen angeblich wichtigen Tipps und Nahrungsergänzungsmitteln. Doch im Gegensatz zu vielen gut gemeinten, aber nicht gut recherchierten Empfehlungen spielt Folsäure tatsächlich eine wichtige Rolle, ebenso wie die Folgen und Risiken eines Folsäuremangels bzw. Folatmangels.

Zugegebenermaßen kann das Thema sehr verunsichern, doch insbesondere in der Frühschwangerschaft ist ein gedeckter Folatbedarf von großer Bedeutung. Eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung kann die empfohlene Menge zwar decken, doch die Zusammenstellung der Speisen muss wohl durchdacht werden. Zudem haben Schwangere und Stillende einen erhöhten Bedarf. Frauenärzte empfehlen daher, die Einnahme von Folsäure über entsprechende Nahrungsergänzungsmittel sicher zu stellen.

Warum Folsäure und weitere wichtige Vitamine nicht nur in der Schwangerschaft, sondern bereits bei Kinderwunsch eingenommen werden sollten, worin genau der Unterschied zwischen Folsäure und Folat besteht und warum es gerade in der Frühschwangerschaft unentbehrlich ist, erfahren Sie in unserem interessanten Artikel rund um das Thema Folsäure bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft.

Außerdem finden Sie viele Tipps und Tabellen von der DGE mit der empfohlenen Menge an Folsäure/ Folat und anderen wichtigen Vitaminen, die insbesondere bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft wichtig sind.

Da ein Blasensprung fast immer den Geburtsbeginn anzeigt und auch auf eine drohende Frühgeburt hinweisen kann, ist es wichtig, ihn rechtzeitig zu erkennen und das austretende Fruchtwasser nicht mit Ausfluss oder Urin zu verwechseln.

Wirkweise von Folsäure & Folat – und wo ist der Unterschied?

Folsäure gehört zu den wasserlöslichen B-Vitaminen und wurde im Jahre 1941 entdeckt. Folat zählt zu den lebensnotwendigen Vitaminen und muss mit der Nahrung aufgenommen werden. Die empfindlichen B-Vitamine kommen gehäuft in grünem Gemüse, aber auch zum Teil in tierischen Lebensmitteln vor. Im Körper werden die mit der Nahrungsaufnahme zugeführten Folate dann in eine aktive Molekülform (5-Methyl-THF) umgewandelt, während Folsäure innerhalb der Zellen zu Tetrahydrofolat (THF) verstoffwechselt wird. Wichtige zelluläre Vorgänge, wie die Zellteilung und das Zellwachstum, werden so unmittelbar beeinflusst.

Die Resorption erfolgt im Dünndarm und in der Leber, wo sie in die aktive Form umgewandelt wird. Von der Leber aus wird die aktive Form in den allgemeinen Kreislauf weitertransportiert. Jedoch wird die gewünschte Zufuhrmenge in Deutschland meist nicht erreicht. Dadurch kann es zu einem Folatmangel kommen. Die in Deutschland gebräuchlichere Bezeichnung ist Folsäuremangel, diese Bezeichnung ist jedoch nicht korrekt, da es sich bei Folsäure um eine synthetisch hergestellte Folatverbindung handelt und es daher nicht zu einem Folsäuremangel kommen kann. Da Folsäuremangel allerdings gebräuchlicher ist, wird dieser Begriff anstelle von Folatmangel im weiteren Text verwendet.

Demgegenüber steht die chemisch hergestellte Folsäure, die im Körper zu vitaminwirksamen Folatverbindungen überführt werden muss, aber zu fast 100 Prozent verwertet werden kann. In der Fachwelt wird zwischen den Begriffen Folsäure und Folat streng unterschieden. Als Folsäure wird die rein synthetisch hergestellte Variante bezeichnet, die zur Aufnahme ebenfalls vom Körper in Folatverbindungen umgewandelt werden muss. Folsäure wird zur Anreicherung in Vitaminpräparaten und Lebensmitteln verwendet. Folat hingegen ist das natürlich vorkommende wasserlösliche Vitamin, das in Lebensmitteln vorhanden ist. Zur Berechnung und Unterscheidung der vom Körper verwertbaren Menge wurde der Begriff Folatäquivalent eingeführt.

Folsäure, Folat & Folatäquivalent – wie viel brauche ich wovon?

Empfohlene tägliche Folatzufuht (Folatäquivalent) auf einen Blick:

Quelle: „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“ (Stand 06.02.2019, Abruf am 10.04.2024)

Unser Körper benötigt Folat vor allem für die Zellteilung und Blutbildung. So werden Wachstum und Entwicklung des Ungeborenen nachweislich von dem wichtigen B-Vitamin beeinflusst. Auch ist Folat am Abbau der Aminosäure Homocystein beteiligt. Frauen mit Kinderwunsch wird empfohlen, rechtzeitig Folsäurepräparate einzunehmen. Weitere, wichtige B-Vitamine wie B12 und B6 sollten vorhanden sein oder kombiniert werden, damit bestimmte Stoffwechselvorgänge reibungslos ablaufen können.1 In der Regel benötigt unser Körper eine Zeit lang, bis der gewünschte Folatspiegel aufgebaut wurde. Daher wird empfohlen, bereits bei Kinderwunsch ein entsprechendes Folsäurepräparat einzunehmen und auf diese Weise einem möglichen Folsäuremangel und möglichen Risiken entgegenzuwirken. Aber auch während der Schwangerschaft und in der Stillzeit ist eine optimale Zufuhr an Folsäure und Folat wichtig, um einem Folsäuremangel vorzubeugen.

Einige Untersuchungen zeigen überdies, dass eine Substitution (Ersatz, ergänzende Aufnahmen) mit 800 µg Folsäure schneller zu den gewünschten Folsäurespiegeln führt.2 Des Weiteren werden den meisten Präparaten wie beispielsweise Femibion oder Folio® weitere B-Vitamine zugeführt.

Diese Lebensmittel enthalten viel Folat – Liste & Nährstofftabelle

Die gewünschte Folatzufuhr ist über die Ernährung nur unter strengen Berechnungen möglich. Bei der Vorbereitung und beim Kochen der Speisen sollte zudem bedacht werden, dass Folat wasserlöslich, lichtempfindlich und nicht besonders hitzebeständig ist. Zu langes wässern, starkes Erhitzen und zu lange Kochzeiten kann die wertvollen Vitamine leicht zerstören. Der Mehrbedarf in Schwangerschaft und Stillzeit kann mit entsprechenden Folsäurepräparaten sichergestellt werden, also mit synthetischer Folsäure.

Folat in Lebensmitteln

Folgende Tabellen zeigen drei Beispielrechnungen, bei denen durch gezielte Auswahl von Lebensmitteln mit einem hohen Folatgehalt eine Zufuhr von 450 µg bzw. 550 µg Folat-Äquivalent erreicht wird. Bei den Beispielrechnungen ist zu beachten, dass es sich nicht um einen vollständigen Tagesplan handelt.

Summe 450 µg

Portionsgröße (verzehrbarer Anteil)LebensmittelFolatgehalt pro Portion in µIKROGRAMM
2 Scheiben (100 g)Vollkornbrot34
60 gCamembert (mind. 30 % Fett i. Tr.)86
150 gHimbeeren, tiefgefroren, gekocht24
2 gehäufte Esslöffel (60 g)Quark (mind. 20 % Fett i. Tr.)10
1 Stück (180 g)Orange40
6 gehäufte Esslöffel (180 g)Wildreis, gekocht45
150 gErbsen grün, tiefgefroren, gegart117
100 gBlumenkohl, tiefgefroren, gegart24
1 Stück (100 g)Kohlrabi, roh70

Summe 554 µg

Portionsgröße (verzehrbarer Anteil)LebensmittelFolatgehalt pro Portion in µIKROGRAMM
ca. 6 Esslöffel (65 g)Haferflocken57
1 Esslöffel (20 g)Kürbiskerne10
ca. 1 Glas (200 g)Kuhmilch (1,5 % Fett)16
1 kleiner Becher (150 g)Joghurt (1,5 % Fett)20
125 gErdbeeren55
150 gLachs, tiefgefroren, gegart57
150 gBlattspinat, gegart158
ca. 1 Glas (200 g)Sauerkirschsaft90
2 Scheiben (100 g)Vollkornbrot34
2 Scheiben (60 g)Gouda (mind. 30 % Fett i. Tr.)24
2 Stück (200 g)Mohrrübe, roh34

Summe 554 µg

Portionsgröße (verzehrbarer Anteil)LebensmittelFolatgehalt pro Portion in µIKROGRAMM
1 Stück (135 g)Banane19
2 Stück (90 g)Kiwi18
60 gMango22
150 gGrünkohl, tiefgefroren, gekocht96
200 gKartoffeln, geschält, gekocht16
100 gFeldsalat145
1 Stück (150 g)Gemüsepaprika rot, roh83
2 Scheiben (60 g)Vollkorntoastbrot35
1 Stück (60 g)Ei, gekocht35
3 gehäufte Esslöffel (90 g)Kräuterquark (mind. 20 % Fett i. Tr.)34
30 gErdnüsse51

Quelle:“Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.“ (2018, S.4 ff)

Warum reine Vitamine statt nur Folat aus Nahrungsmitteln?

Folat gehört zur Gruppe der lebensnotwendigen Vitamine, genauer gesagt, zu den B-Vitaminen. Es muss mit der Nahrung aufgenommen werden, da unser Körper es nicht selbst herstellen kann. Grünes Gemüse und Cerealien sind besonders reich an diesen wasserlöslichen B-Vitaminen. Die Verwertbarkeit (Bioverfügbarkeit) der mit Nahrungsmitteln gewonnenen Folate liegt bei 50 Prozent. Wird hingegen die reine Folsäure in Form eines Nahrungsergänzungsmittels eingenommen, so wird sie fast zu 100 Prozent aufgenommen (auf nüchternen Magen).

Diese Folgen kann ein Mangel an Folat in der Schwangerschaft haben

In der Schwangerschaft ist der Bedarf erhöht. Bereits zu Beginn der Schwangerschaft, genauer gesagt zwischen dem 22. und 28. Tag nach der Befruchtung, schließt sich das sogenannte Neuralrohr des Ungeborenen. Dieser Prozess gehört zu den wichtigsten Entwicklungsphasen des Ungeborenen. Gehirn und Rückenmark werden angelegt, der Rückenmarkskanal muss sich schließen. Verschiedene Einflüsse, wie beispielsweise genetische Defekte, spielen bei Fehlbildungen in diesem Bereich eine Rolle. Es ist jedoch wissenschaftlich belegt, dass durch die präventive Einnahme von Folsäure die Gefahr eines offenen Rückens (Spina bifida) des ungeborenen Kindes verringert werden kann.2

Prävention von Neuralrohrdefekten

Als Neuralrohrdefekt werden Fehlbildungen bezeichnet, die durch einen unvollständigen Verschluss des Neuralrohrs während der Embryonalentwicklung entstehen. Zu den häufigsten Fehlbildungen in diesem Bereich gehören die Anencephalie und die Spina bifida. Unter einer Anencephalie versteht man das vollständige oder teilweise Fehlen des Großhirns und der Schädeldecke. Die Spina bifida bezeichnet eine embryonale Verschlussstörung im Bereich der Wirbelsäule. Umgangssprachlich ist sie unter der Bezeichnung „offener Rücken“ bekannt. Je nach Ausprägung sind verschiedene Operationen mit anschließender Therapie und regelmäßigen Kontrollen notwendig.3,4

Nach heutiger Kenntnis geht man davon aus, dass ein Großteil der Spina bifida-Fälle durch eine ausreichende Folsäureeinnahme verhindert werden könnten.2,3 Mit der Folsäureeinnahme sollte mindestens einen Monat vor Schwangerschaftsbeginn begonnen werden.

Generell gelten auch bei der Zufuhr von Vitaminen empfohlene Richtwerte. Nahrungsergänzungsmittel sind häufig überdurchschnittlich hoch dosiert und sollen dem Kunden so einen erhöhten Bedarf suggerieren. Auf Basis der gegenwärtig verfügbaren Daten kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass die Aufnahme von Folsäure in Dosierungen über den Zufuhrempfehlungen unter bestimmten Bedingungen, insbesondere bei Menschen mit Krebsvorstufen, gegenteilige Wirkungen (geringeres Risiko für Kolorektalkrebs bei ausreichender Zufuhrmenge von Folatäquivalenten) haben kann.5

Symptome & Folgen eines Folsäuremangels

Sehr viele Menschen können den Bedarf an Folat nicht ausreichend decken, häufig erschwert eine einseitige Ernährung die nötige Aufnahme. Für verschiedene Stoffwechselprozesse zur Energiegewinnung sowie zur Regeneration sind Folsäure und die Vitamine B6, B12 notwendig.7 Sind sie nicht ausreichend vorhanden, kann es zunächst zu unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit, Erschöpfung oder depressiven Verstimmungen kommen. Risikofaktoren wie u. a. übermäßiger Alkoholkonsum, Medikamenteneinnahmen oder Resorptionsstörungen (Darmerkrankungen) können zu einem Mangel führen. Ein Folsäuremangel wird über eine Blutuntersuchung festgestellt.

Ein Folsäuremangel kann zu Blutarmut und unspezifischen Symptomen führen, z.B.:

Ein Folatmangel führt zu Störungen der Blutbildung, so dass eine Anämie (Blutarmut) die Folge sein kann. Die typischen Symptome einer Anämie wie Blässe, Müdigkeit, Schwindel und Reizbarkeit können sich bemerkbar machen. In schweren Fällen kann ein Folsäuremangel zu einer roten, wunden Zunge, Durchfällen, Gewichtsverlust und Verwirrtheitszuständen sowie Depressionen führen. Kommt es trotz ausreichender Zufuhr zu einem Folsäuremangel, so kann ein Fehlen bestimmter Enzyme die Ursache sein. Dann ist die die Verwertbarkeit der Folsäure gestört und führt zu den möglichen Symptomen eines Folsäuremangels. In diesen Fällen sollte die Einnahme einer bereits reduzierten Folsäure in Form von Folatverbindungen bevorzugt werden. In der Schwangerschaft kann ein Mangel an Folat wichtige Entwicklungsphasen des Kindes negativ beeinträchtigen und zu Fehlbildungen des Gehirns und Rückenmarks führen.

Folgen bei Kinderwunsch

Allen Frauen, die sich ein Kind wünschen oder schwanger werden könnten, wird neben einer folatreichen Ernährung die Einnahme eines Folsäurepräparates empfohlen. Da viele Schwangerschaften ungeplant sind, soll mit einer kontinuierlichen Einnahme im Vorfeld verhindert werden, dass ein Folsäuremangel zu Risiken in der Schwangerschaft führt. Da die empfohlenen Referenzmengen nur sehr schwer über die Nahrung zu decken sind, kann auch über einen längeren Zeitraum zusätzlich Folsäure eingenommen werden. Besteht also Kinderwunsch, sollte rechtzeitig mit einer Substitution begonnen werden, um mit Eintreten einer Schwangerschaft den erhöhten Folatbedarf zu decken und mögliche Risiken für das Kind in dieser sensiblen Zeit zu reduzieren.

Folgen in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft ist der Bedarf an Folat erhöht. So wird sie in erster Linie für die Zellbildung, Zellteilung und das Wachstum des Kindes benötigt. Auch die werdende Mutter kann durch einen Folsäuremangel gesundheitlich stark beeinträchtigt werden. So kann beispielsweise eine Folsäureanämie (eine Blutarmut) entstehen.
Das Neuralrohr des Kindes schließt sich bereits in der Frühschwangerschaft. In dieser sensiblen Phase der Schwangerschaft kann ein Folsäuremangel erhebliche Folgen für das Baby und für die Schwangerschaft bedeuten. Daher sollte die Einnahme eines Folsäurepräparates schon vor der Empfängnis erfolgen, um die Gefahr von Neuralrohrdefekten zu minimieren. Mit der rechtzeitigen Einnahme synthetisierter Folsäure kann ein Großteil der Spina bifida-Fälle, also der Kinder mit einer Fehlbildung der Wirbelsäule und des Rückenmarks, vermieden werden.

Folgen in der Stillzeit

Auch in der Stillzeit ist der Bedarf erhöht, daher ist eine ausreichende Folatversorgung auch in der Stillzeit notwendig. Um den Säugling bestmöglich mit Vitaminen zu versorgen, werden diese mit der Muttermilch weitergegeben. Die so wichtige Versorgung des Babys ist vor allem für sein Wachstum und eine optimale Zellvermehrung notwendig. Zum Wohle des Kindes werden, wenn nötig, die Reserven der Mutter verbraucht. Mit einer konstanten Einnahme eines Folsäurepräparates kann die Abnahme des Folatgehaltes in der Muttermilch vermieden werden.

Nebenwirkungen bei zu viel Folsäure

Der obere Grenzwert in der Selbstmedikation von Nahrungsergänzungsmitteln mit Folsäure liegt bei 1 mg. Über die Ernährung ist die Zufuhr unbegrenzt möglich. Folsäurepräparate mit höheren Dosierungen können vom Arzt verschrieben werden, wenn ein nachgewiesener Folsäuremangel besteht. Auch wird schwangeren Frauen eine entsprechende Menge Folsäure verschrieben, bei denen in der Vergangenheit schon einmal Fehlbildungen in der Schwangerschaft festgestellt wurden, die auf einen Folsäuremangel zurückgeführt werden konnten. Die Dosierung wird vom Arzt festgelegt.

Folgende seltene Nebenwirkungen können auftreten, die auf sehr hohe Dosierungen zurückzuführen sind:

Die optimale Einnahme & Dosierung von Folsäure

Für Erwachsene lautet die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung 300 µg-Äquivalent/Tag. Die empfohlene Zufuhr für Schwangere beträgt 550 µg und für Stillende 450 µg Folat pro Tag. Frauen, die schwanger werden möchten, sollten zu einer folatreichen Ernährung zusätzlich 400 µg/Tag in Form von synthetischer Folsäure zu sich nehmen, um eine ausreichende Versorgung des wichtigen Vitamins sicher zu stellen.

Säuglingeb

AlterFolat MIKROGRAMM-Äqui­va­lentª/Tag
0 bis unter 4 Monate60
4 bis unter 12 Monate80

Kinder und Jugendliche

AlterFolat µIKROGRAMM-Äqui­va­lentª/Tag
1 bis unter 4 Jahre120
4 bis unter 7 Jahre140
7 bis unter 10 Jahre180
10 bis unter 13 Jahre240
13 bis unter 15 Jahre300
15 bis unter 19 Jahre300

Erwachsene

AlterFolat µIKROGRAMM-Äqui­va­lentª/Tag
19 bis unter 25 Jahrec300
25 bis unter 51 Jahre300
51 bis unter 65 Jahre300
65 Jahre und älter300
Schwangere550
Stillende450

a Berechnet nach der Summe folatwirksamer Verbindungen in der üblichen Nahrung (Folat-Äquivalente). Mit dem Begriff “Folat-Äquivalente“ wird auf die unterschiedliche Aufnahme der verschiedenen Folsäureverbindungen hingewiesen.
b Hierbei handelt es sich um Schätzwerte.

Quelle: „Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.“ (Abruf am 10.04.2024)

Warum Folsäure bereits bei Kinderwunsch?

Mit der rechtzeitigen Einnahme synthetisierter Folsäurepräparate kann der gewünschte Folatspiegel aufgebaut werden und ein möglicher Engpass bei Auftreten einer Schwangerschaft vermieden werden. Frauen mit Kinderwunsch wird daher zur regelmäßigen Einnahme geraten. Wurde mit der Pille verhütet, wird eine Folsäure-Einnahme gleich nach deren Absetzen empfohlen.

Untersuchungen weisen zudem darauf hin, dass die Empfehlung 400 µg Folsäure einzunehmen, möglicherweise zu kurz greift. So können bis zu drei Monate vergehen, bis ein optimaler Folatwert erreicht wird. Bei vielen Frauen ist erst nach dieser Zeit der Folatspiegel ausreichend aufgebaut, um das Risiko möglicher Fehlbildungen zu verringern. Auf dem Markt finden sich daher viele Produkte, die bereits 800 µg Folsäure beinhalten. Mit dieser Dosierung lassen sich die empfohlenen Folsäurespiegel schneller erreichen, Berechnungen zufolge innerhalb eines Monats. Zudem benötigten ältere Frauen meist höhere Dosierungen, um die erwünschten Folatwerte zu erreichen.

Folsäure plus weitere B-Vitamine

Viele Produkte sind mit weiteren B-Vitaminen, wie B2, B6 und B12 sowie Spurenelementen angereichert. So wirken beispielsweise Folat und Vitamin B12 eng zusammen, denn Vitamin B12 ist notwendig, um Folat im Körper zu aktivieren. Auch konnte wissenschaftlich belegt werden, dass neben der Reduktion von Neuralrohrdefekten noch weitere Fehlbildungen, wie beispielsweise die am Herzen, reduziert werden konnten. Erklärt wird dieser Effekt darin, dass sich nicht nur die Folsäure präventiv in der Vermeidung von Fehlbildungen bewiesen hat, sondern auch weitere Vitamine das Risiko von Fehlbildungen reduzieren konnten. Dabei sind sie ebenfalls an bestimmten Stoffwechselvorgängen beteiligt und konnten die häufig auftretenden Fehlbildungen am Herzen sowie am Urogenitaltrakt reduzieren.5 Hier finden Sie weitere Fragen & Antworten zu Folat und Folsäure des Bundesinstituts für Risikobewertung.

In diesem Beitrag erfahren Sie alles Wichtige rund um das Thema „Tee bei Kinderwunsch“ von Autorin Michelle Krebs, pharmazeutisch-technische Assistentin. Sie informiert Frauen mit Kinderwunsch umfassend, welche Teesorten empfehlenswert sind und dabei helfen können, schwanger zu werden. 

Exkurs: Jodzufuhr bei Schilddrüsenerkrankungen

Viele Vitaminpräparate enthalten zusätzlich das wichtige Spurenelement Jod, wobei in der Regel auch die jodfreie Variante erhältlich ist. Mit dem Spurenelement Jod verhält es sich ähnlich wie mit dem wichtigen B-Vitamin Folat. In der Schwangerschaft ist der Bedarf erhöht und ein Jodmangel weit verbreitet. Es ist ebenso essenziell und muss dem Körper über die Nahrung oder entsprechende Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden, da wir es selbst nicht herstellen können. So sollen ca. 40 Prozent der Schwangeren an einem Jodmangel leiden. Daher sollte Jod rechtzeitig und zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung supplementiert werden. Besonders reichhaltig an Jod sind Fisch und Meeresfrüchte (Schellfisch, Kabeljau) sowie Milchprodukte. Zusätzlich wird die Verwendung von jodiertem Speisesalz empfohlen. In der Schwangerschaft liegt die Empfehlung bei 230 µg/Tag Jod und in der Stillzeit bei 260 µg/Tag.

Eine Jodsupplementation dient der geistigen und körperlichen Entwicklung des Kindes und wird allen Frauen in der Schwangerschaft empfohlen. Dabei wird Jod zur Produktion der Schilddrüsenhormone benötigt. Die kindliche Schilddrüse beginnt bereits ab der 8. Schwangerschaftswoche selbständig zu arbeiten und benötigt für einen reibungslosen Ablauf jedoch das mütterliche Jod. Frauen wird über die gesamte Schwangerschaft und Stillzeit eine entsprechende Jodzufuhr empfohlen.6 Die Vorteile für die Entwicklung des Babys überwiegen in den allermeisten Fällen und so sollen auch Frauen mit Schilddrüsenerkrankungen Jod einnehmen. Die Einnahme eines jodfreien Vitaminpräparates ist nach aktuellen Erfahrungen nur in Ausnahmefällen notwendig und sollte mit dem behandelnden Endokrinologen und Gynäkologen abgeklärt werden.

Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie

Allen Schwangeren soll eine Jodsupplementation angeboten werden. Auch ein milder mütterlicher Jodmangel in der Schwangerschaft kann zu kognitiven Entwicklungsstörungen beim Kind führen. Der Jodbedarf ist in der Schwangerschaft deutlich erhöht. Besonders Frauen im fertilen Alter weisen in Deutschland nur eine grenzwertig gute oder sogar unzureichende Jodversorgung auf. Die Jodversorgung der Mutter im ersten Trimenon (Trimester, 1.- 13. Schwangerschaftswoche) ist dabei von entscheidender Bedeutung. Allen Schwangeren und stillenden Müttern soll deshalb eine Jodsupplementation mit 150-200 μg empfohlen werden. Auch Frauen mit Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse (Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow in Remission) kann dies gefahrlos angeboten werden.

Quelle: Klug entscheiden in der Endokrinologie. Deutsches Ärzteblatt 2016; 113: A821-A824

Auch in der Stillzeit besteht ein erhöhter Jodbedarf. Die mütterlichen Stoffwechselaktivitäten müssen aufrechterhalten werden und Jod über die Muttermilch an den Säugling weitergegeben werden. Ein Mangel der Mutter kann auf den Säugling übergehen und so zu geistigen Entwicklungsstörungen führen.

Säuglinge

AlterDeutschland, Österreich
MIKROGRAMM/Tag
WHO, Schweiz
µIKROGRAMM/Tag
0 bis unter 4 Monateª4050
4 bis unter 12 Monate8050

Kinder

AlterDeutschland, Österreich
µIKROGRAMM/Tag
WHO, Schweiz
µIKROGRAMM/Tag
1 bis unter 4 Jahre10090
4 bis unter 7 Jahre12090
7 bis unter 10 Jahre140120
10 bis unter 13 Jahre180120
13 bis unter 15 Jahre200150

Jugendliche und Erwachsene

AlterDeutschland, Österreich
µIKROGRAMM/Ta
WHO, Schweiz
µIKROGRAMM/Tag
15 bis unter 19 Jahre200150
19 bis unter 25 Jahre200150
25 bis unter 51 Jahre200150
51 bis unter 65 Jahre180150
65 Jahre und älter180150
Schwangere230200
Stillende260200
ªHierbei handelt es sich um einen Schätzwert. / Quelle: „Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.“ (Abruf am 10.04.2024)

Eine ausreichende Folatversorgung über die Ernährung zu erreichen, ist sehr schwer, insbesondere wenn in der Schwangerschaft ein Mehrbedarf gedeckt werden muss. Die Einnahme eines geeigneten Folsäurepräparates ist bereits bei Kinderwunsch zu empfehlen. So lässt sich das Risiko schwerwiegender Fehlbildungen des Babys mit einer einfachen Maßnahme nachweislich reduzieren. Wir wünschen Ihnen eine schöne und entspannte Schwangerschaft.

Stand: 09/2024

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Ein schöner Spaziergang in der Winterlandschaft kann in dieser Jahreszeit ganz bezaubernd sein, Raureif glitzert in der Sonne und wir genießen die schöne kühle Schneeluft. Damit unser Körper jedoch bei Kinderwunsch und Schwangerschaft ausreichend mit Vitamin D versorgt wird, braucht es ein wenig mehr, insbesondere in der kalten Jahreszeit.

Der vaginale pH-Wert sollte zwischen 3,8 und 4,4 liegen, also im sauren Bereich. Ob das bei ihnen der Fall ist, können werdende Mütter z.B. ganz einfach mit einem Selbsttest ermitteln. Zeigt sich dann, dass der vaginale pH-Wert bei 4,5 oder darüber liegt, kann das dafür sprechen, dass die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht geraten ist. Um Komplikationen vorzubeugen, sollten Schwangere derartige Veränderungen zeitnah mit ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt besprechen und abklären lassen.

Menge, Konsistenz und Farbe des Zervixschleims geben Hinweise auf die Phase, in welcher sich der weibliche Zyklus befindet. Der Ausfluss verändert sich vor, während und nach dem Eisprung.

Autor
Stephanie Nitsch

Fachredaktion Healthcare
Pharmareferentin nach § 75 Arzneimittelgesetz, Medizinprodukteberater nach § 31 MPG / § 83 MPDG, Examinierte Krankenschwester.

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Geprüft von
Dipl. Chemikerin Mariola Matura

Chief Scientific Officer
Chief Scientific Officer, Qualified Person §15 AMG, Universitätslehrgang „Pharmazeutisches Qualitätsmanagement“

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Scheidenflora mit saurem pH-Wert aufbauen und stärken

In diesem Artikel widmen wir uns einem essentiellen Thema für die weibliche Gesundheit: den Ursachen und der Behandlung einer Scheidenflora aus dem Gleichgewicht. Eine gesunde Vaginalflora hat einen leicht sauren pH-Wert zwischen 3,8 und 4,4 und ist der Schlüssel zu einer intakten Intimgesundheit, da sie die Scheide vor Krankheitserregern und Infektionen schützt. Diese können sich im sauren Milieu nur schwer vermehren. Doch verschiedene Ursachen wie die Einnahme von Antibiotika, hormonelle Veränderungen, eine falsche oder übertriebene Intimhygiene sowie bestimmte Grunderkrankungen können dieses empfindliche Gleichgewicht stören und den vaginalen pH-Wert erhöhen. Unser Ratgeber bietet umfassende Informationen, Tipps und Hausmittel, um die gestörte Scheidenflora wieder aufzubauen und zu stärken.

  • Schutzfunktion: Das physiologische Scheidenmilieu (Mikrobiom) beinhaltet eine Vielzahl an unterschiedlichen Mikroorganismen wie Laktobazillus-Stämmen, die im Einklang miteinander leben und deren Stoffwechsel Zucker in Milchsäure umwandelt, wodurch der saure pH-Wert entsteht. Dieser verhindert die übermäßige Vermehrung und Ansiedlung krankmachender (pathogener) Keime und Bakterien.
  • Symptome & Diagnose: Eine gestörte Scheidenflora neigt dementsprechend zu Infektionen und den damit einhergehenden Symptomen wie Juckreiz, Brennen, Rötungen, Schwellungen, unangenehmen Geruch oder veränderten Ausfluss. Der pH-Wert des gesunden, sauren Scheidenmilieus liegt übrigens zwischen 3,8 und 4,4. Ist er höher, ist dies ein mögliches Symptom für eine bakterielle Vaginose.
  • Ursachen: Zu den Hauptursachen für eine gestörte Scheidenflora bzw. einen erhöhten vaginalen pH-Wert gehören hormonelle Veränderungen ( Wechseljahre, Schwangerschaft, bestimmte Medikamente), bestimmte Grunderkrankungen wie Diabetes oder Schilddrüsenprobleme, übermäßige oder falsche Intimhygiene, häufiger ungeschützter Geschlechtsverkehr und verschiedene Infektionen.
  • Behandlung: Die Behandlung zielt darauf ab, das natürliche Gleichgewicht der Scheidenflora wiederherzustellen und den erhöhten vaginalen pH-Wert zu senken. Hierzu können probiotische Präparate, Milchsäurebakterien oder spezielle Vaginalzäpfchen verwendet werden. Auch eine angepasste Intimhygiene hilft dabei, eine gesunde Scheidenflora aufzubauen.
  • Prognose: Mit der richtigen Pflege und Behandlung kann das Gleichgewicht der Scheidenflora wiederhergestellt werden. Es ist wichtig, die Ursachen zu erkennen und zu vermeiden, um zukünftige Störungen zu verhindern. Eine regelmäßige Kontrolle und Pflege der Intimflora trägt zur allgemeinen Gesundheit und zum Wohlbefinden bei. Wie lange es genau dauert, hängt von der Ursache und Behandlung ab.

Aufgaben einer gesunden Scheidenflora mit saurem pH-Wert

Die gesunde Vagina besitzt eine natürliche Schutzfunktion. Dieses physiologische Scheidenmilieu (Mikrobiom) beinhaltet eine Vielzahl an unterschiedlichen Mikroorganismen, die im Einklang miteinander leben. Besonders hervorzuheben sind die Laktobazillen, doch insgesamt besteht das Mikrobiom aus Millionen verschiedener Keime, Bakterien und Pilzen. Sie befinden sich in einem fein ausgewogenen Gleichgewicht, sodass beispielsweise pathogene (krankmachende) Erreger daran gehindert werden, sich zu stark auszubreiten und unangenehme Symptome hervorzurufen. Etwa Juckreiz, ein Brennen, unangenehmen Intimgeruch und veränderten Ausfluss.

1. Eileiter / 2. Uterus / 3. Ovar / 4. Zervix / 5. Vagina

Die Balance dieses leicht sauren und gesunden Scheidenmilieus (pH-Wert zwischen 3,8 und 4,4) wird wesentlich von Hormonen wie Östrogen und Progesteron beeinflusst und verändert sich im Laufe des Zyklus und im Laufe des Lebens einer Frau, insbesondere in der Schwangerschaft und den Wechseljahren.

Während der fruchtbaren Jahre besteht die Vaginalflora vorwiegend aus schützenden Milchsäurebakterien, den Laktobazillen. Diese Bakterien bilden aus dem Zucker (Glykogen), der sich in den Zellen der Scheidenwände befindet, die wichtige Milchsäure. So entsteht der saure pH-Wert, der Keime daran hindert, sich in der Scheide auszubreiten. Krankheitserreger können in dieser sauren Umgebung nur schlecht bis gar nicht überleben. Die Scheide und die inneren Organe sind somit vor Infektionen und damit einhergehenden unangenehmen Beschwerden natürlich geschützt.

Ein saurer vaginaler pH-Wert ist also von großer Bedeutung. Einerseits zeigt er an, dass ausreichend Laktobazillen Glykogen in Milchsäure umwandeln und andererseits macht das saure Scheidenmilieu schädlichen Keimen das Leben schwer, also deren Ausbreitung und Vermehrung. Insbesondere in der Schwangerschaft kann das regelmäßige Messen des vaginalen pH-Werts hilfreich sein, um Veränderungen rechtzeitig zu erkennen und möglichen Schwangerschaftskomplikationen vorzubeugen.

pH-Wert messen und Veränderungen frühzeitig erkennen

Viele Ursachen und Risikofaktoren können die Anzahl an Milchsäurebakterien beeinflussen, zum Beispiel eine Schwangerschaft, Stress, Hormonschwankungen, etwa während der Periode oder in den Wechseljahren, bestimmte Erkrankungen wie Diabetes mellitus, die Einnahme von Antibiotika oder eine bakterielle Vaginose. Doch ein erstes Frühwarnzeichen kann ein erhöhter pH-Wert der Scheide sein.

Mit Hilfe eines Teststreifens für Zuhause können Veränderungen früh erkannt und Störungen des vaginalen Milieus, die mit Symptomen wie einem fischig riechendem Ausfluss, Rötungen und anderen Entzündungszeichen einhergehen, vorgebeugt werden.

Mehr als 60 % der Befragten wissen zwar, dass der vaginale pH-Wert idealerweise zwischen 3,8 und 4,4, also im sauren Bereich liegen sollte. Aber nur wenige Frauen überprüfen selbst regelmäßig, ob das bei ihnen tatsächlich der Fall ist. Dabei kann genau diese Selfcare-Praxis insbesondere werdende Mütter vor möglichen Komplikationen schützen.

Mit Milchsäurebakterien die Scheidenflora in Balance halten

Zu einer intakten Intimgesundheit der Frau gehört ein physiologisches Scheidenmilieu, das eine Vielzahl an „guten“ Bakterien beinhaltet. So finden sich bei Laboruntersuchungen im Scheidensekret einer gesunden Frau durchaus 100 Millionen Keime pro Milliliter. Dabei sind in der Regel mehrere unterschiedliche Laktobazillus-Stämme vorhanden, die in ihrer Zusammensetzung von Frau zu Frau variieren.

Zu den häufigsten Laktobazillen der Scheidenflora, auch Döderlein-Stäbchen genannt, gehören u.a.

Die schützenden Milchsäurebakterien (Laktobazillen) halten die Scheidenflora und den pH-Wert im Gleichgewicht und fördern auf diese Weise eine gesunde und abwehrstarke Intimgesundheit. Ihr Entdecker, der Frauenarzt Albert Döderlein (1860 – 1941) fasste sie damals unter der Spezies Lactobacillus acidophilus zusammen.1

Aufgaben der Laktobazillen

Die Hauptaufgabe schützender Laktobazillen besteht darin, das natürliche Scheidenmilieu und den pH-Wert gesund und stabil zu halten.2 Dieses tun die Milchsäurebakterien auf unterschiedlichste Weise. Zunächst verdrängen sie Krankheitserreger ganz einfach durch ihre Anwesenheit. So haben es pathogene (krankmachende) Keime schwer, sich an die Scheidenschleimhaut anzuheften, sich zu vermehren und Beschwerden des Intimbereiches zu verursachen.

Des Weiteren bilden Laktobazillen Milchsäure, indem sie das in der Vagina befindliche Glykogen umwandeln. So wird ein saures Scheidenmilieu aufrechterhalten (messbar anhand eines pH-Wertes zwischen 3,8 und 4,4), in dem Erreger nur schwer überleben können. Gleichzeitig fungiert Glykogen für einige Erreger als Nahrungsgrundlage, welche ihnen so durch die Milchsäurebakterien entzogen wird. Außerdem bilden Laktobazillen spezielle Stoffe, wie zum Beispiel Wasserstoffperoxid und Bakteriocine. Diese wirken antimikrobiell, das heißt, sie können das Wachstum von Mikroorganismen, wie beispielsweise krankmachenden Bakterien, hemmen. So unterstützen sie eine abwehrstarke Scheidenflora auf natürliche Weise. Auch werden antibiotisch wirksame Eiweißmoleküle gebildet und so ebenfalls schädliche Bakterien in Schach gehalten. Zu den wirksamsten Laktobazillen zählen aus wissenschaftlicher Sicht solche, die Wasserstoffperoxid produzieren, vorrangig also L. acidophilus.

Milchsäurebakterien für Erhalt & Wiederherstellung einer gesunden Scheidenflora. Vaginalzäpfchen mit Milchsäurebakterien stärken ein geschwächtes Scheidenmilieu und stabilisieren den pH-Wert, dank Laktobazillen (L. acidophilus).

Zusammensetzung des Scheidenmilieus variiert während des Zyklus

In der Scheide finden sich einerseits die genannten Laktobazillen. Ihr Anteil ist nicht nur von Frau zu Frau verschieden, auch unterliegt das Vorhandensein schützender Milchsäurebakterien zyklusbedingten Schwankungen.

Während und nach der Regelblutung sind beispielsweise weniger Laktobazillen vorhanden, diese vermehren sich dann innerhalb eines Zyklus wieder. Zusätzlich handelt es sich bei Menstruationsblut um eine alkalische Flüssigkeit (pH-Wert >7), weshalb das Messen des vaginalen pH-Werts drei bis vier Tage nach einer Regelblutung durchaus erhöhte Werte anzeigen kann und nicht zuverlässig ist. Das gilt auch für bis zu 12 Stunden nach dem Sex, da Sperma ebenfalls alkalisch ist. Mit dem Beginn der Wechseljahre und dem natürlichen Rückgang der Östrogenproduktion nimmt der Laktobazillen-Anteil auf natürliche Weise ab.

Zudem finden sich auch andere Bakterien, wie zum Beispiel Gardnerella vaginalis oder auch Hefepilze in einer gesunden Scheide und sind nicht besorgniserregend, solange keine Schwangerschaft vorliegt und ihr Anteil so gering ist, dass keine Beschwerden entstehen. Eine gesunde Vaginalflora mit ausreichend Milchsäurebakterien und ein intaktes Immunsystem überstehen das, ohne dass Krankheitszeichen zu befürchten sind. Gerät die Intimflora jedoch aus dem Gleichgewicht, so zeigt sich das an verschiedenen Symptomen, wie einem steigenden pH-Wert, Ausfluss, Entzündungen und Juckreiz. Solange die Anzeichen für einen Mangel an Milchsäurebakterien in der Scheide rechtzeitig erkannt werden, ist eine Behandlung in der Regel unkompliziert möglich. Außerdem gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Vorbeugung und zum Erhalt der gesunden Scheidenflora, sowie zur Regeneration, z.B. nach einer Antibiotikaeinnahme.

Menge, Konsistenz und Farbe des Zervixschleims geben Hinweise auf die Phase, in welcher sich der weibliche Zyklus befindet. Der Ausfluss verändert sich vor, während und nach dem Eisprung.

Ursachen für einen zu hohen pH-Wert der Scheide

Die Scheidenflora unterliegt natürlichen Schwankungen. Verschiedene Ursachen können jedoch zu Veränderungen der physiologischen Scheidenflora und einem Anstieg des vaginalen pH-Wertes führen.

Folgende Faktoren können den vaginalen pH-Wert erhöhen und die Scheidenflora stören:

  • Östrogenkonzentration & Zyklus: Das Hormon Östrogen übernimmt im weiblichen Körper vielfältige Aufgaben und wird zum Großteil von den Eierstöcken gebildet. Unter dem Einfluss von Östrogen wandeln schützende Laktobazillen das in der Vaginalschleimhaut befindliche Glykogen zu Milchsäure um. Diese schützt die Intimregion vor Krankheitserregern, indem der pH-Wert des physiologischen Scheidenmilieus im sauren Bereich – um 4 – gehalten wird. Die Östrogenproduktion unterliegt natürlichen Schwankungen und ist zyklusabhängig. Während der Periode, sowie kurz danach ist die Anzahl der Laktobazillen am geringsten. Dementsprechend ist die Scheide zu dieser Zeit auch besonders anfällig für Infektionen wie Scheidenpilz. Andere Ursachen für Schwankungen im Östrogenhaushalt sind zum Beispiel eine Schwangerschaft oder die Wechseljahre, bei der es zu einem natürlichen Rückgang der Östrogenproduktion und der Anzahl an Laktobazillen kommt.
  • Falsche oder zu viel Intimhygiene: Das zu häufige Reinigen der Scheide, vor allem mit parfümierten oder anderweitig chemischen Shampoos, Spülungen, Lotionen usw. zerstört das natürliche Scheidenmilieu. Dadurch kann es zum Anstieg des vaginalen pH-Wertes kommen, wodurch sich Krankheitserreger leichter vermehren.
  • Feuchtes Klima durch Kunstfasern & zu enger Kleidung: Unterwäsche aus luftundurchlässigen Stoffen, vor allem Kunstfasern, führt zu einem feuchten Klima. Feuchtigkeit kann nicht nach außen transportiert werden. Besonders Pilze fühlen sich in einer feuchten und warmen Umgebung besonders wohl. Weiterhin können sich Bakterien auf diese Weise wunderbar vermehren und so zu Scheideninfektionen führen. Übrigens kann auch eine zu enge Kleidung ein feucht-warmes Klima begünstigen, da sie die Schweißbildung fördert und es zu einem Wärmestau kommen kann. Auch der Bikini oder Badeanzug sollte nach dem Schwimmen sofort ausgezogen werden.
  • Die Einnahme von Antibiotika: Mit der Einnahme von Antibiotika werden bei einer bakteriellen Infektion die verantwortlichen Erreger bekämpft. Dabei können auch die „guten“ Bakterien vernichtet werden, die wir beispielsweise in Form von Laktobazillen für eine gesunde und abwehrstarke Vaginalflora benötigen.
  • Bakterielle Vaginose (Dysbiose): Das Erkrankungsbild der bakteriellen Vaginose ist noch nicht abschließend geklärt. Die schützenden Laktobazillen werden durch pathogene (krankmachende) Erreger verdrängt und es entsteht ein Ungleichgewicht des physiologischen Scheidenmilieus. Zu den Risikofaktoren zählen u.a. immunologische und genetische Faktoren, Rauchen und Stress.
  • Basische Körperflüssigkeiten: Flüssigkeiten wie Blut, Sperma oder auch der Wochenfluss nach der Geburt, liegen im basischen (alkalischen) Bereich. Natürliche Schwankungen, wie sie beispielsweise durch die Periode entstehen, reguliert der Körper in der Regel selbständig. Ist die Scheidenflora allerdings geschwächt und die Anzahl schützender Laktobazillen zu gering, wird weniger Milchsäure produziert und pathogene Erreger können sich leichter ausbreiten. Häufiger ungeschützter Sex kann sich ebenfalls auf die Scheidenflora auswirken und Intimbeschwerden begünstigen.
  • Erkrankungen & Infektionen: bestimmte Erkrankungen können die Scheidenflora ebenfalls aus der Balance bringen und den pH-Wert erhöhen. Dazu zählen zum Beispiel ein Diabetes mellitus, aber auch sexuell übertragbare Infektionen wie Chlamydien, Gonorrhoe oder Trichomoniasis. Auch Schilddrüsenprobleme können die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht bringen, da sie ebenfalls Auswirkungen auf das Immunsystem haben.
  • Weitere Risikofaktoren: Rauchen, Stress, eine zu zuckerreiche Ernährung mit vielen Kohlenhydraten.

Für unangenehme Symptome im weiblichen Intimbereich gibt es viele mögliche Ursachen und Risikofaktoren. Oft unterschätzt (oder auch überschätzt) wird dabei die richtige Intimhygiene. So können z. B. Intimdeos oder Scheidenspülungen die sensible Region reizen und das natürliche Scheidenmilieu aus dem Gleichgewicht bringen.

Symptome einer gestörten Scheidenflora

Eine Dysbalance der Scheidenflora kann mit unterschiedlichen Symptomen einhergehen. Besonders häufig leiden Frauen unter Juckreiz und einem veränderten Ausfluss. Je nach Ursache können diese in unterschiedlicher Ausprägung auftreten und für unterschiedliche Infektionen sprechen, die eine ärztliche Abklärung notwendig machen. Anhaltspunkte liefern vaginaler pH-Wert, Intimgeruch, Farbe und Konsistenz des Ausflusses, sowie etwaige Begleitsymptome wie Entzündungen oder Scheidentrockenheit. Während beispielsweise die Scheidenpilzinfektion in der Regel mit einem weißlichen und geruchlosen Ausfluss einhergeht, spricht ein in Farbe und Geruch veränderter Ausfluss, zum Beispiel ein grüner Ausfluss, für eine bakterielle Beteiligung, die in der Regel antibiotisch behandelt werden muss.

Symptome und Erkrankungen einer gestörten Scheidenflora im Überblick:

Bei erhöhtem pH-Wert sofort zum Frauenarzt?

Der vaginale pH-Wert unterliegt natürlichen Schwankungen, die vom Körper selbständig reguliert werden können. Wenn Ihr vaginaler pH Wert einmal nicht im Normalbereich liegt, besteht noch kein Grund zur Sorge. In diesem Fall wiederholen Sie die Messung einige Stunden später oder am nächsten Tag.

Wenn Sie Auffälligkeiten beobachten oder bereits unter zusätzlichen Beschwerden wie Juckreiz, Entzündungen, vermehrtem Ausfluss, Schmerzen beim Sex oder unangenehmen Intimgeruch leiden, ist der Gang zum Gynäkologen in jedem Fall ratsam. Insbesondere in der Schwangerschaft wird die regelmäßige pH-Wert Messung empfohlen. Hier sollten Veränderungen zeitnah mit dem Frauenarzt besprochen werden.3

Scheidenflora aufbauen und stärken

Eine gesunde und abwehrstarke Scheidenflora setzt sich aus einer Vielzahl an Mikroorganismen zusammen. Dabei ist es nicht nur wichtig, ob bestimmte schützende Laktobazillen vorhanden sind, vielmehr müssen sie in einem ausgewogenen Verhältnis zueinanderstehen, um das Mikrobiom der Vagina bestmöglich zu erhalten und zu schützen. Demnach konnten in der Vagina an die 250 Bakterienarten nachgewiesen werden. Dabei handelt es sich nicht nur um schützende Milchsäurebakterien, auch eine Vielzahl anderer Bakterien sind ein natürlicher Bestandteil der Scheidenflora. Ob es zu Beschwerden oder Scheideninfektionen kommt, liegt also vornehmlich an der Zusammensetzung der Intimflora. Mit der Verwendung schützender Milchsäurebakterien können Sie die Scheidenflora aufbauen, stärken und widerstandsfähiger machen. Bei einer bakteriellen Vaginose zum Beispiel oder nach der Einnahme eines Antibiotikums, können zugeführte Milchsäurebakterien den sauren pH-Wert regenerieren und wieder ins Gleichgewicht bringen. Sie können als Zäpfchen oder durch die Einnahme von Probiotika in Kapseln zugeführt werden.4

Nach den Wechseljahren ist das physiologische Scheidenmilieu von Natur aus anders zusammengesetzt, auch der vaginale pH-Wert verändert sich und steigt an. In dieser Zeit können Frauen daher anfälliger für bestimmte Beschwerden, wie beispielsweise Blasenentzündungen, sein. Aufgrund der veränderten Hormonlage kommt es zu einer Verdünnung des Gewebes, dieses wird als vaginale Atrophie bezeichnet. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich Vitamin E Suppositorien positiv auf die Intimregion der Frau bei vaginaler Atrophie auswirken können, besonders wenn auf eine Hormontherapie verzichtet werden soll.5

4 Tipps zum Erhalt einer gesunden Scheidenflora

Bleiben Sie im Gleichgewicht

Wohlbefinden und ein Leben in Balance wirkt sich ebenso auf unsere Intimgesundheit aus. So ist Stress ein erwiesener Risikofaktor, der Beschwerden des Intimbereiches begünstigen kann. Leben Sie bewusst und gönnen Sie sich Auszeiten vom stressigen Alltag – für ein Leben im Gleichgewicht.

4 Tipps zum Erhalt einer gesunden Scheidenflora

Stärken Sie Ihr Immunsystem

Chronische Erkrankungen schwächen das Immunsystem und können auf diese Weise auch die Intimgesundheit nachteilig beeinflussen. Auch haben entzündliche, allergische oder genetische Komponenten einen Einfluss auf die Intimgesundheit und können zu unterschiedlichen Beschwerden führen. Wichtig ist, dass entsprechende Erkrankungen, die nachweislich einen Einfluss auf die Intimflora haben können, rechtzeitig ärztlich diagnostiziert und behandelt werden.

4 Tipps zum Erhalt einer gesunden Scheidenflora

Achten Sie auf eine gesunde Intimhygiene

Weniger ist mehr! Verwenden Sie Waschlotionen, die auf den pH-Wert des Intimbereiches angepasst sind sowie einen atmungsaktiven Wäscheschutz. Die Wäsche sollte aus hautfreundlichen Materialien bestehen und nicht einengen. Weiterhin gilt, dass Sie auf Intimdeos verzichten und nach dem Toilettengang von vorne nach hinten, aber nicht von hinten nach vorne wischen sollten.

4 Tipps zum Erhalt einer gesunden Scheidenflora

Trinken Sie ausreichend und halten Sie sich warm

Nach dem Sport tut eine heiße Dusche gut und die Wäsche sollte unbedingt gewechselt werden. Frauen, die häufig zu Blasenentzündungen neigen, sollten viel trinken, um einer Entzündung erst gar keine Chance zu geben. Halten Sie sich stets warm und achten Sie ebenfalls auf warme, trockene Füße.

Tipps & Hausmittel für den Aufbau einer gesunden Scheidenflora

Gleichgewicht nach Antibiotika wiederherstellen

Eine gesunde Scheidenflora kann nicht nur vor direkten Scheideninfektionen schützen, auch hat sie Auswirkungen auf die gesamte Intimflora. So kann eine gestörte Scheidenflora und mit ihr ein erhöhter vaginaler pH-Wert, zu vermehrtem Auftreten von Blasenentzündungen führen. Diese werden wiederum häufig mit Antibiotika behandelt, was folglich zu einer weiteren Schwächung der Scheidenflora führen kann.

Mit der Verwendung schützender Laktobazillen können Sie die Intimflora im Gleichgewicht halten und auch wiederkehrenden Blasenentzündungen vorbeugen.

Der medizinische Fortschritt hat durch bessere Hygienestandards und wirksame Behandlungen, wie den Einsatz von Antibiotika, die Gesundheitsversorgung stark verbessert. Dieser Text beleuchtet historische Entwicklungen in der Frauengesundheit und betont die Bedeutung eines bewussten Umgangs mit Antibiotika zur Vermeidung von Resistenzen sowie den Schutz der Gesundheit durch Probiotika.

Die Scheidenflora während der Schwangerschaft

Mit der Schwangerschaft einhergehend kommt es zu Veränderungen des Hormonhaushaltes, die sich auch auf die Scheidenflora auswirken können. Hinzu kommt die veränderte Immunlage. Besonders in der Frühschwangerschaft ist ein ausgewogenes Scheidenmilieu hilfreich. Die Wahrscheinlichkeit, die ersten sensiblen Wochen zu überstehen, erhöht sich mit einer stabilen und gesunden Scheidenflora. Ein konstanter pH-Wert ist dabei besonders aussagekräftig. So wurde damals das Frühgeburten-Vermeidungsprogramm von Prof. Saling ins Leben gerufen, um die Frühgeburtenrate maßgeblich zu senken.

Mit dem Vagiflor® pH-Test ist diese einfache Maßnahme zum Glück für alle Schwangeren bedenkenlos zu jeder Tages- und Nachtzeit zu Hause durchführbar. Mögliche Schwankungen können so rechtzeitig bemerkt werden. Durch Rücksprache mit dem Frauenarzt können weitere Untersuchungen vorgezogen und mögliche Infektionen frühestmöglich entdeckt werden. Zwar wird der pH-Wert auch bei den regelmäßigen gynäkologischen Untersuchungen während der Schwangerschaft untersucht, doch zwischen den Arztterminen ermöglicht der pH-Wert-Test für zu Hause eine engmaschige Kontrolle. Während der Schwangerschaft wird empfohlen, den vaginalen pH-Wert zwei mal pro Woche zu messen. Es spricht auch nichts dagegen, die Messung häufiger durchzuführen. Dies ist vor allem dann zu empfehlen, wenn Sie bereits in einer Schwangerschaft unter Infektionen der Scheide gelitten haben oder zu Frühgeburten neigen.

In der Schwangerschaft stellt eine intakte und abwehrstarke Intimflora den größten Schutz für das ungeborene Baby und den Schwangerschaftsverlauf dar. Untersuchungen bestätigen einen Zusammenhang zwischen dem Vorliegen einer bakteriellen Vaginose und dem Auftreten verschiedener Komplikationen während der Schwangerschaft. Umso wichtiger ist das rechtzeitige Erkennen und eine geeignete Behandlung der BV bereits bei Kinderwunsch und zu Beginn der Schwangerschaft.

3 Fragen an

Janette Harazin, Hebamme

1. Frage: Wieso ist das Messen des vaginalen pH-Wertes in der Schwangerschaft so wichtig?

„Der vaginale pH-Wert und ein saures Scheidenmilieu sind für die Schwangerschaft ausgesprochen wichtig. Diese Werte werden normalerweise auch beim Frauenarzt gemessen, häufig ohne, dass die Schwangere das mitbekommt. Ich persönlich halte nichts davon, ständig etwas in die Scheide einzuführen, das hat immer Potenzial, auch mögliche Erreger einzubringen. Doch es gibt auch Möglichkeiten, den pH-Wert auf sanftere Weise zu messen, beispielsweise mit dem vaginalen pH Test von Vagiflor. So haben Schwangere ihren pH-Wert im Auge und können das Scheidenmilieu mit entsprechenden Präparaten ansäuern, falls erforderlich.“

2. Frage: Messen alle deine Klientinnen den pH-Wert regelmäßig oder stellst du öfter fest, dass die Relevanz des pH-Wertes nicht allen Frauen bewusst ist?

„Schon Prof. Saling hatte 1991 mit dem Frühgeburtenvermeidungsprogramm darüber aufgeklärt, wie wichtig es ist, den vaginalen pH-Wert regelmäßig zu messen, um so Mutter und Kind zu schützen. Trotzdem wird viel zu wenig über dieses Thema gesprochen.“

3. Frage: Welche Dinge hindern Frauen daran, den pH-Wert regelmäßig zu messen?

„Es gibt natürlich Frauen mit positivem Körpergefühl und einer unbesorgten Schwangerschaft, die die Notwendigkeit nicht sehen oder gar nicht über dieses Thema aufgeklärt wurden. In vielen Fällen denke ich, ist es die Unwissenheit.“

Der vaginale pH-Wert sollte zwischen 3,8 und 4,4 liegen, also im sauren Bereich. Ob das bei ihnen der Fall ist, können werdende Mütter z.B. ganz einfach mit einem Selbsttest ermitteln. Zeigt sich dann, dass der vaginale pH-Wert bei 4,5 oder darüber liegt, kann das dafür sprechen, dass die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht geraten ist. Um Komplikationen vorzubeugen, sollten Schwangere derartige Veränderungen zeitnah mit ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt besprechen und abklären lassen.

Folgen einer gestörten Intimflora

Sobald der vaginale pH-Wert steigt, haben es Krankheitserreger leichter, sich zu vermehren. Der Anteil schützender Laktobazillen nimmt ab, so dass Infektionen leichter entstehen können. Verantwortlich dafür ist häufig ein Zusammentreffen mehrerer Faktoren. Denn in einem gewissen Rahmen sind Bakterien und Pilze Bestandteil der Vaginalflora der Frau, ohne einen Krankheitswert zu haben. Eine geschwächte Immunlage, chronische Erkrankungen oder auch Stress können sich negativ auf die Intimflora auswirken und zu einer Mischflora und zu Infektionen des Intimbereiches führen.

Was versteht man unter einer Mischflora?

Die Vaginalflora ist stark an den Einfluss der Eierstockhormone und dem Vorhandensein einer ausgeglichenen Laktobazillus-Flora gebunden. Eine Mischflora der erwachsenen Frau im gebärfähigen Alter ist in diesem Zusammenhang durch den Rückgang dieser schützenden Laktobazillen und einer Zunahme an unerwünschten Bakterien gekennzeichnet. Der vaginale pH-Wert ist ebenfalls erhöht.

Das Anfangsstadium der bakteriellen Vaginose kann durch eine sogenannte Mischflora gekennzeichnet sein. In dieser frühen Phase des Ungleichgewichtes der Vaginalflora kann mit Laktobazillen und ansäuernden Präparaten noch ein Umschwung erreicht werden.4

Überblick der beiden häufigsten gynäkologischen Infektionen

ErkrankungHäufigkeitSymptomeHinweis
Bakterielle Vaginoseam häufigstengrau-weißlicher Ausfluss, unangenehmer Geruch, erhöhter pH-Wert (> 4,5)Bei der bakteriellen Vaginose handelt es sich nicht um eine Infektion im klassischen Sinn, sondern um ein Ungleichgewicht der physiologischen Scheidenflora. Dabei werden schützende Laktobazillen zugunsten schädlicher Erreger verdrängt. Ein erhöhter vaginaler pH-Wert ist ein typisches Symptom.
Scheidenpilzam zweithäufigstenQuälender Juckreiz, Rötung und Schwellung des Intimbereiches, weißlicher und krümeliger Ausfluss (geruchlos)Auch wenn Juckreiz das führende Symptom einer Scheidenpilzinfektion ist, sollten die Beschwerden ärztlich abgeklärt werden. Denn neben der Pilzinfektion kommt es häufig zu Mischinfektionen, die eine zusätzliche Behandlung erfordern. Der vaginale pH-Wert der Scheide liegt trotz Scheidenpilz meist im normalen Bereich zwischen 3,8 und 4,4.
Überblick der beiden häufigsten gynäkologischen Infektionen. Quelle: Institut für Mikroökologie.

Zu den Hauptsymptomen einer bakteriellen Vaginose gehören ein vermehrter, dünnflüssiger Scheidenausfluss, ein erhöhter vaginaler pH-Wert und ein unangenehmer, fischiger Intimgeruch. Warum diese Symptome immer ärztlich abgeklärt werden sollten und die sogenannten Amsel-Kriterien und der Nugent Score relevant für die Diagnose sind, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Wie genau Scheidenpilz diagnostiziert wird, warum die bekannten Symptome überhaupt entstehen und weitere Anzeichen für eine Pilzinfektion, all das verraten wir Ihnen im weiterführenden Ratgeber.

Zusammenhang zwischen Darmflora und Scheidenflora

Die physiologische Scheidenflora besteht vorwiegend aus einer Vielzahl unterschiedlicher Milchsäurebakterien, die den vaginalen pH-Wert im sauren Bereich halten und so die gesamte Intimregion schützen sollen. Bei der Frau liegen anatomisch bedingt Vagina und Analregion dicht beieinander. Bei einer gestörten Scheidenflora können sich Erreger aus der Analregion leichter ausbreiten und zu Beschwerden, wie beispielsweise einer Blasenentzündung, führen. Daher wird oft auf die richtige Reinigung und Wischtechnik nach dem Toilettengang hingewiesen.

Außerdem befinden sich rund 80 Prozent unseres Immunsystems in unserem Darm. Ein gesundes und abwehrstarkes Immunsystem ist also in jedem Fall wünschenswert und kann sich positiv auf unsere gesamte Intimgesundheit auswirken. Probiotika können unsere Darmgesundheit fördern und auf diese Weise unser Immunsystem unterstützen.

So geht zum Beispiel die Scheidenpilzinfektion mit einer Schwächung des Immunsystems einher, ebenso sollen allergisch und entzündliche Komponenten beteiligt sein. Um unseren Körper ganzheitlich zu unterstützen, setzten daher viele auf eine antientzündliche Ernährung. Dabei soll auf Süßigkeiten, Weizenprodukte und Fleisch (insbesondere Schweinefleisch aufgrund seiner entzündungsfördernden Substanzen) weitestgehend verzichtet werden. Auch ein Zuviel an Bauchfett kann sich durch eine entzündungsfördernde Hormonproduktion negativ auswirken. Mit einer antientzündlichen Ernährungsweise und Sport lassen sich Entzündungen wirksam vorbeugen. Empfehlenswerte Lebensmittel sind frisches Gemüse, Rohkost, Omega-3-Fettsäuren & Nüsse sowie Ingwer und Kurkuma.6

Interview mit dem Biologen Jesse Brandes zum gesunden und widerstandsfähigen Scheidenmilieu

Wir freuen uns sehr, Sie bei uns begrüßen zu dürfen! Sie sind Biologe und können uns so manche Fragen und Zusammenhänge ein wenig genauer erklären.

Moin moin, wie man hier im Norden zu sagen pflegt.

Ich habe Biologie in Oldenburg studiert, mit den Schwerpunkten Neurobiologie und Biochemie. Zusätzlich habe ich eine Ausbildung zum biologisch-technischen-Assistenten (BTA) abgeschlossen. Im Laufe meiner Ausbildung habe ich einen Abstecher, durch ein Praktikum in einer Pathologie, in den medizinischen Bereich gewagt. Die nahe Arbeit am Menschen und die damit verbundene Diagnostik hat mich dann auch zu meinem momentanen Beruf gebracht.

Ich arbeite in einem medizinischen Labor, in der mikrobiologischen Abteilung, die sich ebenfalls auch mit der Molekularbiologie beschäftigt (also der Forschung im gentechnischen Bereich). Dort untersuchen wir verschiedenste Materialien, wie z.B. Abstriche, Urine und Stuhlproben auf ihre mikrobielle Zusammensetzung und helfen in der Diagnostik bakteriell bedingter Erkrankungen. Schon immer fand ich das Feld der Biologie sehr spannend. Speziell die Wechselwirkung zwischen Bakterien und dem menschlichen Körper sind, wenn man sie in ihren Grundzügen erforscht und versteht, atemberaubend.

Die Wichtigkeit schützender Milchsäurebakterien in der Frauengesundheit rückt immer mehr in den Vordergrund und ist Bestandteil klinischer Untersuchungen. Warum ist das Ihrer Meinung nach so?

Ein Verständnis für die Wichtigkeit des Mikrobioms (also der Bakterien im menschlichen Körper) ist noch gar nicht allzu lange in der Wissenschaft verbreitet. Aktuell wird sehr viel Forschung in diesem Bereich betrieben, um genau zu verstehen, was für Funktionen all die Bakterien in uns erfüllen und welche Krankheitsbilder entstehen, wenn genau diese fehlen. Das liegt denke ich daran, dass nach der Entdeckung der Bakterien diese immer in Zusammenhang mit Pathogenität (Schädigung/Krankmachung) gebracht wurden, und nicht erforscht war, dass eine Vielzahl der Bakterien apathogen (also unschädlich) für den Menschen waren, wenn sie genau dort in der Menge vorkommen, wo sie in einer gesunden Flora zu finden sind. Dazu zählen z.B. auch die Bakterien, die das vaginale Milieu aufrechterhalten und für eine gesunde Vaginalflora sorgen. Eine Vielzahl verschiedener Laktobazillen (Milchsäurebakterien) wurden erstmals von dem Frauenarzt Albert Döderlein beschrieben, der ihnen die Eigenschaft zuschrieb Milchsäureproduzenten zu sein, die für ein saures Milieu in der Vaginalflora sorgen, welches ein Wachstum pathogener Keime verhindert. Aufgrund der Wichtigkeit der bedeutsamen Arten von Laktobazillen in der Vaginalflora, kann die Untersuchung des vaginalen Bioms helfen und bietet ein Indiz für bestimmte Erkrankungen.

Wurde den Laktobazillen früher schlicht zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet?

Die Laktobazillen hatten wirtschaftlich früh an Aufmerksamkeit gewonnen. So wurden sie anfangs unbewusst und später bewusst für die Produktion von z.B. Käse, Joghurt, Sauerkraut uvm. eingesetzt. Allerdings wurde ihnen erst spät die Wichtigkeit in der Darm- und Vaginalflora zugeschrieben. Inzwischen ist ihr positives Beitragen erkannt und es wird immer mehr in den medizinischen Bereichen geforscht, um Krankheiten wie Laktoseintoleranz oder Vaginose zu behandeln.

Jetzt hört und liest man überall von Milchsäurebakterien und reiner Milchsäure. Worin besteht genau der Unterschied?

„Die Milchsäurebakterien betreiben einen besonderen Stoffwechsel, bei dem sie Einfachzucker, wie z.B. Glukose in Milchsäure umwandeln. Wie der Name vermuten lässt, handelt es sich um eine Säure, die für einen sauren pH-Wert sorgt. Somit sind die Milchsäurebakterien, diejenigen, die das wichtige Endprodukt (Milchsäure) produzieren. Die Milchsäure ist lediglich das Endprodukt.“

Inwieweit unterscheiden sich lebende Milchsäurebakterien, die über einen längeren Zeitraum gekühlt werden müssen und solche, die keiner Kühlung bedürfen?

Lebende Milchsäurebakterien sind in gekühlter Form „inaktiviert“. Das heißt, dass sie sich in einem Zustand befinden, in dem sie einen minimalen Stoffwechsel betreiben, der unter anderen Umständen wieder auf Normalzustand hochgefahren wird, ähnlich wie ein Winterschlaf, sodass sie im richtigen Umfeld unter höheren Temperaturen (z.B. Körpertemperatur) sofort mit der Umsetzung von Zucker zu Milchsäure beginnen und für eine Änderung des pH-Werts sorgen. Ungekühlte Präparate sind durch andere Techniken, wie z.B. der Lyophilisierung (Gefriertrocknung) zu einer inaktivierten Form gebracht worden, in denen die Bakterien nicht absterben. Sie sind dennoch sehr anfällig gegenüber Feuchtigkeit und müssen vernünftig isoliert und verpackt werden, oder besondere Hüllen müssen das Produkt schützen. Im feuchten Umfeld benötigen die Bakterien dann einen gewissen Zeitraum um „aktiviert“ zu werden und mit dem Stoffwechsel zur Herstellung von Milchsäure zu beginnen.

Viele Kundinnen bevorzugen die Anwendung schützender Milchsäurebakterien, da sie ohnehin Bestandteil der physiologischen Scheidenflora sind. Wann wäre denn die Verwendung von Milchsäurebakterien sinnvoll und wann reicht die reine Milchsäure aus?

Milchsäurebakterien sind sensibel gegenüber den meisten Breitbandantibiotika und werden nach Einnahme größtenteils zerstört. Dies kann dazu führen, dass das saure Milieu der Scheidenflora aus dem Gleichgewicht gerät und der pH-Wert steigt. Die Vaginalflora wird alkalischer. Es können sich Bakterien ansiedeln, die im stark sauren Milieu nicht wachsen würden, nun aber ein physiologisch optimales Milieu vorfinden und dort pathogen wirken.

Wird mit einem deutlich potenteren Antibiotikum behandelt, wird ein Langzeitpräparat eingenommen, oder aber die Scheidenflora ist häufiger im Ungleichgewicht, ist die Einnahme von Milchsäurebakterien weitaus hilfreicher als die Verwendung reiner Milchsäure. Ist die natürliche Scheidenflora ansonsten intakt, so reicht eine prophylaktische Behandlung mit reiner Milchsäure aus.

Sie regt die Bildung schützender Milchsäurebakterien an und fördert auf diese Weise eine gesunde Intimflora. In beiden Fällen ist positiv, dass man dem Körper nichts Fremdes zuführt, sondern ihm beim Aufbau seines Mikrobioms hilft, bzw. körpereigene Substanzen zuführt.

Wieso können Milchsäurebakterien, die sich in der Scheidenflora befinden, auch vor Blasenentzündungen schützen? Können Sie uns bitte kurz den Zusammenhang erklären?

„Da bei einer Frau der Urogenitaltrakt (Harn-/Genitaltrakt) nicht deutlich voneinander getrennt ist, wirkt eine gesunde Scheidenflora als erste Barriere für pathogene Bakterien, die im Harntrakt eine Blasenentzündung auslösen können. Passieren diese Bakterien nicht die Scheidenflora, die durch ihr saures Milieu für eine Vielzahl an Bakterien ungeeignet ist, so gelangen sie auch nicht zur Blase vor. Das saure Milieu wird von Milchsäurebakterien produziert.“

Was versteht man unter Mikroben?

Das Wort Mikrobe wird auch synonym für Mikroorganismen oder Kleinstlebewesen benutzt. Dazu zählen grob gesagt alle Lebewesen, die wir mit dem bloßen Auge nicht erkennen können. Dazu zählen Bakterien, aber auch Pilze und Mikroalgen. Der fachliche Bereich der sich mit den Mikroben beschäftigt ist die Mikrobiologie.

Dürfen Sie uns verraten, woran Sie gerade arbeiten?

„Zurzeit arbeitet unser Labor sehr stark daran eine umfassende Corona Diagnostik anzubieten. Auch für uns ist das Arbeiten am Corona-Virus neu, und die Diagnostik über molekularbiologische Verfahren ist sehr zeitaufwändig und verbraucht viele Ressourcen. Ich bin zurzeit komplett in der Molekularbiologie eingespannt und werde bis auf weiteres auch in diesem Bereich arbeiten. Natürlich werfe ich auch jeden Tag ein Auge auf meine Nährböden und Bakterien und freue mich, wenn auch hier wieder Arbeitskraft reinfließen kann.“

Stand: 09/2024

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Autorin
Stephanie Nitsch

Fachredaktion Healthcare
Pharmareferentin nach § 75 Arzneimittelgesetz, Medizinprodukteberater nach § 31 MPG / § 83 MPDG, Examinierte Krankenschwester.

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Geprüft von
Dipl. Chemikerin Mariola Matura

Chief Scientific Officer
Chief Scientific Officer, Qualified Person §15 AMG, Universitätslehrgang „Pharmazeutisches Qualitätsmanagement“

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Laktobazillen nach Antibiotika

Der Fortschritt in der medizinischen Betreuung hat zu besseren Hygienestandards und effektiveren Behandlungsoptionen geführt, wodurch viele frühere Schreckensszenarien, wie Operationen ohne Betäubung, der Vergangenheit angehören. Besonders die Entdeckung und der Einsatz von Antibiotika haben die Gesundheitsversorgung revolutioniert. Dieser Beitrag nimmt Sie mit auf eine historische Reise durch wichtige Entwicklungen in der Frauengesundheit und zeigt auf, wie ein bewusster Umgang mit Antibiotika heute dazu beiträgt, Resistenzen zu vermeiden und die Verwendung von Probiotika (Laktobazillen) unsere Gesundheit schützen können.

Der Einsatz von Antibiotika in der Frauengesundheit

Heutzutage setzen wir auf eine sich stetig erweiternde und gute medizinische Betreuung. Hygienevorschriften haben sich etabliert und sind insbesondere in der Pflege und Medizin nicht mehr wegzudenken. Schreckensszenarien wie brachiale Operationen ohne Betäubung geraten immer mehr in Vergessenheit. Doch wie erging es den Frauen in der damaligen Zeit? Warum waren Kindbettfieber und Sterberate der Wöchnerinnen so unvorstellbar hoch? Wie wurde das lebensrettende Penicillin erfunden? Kommen Sie mit auf eine kleine Zeitreise durch beeindruckende Geschehnisse und lesen Sie, was wir heute gemeinsam für einen bewussteren Umgang mit Antibiotika und in der Vermeidung von Resistenzbildungen tun können.

Bei einem Scheidenpilz treten typischerweise starker Juckreiz und ein vermehrter sowie weiß-bröckeliger, geruchloser Ausfluss (Fluor) auf. Juckreiz, vor allem im Bereich des Scheideneingangs und der Schamlippen, ist dabei das Leitsymptom eines Vaginalpilzes. Die charakteristischen Symptome und Anzeichen einer Scheidenpilzinfektion sind zwar unangenehm, aber in der Regel gut zu behandeln

Frauen mussten noch lange auf helfende Antibiotika warten

In der heutigen Zeit unvorstellbar, doch noch im 19. Jahrhundert nahmen Ärzte Untersuchungen an Wöchnerinnen vor, nachdem sie an Leichen gearbeitet und ohne sich im Anschluss die Hände desinfiziert zu haben. Die ersten Wochen nach der Entbindung wird eine Frau als Wöchnerin bezeichnet. Das gefürchtete Kindbettfieber war weit verbreitet und andere Dinge wurden für das Auftreten der lebensbedrohenden Infektion verantwortlich gemacht. Unter dem Kindbettfieber versteht man eine Blutvergiftung durch das Eindringen von Bakterien in die Gebärmutter nach der Entbindung. Erst Ignaz Semmelweis vermutete einen direkten Zusammenhang zwischen dem gehäuften Auftreten des Kindbettfiebers und der mangelnden, gar fehlenden Hygiene der Personen, die die Wöchnerinnen untersuchten oder bei der Geburt begleiteten. Er unternahm nachfolgend Untersuchungen und informierte seine Vorgesetzten und Kollegen über seine eindeutigen Ergebnisse. Auch konnte damit erklärt werden, warum die Sterberate auf der Wöchnerin-Station, auf der ausschließlich Hebammen arbeiteten, sehr viel geringer war. Hebammen wurde die Arbeit an Leichen nämlich untersagt. Trotzdem stieß Semmelweis zunächst auf große Ablehnung in der Ärzteschaft.

Als Retter der Mütter etablierte Ignaz Semmelweis die Handhygiene

Doch nachdem der junge Arzt anordnete, vor der Behandlung der Wöchnerinnen eine Reinigung der Hände vorzunehmen, veränderte sich die Sterblichkeitsrate erheblich. So betrug die Rate im April 1847 um die 18 Prozent und lag im August desselben Jahres gerade noch bei 1,9 Prozent. Der Beweis wurde vollbracht, ohne jedoch die genauen Erreger des Kindbettfiebers zu erkennen. Die Entsetzung und Empörung der Ärzteschaft an den Erkenntnissen war groß. Semmelweis‘ Enthusiasmus wich einer Kraftlosigkeit und Resignation seinerseits. In einem Schreiben an den Gynäkologen Friedrich Wilhelm Scanzoni von Lichtenfels schrieb er 1861 »Sollten Sie aber, Herr Hofrat, ohne meine Lehre widerlegt zu haben, fortfahren, Ihre Schüler in der Lehre des epidemischen Kindbettfiebers zu erziehen, so erkläre ich Sie vor Gott und der Welt für einen Mörder.« Dieses Beispiel lässt die Tragweite dieser Tragödie zu seiner Zeit erkennen, in der Semmelweis zweifelnde Kollegen attackierte.

Erst 1878 erkannte Robert Koch den Zusammenhang zwischen Infektionen und Blutvergiftungen mit dem Vorhandensein von Bakterien. Heute ist das Ergebnis seiner Arbeit als evidenzbasierte Medizin (medizinisch belegbar) anerkannt und der direkte Zusammenhang der Hygiene und des Auftretens von Infektionen erwiesen. Fortan wurden die so wichtigen Hygienemaßnahmen, wie das gründliche Händewaschen und die Händedesinfektion, berücksichtigt und Semmelweis die Anerkennung zuteil, die ihm gebührte, um als „Retter der Mütter“ den verdienten Ehrentitel zu erhalten.

In der heutigen Zeit sind die frischgebackenen Mütter durch geregelte Hygienemaßnahmen wie beispielsweise die Händedesinfektion, das Tragen von Einmalhandschuhen oder die Nutzung von sterilem Operationsbesteck vor einer Übertragung der Krankheitserreger geschützt. Mit den zur Verfügung stehenden Antibiotika sind mögliche Infektionen zudem gut behandelbar.

Die Entdeckung des Antibiotikums

Die bedeutsame Entdeckung des Antibiotikums ist auf das Jahr 1928 zurückzuführen. Wenn auch bereits zahlreiche Erkrankungen bekannt waren, so fehlte doch in vielen Fällen eine wirksame Behandlung. Der schottische Mediziner und Bakteriologe Alexander Fleming (1881-1955) entdeckte durch einen Zufall das lebensrettende Penicillin. In einer vergessenen Petrischale, in der sich bestimmte Erreger namens Staphylococcus aureus befanden, entdeckte Fleming nach seiner Rückkehr aus den Sommerferien nun eine verschimmelte Bakterienkultur. Er stellte fest, dass die vorhandenen Bakterien abgetötet wurden. Es gelang ihm, diese abtötende Substanz aus dem Schimmelpilz zu extrahieren – die Stunde des Penicillins war geboren. Doch auch Alexander Flemings Vorträge und Arbeiten zur Bekämpfung bakterieller Infektionskrankheiten fanden erst später Gehör und Anerkennung. Dank Penicillin überlebten Verwundete des Krieges, die sonst an Wundbrand verstorben wären. Auch für Erkrankungen wie die bakterielle Lungenentzündung, Syphilis, Scharlach oder Wundstarrkrampf gab es endlich eine wirksame Medizin.

Mit der Erfindung des Penicillins, einem Wirkstoff, der zu der Gruppe der Beta-Lactam-Antibiotika zählt, konnten zahlreiche Infektionskrankheiten bekämpft, Operationen sicherer durchgeführt und zahlreiche Menschenleben gerettet werden. Die bahnbrechende Entdeckung zählte fortan zu den wichtigsten Errungenschaften der Medizin des 20. Jahrhunderts. Doch bereits im Jahre 1945 warnte Alexander Fleming bei seiner Nobelpreisrede vor möglichen Resistenzbildungen (Widerstandsfähigkeit) durch den Einsatz von Penicillin.

Wie wirken Antibiotika?

Es gibt verschiedene Gruppen von Antibiotika, die zum einen bakterizid (bakterienabtötend) und zum anderen bakteriostatisch (wachstumshemmend) wirken.

Was versteht man unter Resistenzbildungen?

Bakterien besitzen die Möglichkeit sich so zu verwandeln, dass ein bereits erprobtes Antibiotikum nicht mehr zuverlässig wirken kann. Es ist dann resistent, also unempfindlich gegen das spezielle Medikament. Bakterielle Erkrankungen, die zuvor noch verlässlich behandelbar waren, sprechen nicht mehr auf die gängige Therapie an. Eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes und lebensbedrohende Komplikationen können die Folgen sein.

Um Resistenzbildungen zu vermeiden, zählen insbesondere die Art und Weise, wie wir mit der Verschreibung und der Einnahme dieser wertvollen Medikamente umgehen. Je häufiger Antibiotika eingenommen werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für Resistenzbildungen. Früher galt die Divise, die verschreibungspflichtigen Antibiotika grundsätzlich bis zum Schluss zu verbrauchen. Eine vorzeitige Beendigung könne demnach Resistenzen begünstigen. Heute wissen Mediziner jedoch, dass diese Angaben laut aktueller wissenschaftlicher Untersuchungen so nicht mehr haltbar sind. Viele Erkrankungen wurden dahingehend untersucht, inwieweit sich eine verkürzte Antibiotikaeinnahme negativ auf die Erkrankung und auch auf die Möglichkeit, Resistenzen zu entwickeln, auswirke. Es zeigte sich, dass eine zu lange Einnahmedauer mit der Entwicklung von Resistenzen im Zusammenhang steht. Im Umkehrschluss hatte eine verkürzte Einnahme keine negativen Auswirkungen auf den Verlauf und die Genesung spezieller Erkrankungen. Daher werden heutzutage bestimmte bakterielle Infektionen wirkungsvoll und sicher mit einer Kurzzeitanwendung behandelt. Die verordnete Dosierung und Einnahmedauer sollten unbedingt befolgt werden. Auch dürfen Antibiotika nicht vorzeitig abgesetzt werden, auch nicht, wenn sich die Symptome bereits gebessert haben. Die Devise lautet demnach heute: „So kurz wie möglich und so lang wie nötig.“

Zudem besitzen Bakterien mehrere clevere Strategien, um Antibiotika unschädlich zu machen. Sie können sich beispielsweise verwandeln und somit auf natürliche Weise resistent werden. Aufgrund dieser Veränderungen innerhalb des Bakteriums, sogenannter Mutationen, bieten die Bakterien keine Angriffsfläche mehr. Das Antibiotikum ist machtlos und die Bakterien können sich ungehindert vermehren. Auch sind Bakterien in der Lage Resistenzgene aus ihrer Umgebung aufzunehmen. Ist eine Bakterienart gegen mehrere Antibiotikagruppen resistent, so spricht man von multiresistenten Erregern.

Unnötige Verschreibung von Antibiotika bei Erkältungen

Ein wesentlicher Punkt in der Entwicklung von Resistenzen ist zudem die sehr häufige und unnötige Verschreibung bei banalen Virusinfektionen wie beispielsweise bei einfachen Erkältungen. Infekte, die durch Viren ausgelöst werden, sind mit einem Antibiotikum nicht zu behandeln, sie fördern jedoch die Resistenzentwicklung erheblich. In Ausnahmefällen, wie beispielsweise bei immungeschwächten oder älteren Personen wird manchmal ein zusätzliches Antibiotikum verschrieben. Der Hintergrund ist, dass eine Verschlechterung des Zustandes durch eine Ansiedelung von Bakterien vermieden werden soll. Junge und gesunde Menschen schaffen es jedoch aus eigenen Kräften, eine unangenehme, doch meist harmlose Erkältung zu überstehen.

Daher lautet die aktuelle Empfehlung wie folgt: „Bitte halten Sie sich bei der Antibiotikaeinnahme an die Anweisungen Ihres Arztes“. Auf diese Weise werden eine individuelle Therapie und Einnahmedauer unter Berücksichtigung Ihres Krankheitszustandes, möglicher Begleiterkrankungen und der Erfahrungen Ihres Mediziners ermöglicht. Auch soll eine unnötig lange Einnahme auf diese Weise vermieden werden.

Was können Sie selbst gegen Infektionen tun?

Einfache Hygienemaßnahmen verringern die Gefahr von Infektionen und damit auch die Notwendigkeit, Medikamente zu benötigen. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit Antibiotika ist wesentlich im Kampf gegen Resistenzen, dazu können alle Menschen beitragen. Manchmal ist auch ein Umdenken notwendig. So werden bestimmte Infektionen, die bis vor Kurzem noch generell mit Antibiotika behandelt wurden, mittlerweile erfolgreich mit nicht-antibiotischen Mitteln behandelt. Ein klassisches Beispiel ist hier die unkomplizierte Blasenentzündung. In den meisten Fällen kann auf ein Antibiotikum verzichtet werden. Die Blasenentzündung heilt folgenlos aus, ohne dass Komplikationen befürchtet werden müssen.

Was können wir alle zu einem angemessenen Umgang mit Antibiotika beitragen?

Einfache Regeln für Zuhause:

Folgendes sollte bei der Einnahme von Antibiotika beachtet werden:

Scheidenpilz nach Antibiotika

Einige Nebenwirkungen treten jedoch besonders häufig auf, so klagen insbesondere Frauen nach der Einnahme von Antibiotika häufig über Pilzinfektionen des Intimbereiches. Durch die Medikamenteneinnahme und der geschwächten Abwehr können sich die Pilzerreger so vermehren, dass sie zu den typischen Beschwerden führen. Quälender Juckreiz, Rötung und ein weiß-bröckeliger Ausfluss sind dabei die häufigsten Symptome eines Scheidenpilzes. Im Akutfall stehen hier jedoch verlässliche Antimykotika (Antipilzmittel) zur Verfügung, die eine sichere Behandlung gewährleisten. Die bewährte 3-Tagestherapie von Vagifor® mykomed lindert zuverlässig die ausgesprochen lästigen Symptome, ohne die Scheidenflora weiter zu beeinträchtigen.

Antimykotikum zur Behandlung von Pilzinfektionen der Scheide.

Stärkung der Scheidenflora nach einer Antibiotikabehandlung

Nach der Einnahme von Antibiotika ist das körpereigene Immunsystem zunächst geschwächt und muss sich erst einmal erholen. Neben den schädlichen Krankheitserregern werden in der Regel auch die guten, schützenden Milchsäurebakterien abgetötet. Der Körper gerät aus dem Gleichgewicht. Trotzdem ist eine Einnahme in angezeigten Fällen notwendig und bei schweren Krankheitsverläufen lebensrettend.

In der Apotheke werden schützende Milchsäurebakterien am häufigsten nach einer Antibiotikaeinnahme empfohlen. Diese helfen, das physiologische Gleichgewicht der Vaginalflora wiederherzustellen und gesund zu halten. Unser Körper wird somit vor erneuten Infektionen bewahrt. Mit der Verwendung lebender Laktobazillen, wie sie zum Beispiel in Vagiflor® Vaginalzäpfchen enthalten sind, stärken Sie Ihre körpereigene Abwehr auf natürliche Weise.

Milchsäurebakterien für Erhalt & Wiederherstellung einer gesunden Scheidenflora. Vaginalzäpfchen mit Milchsäurebakterien stärken ein geschwächtes Scheidenmilieu und stabilisieren den pH-Wert, dank Laktobazillen (L. acidophilus).

Antibiotika gehören zu den wichtigsten Errungenschaften der Medizin. Sie helfen uns in der Heilung schwerer Erkrankungen und sie retten Menschenleben. Ein respektvoller Umgang mit diesen wichtigen Medikamenten ist daher unbedingt erforderlich. Wir können die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen nicht aufhalten, aber wir können alle etwas tun, um sie zu verlangsamen.

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Stand: 09/2024

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Entwickelt sich bei einer Frau mindestens viermal innerhalb eines Jahres eine Vaginalmykose, sprechen Mediziner von einem chronischen Scheidenpilz. Etwa 5 von 100 Frauen sind hierzulande davon betroffen. Eine chronische Vaginalmykose erfordert eine noch genauere ärztliche Abklärung. Um das passende Antimykotikum zu finden, wird in den meisten Fällen zunächst eine Pilzkultur angelegt. Ist der richtige Wirkstoff gefunden, muss eventuell auch der Partner mitbehandelt werden.

So wie das Leben Veränderungen unterliegt, durchläuft auch unser Körper unterschiedliche Phasen. Die Zeit der Wechseljahre (Klimakterium) als Ende der fruchtbaren Phase ist eine lange und wichtige Zeit im Leben einer Frau, denn sie dauert immerhin im Schnitt etwa 10 Jahre an und bringt oft auch andere einschneidende und lebensverändernde Ereignisse mit sich. 

Das physiologische Scheidenmilieu besteht aus verschiedenen Mikroorganismen, die ein gesundes Gleichgewicht aufrechterhalten und krankmachende Keime abwehren. Eine gestörte Scheidenflora äußert sich beispielsweise durch Juckreiz, Brennen oder einen veränderten Ausfluss. Die Verwendung lebender Milchsäurebakterien kann helfen, das Scheidenmilieu wieder aufzubauen und gesund zu halten.

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Stephanie Nitsch

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Pharmareferentin nach § 75 Arzneimittelgesetz, Medizinprodukteberater nach § 31 MPG / § 83 MPDG, Examinierte Krankenschwester.

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Scheidentrockenheit

In diesem Artikel widmen wir uns einem Thema, das für viele Frauen von großer Bedeutung ist, aber oft im Verborgenen bleibt: der Scheidentrockenheit. Dieses Problem betrifft häufig Frauen in den Wechseljahren, kann aber auch in jüngeren Jahren auftreten. Scheidentrockenheit kann zu Beschwerden wie Juckreiz, Brennen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr führen, was nicht nur die Lebensqualität beeinträchtigen, sondern auch die Intimität zum Partner negativ beeinflussen kann. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von hormonellen Veränderungen über psychische Belastungen bis hin zu bestimmten Medikamenteneinnahmen.

  • Mögliche Ursachen & Risikofaktoren: Sinkender Östrogenspiegel, hormonelle Veränderungen, übertriebene bzw. falsche Intimhygiene, Medikamenteneinnahmen (Chemo- oder Antihormontherapie), chronische Erkrankungen, übermäßiger Alkohol- und Nikotinkonsum, Stress.
  • Typische Symptome: Erhöhte Empfindlichkeit, Wundgefühl, Juckreiz, Brennen, Reizungen, Entzündungen und Schmerzen der Intimregion.
  • Was hilft bei Scheidentrockenheit? Die Behandlungsmöglichkeiten richten sich nach der zugrundeliegenden Ursache, hormonfreie feuchtigkeitsspendende Optionen wie Salben, Vaginalzäpfchen mit Milchsäurebakterien oder hormonhaltige Behandlungen beispielsweise mit östrogenhaltigen Cremes, Entspannungstechniken.
  • Mögliche Folgen bei Nichtbehandlung: Wundgefühl und Neigung zu Entzündungen und Infektionen, Beeinträchtigung der Lebensqualität.

Scheidentrockenheit ist keine Frage des Alters

Der Verlust an Feuchtigkeit der Intimregion führt zu dem Beschwerdebild der Scheidentrockenheit, welche längst keine Frage des Alters mehr ist. Auch junge Frauen können von einem Gefühl der Trockenheit betroffen sein, wobei aber grundsätzlich die Wechseljahre und die damit einhergehenden Veränderungen zu den häufigsten Auslösern gehören. Zu den wesentlichen Symptomen zählen neben der Trockenheit auch Juckreiz, Brennen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Scheidentrockenheit ist nicht nur unangenehm, sie kann sich negativ auf die Intimität zum Partner auswirken und gesundheitliche Folgen haben. Auch können psychische Belastungen, Medikamenteneinnahmen sowie bestimmte Grunderkrankungen Scheidentrockenheit begünstigen. Die trockenen und wunden Schleimhäute können rissig werden und so den Weg für Entzündungen und Infektionen ebnen. Diese betreffen den gesamten Bereich der Scheide inklusive der Harnwege.

Scheidentrockenheit und ihre Ursachen

Eine Scheidentrockenheit geht häufig mit einer verminderten Durchblutung sowie mangelnden Befeuchtung einher. Für diese Funktionen des weiblichen Körpers ist in erster Linie die Östrogenproduktion der Eierstöcke verantwortlich. Daher zählt ein Rückgang der Östrogenproduktion und die mit ihr einhergehenden Veränderungen des Intimbereiches, zu den häufigsten Auslösern einer vaginalen Trockenheit. Am häufigsten tritt die Scheidentrockenheit demnach in den Wechseljahren in Erscheinung.

Weiterhin können andere Ursachen zu einer Scheidentrockenheit führen oder diese begünstigen. Hier sind vor allem hormonelle Veränderungen durch die Einnahme der Pille und anderer Arzneimittel oder Therapieformen, sowie bestimmte Grunderkrankungen zu nennen. Eine ungesunde Lebensart, das Rauchen und psychische Belastungen können ebenso zu einer Scheidentrockenheit beitragen.

Scheidentrockenheit, als häufigstes Symptom der vaginalen Atrophie, betrifft vor allem Frauen nach den Wechseljahren. Bis zu 80 Prozent der Frauen sind nach der Menopause von einem Trockenheitsgefühl betroffen. Eine amerikanische Umfrage ergab allerdings, dass nur rund die Hälfte der Frauen auch Hilfe in Anspruch genommen hat.

Wann & warum mit Scheidentrockenheit zum Arzt?

Da sich die Scheidentrockenheit negativ auf die Lebensqualität auswirken kann, ist eine gezielte Ursachenforschung wichtig. Eine Scheidentrockenheit sollte zudem rechtzeitig mit dem Gynäkologen besprochen werden, da sich die Beschwerden in der Regel nicht ohne eine geeignete Therapie bessern. Eine Behandlung ist ebenfalls notwendig, um weiteren Entzündungen oder Infektionen, die durch die Trockenheit und das Einreißen der Haut begünstigt werden können, vorzubeugen.

Die natürliche Intimflora und der Einfluss der Hormone

Das Hormon Östrogen wird zum Großteil von den Eierstöcken gebildet und übernimmt im weiblichen Körper vielfältige Aufgaben. So werden beispielsweise die Durchblutung, Befeuchtung, Elastizität und Funktion des Gewebes angeregt. Schützende Laktobazillen, auch Döderlein-Bakterien genannt, wandeln unter dem Einfluss von Östrogen, das in der Vaginalschleimhaut befindliche Glykogen zu Milchsäure um. Diese sorgt zum einen für Feuchtigkeit und zum anderen schützt die Milchsäure die Intimregion vor Krankheitserregern, indem das physiologische Scheidenmilieu im sauren Bereich – pH-Wert um 4 – gehalten wird. Bei sexueller Erregung sondert die sogenannte Bartholin-Drüse ein Sekret ab, welches zusätzlich die Scheide befeuchtet und Krankheitserreger abhalten soll. Somit kann eine vaginale Trockenheit die Infektanfälligkeit begünstigen.

Ursachen für Scheidentrockenheit im Überblick

Scheidentrockenheit in den Wechseljahren

Verringert sich die Hormonproduktion mit zunehmendem Alter der Frau, verändern sich ebenso die weiblichen Geschlechtsorgane inklusive der Harnwege. Bei den meisten Frauen setzt die Menopause (Klimakterium) um das 50. Lebensjahr ein. Während dieser Zeit kommt es zu einem Rückgang der Östrogenproduktion und mit ihr zu Veränderungen des Intimbereiches. Die Schleimhäute bilden sich zurück. Es entsteht eine sogenannte Atrophie (Rückbildung des Gewebes). Das Gewebe wird schlechter durchblutet und die Feuchtigkeit nimmt ab. Hierbei handelt es sich also um ganz natürliche Veränderungen, die zu einer Scheidentrockenheit führen und mit zunehmendem Alter entstehen können.

Scheidentrockenheit in den Wechseljahren:

So wie das Leben Veränderungen unterliegt, durchläuft auch unser Körper unterschiedliche Phasen. Die Zeit der Wechseljahre (Klimakterium) als Ende der fruchtbaren Phase ist eine lange und wichtige Zeit im Leben einer Frau, denn sie dauert immerhin im Schnitt etwa 10 Jahre an und bringt oft auch andere einschneidende und lebensverändernde Ereignisse mit sich. 

Weitere Ursachen: Schwangerschaft, Stillzeit, Pille & Medikamente

In der Schwangerschaft und Stillzeit kommt es natürlicherweise zu hormonellen Veränderungen des weiblichen Körpers, die zu einer Scheidentrockenheit führen können. Auch wirken sich bestimmte Verhütungsmethoden, wie beispielsweise die Einnahme der Antibabypille (insbesondere mit geringem Östrogenanteil) auf den Körper und die Schleimhäute der Intimregion aus.

Bestimmte Arzneimittel können das Auftreten von Scheidentrockenheit ebenfalls begünstigen. So berichten betroffene Frauen häufig von Scheidentrockenheit als Nebenwirkung einer Chemotherapie. Chronische Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes, gynäkologische Operationen sowie eine ungesunde Lebensweise haben ebenso Einfluss auf unseren Körper. Auch zählen eine übermäßige Intimhygiene und das Rauchen zu den möglichen Auslösern. Psychischer Stress ist ein weiterer Risikofaktor in der Entstehung von Scheidentrockenheit.

Scheidentrockenheit als Symptom verschiedener Krankheiten

Eine Vielzahl an Grunderkrankungen kann sich auf den Hormonhaushalt und die Durchblutung auswirken und mit einer verringerten Erregungs- und Lubrikationsfähigkeit einhergehen. Verschiedene Erkrankungen, beispielsweise das Sjögren-Syndrom, Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Endometriose oder Multiple Sklerose können eine Scheidentrockenheit zur Folge haben. Eine Scheidentrockenheit kann allerdings auch als Nebenwirkung einer notwendigen Therapie oder Medikamenteneinnahme auftreten.

Symptome, an denen Sie eine trockene Scheide erkennen

Scheidentrockenheit durch Vaginalduschen & Lotionen

Bestimmte Hygienemaßnahmen können die empfindlichen Schleimhäute der Intimregion belasten und sie austrocknen. Scheiden- oder Vaginalspülungen sind umstritten. Viele Waschlotionen greifen die Haut an und verstärken die Trockenheit eher, als dass sie sie verbessern.

Zu empfehlen ist die vorsichtige Reinigung mit warmem Wasser und die Verwendung von Waschlotionen, die auf den pH-Wert der Intimflora angepasst sind.

Das Tragen von hautfreundlicher Baumwollunterwäsche und die Nutzung eines luftdurchlässigen Wäscheschutzes tragen wesentlich zum Wohlbefinden bei. In der heutigen Zeit rasieren sich viele Frauen – dagegen ist aus Sicht vieler Experten nichts einzuwenden. Natürlich sollten auch hier reizende und parfümhaltige Gele oder ähnliches lieber gemieden werden. Während der Periode kann der Verzicht auf Tampons hilfreich sein. Für viele Frauen ist es dann angenehmer, Binden zu benutzen.

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Für unangenehme Symptome im weiblichen Intimbereich gibt es viele mögliche Ursachen und Risikofaktoren. Oft unterschätzt (oder auch überschätzt) wird dabei die richtige Intimhygiene. So können z. B. Intimdeos oder Scheidenspülungen die sensible Region reizen und das natürliche Scheidenmilieu aus dem Gleichgewicht bringen.

Mehr Feuchtigkeit für Intimität ohne Einschränkungen

Für die lokale Behandlung empfiehlt sich die Anwendung feuchtigkeitsspendender Ovula (Vaginalzäpfchen). Sie befeuchten die Schleimhäute und halten sie so geschmeidig. Auf diese Weise wirken sie auch möglichen Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sowie einer generellen sexuellen Unlust entgegen. Grundsätzlich wird zur Intimität geraten, denn sie erhöht den Feuchtigkeitszustand der Haut. Zur Unterstützung haben sich auch Gleitgele bewährt. Bei der Verwendung von Kondomen in Verbindung mit Ovula sollte vorher geprüft werden, inwieweit die Sicherheit gegebenenfalls herabgesetzt ist. Produkte auf Wasser- und Silikonbasis sollen die Reißfestigkeit beispielsweise nicht beeinflussen.

Die Therapie der trockenen Scheide

Anhand der gynäkologischen Untersuchung und des persönlichen Beschwerdebildes der Frau, kann die Ursache festgestellt werden. Das ermöglicht eine präzise Behandlung.

Je nach Alter der betroffenen Frau oder Ausprägung der Beschwerden kommen verschiedene Möglichkeiten der Behandlung in Betracht. Viele Frauen möchten zunächst auf hormonfreie Optionen in Form von Salben, Zäpfchen oder Vaginaltabletten zurückgreifen. Zum Beispiel lindern feuchtigkeitsspendende Cremes für den äußeren Intimbereich sowie Ovula (Vaginalzäpfchen) zum Einführen in die Scheide die Beschwerden nachhaltig. Auch ein gesunder Lebensstil und Bewegung können unterstützend wirken. Das Vermeiden von Stress kann sich nachhaltig auf den Körper, das Wohlempfinden und nicht zuletzt auf die Partnerschaft auswirken.

Neigt die empfindliche Intimregion aufgrund der Trockenheit bereits zu einer rissigen Haut, können sich pathogene Keime, also krankmachende Erreger, leichter ausbreiten und müssen gegebenenfalls mit einem geeigneten Arzneimittel behandelt werden. Im Anschluss daran können Milchsäurebakterien das Scheidenmilieu stabilisieren, die vaginale Abwehr unterstützen und so weiteren Infektionen vorbeugen.

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Linderung der Beschwerden mit Joghurts, Oliven- oder Kokosöl?

Zu den viel umworbenen Hausmitteln gegen Scheidentrockenheit gehört die Empfehlung, einfach naturreinen Joghurt zu verwenden. Sei es als eingetauchten Tampon oder als eine Art Auflage für den äußeren Intimbereich. Der Gedanke dahinter ist der, dass sich auch im Joghurt schützende Milchsäurebakterien befinden, die die Scheidenschleimhaut pflegen, befeuchten und durch eine Konstanthaltung des sauren pH-Wertes vor Krankheitserregern schützen sollen. Doch diese Bakterienkulturen stimmen nicht mit denen der Intimflora überein.

Zudem kann es durch weitere Bestandteile des Joghurts zu Irritationen kommen. Daher empfehlen wir Ihnen, die schützenden Laktobazillen als Vaginalzäpfchen, auch Döderlein-Bakterien genannt, zu verwenden, die speziell für diesen Zweck entwickelt worden sind.

Milchsäurebakterien für Erhalt & Wiederherstellung einer gesunden Scheidenflora. Vaginalzäpfchen mit Milchsäurebakterien stärken ein geschwächtes Scheidenmilieu und stabilisieren den pH-Wert, dank Laktobazillen (L. acidophilus).

Den Joghurt genießen Sie gerne weiterhin, denn mit der Nahrung aufgenommen, können sich Probiotika positiv auf die Darmflora und das Immunsystem auswirken. Auf in Joghurt getränkte Tampons als Zäpfchen sollten Sie jedoch verzichten. Hier bieten sich stattdessen spezielle vaginale Milchsäurezäpfchen an.

Einige Frauen verwenden auch Oliven- oder Kokosöl, um die empfindliche Region zu pflegen und einer trockenen und gereizten Vaginalhaut entgegenzuwirken. Werden diese Produkte gut vertragen, können sie zur Hautpflege angewandt werden. Zu Bedenken ist jedoch, dass allergische Reaktionen möglich sind und mit den Ölen das innere natürliche Scheidenmilieu nicht nachhaltig wiederaufgebaut werden kann, wie es mit Laktobazillen möglich wäre.

Das physiologische Scheidenmilieu besteht aus verschiedenen Mikroorganismen, die ein gesundes Gleichgewicht aufrechterhalten und krankmachende Keime abwehren. Eine gestörte Scheidenflora äußert sich beispielsweise durch Juckreiz, Brennen oder einen veränderten Ausfluss. Die Verwendung lebender Milchsäurebakterien kann helfen, das Scheidenmilieu wieder aufzubauen und gesund zu halten.

Typischen Wechseljahresbeschwerden natürlich begegnen

Mit Beginn der Menopause können sich verschiedene Probleme wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Scheidentrockenheit bemerkbar machen. Viele Frauen versuchen mit einer ausgewogenen Ernährung, Entspannungstechniken und Sport ihren Körper in dieser Zeit zu unterstützen und möglichen Beeinträchtigungen entgegenzuwirken. Beschwerden wie Scheidentrockenheit lassen sich einfach und effektiv auf natürliche Weise behandeln. Auch Mediziner raten zunächst zur Befeuchtung und Pflege der empfindlichen Intimregion. Dazu eignen sich feuchtigkeitsspendende Ovula (Vaginalzäpfchen) und schützende Milchsäurebakterien für eine abwehrstarke und ausbalancierte Scheidenflora.

Für eine entspannte Zweisamkeit kann die Verwendung von Gleitmitteln empfohlen werden. Sollten diese Maßnahmen irgendwann nicht mehr ausreichend sein, kann in Erwägung gezogen werden, Hormone zunächst lokal anzuwenden, zum Beispiel in Form einer Creme zur äußeren Anwendung oder die Verwendung von hormonhaltigen Ovula.

Für Frauen, die Produkte auf pflanzlicher Basis bevorzugen, werden verschiedene Produkte wie u. a. Extrakte der Traubensilberkerze, Rotklee, Soja-Isoflavone oder Mönchspfeffer angeboten. Medizinische Belege, dass diese Produkte Wechseljahresbeschwerden lindern können, fehlen jedoch in den meisten Fällen. Zudem können Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen oder Schwindel, allergische Reaktionen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auftreten.

Scheidentrockenheit vorbeugen:

Als junge Frau habe ich mich kaum mit dem Thema Wechseljahre beschäftigt. Warum auch, es hat mich ja nicht betroffen. Sicher habe ich immer mal wieder etwas darüber gelesen oder gehört. Meine Mutter und auch ältere Kolleginnen berichteten überwiegend von aufsteigender Hitze und den damit verbundenen schlaflosen Nächten.

Der Beckenboden spielt eine zentrale Rolle für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. In diesem Gastartikel beleuchtet Ursula Gaisa von immerschick.de dieses verborgene Kraftzentrum und seine vielfältigen Funktionen, die weit über die reine Kontinenz hinausgehen.

Die lokale Hormonbehandlung

Wenn Sie unter den typischen Wechseljahresbeschwerden wie Scheidentrockenheit leiden, so hängt die Entscheidung für eine Hormonbehandlung natürlich davon ab, in welchem Lebensabschnitt Sie sich befinden. In einem offenen Gespräch mit Ihrem behandelnden Gynäkologen soll geklärt werden, was Ihnen wichtig ist und mit welcher Therapie Sie sich wohlfühlen. Mögliche Nebenwirkungen werden besprochen und gegen den erwünschten Nutzen der Hormonbehandlung abgewogen.

Der Rückgang der Östrogenproduktion wirkt sich zum einen auf die Schleimhaut der Scheide und zum anderen auf den Bereich der Harnblase und -wege aus. Daher sprechen Mediziner von einer urogenitalen Atrophie (Rückbildung des Gewebes). Dieses liegt an der Ähnlichkeit der Schleimhäute und ihrer anatomischen Nähe.

Eine Möglichkeit um die Beschwerden, die mit den Wechseljahren einhergehen, zu lindern, bietet beispielsweise eine lokale Hormonbehandlung. Diese wird meist in Form einer östrogenhaltigen Creme angewandt. Für die Wirkung ist in diesem Fall vielmehr die Länge der Therapie ausschlaggebend als die Dosierung der lokal aufzutragenden Hormone. Daher wird der Hormongehalt sehr niedrig gewählt. So kann die dünne und trockene Schleimhaut der Scheide wiederaufgebaut werden. Auch der pH-Wert gelangt auf diese Weise in den gewünschten sauren Bereich zurück. Das Wohlbefinden der Frau kann verbessert und möglichen Schmerzen beim Geschlechtsverkehr entgegengewirkt werden.

Hormonfreie oder hormonhaltige Behandlung?

Zur Behandlung einer Scheidentrockenheit kommen hormonhaltige oder hormonfreie Alternativen in Betracht. Eine systemische Hormonersatztherapie kann mit hohen Nebenwirkungen einhergehen, weshalb viele Frauen von einer Hormonanwendung profitieren, die lediglich äußerlich aufgetragen werden muss. Hormonfreie Alternativen bieten neben der Pflege auch die Möglichkeit, die Scheidenflora mit schützenden Milchsäurebakterien anzureichern. Auf diese Weise kann der vaginale pH-Wert gesenkt und der Intimbereich vor möglichen Infektionen geschützt werden. Je nach Ursache und Beschwerdebild wird die passende Therapie mit dem behandelnden Gynäkologen abgestimmt.

Vorteile einer hormonfreien Behandlung:

Vorteile einer hormonellen Behandlung (lokale Applikation):

Schlusswort

Das Thema Scheidentrockenheit ist für jüngere wie für ältere Frauen ein sensibles Thema. Mit unserem Beitrag möchten wir darauf aufmerksam machen, dass es zum einen gesundheitliche Gründe für die Beschwerden geben kann und zum anderen einen ganz natürlichen Prozess im Laufe des Lebens einer Frau darstellt. Mit diesem Wissen fällt es vielleicht leichter, unter den verschiedenen Möglichkeiten der Behandlung, die für sich passende zu finden oder aber im Zweifelsfall das offene Gespräch mit dem behandelnden Gynäkologen zu suchen. Die Krankheitsmerkmale, die mit Scheidentrockenheit einhergehen können, sind in den meisten Fällen gut zu behandeln. Eine passende Therapie kann nicht nur die Symptome lindern, auch vermag sie die Lebensqualität erheblich zu steigern. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen alles Gute!

Stand: 09/2024

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Scheidenpilzinfektionen gehören zu den häufigsten Gründen, die Frauenarztpraxis aufzusuchen. Meist ist die Behandlung mit Antimykotika wie Clotrimazol unkompliziert und erfolgreich. Bei einigen Frauen tritt Scheidenpilz allerdings immer wieder auf und kann die Lebensqualität stark beeinflussen.

Autorin
Stephanie Nitsch

Fachredaktion Healthcare
Pharmareferentin nach § 75 Arzneimittelgesetz, Medizinprodukteberater nach § 31 MPG / § 83 MPDG, Examinierte Krankenschwester.

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Geprüft von
Dipl. Chemikerin Mariola Matura

Chief Scientific Officer
Chief Scientific Officer, Qualified Person §15 AMG, Universitätslehrgang „Pharmazeutisches Qualitätsmanagement“

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Wenn die Scheide juckt und brennt

  • Mögliche Ursachen: Juckreiz im Intimbereich der Frau zählt zu den häufigsten Beschwerden des Genitalbereiches. Neben einer vaginalen Pilzinfektion (Scheidenpilz) können auch hormonelle Gründe, eine übertriebene Intimhygiene, Hauterkrankungen wie Lichen sclerosus oder bakterielle Infektionen ein Jucken oder Brennen hervorrufen – sowohl innen als auch außen.
  • Mögliche Risikofaktoren: Immunschwäche, falsche oder übertriebene Intimhygiene, Behandlung mit Antibiotika, Stress, zugrunde liegende chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus.
  • Was tun, wenn die Scheide juckt? Zur genauen Abklärung und Behandlung empfiehlt sich die gynäkologische Untersuchung. Zusätzlich gibt es einige Tipps für den Alltag, um Juckreiz vorzubeugen oder zu lindern.
  • Wenn Scheidenjucken in der Schwangerschaft auftritt: Während der Schwangerschaft sollten Beschwerden grundsätzlich fachärztlich kontrolliert werden. Eine Therapie sollte in Absprache mit dem Frauenarzt erfolgen.

Wie kann es zu Juckreiz kommen?

Ständiger Juckreiz im Intimbereich der Frau kommt häufig vor und kann sehr belastend sein. Zwar dürfte jede Frau und auch jeder Mann schonmal ein Jucken und Brennen im Genitalbereich verspürt haben, doch in der Regel hilft ein kurzes Kratzen und der Juckreiz lässt nach. Aber was, wenn das nicht der Fall ist und die Beschwerden lange anhalten und es vielleicht sogar zu Schmerzen beim Wasserlassen oder Geschlechtsverkehr kommt? Oder wenn das sonst so befreiende Kratzen plötzlich zu einem zunehmenden Brennen oder Wundsein führt? Zudem können auch weitere Symptome wie Ausfluss oder Rötungen und Schwellungen der Vulva mit dem Jucken einhergehen.

Viele Frauen denken dann spontan an einen Scheidenpilz. Tatsächlich ist Pilzbefall eine der häufigsten Ursachen, vor allem wenn das Scheidenjucken im äußeren Intimbereich auftritt, also an den Schamlippen, am Venushügel und am Scheideneingang. Auch der sichtbare Teil der Klitoris kann betroffen sein. Doch auch die Scheide selbst, also die Vagina, kann jucken und brennen.

Meistens ist der Juckreiz zwar lästig, aber harmlos. Denn von den vielen verschiedene Erkrankungen, die ursächlich sein können, sind meisten gut behandelbar. Aber für die optimale Therapie und Vorsorge muss die Ursache zunächst richtig diagnostiziert werden.

Deshalb sollte bei langanhaltendem Scheidenjucken ein Arzt konsultiert werden. Vor allem dann, wenn weitere Begleitbeschwerden auftreten, die typisch für eine bakterielle Vaginose oder eine Pilzinfektion sind.

In der Hälfte der Fälle ist Scheidenpilz die Ursache

Rund 40 Prozent aller Frauen mit Juckreiz im Intimbereich leiden an einer Pilzinfektion.1 In vielen Fällen – aber keineswegs immer – steckt also ein Pilz hinter dem Scheidenjucken. Bei einer Vaginalmykose breitet sich der Pilz im Scheideninneren (Vagina) aus, bei der Vulvovaginalmykose sind auch die äußeren Genitalien (Vulva) betroffen. In den allermeisten Fällen handelt es sich um den Hefepilz Candida albicans.

Starker Juckreiz im Intimbereich ist das Leitsymptom, unter dem die meisten Frauen mit Scheidenpilz leiden. Brennende Missempfindungen in der Scheide können später hinzukommen oder das Jucken ablösen. Typisch ist darüber hinaus ein weißlicher, leicht bröckeliger oder krümeliger Ausfluss. Der Ausfluss ist meistens geruchlos, was ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber bakteriellen Infektionen ist. In einigen Fällen gehen Vaginalmykosen mit brennenden Schmerzen beim Wasserlassen einher, weil die Erreger auf die Harnröhre übergreifen können. In dieser Hinsicht unterscheiden sich Pilzinfektionen und bakterielle Infektionen nicht. Auch der Geschlechtsverkehr kann bei allen Infektionen der Scheide schmerzhaft sein.

Mit den richtigen Medikamenten lassen sich Scheidenjucken und Begleitsymptome, wie das Brennen am Scheideneingang, jedoch meist schnell und dauerhaft beseitigen. In der Regel kommen zur Behandlung rezeptfreie Antimykotika wie Clotrimazol zur Anwendung.

Kommt der Scheidenpilz jedoch immer wieder, muss die Behandlung in Absprache mit einem Arzt abgestimmt werden. Und nicht immer steckt eine Pilzinfektion hinter den Symptomen.

Bei einem Scheidenpilz treten typischerweise starker Juckreiz und ein vermehrter sowie weiß-bröckeliger, geruchloser Ausfluss (Fluor) auf. Juckreiz, vor allem im Bereich des Scheideneingangs und der Schamlippen, ist dabei das Leitsymptom eines Vaginalpilzes. Die charakteristischen Symptome und Anzeichen einer Scheidenpilzinfektion sind zwar unangenehm, aber in der Regel gut zu behandeln

Welche Ursachen für eine juckende Scheide gibt es noch?

Die Beschwerden können auch andere Ursachen haben, etwa eine Blasenentzündung oder Verletzungen und Irritationen nach einer Intimrasur. Auch Scheidentrockenheit kann zu Juckreiz führen. Sie kann die Folge übertriebener Intimhygiene oder eines niedrigen Östrogenspiegels sein und tritt deshalb besonders häufig während und nach der Menopause (Wechseljahre) auf. Hauterkrankungen wie Lichen sclerosus, Neurodermitis oder eine Schuppenflechte sind ebenfalls mögliche Ursachen, genauso wie Stress.

Scheidentrockenheit entsteht durch einen Mangel an Feuchtigkeit im Intimbereich. Obwohl auch junge Frauen darunter leiden können, zählen die Wechseljahre und die hormonellen Veränderungen in dieser Lebensphase zu den häufigsten Ursachen.

Eine Selbstmedikation mit Antimykotika sollte deshalb beim bloßen Verdacht auf einen Scheidenpilz zeitlich begrenzt sein. Lassen die Symptome nach spätestens drei Tagen noch nicht nach, sollten Sie einen Gynäkologen aufsuchen. Haben sich die Beschwerden wie Scheidenjucken und Brennen nach einigen Tagen nicht deutlich gebessert, sollten Sie spätestens jetzt einen Frauenarzt aufsuchen, damit eine genaue Diagnose gestellt wird. Das gilt insbesondere dann, wenn weitere Symptome wie ein erhöhter vaginaler pH-Wert oder vermehrter bzw. veränderter Scheidenausfluss mit säuerlichem, scharfem oder fischigem Geruch auftreten. In diesem Fall kann nämlich auch eine bakterielle Vaginose die Ursache für den Juckreiz sein. Auch bei Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen.

Häufige Ursachen für Juckreiz im Intimbereich:

Seltenere Ursachen für Juckreiz im Intimbereich:

Antimykotikum zur Behandlung von Pilzinfektionen der Scheide.

Brennen und Jucken der Scheide: auch Bakterien können Schuld sein

Verschiedene Bakterien kommen bei Anzeichen einer Scheideninfektion als „Täter“ in Frage. In den meisten Fällen handelt es sich um Bakterien, die in geringer Anzahl schon vorher in der Scheide angesiedelt waren und bislang in Schach gehalten wurden. Infolge eines veränderten Scheidenmilieus und einer lokalen Abwehrschwäche haben sie sich diese Bakterien nun aber stark vermehrt. Sie gewinnen die Oberhand und werden plötzlich auffällig. Die Scheide brennt und produziert einen Ausfluss, der Entzündungszellen und abgetötete Erreger enthält.

Ist das Bakterium Gardnerella vaginalis verantwortlich, hat der weißlich-gräuliche Ausfluss einen stark fischigen Geruch. Typisch für eine starke Vermehrung von Streptokokken ist dagegen ein Ausfluss von grünlich-gelber Färbung.

Sexuell übertragbare Infektionen nehmen zu

Auch bei sexuell übertragbaren Infektionen (Sexually Transmitted Diseases – STI) sind Scheidenjucken und Scheidenbrennen gängige Symptome. Zu den häufigsten STI zählen Infektionen mit Chlamydien, die in vielen Fällen stumm verlaufen. Symptomatische Verläufe gehen mit Juckreiz, Brennen und eitrigem Ausfluss einher. Ähnliches gilt für die Gonorrhö, die durch das Bakterium Neisseria gonorrhoeae hervorgerufen wird. Diese im Volksmund als „Tripper“ bezeichnete Geschlechtskrankheit ist – wie einige andere auch – in den letzten Jahren wieder auf dem Vormarsch. Tabuisierung sowie Sorglosigkeit infolge mangelnder Aufklärung tragen maßgeblich dazu bei.

Schon mal was von Trichomonas vaginalis gehört? Der Einzeller zählt zu den häufigsten sexuell übertragenen Erregern, ist aber laut Umfragen so gut wie unbekannt. Er ruft ebenfalls Scheidenjucken und -brennen sowie einen scharf riechenden Ausfluss hervor. Weiterhin unterschätzt werden Infektionen mit Herpes-simplex-Viren. Grundsätzlich ist es wichtig, sexuell übertragbare Infektionen frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln. Für die meisten STIs stehen wirkungsvolle Medikamente zur Verfügung, mit denen sich die Infektionen ausheilen und drohende Komplikationen verhindern lassen.

Grüner Ausfluss ist ein deutliches Signal des Körpers, das nicht ignoriert werden sollte, da es auf eine mögliche Infektion hinweisen kann. In diesem Artikel gehen wir auf die Ursachen, die damit verbundenen Symptome und die Wichtigkeit einer frühzeitigen medizinischen Abklärung ein. 

Es juckt, wenn Nerven überreizt sind

Der Juckreiz erfüllt eigentlich eine Schutzfunktion. Botenstoffe wie Histamin und Zytokine lösen über Nervenfasern im Gehirn einen Kratzreflex aus.

Durch das Kratzen sollen mögliche Fremdkörper, Parasiten oder Erreger von der Hautoberfläche entfernt werden. Somit erfüllt der Juckreiz eine ähnliche Funktion wie der Schmerz. Er soll uns schützen und auf ein Problem hinweisen.

Somit steht jedoch auch fest, dass es immer wieder oder ständig zu Juckreiz kommen kann, wenn der Auslöser nicht festgestellt wird oder vielleicht gar nicht durch Kratzen von der Haut entfernt werden kann. Wenn also zum Beispiel eine unbekannte Allergie hinter den Beschwerden steckt, oder eine Erkrankung. Kommt es zum Beispiel immer in bestimmten Situationen zu Juckreiz, so liegt der Verdacht auf eine falsche Intimhygiene, Allergie oder eine psychische Ursache wie Stress nahe. Hält der Juckreiz lange an, könnte hingegen eine bakterielle Infektion oder eine andere Grunderkrankung das Scheidenjucken auslösen. Der Verdacht auf bestimmte Erkrankungen liegt vor allem dann nahe, wenn zusätzlich weitere Begleitsymptome auftreten.

Eine übermäßige Vermehrung von Pilzen oder Bakterien führt zu einer Irritation der hochempfindlichen Schleimhaut im Intimbereich, in der freie Nervenendigungen dicht an dicht liegen. Es kommt zu Entzündungsreaktionen und dabei zu einer Reizung der sensiblen Nervenfasern.

Jucken und Brennen im Innern der Vagina sowie im Bereich des Scheideneingangs, der Schamlippen und des Venushügels sind mögliche Folgen. Ausfluss sowie eine gerötete Schleimhaut deuten ebenfalls auf eine Entzündung im Genitalbereich hin.

Scheidenjucken: Wann zum Arzt?

Mögliche Begleitsymptome bei Juckreiz im Intimbereich:

Nicht nur mit Blick auf Ihre eigene Gesundheit ist es wichtig, dem Scheidenjucken und Brennen auf den Grund zu gehen. Auch Ihrem Partner zuliebe sollten Sie sich einem Arzt anvertrauen, wenn der Juckreiz hartnäckig ist oder immer wiederkommt. Denn manche Erreger sind ansteckend und können beim Sex übertragen werden.

Schwangeren, die infolge der hormonellen Umstellung häufiger unter Pilzinfektionen leiden, ist von einer Behandlung in eigener Regie grundsätzlich abzuraten. Sie sollten bei immer einen Arzt zu Rate ziehen, wenn die Scheide juckt oder brennt. Die Behandlungsmöglichkeiten bei einer Pilzinfektion sind in der Schwangerschaft ebenso gut und ohne Risiko für den Embryo.

Jede Frau zwischen Pubertät und Wechseljahren kennt Scheidenausfluss, medizinisch auch Fluor vaginalis oder Fluor genitalis genannt. Die Absonderung von Sekret aus der Vagina ist etwas ganz Normales und in der Regel kein Krankheitszeichen.

Diagnose: Scheidenjucken genau abklären lassen

Wo genau juckt es? Ist der Scheideneingang bzw. der äußere Genitalbereich betroffen? Oder juckt es innen in der Vagina? Die Frage, ob der Juckreiz im Intimbereich innen oder außen auftritt, ist wichtig bei der Suche nach möglichen Ursachen. Und auch Begleitsymptome können aufschlussreich sein. Oft geht Scheidenjucken mit brennenden Missempfindungen einher. Ein solches Brennen spricht dafür, dass sich ein Keim – ein Pilz oder ein Bakterium – in der Scheide ausgebreitet hat.

Symptome wie chronischer Juckreiz und ein Brennen, vor allem im äußeren Intimbereich, welche in Schüben auftreten, können auch ein Anzeichen für die Hauterkrankung Lichen sclerosus sein. Vor allem wenn zusätzlich Begleitsymptome wie sichtbare Vernarbungen und weiße Flecke, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und eine dünne, glänzende und/oder trockene Schleimhaut auftreten. Wiederkehrende Blasenentzündungen und Pilzinfektionen, durch die lokal gestörte Immunabwehr, können ebenfalls mit der Hauterkrankung einhergehen.

Auch veränderter oder streng riechender Ausfluss ist ein Symptom, welches in diese Richtung weist. Farbe und Beschaffenheit des Ausflusses deuten manchmal schon auf den verantwortlichen Erreger hin. Gesunder Ausfluss ist oft weißlich (Weißfluss), kann aber auch eine andere Farbe haben, zum Beispiel kann er grünlich oder gelblich sein. Auch die Konsistenz variiert je nach Erreger von flüssig, cremig bis bröckelig. Für eine eindeutige Diagnose ist jedoch ein Scheidenabstrich erforderlich. Der Blick durchs Mikroskop bringt Klarheit, ob es sich um einen Scheidenpilz ;(vaginale Mykose), eine bakterielle Scheideninfektion oder um ein Ungleichgewicht, eine Dysbiose (bakterielle Vaginose) handelt.

Welche Fragen stellt der Arzt zur genauen Diagnose des Juckreizes?

Körperliche Untersuchungen bei Scheidenjucken

Nachdem durch eine ausführliche Anamnese Ursachen wie andere Grunderkrankungen (z. B. Diabetes mellitus), Stress, die Einnahme bestimmter Medikamente oder schlichtweg ungünstige Alltagsroutinen wie eine falsche Intimhygiene ausgeschlossen werden können, geht es darum, durch körperliche Untersuchungen die Krankheitserreger zu identifizieren, oder möglicherweise Hinweise auf eine noch nicht diagnostizierte Grunderkrankung wie Lichen Sclerosus festzustellen. Die relativ häufige Hauterkrankung kann häufig zu Juckreiz im Intimbereich führen. Sie zeigt sich – neben dem Juckreiz im Intimbereich – durch Begleitsymptome wie weiße Flecken und Vernarbungen sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Der Gynäkologe oder die Gynäkologin untersuchen zunächst Vulva und Vagina. Doch ebenso werden Körperregionen untersucht, die auf den ersten Blick nichts mit dem Intimbereich zu tun haben. Werden aber zum Beispiel an Füßen, Armen oder auf dem Kopf Anzeichen für Ekzeme oder Neurodermitis gefunden, so können sich diese auch genital auswirken. Neben dem sogenannten Sichtbefund können zudem ein Abstrich und Laboruntersuchungen im Rahmen der Diagnose angewendet werden. Die Diagnose der Ursache ist entscheidend für den Therapieerfolg, denn ein Scheidenpilz wird ganz anders als eine bakterielle Vaginose behandelt, auch wenn die Symptome sich sehr ähnlich sein können.

Zu den Hauptsymptomen einer bakteriellen Vaginose gehören ein vermehrter, dünnflüssiger Scheidenausfluss, ein erhöhter vaginaler pH-Wert und ein unangenehmer, fischiger Intimgeruch. Warum diese Symptome immer ärztlich abgeklärt werden sollten und die sogenannten Amsel-Kriterien und der Nugent Score relevant für die Diagnose sind, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Welche Rolle spielen Hormonhaushalt und Scheidenflora?

Ist der Erreger identifiziert, gilt es herauszufinden, wie genau es zu seiner Ausbreitung in der Scheide kommen konnte. Denn nur dann lässt sich verhindern, dass dies nicht wieder passiert. Manche Erreger werden beim Sex übertragen. Es kommt aber auch vor, dass sich Keime, die schon länger unbemerkt in der Scheide ansässig waren, plötzlich stark vermehren und dann Beschwerden wie Juckreiz und Brennen hervorrufen.

Denn beispielsweise ist bei 20 bis 30 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter eine Besiedlung der Scheidenflora mit dem Pilz Candida albicans nachweisbar. Allerdings in so geringer Zahl, dass dieser nicht zu den typischen Symptomen eines Scheidenpilzes führt. Plötzlich kann es dann zu einer Ausbreitung kommen, sodass verschiedene Symptome, insbesondere Juckreiz und vermehrter sowie veränderter Scheidenausfluss, auftreten. Aber warum vermehrt sich der Pilz bei manchen Frauen so stark, während bei anderen die Scheidenflora im Gleichgewicht bleibt?

Das kann unterschiedliche Ursachen haben. Hormonelle Veränderungen zum Beispiel. Bei einer Schwangerschaft und auch in den Wechseljahren (Menopause) kommt es zu ausgeprägten hormonellen Veränderungen, durch die sich das Keimspektrum der natürlichen Scheidenflora verschieben kann. Mitunter kann allein schon der monatliche Zyklus ausreichen, um die Scheidenflora durcheinander zu bringen.

Milchsäurebakterien sind entscheidend

Bakterien in der Scheide sind ganz normal. Denn die Scheide wird von einer natürlichen Mikroflora besiedelt, die in erster Linie aus „guten Bakterien“ besteht. Vor allem Milchsäurebakterien zählen dazu, denn sie spielen eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern. Sie tragen entscheidend dazu bei, dass sich schädliche Keime und Bakterien nicht im Genitalbereich ausbreiten können. So unterstützen schützende Laktobazillen unser Immunsystem auf natürliche Weise. Eine Win-win-Situation.

Die Milchsäurebakterien (Laktobazillen) ernähren sich von Glykogen, einem Zucker, der von den Zellen der Vaginalschleimhaut freigesetzt wird. Diesen Zucker verarbeiten die Bakterien zu Milchsäure und schaffen so in der Scheide ein saures Milieu, welches einen pH-Wert zwischen 3,8 und 4,4 hat. Der Säuremantel der Scheide stellt eine Barriere dar, an der viele Krankheitserreger scheitern. Bei deren Bekämpfung werden die Milchsäurebakterien von anderen ‚Mitgliedern‘ der natürlichen Scheidenflora unterstützt. Eine gut funktionierende Abwehr ist Teamarbeit. Und deshalb ist es wichtig, dass die Zusammensetzung der Scheidenflora stimmt und ihre Balance nicht gestört wird.

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Ein paar „böse Bakterien“ können ruhig schon mal dazwischen sein. Das ist nicht schlimm, solange es den „Guten“ gelingt, sie in Schach zu halten. Gerät das Scheidenmilieu allerdings aus der Balance, wird die lokale Abwehr geschwächt. Dann kann es passieren, dass sich ansässige, zur Aggressivität neigende Keime stark vermehren und Entzündungsreaktionen mit Jucken und Brennen provozieren. Oder es dringen von außen Krankheitserreger ein und machen sich breit, weil die lokale Abwehr es nicht schafft, die ‚Angreifer‘ aus dem Verkehr zu ziehen.

Diese Dysbalance kann vor allem auf zwei Arten entstehen, die sich auch gegenseitig bedingen. Entweder steigt zuerst der pH-Wert an, was anschließend dazu führt, dass die Milchsäurebakterien reduziert werden. Zum Beispiel durch ungeeignete Pflegeprodukte für den Intimbereich. Oder aber die Milchsäurebakterien sterben zuerst ab, wodurch dann der pH-Wert ansteigt. Zum Beispiel kann die Einnahme von Antibiotika dazu führen, dass Laktobazillen absterben. Das sind aber nicht die einzigen Risikofaktoren, welche das Scheidenmilieu aus dem Gleichgewicht bzw. den Gehalt von Laktobazillen in der Scheidenflora reduzieren können.

Was kann die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht bringen?

Zudem führt eine Reduzierung der Milchsäurebakterien dazu, dass weniger Glukose in Milchsäure umgewandelt wird. Diese Glukose stellt gleichzeitig die Nahrungsgrundlage für einige krankmachende Bakterien dar, die nun in Hülle und Fülle vorhanden ist, sobald sie nicht mehr durch die Laktobazillen umgewandelt wird.

Das physiologische Scheidenmilieu besteht aus verschiedenen Mikroorganismen, die ein gesundes Gleichgewicht aufrechterhalten und krankmachende Keime abwehren. Eine gestörte Scheidenflora äußert sich beispielsweise durch Juckreiz, Brennen oder einen veränderten Ausfluss. Die Verwendung lebender Milchsäurebakterien kann helfen, das Scheidenmilieu wieder aufzubauen und gesund zu halten.

Was ist Vulvodynie?

Manchmal jedoch lassen sich keine Erreger nachweisen, die für Juckreiz und brennende Missempfindungen verantwortlich sein könnten. In diesen Fällen sind die äußeren Genitalien und nicht das Scheideninnere betroffen. Verschiedene Gründe für eine solche Vulvodynie werden diskutiert, im individuellen Fall bleiben die Ursachen aber meist rätselhaft. Die Behandlung erfolgt mehrgleisig: Beckenbodentraining, Entspannungsverfahren, aber auch verschiedene Medikamente können die Beschwerden bei Vulvodynie lindern.

Scheidentrockenheit infolge niedriger Östrogenspiegel

Eine wichtige Rolle bei Juckreiz im Schambereich spielen die Hormone. Das weibliche Geschlechtshormon Östrogen hält die Scheide feucht. Nimmt die Östrogenproduktion ab, bildet die Schleimhaut der Scheide weniger Sekret. Scheidentrockenheit ist die Folge. Und ein trockener Intimbereich neigt zu Juckreiz. Viele Frauen in den Wechseljahren leiden darunter, aber auch sonst kommt Scheidentrockenheit infolge eines Östrogenmangels vor. Eine trockene Scheide ist anfälliger, und es kommt leichter zu Rissen in der Schleimhaut – winzige Verletzungen, die mit Jucken einhergehen können. Vor allem beim Sex besteht Verletzungsgefahr. Beim Sex kann Scheidentrockenheit zudem sehr störend und auch schmerzhaft sein.

So wie das Leben Veränderungen unterliegt, durchläuft auch unser Körper unterschiedliche Phasen. Die Zeit der Wechseljahre (Klimakterium) als Ende der fruchtbaren Phase ist eine lange und wichtige Zeit im Leben einer Frau, denn sie dauert immerhin im Schnitt etwa 10 Jahre an und bringt oft auch andere einschneidende und lebensverändernde Ereignisse mit sich. 

Hinzu kommt, dass Östrogenmangel die natürliche Scheidenflora durcheinanderbringen kann. Östrogen hat einen maßgeblichen Einfluss auf das Scheidenmilieu und auf die lokalen Abwehrmechanismen. Das weibliche Geschlechtshormon reguliert nämlich die Zuckerproduktion der Schleimhautzellen: Bei hohen Östrogenspiegeln wird viel Zucker produziert, bei niedrigen Spiegeln wenig. Dadurch verändert sich das Nahrungsangebot für die Milchsäurebakterien. Bei niedrigen Östrogenspiegeln und geringem Zuckerangebot nimmt die Anzahl der Milchsäurebakterien tendenziell ab, und das wiederum schwächt die Säurebarriere. Scheidentrockenheit tut sein Übriges, denn auch dadurch verschlechtern sich die Lebensbedingungen der schützenden Milchsäurebakterien.

Risiko für Pilzinfektionen in der Schwangerschaft erhöht

Candida albicans findet in der Scheide optimale Lebensbedingungen vor und gehört in begrenztem Umfang zum normalen Keimspektrum. Oft wird er auch aus dem Darm in die Scheide verschleppt. Da sich Candida albicans – ebenso wie die Milchsäurebakterien – von Zucker (Glykogen) ernährt, kann sich der Pilz bei hohem Zuckerangebot in der Scheide besonders stark vermehren. In der späten Schwangerschaft zum Beispiel ist das Glykogenangebot infolge der hohen Östrogenspiegel für den Pilz optimal, weshalb Schwangere vor allem in den letzten Monaten vor der Geburt häufig an einer Pilzbesiedelung der Scheide leiden. Nach dem Versiegen der Östrogenproduktion in den Wechseljahren sind Pilzinfektionen dagegen selten.

Eine Scheidenpilzinfektion kommt in der Schwangerschaft häufiger vor. In der Regel verläuft sie unkompliziert und kann problemlos mit dem Wirkstoff Clotrimazol behandelt werden. Was es in der Schwangerschaft zu beachten gilt und welche Vorsorge-Maßnahmen empfohlen werden, lesen Sie im folgenden Beitrag.

Zu viel Hygiene schädigt den Säuremantel der Scheide

Hygiene im Intimbereich ist für Gesundheit und Wohlbefinden besonders wichtig. Aber manche Frauen tun zu viel des Guten. Häufiges, intensives Reinigen des Genitalbereichs greift den natürlichen Säuremantel der Scheide an. Seifen und parfümierte Duschgels können die Schutzschicht schädigen und so das Infektionsrisiko erhöhen. Denn die entfettete obere Hautschicht führt zu Trockenheit. Der ohnehin sensible Intimbereich wird anfälliger für Mikrorisse und Verletzungen – ein Einfallstor für verschiedene Erreger. Umso mehr, wenn diese durch eine falsche Wischtechnik von hinten nach vorne aus der Analregion in den Intimbereich gelangen.

Es wird deshalb empfohlen, den äußeren Intimbereich nur mit klarem, lauwarmem Wasser zu reinigen. Das ist völlig ausreichend. Wer sich damit nicht wohl fühlt, sollte spezielle Reinigungsprodukte für den sensiblen Intimbereich verwenden, die pH-neutral sind.

Von Spülungen der Scheide ist dringend abzuraten. Das gilt auch und ganz besonders bei Anzeichen einer Infektion wie Juckreiz und Brennen. Scheidenspülungen sind keine geeignete Maßnahme, um eingedrungene Erreger zu entfernen. Sie machen im Gegenteil alles nur noch schlimmer, weil sie die natürliche Scheidenflora durcheinanderbringen und die lokale Abwehr schwächen.

Auch nach der Intimrasur kann die Scheide jucken. Meist tritt der Juckreiz nach ein bis zwei Tagen auf, wenn die Haare nachwachsen. Das Jucken kann mit Hautveränderungen wie kleinen rötlichen Pickeln einhergehen, die aber – ebenso wie der Juckreiz – in der Regel von selbst wieder verschwinden. Allerdings sollte die Intimrasur möglichst keine Miniverletzungen hervorrufen, die sich entzünden könnten.

Für unangenehme Symptome im weiblichen Intimbereich gibt es viele mögliche Ursachen und Risikofaktoren. Oft unterschätzt (oder auch überschätzt) wird dabei die richtige Intimhygiene. So können z. B. Intimdeos oder Scheidenspülungen die sensible Region reizen und das natürliche Scheidenmilieu aus dem Gleichgewicht bringen.

Stress schlägt nicht nur auf den Magen

Viele Frauen berichten, dass sie in stressigen Zeiten besonders anfällig sind für einen Scheidenpilz. Offenbar schlägt Stress nicht nur auf den Magen, sondern beeinträchtigt auch die Abwehrkräfte im Genitalbereich. Das passt gut zu Ergebnissen, denen zufolge die Psyche einen starken Einfluss auf unsere Fähigkeit hat, Krankheitserreger erfolgreich abzuwehren. Im letzten Detail sind die Verbindungswege zwischen Psyche und Immunsystem noch nicht entschlüsselt, aber niemand zweifelt heute mehr daran, dass es diese Verbindungen gibt. So zählt Stress zu den Risikofaktoren, die einen Scheidenpilz begünstigen.

Antibiotika schwächen die Scheidenflora

Ein hohes Zuckerangebot allein führt aber in der Regel noch nicht zu einer ungezügelten Vermehrung von Candida albicans. Der Pilz breitet sich nur dann aus, wenn die Abwehrmechanismen geschwächt sind. Das ist unter anderem nach der Behandlung mit einem Breitbandantibiotikum der Fall. Antibiotika, die zum Beispiel bei einer Blasenentzündung verabreicht werden, töten nicht nur die Erreger, auf die man es abgesehen hat. Leider werden auch die „guten Bakterien“ der Scheidenflora – also die Milchsäurebakterien – dezimiert. In der Folge leiden viele Frauen nach einer Antibiotikabehandlung an einer Scheidenpilzinfektion. Übermäßige Intimhygiene kann wie gesagt einen ähnlichen Effekt haben. Und auch manche Erkrankungen können die Abwehr schwächen. Diabetes mellitus – die Zuckerkrankheit – gehört dazu. Frauen mit Diabetes sind u.a. aufgrund eines erhöhten Glukosespiegels und einer verminderten Immunabwehr besonders anfällig für Pilzinfektionen der Scheide – und somit für Symptome wie das Jucken und Brennen der Scheide.

Scheidenflora mit Milchsäurebakterien stabilisieren

Milchsäurebakterien für Erhalt & Wiederherstellung einer gesunden Scheidenflora. Vaginalzäpfchen mit Milchsäurebakterien stärken ein geschwächtes Scheidenmilieu und stabilisieren den pH-Wert, dank Laktobazillen (L. acidophilus).

Um Pilzinfektionen der Scheide und/oder äußeren Genitalien in den Griff zu bekommen, ist zusätzlich die Stärkung der lokalen Abwehrmechanismen sinnvoll. In der Regel ist die lokale Abwehr geschwächt, wenn sich Pilze in der Scheide ausbreiten. Mögliche Begleiterkrankungen, die eine Scheidenpilzinfektion begünstigen, sollten ärztlich abgeklärt sein. Nach der Einnahme von Antibiotika hat sich das Keimspektrum in der Scheide häufig verschoben. So zerstört das Medikament nicht nur Krankheitserreger wie beispielsweise die einer Erkältung, sondern es greift auch nützliche Bakterien, wie die Milchsäurebakterien der Scheide, an.

Mit natürlichen Milchsäurebakterien, die in Form von Vaginalzäpfchen in die Scheide eingebracht werden, lässt sich der natürliche Säuremantel der Scheide wiederherstellen und stabilisieren.

Außerdem steht ein vaginaler pH-Wert Test zur Verfügung, mit dem Sie den pH-Wert der Scheide selbständig bestimmen können. Der pH-Wert gibt an, wie sauer das Scheidenmilieu ist. Durch die Milchsäure, die von den Laktobazillen gebildet wird, herrscht in der Scheide normalerweise ein saures Milieu. Durch Antibiotika, aber auch durch andere Einflüsse, kann sich die Dichte der Milchsäurebakterien verringern. In der Folge steigt der pH-Wert in der Scheide an, wobei die 4,4-Marke nicht überschritten werden sollte.

Zur Bestimmung des vaginalen pH-Wertes zur frühzeitigen Diagnose einer gestörten Vaginalflora.

Vorbeugung und Behandlung von Juckreiz im Intimbereich

Angesichts der Vielfalt möglicher Ursachen sollte Juckreiz im Intimbereich von einem Arzt abgeklärt werden. In den meisten Fällen sind Mikroorganismen für den Juckreiz verantwortlich. Aber nicht immer liegt eine Infektion mit Pilzen oder Bakterien vor. So kann auch Trockenheit der Scheide, die in der Regel hormonell bedingt ist, mit Juckreiz einhergehen. Manchmal allerdings bleiben die Auslöser von Juckreiz und brennenden Missempfindungen im Genitalbereich auch rätselhaft.

Eine exakte Diagnose ist Voraussetzung für eine gezielte Therapie, die sich an den aktuellen medizinischen Leitlinien orientiert. In den meisten Fällen gibt es Therapiemöglichkeiten, die darauf abzielen, die Ursachen des Juckreizes und anderer Beschwerden im Intimbereich zu beseitigen. Pilzinfektionen werden mit Antimykotika behandelt, bakterielle Infektionen mit Antibiotika. In den Leitlinien ist auf der Basis der vorliegenden Studiendaten festgehalten, welche Medikamente gegen welche Erreger am besten wirken. In dieser Hinsicht gibt es bei Bakterien und auch bei Pilzen relevante Unterschiede.

Selbstbehandlung bei Scheidenjucken: was zu beachten ist

Pilzinfektionen der äußeren Genitalien und/oder der Scheide werden in der Regel mit Cremes und Vaginaltabletten behandelt. Viele Antimykotika zur lokalen Anwendung sind heute freiverkäuflich, erfordern also kein ärztliches Rezept. Die Selbstbehandlung hat entsprechend an Bedeutung gewonnen. Auf den reinen Verdacht hin, eine Pilzinfektion könnte für den Juckreiz im Intimbereich verantwortlich sein, sollten Sie aber auch diese freiverkäuflichen Medikamente nicht über einen längeren Zeitraum anwenden. Nach ein paar Tagen sollten die Beschwerden verschwunden sein oder sich doch zumindest deutlich gebessert haben. Ist dies nicht der Fall, steckt vermutlich etwas anderes dahinter. Zur Abklärung sollte spätestens jetzt ein Arztbesuch erfolgen.

Schwangeren, die infolge der hormonellen Umstellung häufiger unter Pilzinfektionen leiden, ist von einer Behandlung in eigener Regie grundsätzlich abzuraten. Sie sollten immer einen Arzt zu Rate ziehen, wenn die Scheide juckt oder brennt. Die Behandlungsmöglichkeiten bei einer Pilzinfektion sind in der Schwangerschaft ebenso gut und ohne Risiko für den Embryo.

Scheidenjucken – Was kann ich zur Vorbeugung tun?

Die Ursachen für Juckreiz im Genitalbereich sind vielfältig. Doch es gibt wirksame Maßnahmen zur Vorbeugung. Diese zielt in erster Linie darauf ab, es den Erregern schwer zu machen, sich im Bereich der äußeren und inneren Genitalien anzusiedeln und auszubreiten. Wichtig sind deshalb Aufbau & Stärkung der gesunden Scheidenflora. Sie stellt eine wirksame Barriere für Krankheitserreger dar. Mit den folgenden Verhaltenstipps können Sie selbst viel dazu beitragen, dass die natürliche Abwehr im Schambereich gut funktioniert und Erreger außen vor bleiben, die Scheidenjucken verursachen.

Das regelmäßige Wechseln der Unterwäsche, die Vermeidung von Kunstfasern und zu enger Kleidung, sowie die Verwendung schonender Waschmittel gehören ebenso dazu wie eine ausgewogene und gesunde Ernährung und Verhütung beim Sex.

Tipps, um Juckreiz im weiblichen Genitalbereich vorzubeugen:

Stand: 09/2024

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Die Dunkelziffer, der an Endometriose erkrankten Frauen ist hoch – entweder haben betroffene Patientinnen keine bzw. kaum Beschwerden oder falls doch, wird die Diagnose im Durchschnitt erst nach 7 Jahren gestellt.

Scheidenpilzinfektionen gehören zu den häufigsten Gründen, die Frauenarztpraxis aufzusuchen. Meist ist die Behandlung mit Antimykotika wie Clotrimazol unkompliziert und erfolgreich. Bei einigen Frauen tritt Scheidenpilz allerdings immer wieder auf und kann die Lebensqualität stark beeinflussen.

In der Schwangerschaft stellt eine intakte und abwehrstarke Intimflora den größten Schutz für das ungeborene Baby und den Schwangerschaftsverlauf dar. Untersuchungen bestätigen einen Zusammenhang zwischen dem Vorliegen einer bakteriellen Vaginose und dem Auftreten verschiedener Komplikationen während der Schwangerschaft. Umso wichtiger ist das rechtzeitige Erkennen und eine geeignete Behandlung der BV bereits bei Kinderwunsch und zu Beginn der Schwangerschaft.

Autor
Vagiflor® Redaktion

Seit mehr als 25 Jahren ist Vagiflor® Ihr Partner in Sachen Intim- und Frauengesundheit. Mit unserer Erfahrung und unserem Wissen begleiten wir Sie in der Prävention CARE, der Akutbehandlung MED sowie der Nachsorge BALANCE und informieren Sie umfassend über Themen der Frauengesundheit.

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Geprüft von
Dipl. Chemikerin Mariola Matura

Chief Scientific Officer
Chief Scientific Officer, Qualified Person §15 AMG, Universitätslehrgang „Pharmazeutisches Qualitätsmanagement“

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