Wissenswertes zur wiederkehrenden Scheidenpilzinfektion

  • Symptome & Diagnose: Von einem chronischen Scheidenpilz (auch rezidivierende Vaginalmykose) spricht man, wenn die typischen Symptome wie Juckreiz, Rötung und geruchloser Ausfluss öfter als vier Mal pro Jahr auftreten. Außerdem muss anhand einer Pilzkultur die Diagnose bestätigt werden.
  • Ursachen: Zu den möglichen Ursachen eines chronischen Scheidenpilzes zählen ein geschwächtes Immunsystem, allergische und entzündliche Komponenten, Stress, chronische Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes mellitus oder Medikamenteneinnahmen.
  • Behandlung: Bei der chronischen Scheidenpilzinfektion wird eine antimykotische Langzeitbehandlung durchgeführt.
  • Prognose: Mögliche Grunderkrankungen, die zu einer Schwächung des Immunsystems führen können, sollten genauer betrachtet werden, um die Ursache der chronische Pilzinfektion gezielt behandeln zu können. Eine andauernde Entzündungsreaktion sowie die Bildung eines Biofilms erschweren die Therapie und begründen die hohe Rückfallquote.

Chronischer Scheidenpilz: wenn die Symptome immer wiederkommen

Scheidenpilzinfektionen gehören zu den häufigsten Gründen, die Frauenarztpraxis aufzusuchen. Meist ist die Behandlung mit Antimykotika wie Clotrimazol unkompliziert und erfolgreich. Bei einigen Frauen tritt Scheidenpilz allerdings immer wieder auf und kann die Lebensqualität stark beeinflussen. Zudem ist das Thema mit diversen schambehafteten Tabus versehen, was den offenen Umgang und folglich die Behandlung der wiederkehrenden Pilzinfektion und ihrer lästigen Symptome wie Juckreiz, geruchlosen Ausfluss und Rötung, unnötig erschwert. Gut zu wissen ist, dass Hefepilze wie Candida albicans natürlicherweise auf unserer Haut leben und erst bestimmte Risikofaktoren zu einer Pilzinfektion mit den dazugehörigen Beschwerden führen.

Von einer chronischen Scheidenpilzinfektion (rezidivierende Vaginalmykose/ Vulvovaginalkandidose) spricht man, wenn die typischen Scheidenpilz-Symptome wie Juckreiz im Intimbereich und veränderter Ausfluss mehr als viermal im Jahr auftreten und der Nachweis einer Pilzkultur im Rahmen der Diagnose das Ergebnis bestätigt.

Bei der chronischen Erkrankung besteht neben der Infektion eine fortschreitende Entzündungsreaktion. In der Fachsprache wird die Scheidenpilzinfektion auch als Vulvovaginalkandidose bezeichnet, da die Bereiche der Vulva (äußerer weiblicher Genitalbereich) und der Vagina (Scheide) betroffen sind. In den meisten Fällen wird die Pilzinfektion durch Hefepilze der Gattung Candida albicans ausgelöst. Der chronische Scheidenpilz ist mit einer chronischen Erkrankung vergleichbar.1

Scheidenpilz gilt im Volksmund häufig als eine „Erkrankung der Erkrankten“, denn das alleinige Vorhandensein der Hefepilze führt nicht automatisch zu einer Pilzinfektion. Kommen jedoch bestimmte Faktoren hinzu, die das Immunsystem oder die Scheidenflora schwächen, dann kann eine Scheidenpilzinfektion entstehen und die klassischen Symptome wie quälenden Juckreiz, Schwellungen und Rötungen auslösen. Aus diesem Grund sind Frauen mit chronischen Erkrankungen, wie beispielsweise Diabetes mellitus oder Psoriasis, eher von wiederkehrenden Scheidenpilzinfektionen betroffen, ebenso wie Frauen, die Antibiotika oder Chemotherapeutika (Zytostatika) einnehmen. Eine genaue ärztliche Abklärung nach möglichen, eventuell noch unbekannten Ursachen ist gerade bei immer wieder auftretenden Pilzerkrankungen wichtig.2

Weitere Symptome bei chronischem Scheidenpilz

Die chronische Scheidenpilzinfektion ist dadurch gekennzeichnet, dass sich die Beschwerden mindestens vier Mal im Jahr zeigen. Zu den charakteristischen Symptomen zählt ein unerträglicher Juckreiz, das Leitsymptom eines Scheidenpilzes. Dieser kann von brennenden Schmerzen und Rötungen begleitet sein. Der Bereich kann sich wund anfühlen und geschwollen sein. Akute Scheidenpilzinfektionen gehen häufig mit einem weiß-bröckeligem Ausfluss einher, der geruchlos ist. Bei einem chronischen Scheidenpilz ist der Ausfluss jedoch häufig vermindert. Zusätzlich können Beschwerden beim Wasserlassen sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr entstehen. Das Brennen beim Wasserlassen tritt dann auf, wenn sich die Infektion auf die Harnröhre ausgeweitet hat.

Aufgrund der hohen Rückfallrate und der zum Teil andauernden Beschwerden, stellt die chronische Variante eine medizinische Herausforderung dar und kann einen hohen Leidensdruck bewirken. Wenn der Scheidenpilz also immer wieder kommt, wird grundsätzlich ein Arztbesuch empfohlen. Nur so ist eine genaue Abklärung möglich. Denn oft treten sogenannte Mischinfektionen auf, so dass sich zu der eigentlichen Pilzinfektion auch andere Erreger gesellen. Das erfordert eine genaue ärztliche Untersuchung, die eine passende Behandlung gewährleistet. Des Weiteren ist die Fehlerquote sehr hoch, so litten im Rahmen einer Studie nur ein Drittel der Frauen, die ihre Beschwerden für eine Pilzinfektion hielten, tatsächlich an einem Scheidenpilz. Nach einer langen Therapie kommt es bei vielen Frauen zu einem Rezidiv, also einem Wiederauftreten der Erkrankung. Für die Prognose einer chronischen Scheidenpilzinfektion ist daher entscheidend, zeitnah zu klären, warum sich die Erreger immer wieder ausbreiten können.1,2

Bei einem Scheidenpilz treten typischerweise starker Juckreiz und ein vermehrter sowie weiß-bröckeliger, geruchloser Ausfluss (Fluor) auf. Juckreiz, vor allem im Bereich des Scheideneingangs und der Schamlippen, ist dabei das Leitsymptom eines Vaginalpilzes. Die charakteristischen Symptome und Anzeichen einer Scheidenpilzinfektion sind zwar unangenehm, aber in der Regel gut zu behandeln

Entstehung & Ursachen der wiederkehrenden Pilzinfektion

Das Krankheitsbild der chronischen Vaginalmykose ist noch nicht abschließend geklärt – vermutet wird ein Zusammenspiel der körpereigenen Abwehr und anderen Faktoren, die bei einigen Frauen zu wiederholtem Auftreten der chronischen Vulvovaginalmykose führen.

Zu den möglichen Ursachen zählen:

Veränderungen des vaginalen Milieus sowie Medikamenteneinnahmen, die eine Schwächung des Immunsystems bewirken, können die Entstehung eines chronischen Scheidenpilzes ebenfalls begünstigen. Ein wesentlicher Faktor in der Entstehung eines wiederkehrenden Scheidenpilzes ist zudem Stress, was durch wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt wurde.

Darüber hinaus vermuten Experten eine genetische Disposition, also eine erbliche Veranlagung. Scheidenpilzinfektionen entstehen bevorzugt bei Frauen im gebärfähigen Alter. Das ist darauf zurückzuführen, dass Candida albicans vom weiblichen Hormon Östrogen profitiert und acidophil ist. Das bedeutet, der Erreger fühlt sich im sauren Milieu einer laktobazillusreichen Vaginalflora besonders wohl.1,2,3

Ausbildung eines Biofilms und chronische Entzündungsreaktion

Der chronische Scheidenpilz ist durch eine anhaltende Entzündung gekennzeichnet, die trotz Abklingen akuter Symptome bestehen bleibt.1

Die Bildung eines Biofilms (einer dicht gepackten Gemeinschaft von Zellen) erschwert die Behandlung des Pilzes und ist für die hohe Rückfallquote verantwortlich. Auch führt das Vorhandensein eines Biofilms zum schlechteren Ansprechen auf eine Antimykotika-Behandlung.1,4

Das physiologische Scheidenmilieu besteht aus verschiedenen Mikroorganismen, die ein gesundes Gleichgewicht aufrechterhalten und krankmachende Keime abwehren. Eine gestörte Scheidenflora äußert sich beispielsweise durch Juckreiz, Brennen oder einen veränderten Ausfluss. Die Verwendung lebender Milchsäurebakterien kann helfen, das Scheidenmilieu wieder aufzubauen und gesund zu halten.

Entstehung von Vaginalmykosen

Kommt es zu Veränderungen innerhalb des Körpers der Frau, kann sich der Pilz so vermehren, dass es zu den typischen Symptomen einer Pilzinfektion kommt. Medizinisch betrachtet, werden dafür insbesondere immunologische-allergische Komponenten verantwortlich gemacht. So erklärt sich auch, warum einige Frauen immer wieder betroffen sind. In der Regel ist das eigene Immunsystem geschwächt und ermöglicht so, dass sich der Pilz vermehren kann. Bei vielen Menschen ist Candida albicans Bestandteil der natürlichen Darmflora. In den meisten Fällen handelt es sich bei einer Pilzinfektion um eine endogene Erkrankung – der körpereigene Pilz breitet sich weiter auf die Intimregion der Frau aus.

Immer wieder Scheidenpilz durch Antibiotika?

Viele Frauen leiden nach der Einnahme von Antibiotika unter Pilzinfektionen des Intimbereiches. Der Zusammenhang zwischen der Einnahme eines Antibiotikums und dem Auftreten eines Scheidenpilzes ist wissenschaftlich belegt, die genauen Hintergründe müssen jedoch noch weiter geprüft werden.5

Ein Ansatz ist, dass sich die Antibiotikaeinnahme auch auf die Vaginalflora und ihren Laktobazillen auswirkt. Antibiotika sollen das Wachstum von Bakterien hemmen, bzw. Bakterien töten. Das ist gut sofern es sich um Erreger handelt, die für Krankheiten verantwortlich sind. Allerdings unterscheiden Antibiotika nicht zwischen „guten“ und „schlechten“ Bakterien. Unser Körper beherbergt eine Vielzahl an Mikroorganismen. In einem ausgewogenen Miteinander schützen sie uns sogar vor schädlichen Einflüssen. Insbesondere in der weiblichen Intimflora sind Laktobazillen, also schützende Milchsäurebakterien, sogar erwünscht. Dazu gesellen sich häufig auch einige Bakterien und eben auch Pilze, wie Candida albicans. In einem ausgewogenen Verhältnis ist das nicht besorgniserregend. Nach der Verwendung eines Antibiotikums sind diese nützlichen Bakterien oft stark vermindert oder auch komplett beseitigt, so dass sich andere Mikroorganismen schnell ausbreiten und zu Infektionen führen können.

Eine Regeneration der Scheiden- und Darmflora kann nach Antibiotikagabe oder auch wiederkehrenden Harnwegsinfekten angezeigt sein. Die guten Laktobazillen, auch Döderlein-Bakterien genannt, halten den pH-Wert der Vaginalflora im sauren Bereich und schützen die Intimregion vor Krankheitserregern.

Finden sich genug Laktobazillen und wird der vaginale pH-Wert unter 4,4 gehalten, können sich pathogene Mikroorganismen zum einen schlechter ansiedeln und zum anderen wird ihre Ausbreitung erschwert. Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, wie wichtig schützende Milchsäurebakterien für ein gesundes Scheidenmilieu sind. Bestimmten Laktobazillen wird zudem eine schützende Wirkung, auch vor chronischen Scheidenpilzinfektionen, zugesprochen. Um Probiotika zur Vorbeugung empfehlen zu können, sind jedoch noch weitere Prüfungen notwendig.1,7,8

Der medizinische Fortschritt hat durch bessere Hygienestandards und wirksame Behandlungen, wie den Einsatz von Antibiotika, die Gesundheitsversorgung stark verbessert. Dieser Text beleuchtet historische Entwicklungen in der Frauengesundheit und betont die Bedeutung eines bewussten Umgangs mit Antibiotika zur Vermeidung von Resistenzen sowie den Schutz der Gesundheit durch Probiotika.

Kann ein chronischer Scheidenpilz erfolgreich behandelt werden?

Die Therapie ist langwierig und gestaltet sich aufgrund der hohen Rückfallquote schwierig. Es wird eine antimykotische orale Langzeittherapie mit Fluconazol von 6-12 Monaten empfohlen, nach Absetzen der Arzneimittel ist das Wiederauftreten leider weiterhin hoch.

Die Behandlung wird als Vorbeugung der chronischen Scheidenpilzinfektion angesehen, sie ist leider selten heilend. Weitere Therapieansätze zur Vermeidung der hohen Rückfallquote befinden sich in der Prüfung. Auch sollen Frauen, die nicht auf die gängigen Behandlungsmethoden ansprechen, von neuen Therapieoptionen profitieren. So befindet sich beispielsweise gerade die Kombinationstherapie von Clotrimazol und Diclofenac zur Behandlung der wiederkehrenden Scheidenpilzinfektion in der klinischen Testung. Bei Beschwerden und dem Nachweis der Pilze, kann eine einmalige Fluconazol-Therapie des Partners empfohlen werden.5

Behandlung chronischer Scheidenpilzinfektionen

Zur Behandlung einer chronisch-rezidivierenden Scheidenpilzinfektion werden lokale und orale Erhaltungstherapien angewendet.5 Während die akute Vaginalmykose überwiegend lokal mit Antimykotika wie Clotrimazol in Form von Vaginaltabletten zum Einführen in die Scheide und Cremes für den äußeren Bereich sicher und nachhaltig zu behandeln ist, wird der chronische Scheidenpilz systemisch, d. h. in Form von Tabletten, über einen längeren Zeitraum behandelt.

Die Tabletten werden bei wiederkehrender Scheidenpilzinfektion oral eingenommen und wirken so über den Blutkreislauf. In medizinischen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass die systemische Langzeittherapie über mehrere Monate hinweg zu besseren Heilungsergebnissen führte. Trotzdem ist die Rezidiv-Rate weiterhin hoch.

Neben der Behandlung möglicher Grunderkrankungen sollte bei langwierigen chronischen Vaginalmykosen an eine Überprüfung des Immunsystems gedacht werden. Wichtig ist zudem der Nachweis von Candida albicans, da es sein kann, dass andere, seltenere Pilzstämme nicht auf die gewählte Arznei ansprechen.

Bei chronischen Scheidenpilzinfektionen kann ein Überdenken der Verhütungsmethode hilfreich sein, sofern mit einer Spirale verhütet wird. Sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Frauenarzt, ob eine Entfernung des Intrauterinpessars in Ihrem Fall zu einer Besserung der Beschwerden beitragen könnte.

Chronisch-rezidivierende Vaginalmykosen können auch von Non-albicans-Candidastämmen hervorgerufen werden. So führt der Pilz C. glabrata häufig zu einer wiederkehrenden Scheidenpilzinfektion und kann mit den üblichen Antipilzmitteln nicht behandelt werden.6

Häufig verläuft eine Scheidenpilzinfektion endogen, das bedeutet, dass sich die Keime, die natürlicherweise auf dem Körper (u.a. in der Analregion) befinden, durch eine Schwächung des Körpers ausbreiten und auf diesem Wege zu einem Scheidenpilz führen können. Bei wiederkehrenden Scheidenpilzinfektionen stellt daher der Darm ein mögliches Reservoir dar. Eine Darmsanierung in Form von oralen Probiotika kann in Betracht gezogen werden.5

In einer klinischen Untersuchung wurde die hemmende Wirkung bestimmter Laktobazillus-Stämme, darunter auch L. acidophilus, auf die einzelnen Phasen der Biofilmentwicklung von Candida albicans untersucht und ihre Berechtigung als ergänzende therapeutische Maßnahme aufgezeigt.7,8 Mit der Verwendung von Probiotika als natürliche Vorbeugung gegen chronische Scheidenpilzinfektionen konnten gute Ergebnisse erzielt werden, wobei weiterführende Untersuchungen auf diesem Gebiet notwendig sind.5

Gibt es eine Impfung gegen eine chronische Scheidenpilzinfektion?

Zurzeit existieren noch keine zugelassenen Immuntherapien gegen Pilzinfektionen. Andauernde Untersuchungen führen jedoch zu ermutigenden Ergebnissen. Auch konnte bei einige Frauen, mit der intramuskulären Injektion bestimmter Laktobazillen, eine entsprechende Antikörperbildung und Immunreaktion erreicht werden. Diese führte zu einer Verbesserung der körperlichen und seelischen Lebensqualität, auch wenn sie keinen Einfluss auf die Rezidivrate der Candidose hatte.5

Vorbeugung der chronischen Scheidenpilzinfektion – mit einem gesunden Immunsystem

Zur Vorbeugung einer chronischen Scheidenpilzinfektion ist eine zeitnahe und richtige Behandlung von großer Bedeutung. Je eher grundlegende Ursachen erkannt und mit einer geeigneten Therapie behandelt werden, desto vielversprechender ist der Verlauf.1 Chronische Erkrankungen, möglicherweise noch unerkannt, können ein geschwächtes Immunsystem nach sich ziehen und so wiederkehrende Scheidenpilzinfektionen begünstigen. Unsere Gesundheit wird von vielen Faktoren beeinflusst. Eine gesunde Ernährung sowie ein entspannter Lebensstil wirken sich ebenso auf unser Wohlbefinden aus. Neben einer ausgewogenen Work-Life-Balance kann sich auch ein Blick auf unsere Ernährungsgewohnheiten und auf mögliche Nährstoffmängel lohnen. Auch zählt psychogener Stress als Risikofaktor in der Entstehung eines chronischen Scheidenpilzes.

Leben mit chronischem Scheidenpilz

Die Lebensqualität und der Leidensdruck der betroffenen Frauen sind oft sehr hoch. Die chronische Pilzinfektion stellt auch die Wissenschaft vor eine große Herausforderung, weitere Therapieansätze befinden sich in der Erprobung. Neben der medikamentösen Behandlung können Sport, Bewegung an der frischen Luft oder regelmäßige Entspannungsmethoden, wie beispielsweise Yoga oder Saunabesuche, zum Wohlbefinden und einer Stärkung des Immunsystems beitragen. Die fachkundige Betreuung sowie ein offener Austausch können Hilfestellung im Umgang mit der Erkrankung bieten und zum Verständnis der rezidivierenden Vaginalmykose beitragen.

Stand: 09/2024

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Autor
Stephanie Nitsch

Fachredaktion Healthcare
Pharmareferentin nach § 75 Arzneimittelgesetz, Medizinprodukteberater nach § 31 MPG / § 83 MPDG, Examinierte Krankenschwester.

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Geprüft von
Dipl. Chemikerin Mariola Matura

Chief Scientific Officer
Chief Scientific Officer, Qualified Person §15 AMG, Universitätslehrgang „Pharmazeutisches Qualitätsmanagement“

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Die Wechseljahre: Phasen, Symptome & Tipps

  • Beginn: Die Wechseljahre der Frau beginnen durchschnittlich im Alter von 51 Jahren. Von vorzeitigem Beginn spricht man vor dem 40. Lebensjahr.1
  • Typische Symptome: Vasomotorische Symptome wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche, Schlafstörungen, vaginale Trockenheit, Stimmungsschwankungen, Harnwegsbeschwerden, Libidoverlust und mehr.2
  • Hilfe gegen Beschwerden: Gesunder Lebensstil, gegebenenfalls pflanzliche Wirkstoffe und eine Hormontherapie bei sehr starken Beschwerden. Sorgfältig mit Arzt oder Ärztin besprechen.
  • Schwangerschaft: In der Prämenopause noch möglich, da hier die Funktion der Eierstöcke nur langsam sukzessive abnimmt. Etwa zwei Jahre nach der letzten Blutung (Postmenopause) ist eine Schwangerschaft leider vollständig ausgeschlossen.3

Was sind die Wechseljahre?

So wie das Leben Veränderungen unterliegt, durchläuft auch unser Körper unterschiedliche Phasen. Die Zeit der Wechseljahre (Klimakterium) als Ende der fruchtbaren Phase ist eine lange und wichtige Zeit im Leben einer Frau, denn sie dauert immerhin im Schnitt etwa 10 Jahre an und bringt oft auch andere einschneidende und lebensverändernde Ereignisse mit sich. Das können berufliche, persönliche oder familiäre Veränderungen sein.

Mit den Wechseljahren einhergehende seelische sowie körperliche Beschwerden wie Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen oder Gelenk- und Rückenschmerzen machen deshalb nur einen Bruchteil aus. Mehr denn je ist es für Frauen in dieser Phase wichtig, auf die eigenen Bedürfnisse zu achten und das Leben aktiv und mit Fokus auf viel Lebensqualität zu gestalten – auch in Sachen Sex. Übrigens durchlaufen auch Männer die Wechseljahre (Klimakterium virile),in denen der männliche Organismus beispielsweise weniger das Sexualhormon Testosteron produziert. Während dies bei Frauen eine sehr frühe Menopause bedeuten würde, können die Wechseljahre bei Männern auch schon mit Ende 30 beginnen.

Mit den Wechseljahren geht es oft schon vor 50 los

Jeder Körper ist einzigartig und folgt seinem eigenen Rhythmus. So liegt auch der Zeitpunkt für das Ende der fruchtbaren Phase und damit den Beginn der Wechseljahre bei jeder Frau ganz individuell. Immer noch ist bei den meisten Frauen die Annahme weit verbreitet, dass es mit den Wechseljahren erst ab 50 losgeht. Das ist aber häufig nicht der Fall.

Mit dem Eintritt dieser Zeit voller Veränderungen wird phasenweise der weibliche Hormonhaushalt umgestellt. Diese vier Phasen der Wechseljahre unterteilt die Medizin in die Prämenopause, Perimenopause, Menopause und die Postmenopause.4 Früher wurden die Wechseljahre deshalb auch Stufenjahre genannt. Denn die ersten Anzeichen der Prämenopause und Perimenopause beginnen häufig mit Anfang bis Mitte vierzig und können fünf bis zehn Jahre dauern. Kommt es zum frühzeitigen Beginn der Wechseljahre unter 40, so können diese Phasen auch 15 Jahre dauern.

Während die eigentliche Menopause meistens ab dem 50. Lebensjahr beginnt, kann sie in einigen Fällen auch als vorzeitige Menopause früher eintreten.

Die letzte Regelblutung erfolgt etwa zwischen dem 49. und dem 55. Lebensjahr oder bei der vorzeitigen Menopause entsprechend früher. Ab dem Zeitpunkt der letzten Blutung produziert der weibliche Körper die Sexualhormone Östrogen und Progesteron nur noch in einem sehr geringen Umfang. Das bleibt natürlich nicht unbemerkt und hat Auswirkungen. Diese machen sich in einer ganzen Reihe körperlicher und seelischer Symptome bemerkbar und kann auch Risiken bergen. Besonders bekannt sind die Hitzewallungen und Scheidentrockenheit. Obwohl zum Beispiel die Hitzewallungen bei rund zwei Dritteln der Frauen gar nicht, oder nur leicht bis mäßig auftreten. Zudem sind sie eigentlich ein Symptom der späten Perimenopause und treten oft ein bis zwei Jahre vor dem Höhepunkt der Menopause auf. Und für viele Frauen sind sie auch gar nicht die lästigsten Wechseljahresbeschwerden. Denn die Liste ist lang.

Der gesamte Prozess der Wechseljahre startet also schon lange vor der letzten Periode und der regelmäßige Zyklus kann auch noch für viele Jahre anhalten, bis zum Höhepunkt der Menopause. Es kann also durchaus sein, dass Sie sich schon mitten in den Wechseljahren befinden, obwohl Sie noch regelmäßig Ihre Periode haben.

Mögliche ersten Anzeichen der beginnenden Wechseljahre:

Die Phasen des Klimakteriums und ihre Symptome

Genauso wie der Beginn der Wechseljahre individuell ist, sind auch die Übergänge der Phasen fließend und vor allem nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt festgelegt.5

Die Prämenophase

So wird die fruchtbare Phase vor den Wechseljahren bezeichnet, mit deren Abschluss sich die Wechseljahre ankündigen. Mit Ende der Phase im Alter von durchschnittlich 40 bis 45 Jahren lässt die Funktion der Eierstöcke nach, das Hormon Progesteron steigt an und mit Beginn der Wechseljahre können die ersten unspezifische Wechseljahresbeschwerden wie Kopfschmerzen, Hautirritationen, Müdigkeit oder Nachtschweiß auftreten.

Die Perimenopause

Sie beginnt etwa vier Jahre vor der eigentlichen Menopause und geht noch ein Jahr in diese Phase hinein. Wird in die frühe und späte Perimenopause unterteilt. Die frühe Phase beginnt durchschnittlich im Alter zwischen 45 und 50 Jahren. Während das Sexualhormon Progesteron weiter ansteigt, lässt die Östrogenbildung sukzessive nach. Es treten erste Wechseljahresbeschwerden auf. Die Zyklen werden unregelmäßiger (häufig kürzer und stärker), es kann zu Schlafstörungen, Müdigkeit und Gereiztheit kommen. Auch eine plötzliche Gewichtszunahme ist möglich, ebenso wie Schilddrüsenprobleme, Allergien und Verdauungsprobleme. Viele Frauen berichten auch von intensiveren PMS Symptomen wie Krämpfen, Kopfschmerzen und empfindlicheren Brüsten. In der späten Phase wird die Hormonproduktion noch weiter eingestellt. Je stärker der Östrogenspiegel sinkt, desto mehr und vielfältigere Wechseljahresbeschwerden treten auf.

In der späten Perimenopause vor allem Hitzewallungen, innere Unruhe, Gelenkschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Scheidentrockenheit, Blasenschwäche und Blasenentzündungen. Auch der „Gehirnnebel“ ist berühmt und berüchtigt. Die Konzentration lässt sich nicht mehr richtig steuern und man neigt zur Vergesslichkeit. Die Periode kann zudem für lange Zeit ausbleiben oder länger als sonst anhalten bzw. früher eintreten. Infolge all dieser Veränderungen, aber auch als Folge der Hormonschwankungen, können Depressionen und Ängsten entstehen.

Die Menopause

Das, was man in der Regel unter dem Begriff „Wechseljahre“ zusammenfasst, bezieht sich auf diese Phase des Klimakteriums; die eigentliche Menopause. Sie beginnt in Europa durchschnittlich im Alter von 51 Jahren und bezeichnet den Zeitpunkt der letzten Monatsblutung. Hier kommt es zum Höhepunkt der Wechseljahre, denn nun ist die ovarielle Reserve vollständig aufgebraucht. Das ist die Anzahl der Primordialfollikel, aus denen sich fertige Eizellen entwickeln können.

Die Wechseljahresbeschwerden verändern sich erneut bzw. bestimmte Symptome intensivieren sich, vor allem Hitzewallungen, Probleme mit dem Beckenboden, also Blasenschwäche oder Blasensenkungen, Gelenkschmerzen, Herzrasen, Kribbeln in den Fingern oder unruhige Beine, das sog. „Restless-Legs-Syndrom“. Auch Haut und Haare verändern sich. Die Haut wird trockener und dünner. Vielleicht verschieben sich jahrelang bekannte „Problemzonen“ des Körpers in Richtung Bauch und Hüfte. Ursächlich ist eine veränderte Fettverteilung, die auch als „Meno-Mitte“ bezeichnet wird. Da der sinkende Östrogenspiegel auch das Gehirn als Regulator stark beeinflusst, nehmen auch Probleme mit der Konzentration zu, ebenso wie Probleme bei der Wortfindung. Man kann einfach nicht mehr klar denken. Besonders hier gilt aber Entwarnung: die meisten Symptome der Wechseljahre sind temporär, insbesondere die kognitiven, und verschwinden wieder, wenn der Körper sich an den veränderten Hormonhaushalt angepasst hat.

Die Postmenopause

Sie folgt 12 Monate nach der letzten Regelblutung. Die Postmenopause ist die Phase, in der sich der Körper noch etwa zwei bis drei Jahre auf den abfallenden Hormonspiegel einstellen muss. Typische Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, nächtliches Schwitzen und natürlich zyklusbedingte PMS-Symptome wie Krämpfe, Migräne und Stimmungsschwankungen klingen nun oft vollständig ab. Insbesondere die Hitzewallungen sind in dieser Phase jedoch sehr variabel. Sie können sich intensivieren, aber auch schwächer werden oder ganz verschwinden. In einigen Fällen tritt aufgrund des niedrigen Östrogenspiegels auch Osteoporose (Knochenschwund) auf.6 Ein niedriger Östrogenspiegel erhöht auch das Risiko auf Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Wechseljahresbeschwerden sind sehr individuell und phasenabhängig

Die Liste an möglichen Wechseljahresbeschwerden ist lang und individuell. Je nachdem, welches Hormon gerade im Übermaß produziert wird und welches zu wenig, variieren die Symptome sehr stark. Und auch in den einzelnen Phasen unterscheiden sie sich oft erheblich.

Zu Beginn sind sie meist eher unspezifisch. Typisch sind Stimmungsschwankungen, Energielosigkeit und große Schwankungen der Libido. Mal haben Sie vielleicht schon fast unangenehm viel Lust auf Sex, während Sie sich Tage oder Wochen danach am liebsten im Schlafanzug unter der Decke verkriechen möchten. Zudem wird der Zyklus unregelmäßiger. Mal tritt bereits drei Wochen nach Ende des letzten Zyklus wieder eine Blutung auf und dann für über einen Monat gar nicht mehr. Oder Sie bekommen plötzlich unreine Haut oder Pickel, auch wenn Sie vorher vielleicht nie ein Problem damit hatten.

Später kommen dann nach und nach bekannte Beschwerden wie Scheidentrockenheit und Hitzewallungen hinzu. Aber nicht jede Frau leidet gleichermaßen darunter und die Symptome treten in unterschiedlicher Intensität auf, oder bleiben teilweise auch vollständig aus.

Fakt ist jedoch, dass die Wechseljahresbeschwerden mit dem Voranschreiten der Wechseljahre, von der Prä- und Perimenopause, hin zur eigentlichen Menopause, spezifischer werden.

Während der späten Perimenopause und der Menopause nehmen Probleme mit dem Beckenboden zu, was zu Inkontinenz, Blasenentzündungen und Blasensenkungen führen kann. Auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sind möglich. Nun kommt es bei vielen Frauen auch vermehrt zu Hitzewallungen, Scheidentrockenheit und dem Gehirnnebel, also Problemen mit Konzentration, Erinnerung und Denkvermögen. Viele dieser Symptome sind jedoch nur temporär. Auch die Haut verändert sich im weiteren Verlauf der Wechseljahre häufig, sie wird vor allem trockener und neigt zu Irritationen. Bekannt ist auch die „Meno-Mitte“, eine zunehmende Fettverteilung in Richtung Hüfte und Bauch.

Der Beckenboden spielt eine zentrale Rolle für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. In diesem Gastartikel beleuchtet Ursula Gaisa von immerschick.de dieses verborgene Kraftzentrum und seine vielfältigen Funktionen, die weit über die reine Kontinenz hinausgehen.

Ein Jahr nach der letzten Regelblutung setzt die Postmenopause ein, in der es noch zwei bis drei Jahre dauern kann, bis der Körper sich vollständig auf den abfallenden Hormonspiegel eingestellt hat. Während dieser Zeit können die Symptome der Menopause weiterhin anhalten und sich auch intensivieren, aber auch nachlassen. Vor allem zyklusbedingte Symptome wie Gereiztheit, aber auch Krämpfe, Migräne und/oder Kopfschmerzen lassen nun nach.

Der Fokus in der Postmenopause liegt auf der Selbstfürsorge, denn der Körper spürt nun das konstant niedrigere Östrogenlevel. Dies wirkt sich auf die Elastizität von Haut und Haaren, aber auch auf Muskeln, Knochen und Blutgefäße aus. Zudem verändert sich die Scheidenflora bzw. ihr pH-Wert, wodurch die Bakterienvielfalt abnimmt, auch die Menge der wichtigen Laktobazillen. Die Integration von Lebensmitteln, die Laktobazillen enthalten, zum Beispiel Joghurt oder Sauerkraut, ist hier wichtig, aber es gibt auch spezielle Milchsäurekuren, etwa mit Vaginalzäpfchen, welche die Intimflora gezielt stärken können.

Milchsäurebakterien für Erhalt & Wiederherstellung einer gesunden Scheidenflora. Vaginalzäpfchen mit Milchsäurebakterien stärken ein geschwächtes Scheidenmilieu und stabilisieren den pH-Wert, dank Laktobazillen (L. acidophilus).

In der Postmenopause ist es also wichtig, dass Sie Ihre Scheidenflora gezielt stärken, aber auch allgemein gesundheitsbewusst zu altern. Denn der niedrige Östrogenspiegel wirkt sich auf ohnehin altersbedingte Probleme wie Osteoporose, Alzheimer, Herzinfarkt und Schlaganfall aus.

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Mehr Informationen

In unserem Blog berichten verschiedene Frauen, wie sie entspannt durch die Wechseljahre kommen und auch trotz Wechseljahresbeschwerden weiter glücklich und selbstbestimmt durchs Leben gehen. Vielleicht helfen Ihnen diese Erfahrungen dabei, es genauso zu machen.

Als junge Frau habe ich mich kaum mit dem Thema Wechseljahre beschäftigt. Warum auch, es hat mich ja nicht betroffen. Sicher habe ich immer mal wieder etwas darüber gelesen oder gehört. Meine Mutter und auch ältere Kolleginnen berichteten überwiegend von aufsteigender Hitze und den damit verbundenen schlaflosen Nächten.

Was genau passiert während der Wechseljahre?

Der menschliche weibliche Körper gleicht einem Wunderwerk. In jungen Jahren muss er Eizellen produzieren, während er in späteren Jahren mit einem erneuten Hormonumschwung, in Form der Wechseljahre, umgehen muss.

Die hormonelle Umstellung

Während der Wechseljahre steht der weibliche Hormonhaushalt Kopf. So wird der Eisprung immer seltener ausgelöst, bis er schließlich gar nicht mehr eintritt.7

Im Laufe der einzelnen Phasen kommt es zu einem Östrogenmangel. Auch die Konzentration anderer Hormone wie LH (luteinisierendes Hormon) und FSH (Follikel-stimulierendes Hormon) verändert sich. Logisch, dass sich diese großen Veränderungen auch an körperlichen Anzeichen bemerkbar macht.

Die Hormone Progesteron und Östrogen

Bestimmt sind den meisten der Hypothalamus und die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) als Steuerung des Nervensystems bekannt. Sie stimulieren auch den Prozess der Östrogen- und Progesteronproduktion und damit das Heranreifen der Eizellen in den Eierstöcken mithilfe von Gonadotropinen. Das sind zum Beispiel die Hormone FSH, LH und Prolaktin. Dadurch, dass während der Wechseljahre immer weniger Eizellen heranreifen, bleibt auch der Eisprung und die drauffolgende Gelbkörperphase immer häufiger aus. Und weil der Gelbkörper das Gestagen Progesteron produziert, sinkt dessen Konzentration im Vergleich zum Östrogen, dann spricht die Medizin auch von einer Östrogendominanz. Gegen Ende des Klimakteriums ist der Progesteron-Spiegel vergleichbar mit dem eines Mannes.

Die Konzentration anderer Hormone steigt währenddessen an. Sobald die Eierstöcke weniger auf die stimulierenden Hormone LH und FSH anspringen und Östrogen und Progesteron weniger konzentriert vorhanden sind, gibt die Hirnanhangdrüse nun noch verstärkter die Hormone LH und FSH frei, um die Produktion der Eileiter wieder anzuregen. Sollte eine ärztliche Fachkraft also einen erhöhten LH- oder FSH-Spiegel bei einer Frau in dem entsprechenden Alter feststellen, könnte dies auf die Wechseljahre hindeuten.

Das Anti-Müller-Hormon gibt Aufschluss über die Fruchtbarkeit

Nennenswert ist hier außerdem das Anti-Müller-Hormon (AMH), dessen Konzentration im Blut unter anderem Aufschluss über den Stand der Eizellenreserve (ovarielle Reserve) in den Eierstöcken gibt und somit ein Richtwert für den Beginn der Wechseljahre ist.5 Sollte ein Kinderwunsch bestehen, ist das Hormon ein wichtiger Marker für die Fruchtbarkeit und zeigt darüber hinaus auch Krankheiten wie Endometriose an. Eine Studie zeigte 2018, dass unter anderem die Konzentration des Hormons binnen sechs Monaten wesentlich schneller bei Frauen mit Endometriose sank als bei Frauen ohne.8 Sowieso sinkt der Hormonwert ab dem 25. Lebensjahr der Frau stetig ab, denn je niedriger der AMH-Wert, desto größer ist der Anteil aufgebrauchter Eizellen. Nach der letzten Regelblutung im Leben einer Frau sinkt der Wert dann gegen Null. Die ovarielle Reserve ist vollständig aufgebraucht.

Die vorzeitige Menopause: Wechseljahre schon mit 35

Wenn die Eierstöcke ihre Funktion bereits vor dem 40. Lebensjahr einstellen und damit keine Eizellen mehr abgeben, spricht man in der Medizin von einer vorzeitigen Menopause.9 Im Schnitt ist etwa eine von hundert Frauen davon betroffen. Obwohl die Diagnose für viele Frauen unerwartet und viel zu früh kommt, ist eine Schwangerschaft mit eigenen Eizellen damit noch nicht unmöglich. Aus gesundheitlichen Gründen sollten die vorzeitigen Wechseljahre dennoch nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Mehr über Gründe, Beschwerden, die Frage nach dem Kinderwunsch und die Möglichkeit einer Hormonersatztherapie.

Ursachen für vorzeitige Wechseljahre

Die Gründe für eine vorzeitige Menopause sind nicht immer eindeutig zu klären. In einigen Fällen können mit einem Labortest immunologische Veränderungen festgestellt werden, die auf eine Autoimmunkrankheit hindeuten, die sich gegen die vorhandenen Eizellen gerichtet hat.10 In einigen Fällen kann auch ein Gendefekt Ursache dafür ein. Weil dieser vererbt werden kann, sollten im Falle dessen auch die Töchter der Betroffenen untersucht werden.

Verschiedene Erkrankungen wie Mumps-Oophoritis oder Galaktosämie können Frauen bereits vor dem 40ten Lebensjahr in die Wechseljahre versetzen. Auch die Entfernung der Eierstöcke, zum Beispiel infolge einer Krebserkrankung oder einer Endometriose, sowie die Chemotherapie können zum schlagartigen Beginn der Menopause führen.

Ursachen für Wechseljahre ab 30 im Überblick:

Beschwerden und Symptome der vorzeitigen Menopause

Deutliche Anzeichen für eine vorzeitige Menopause sind unregelmäßige Zyklen, die auch in monatlichen Abschnitten auftauchen können. Auch prämenstruelle Symptome sind typisch. Dazu gehören Brustspannen, Reizbarkeit oder Verdauungsstörungen. In einigen Fällen treten aber auch die typischen Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Gelenkschmerzen,11 eine besonders lange oder ausbleibende Periode oder andere Beschwerden auf.

Typische Symptome der natürlichen Wechseljahre:

Prämenstruelle Symptome:

Die Hormonersatztherapie als Kompensation

Selbst dann, wenn sich die Beschwerden während der vorzeitigen Menopause im Rahmen halten und der Kinderwunsch bereits erfüllt ist oder gar nicht besteht, sollte eine vorzeitige Menopause nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Das Sexualhormon Östrogen ist nämlich auch für den Schutz von Knochen und Gefäßen verantwortlich. Sinkt der Östrogenspiegel, steigt gleichzeitig das Osteoporose-Risiko und Knochenschwund ist damit vorprogrammiert. Mediziner*innen können die fehlenden Hormone mit einer Hormonersatztherapie aber kompensieren.12 Vor- und Nachteile sollten jedoch gemeinsam ausführlich besprochen und abgewogen werden, denn eine langanhaltende Therapie birgt auch Risiken – so steigt beispielsweise das Risiko für Brustkrebs oder auch einen Schlaganfall.

Kinderwunsch trotz vorzeitiger Wechseljahre

Auch, wenn die Diagnose einer verfrühten Menopause für viele Frauen erstmal ein Schock ist, gibt es zumindest eine halbwegs gute Nachricht: In einigen Fällen ist es dennoch möglich, mit den eigenen Eizellen auf natürlichem Wege schwanger zu werden. Nämlich in der Perimenopause, in der noch einige Eibläschen vorhanden sind. Diese können mithilfe des Hormons Clomifen stimuliert werden, dann ist Sex nach Plan allerdings die Regel der Stunde.

Eine Alternative ist die hormonelle Stimulierung des Eisprungs mit der darauffolgenden künstlichen Befruchtung der Eizelle mithilfe einer Intersemination, das ist das Einbringen des Samens mithilfe einer Kanüle in die Gebärmutter.

Wechseljahre – Positive Folgen und mögliche Risiken

Viele Frauen kommen zwar beschwerdefrei durch die Wechseljahre, andere berichten von leichten Beschwerden und eine dritte Gruppe leidet unter stark ausgeprägten Symptomen.13 Wie wir es von der Natur her kennen, ist jeder Frau ein individueller Weg vorgesehen und so ist auch der genaue Zeitplan des Klimakteriums, also der Wechseljahre, nicht vorhersehbar.

Für viele Frauen sind die Wechseljahre keinesfalls nur negativ, denn mit dem Ende der Fruchtbarkeit muss sich die Frau neben körperlichen Anzeichen zum Beispiel auch keine Gedanken mehr um das Thema Verhütung machen. Aber auch weitere Veränderungen stehen an.

Endometriose

Für Frauen, die unter Endometriose leiden, steigt die Chance, dass diese mit den Wechseljahren abgeschwächt wird. So ganz sicher ist das allerdings nicht. Da das Sexualhormon Östrogen die Endometriose beeinflusst und dessen Konzentration während der Wechseljahre abnimmt, kann es sein, dass die Endometrioseherde nicht weiter wachsen. Doch Studien zeigen auch, dass eine besondere Form der Endometriose auch in den letzten Jahren vor der letzten Regelblutung und seltener nach dieser möglich ist.14 Eine Hormonersatztherapie bei einer vorzeitigen Menopause könnte Endometriose nach dessen Abschwächung sogar wieder reaktivieren.

Die Dunkelziffer, der an Endometriose erkrankten Frauen ist hoch – entweder haben betroffene Patientinnen keine bzw. kaum Beschwerden oder falls doch, wird die Diagnose im Durchschnitt erst nach 7 Jahren gestellt.

Prämenstruelle Beschwerden (PMS)

Mit dem Wegfallen des monatlichen Eisprunges sind auch die typischen Menstruationsbeschwerden kein Thema mehr. Stattdessen können nun die Wechseljahresbeschwerden auf den Plan treten.

Migräne

Da Frauen deutlich häufiger als Männer unter Migräneattacken leiden, vermutet die Wissenschaft, dass mitunter ein schwankender Hormonhaushalt Migräne begünstigt. Obwohl es möglich ist, dass Frauen mit Eintreten der Menopause von den Beschwerden befreit sind, können andere auch gerade deshalb zum ersten Mal unter den Beschwerden leiden.

Risiko für Osteoporose steigt

Mit einem sinkenden Östrogenspiegel kann die Stabilität der Knochen abnehmen oder sogar Knochenschwund eintreten. Sollte dies zu früh, zum Beispiel während einer vorzeitigen Menopause geschehen, könnte eine Hormonersatztherapie das fehlende Östrogen kompensieren.

Scheidentrockenheit

Die Scheidenschleimhaut wird mit den Umstellungsprozessen dünner und trockener. Frauen können somit Schmerzen beim Geschlechtsverkehr verspüren oder auch anfälliger für Infektionen sein.

Risiko durch langanhaltende Hormontherapie

Es existieren mehrere Hormonpräparate, die in den unterschiedlichsten Formen (Kapseln, Nasenspray, Spritze, usw.) in den Organismus aufgenommen werden können. Je nach Vorgeschichte der Frau wird bei einer Hormontherapie die entsprechende Zusammensetzung gewählt. Von einer langen Hormonbehandlung wird jedoch abgesehen, weil Studien zeigen konnten, dass sie das Risiko für Blutgerinnsel, Schlaganfälle oder auch Brustkrebs erhöhen.

Keinen wissenschaftlichen Beleg gibt es dafür, dass sich nach der Menopause das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten erhöht. Dass bei Frauen in den Wechseljahren ein höheres Herzinfarktrisiko nachgewiesen wurde, bringen Mediziner mit dem höheren Lebensalter in Verbindung.

Östrogenmangel: Krankheitsbedingt oder durch Wechseljahre

Zwar ist der Östrogenspiegel bei jedem Menschen unterschiedlich, doch bei bestimmten Konzentrationen kann gerade bei Frauen von einem Östrogenmangel gesprochen werden. Bei Frauen wird das Östrogen hauptsächlich in den Eierstöcken und zum Teil auch in der Nebennierenrinde gebildet. Während der natürlichen Menopause stellen die Eierstöcke ihre Funktion ein und der Östrogenspiegel im Körper sinkt, oft ist dies auch mit einem Mangel anderer Hormone wie zum Beispiel Gestagenen verbunden. Ein Östrogenmangel kann allerdings auch schon früher krankheitsbedingt vorkommen.

Vorzeitige Menopause – genetische und krankheitsbedingte Ursachen

Für einen vorzeitigen Östrogenmangel ist oft eine eingeschränkte Funktion oder eine Fehlentwicklung der Eierstöcke (Ovarien) verantwortlich. Beispielsweise bei einer Krebserkrankung und einer damit einhergehenden Entfernung der Ovarien kommt es zu einem Östrogenmangel. Auch eine Schwäche der Nebenniere (Nebenniereninsuffizienz) kann Grund dafür sein. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Neben diversen Erkrankungen und den damit einhergehenden Behandlungen und operativen Eingriffen, können vermutlich auch genetische Faktoren ursächlich für vorzeitige Wechseljahre sein. Zumindest treten sie bei manchen Familien gehäuft auf.10 Auch Nikotin hat einen Einfluss auf die vorzeitige Menopause.12

Symptome für einen niedrigen Östrogenspiegel

In der Entwicklung äußert sich ein niedriger Östrogenspiegel an Zyklusunregelmäßigkeiten wie Zwischenblutungen oder Ausbleiben der Periode. Sogar Unfruchtbarkeit ist möglich. Ein Östrogenmangel beeinträchtigt in der Pubertät außerdem die geschlechtliche Entwicklung.

Sollte der Mangel über eine längere Periode anhalten, kann er Osteoporose (Knochenschwund) begünstigen.15

Hormonersatztherapie – sorgsam abwägen

Mit künstlichen Hormonen kann einem Östrogenmangel entgegengewirkt werden. Als Salbe, Zäpfchen, Nasenspray oder mit Pflastern wird das Hormon in den Körper gebracht. Eine Hormontherapie birgt jedoch Risiken und ist bei bestimmten Krankheitsbildern wie einer Blutgerinnungsstörung, Brustkrebs oder Herz- und Lebererkrankungen sogar gar nicht zu empfehlen. Eine ausführliche Abwägung mit einem Arzt oder einer Ärztin ist hier unabdingbar.

Natürlicher oder vorzeitiger Östrogenmangel?

Der natürliche Östrogenmangel bedingt durch die Phase der Wechseljahre unterscheidet sich zu einem krankheitsbedingten also durch die Art der Symptome und in dem Handlungsbedarf. Während eine sinkende Konzentration des Hormons im Organismus in der Menopause ab 40 Jahren normal ist, sollte mit einem Arzt oder einer Ärztin besprochen werden, wenn Symptome früher eintreten. Bei einem krankheitsbedingten Mangel könnte es eine Alternative sein, Östrogen künstlich zuzuführen, um das Osteoporose-Risiko zu senken.

Hitzewallungen, Gelenkschmerzen & Depressionen

Wenn der Östrogenspiegel im Körper einer Frau mit den Wechseljahren absinkt, können eine Reihe körperlicher Veränderungen eintreten. Einige Frauen bemerken kaum etwas, andere haben leichte Beschwerden und eine dritte Gruppe kriegt die volle Breitseite – voraussehbar ist das nicht. Die gute Nachricht dabei lautet: Die Zahl der Betroffenen zeigt, dass niemand damit allein ist und die Beschwerden oft gelindert werden können, bzw. irgendwann auch abnehmen. Einen Teil der Wechseljahresbeschwerden kennt außerdem fast jede Frau zur Genüge aus früheren Tagen während der Periode oder auch schwangerschaftsbedingt.

Jucken und Brennen sind typische Symptome von Scheidentrockenheit, etwa jede zweite Frau ist ab dem 45. Lebensjahr davon betroffen. Das kann nicht nur unangenehm sein oder auch beim Sex zu Schmerzen führen, die natürliche Feuchtigkeit in der Vagina schützt auch vor Infektionen. Deshalb ist die Vagina in den Wechseljahren auch anfälliger für Entzündungen. Damit einhergehend erfahren viele Frauen in den Wechseljahren auch einen Libidoverlust.

Durch die Veränderung des Hormonhaushalts der Frau ist die Vulva anfälliger für Infektionen, zum Beispiel eine Blasenentzündung, für die Frauen in den Wechseljahren aufgrund ihres sinkenden Östrogenspiegels generell anfälliger sind. Daraus resultiert nämlich ein höherer pH-Wert und die Barrierefunktion der Schleimhaut wird geschwächt.17 Aufgrund der reduzierten Östrogene steigt der pH-Wert und weniger Milchsäurebakterien sind vorhanden. Diese sorgen aber für eine saure Intimflora und damit einen natürlichen Schutzwall. Auch aufgrund einer schlechteren Durchblutung haben es Erreger leichter, in den Organismus zu dringen.

Zu den Symptomen einer Blasenentzündung (untere Harnwegsinfektion) gehört Brennen beim Wasserlassen (Dysurie/Algurie) sowie mehrmals täglich plötzlicher und starker Harndrang (Pollakisurie), wobei die abgelassene Urinmenge dagegen oft sehr gering bleibt. Auch Druck im Unterbauch bis hin zu Unterleibskrämpfen können Beschwerden sein. Um die Intimflora präventiv im Gleichgewicht zu halten, sind ausreichend Laktobazillen wichtig. Sie bieten nicht nur einen Schutz vor Scheideninfektionen, sondern auch vor der Entstehung unangenehmer Blasenentzündungen. Viel zu trinken wirkt vorbeugend, ebenfalls hat sich der natürliche Wirkstoff D-Mannose zur unterstützenden Therapie und zur Prävention wiederkehrender Blasenentzündungen bestens bewährt.

Schwellungen und Rötungen der Vulva wie zum Beispiel vergrößerte Schamlippen können ein Anzeichen für eine Entzündung oder eine Scheidenpilzinfektion sein.

Plötzlich schlägt das Herz schneller, Schweiß bricht aus und das Gesicht errötet – was sich wie eine zweite Pubertät anfühlt, kann ganz einfach eine Hitzewelle der Menopause sein. Drei- bis 20-mal am Tag oder auch in der Nacht sind etwa 90 Prozent der Frauen im Klimakterium davon betroffen. Am Anfang der Wechseljahre kommen die Hitzeschübe am häufigsten vor, nach ein bis zwei Jahren sind sie meistens wieder verschwunden.

Schweißausbrüche treten oft in Kombination mit Hitzewallungen auf und betreffen etwa sieben von zehn Frauen. Mit der Veränderung des Hormonhaushaltes verändert sich auch der Stoffwechsel, der die Wärmeregulierung im Körper übernimmt. Durch den rapiden Abfall des Östrogenspiegels steigt die Konzentration an Stresshormonen. Das kann zu Schweißattacken auch in der Nacht führen.

Östrogen reguliert den Wasserhaushalt im Körper. Bei einem Mangel des Hormons können Gelenke weniger Gelenkflüssigkeit haben, Gewebe und Knorpel können verhärten oder versteifen und auch die Schmerzempfindlichkeit steigt dadurch bedingt. Das führt bei mehr als der Hälfte aller Frauen in den Wechseljahren zu Gelenkschmerzen oder auch Rückenschmerzen.

Da die Eierstöcke weniger Östrogen produzieren, geschieht dies nun überwiegend in den Bauchfettzellen. Aus diesem Grund setzt sich hier vermehrt Fett an. Mit jedem Jahr nehmen etwa 90 Prozent der Frauen nach der Menopause im Schnitt 0,7 Kilogramm zu. Gerade gegen Ende der Perimenopause und in der Postmenopause ist die Gewichtszunahme normal. Übrigens sammeln auch Männer ab der Lebensmitte mehr Fettpolster an.

Die weiblichen Hormone sind auch Stimmungsregler, das ist vielen Frauen schon aus der Zeit vor und während der Periode bekannt. Da der Östrogenspiegel in den Wechseljahren stark schwankt, sind auch seelische Symptome während der Wechseljahre normal. So bedingt weniger Östrogen die reduzierte Produktion von Serotonin (Glückshormon). Zu den Anzeichen zählen Nervosität und innere Unruhe, Ängste, Gereiztheit und Anspannung. Durch die Verstimmungen sind häufig auch Schlafstörungen sowie Spannungen innerhalb der Familie und Beziehung die Folge.

Scheidentrockenheit entsteht durch einen Mangel an Feuchtigkeit im Intimbereich. Obwohl auch junge Frauen darunter leiden können, zählen die Wechseljahre und die hormonellen Veränderungen in dieser Lebensphase zu den häufigsten Ursachen.

In diesen Situationen sollten Sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen:

Seien Sie beruhigt, die Wechseljahre sind völlig natürlich und betreffen jede Frau. Zögern Sie nicht, sich mit anderen Betroffenen zu Ihren Beschwerden auszutauschen, oder sich eine ärztliche Meinung einzuholen, um Ihre offenen Fragen zu klären.

So können Wechseljahresbeschwerden gelindert werden

Besonders dann, wenn die Beschwerden während der Wechseljahre besonders stark sind, lohnt es sich nicht, sich deshalb auch noch zu ärgern oder Druck zu machen. Stattdessen wird es gerade mit dem Älterwerden immer wichtiger, auf die eigenen Bedürfnisse zu achten und sich selbst regelmäßig Gutes zu tun. Sport, eine ausgewogene Ernährung, Pflege- und Wellnessrituale, erfüllende Hobbys und schöne Momente steigern die Lebensqualität und wirken entspannend. Hitzewallungen kann mit einer kühleren Umgebungstemperatur entgegengewirkt werden und auch ein niedrigerer BMI (Body-Mass-Index) kann hier helfen.

Um körperliche und seelische Wechseljahresbeschwerden zu mindern, gibt es aber auch natürliche Heilmittel oder leichte Medikamente. Auch der Austausch mit Gleichgesinnten ist nicht zu unterschätzen und es hilft, mit anderen über die Veränderungen im Körper zu reden.

Pflanzlichen Wirkstoffen wie Granatapfel, Salbei, Rosenwurz, Frauenmantel oder auch Johanneskraut wird die Besänftigung unterschiedlichster Wechseljahresbeschwerden zugesprochen. Doch wissenschaftlich ist ihre Wirkung nicht immer bewiesen.18 Es empfiehlt sich generell, sich über Dosierung und mögliche Nebenwirkungen direkt beim Mediziner oder der Medizinerin des Vertrauens zu informieren.

Das physiologische Scheidenmilieu besteht aus verschiedenen Mikroorganismen, die ein gesundes Gleichgewicht aufrechterhalten und krankmachende Keime abwehren. Eine gestörte Scheidenflora äußert sich beispielsweise durch Juckreiz, Brennen oder einen veränderten Ausfluss. Die Verwendung lebender Milchsäurebakterien kann helfen, das Scheidenmilieu wieder aufzubauen und gesund zu halten.

Periode und Zyklus während der Wechseljahre

Blutung ist nicht gleich Blutung: Besonders während der Wechseljahre verändern sich aufgrund des Umbaus des Hormonhaushaltes auch die Periode und ihr Zyklus. Schmierblutungen können auftreten, Zwischenblutungen, besonders lange Dauerblutungen, Zyklusunregelmäßigkeiten oder auch das phasenhafte oder ganze Ausbleiben der Regeblutung ist normal.19 Umgekehrt gibt es aber auch Frauen, die bis zu ihrer letzten Regelblutung einen regelmäßigen Zyklus haben. Meistens sind die Symptome auch bei regelmäßigem Vorkommen harmlos. Nur, wenn Schmerzen hinzukommen oder Blutungen besonders stark und langanhaltend sind, sollte ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden.

Brauner Ausfluss kann bei Frauen zu Verunsicherung und Sorgen führen, besonders wenn er unerwartet auftritt. Viele fragen sich, was die Ursache dafür sein könnte und ob es ein Grund zur Besorgnis ist. 

Auswirkungen auf Fruchtbarkeit und Sexualität

Der Körper ist ein Naturwunder. Und obwohl jede Frau die Wechseljahre durchläuft, sprechen wohl die wenigsten gerne über Scheidentrockenheit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder Infektionen. Doch eben auch in Sachen Sexualität und Fruchtbarkeit gilt: Jeder Körper ist individuell und mögliche Beschwerden müssen nicht eintreten. Die männliche Fraktion ist davor übrigens auch nicht gefeit: Gleichaltrige Männer haben eventuell bereits mit Erektionsproblemen zu kämpfen.

Einige Frauen berichten von einer verminderten Libido nach der körperlichen und hormonellen Umstellung. Die Gründe dafür sind vielfältig, hier spielen sowohl physische als auch psychische Faktoren eine Rolle. So kann Scheidentrockenheit zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr führen oder die Frau hat schlicht und ergreifend weniger Lust. Offenheit und Austausch mit dem Partner, Gynäkologen und Freundinnen ist deshalb immer ein guter Rat.

Psychologen und Psychologinnen raten dazu, Sexualität und Libido immer ganzheitlich im Zusammenspiel mit den anderen Lebensbereichen zu betrachten. Denn es ist einleuchtend, dass körperliche Schmerzen, Unwohlsein oder starke Wechseljahresbeschwerden Einfluss auf die Libido haben können. Aber auch die Psyche kann ausschlaggebend sein. So leiden beispielsweise Frauen mit negativen Erfahrungen oder einem unerfüllten Kinderwunsch oft mehr unter dem Ende der fruchtbaren Zeit.

Frauen, die bis zum Ende ihrer Prämenopause noch regelmäßige Zyklen haben, können auch während den Wechseljahren noch schwanger werden. Auch Hormonbestimmungen in Form von Tests kann nicht sicher ausschließen, dass eine Schwangerschaft nicht mehr möglich ist. Mediziner*innen empfehlen daher eine Empfängnisverhütung bis zum 52. Lebensjahr. Nicht mehr notwendig ist dies dagegen nach einem ein- bis zweijährigem Ausbleiben der Periode in diesem Lebensabschnitt.

Schwanger werden in Wechseljahren möglich

Ganz nach dem Grundsatz „Nichts ist unmöglich“ ist nicht pauschal zu sagen, ob eine Frau in den Wechseljahren noch schwanger werden kann oder ob sie es nicht kann. Das ist abhängig davon, in welcher Phase des Klimakteriums sie sich befindet.

Generell kennzeichnet die Menopause und damit die letzte Regelblutung der Frau das Ende der Fruchtbarkeit einer Frau. Durchschnittlich ist eine Frau in Europa dann 51 Jahre alt.

So ist eine Schwangerschaft aber dennoch in der Prämenopause noch möglich, da hier die Funktion der Eierstöcke nur langsam sukzessive abnimmt, aber noch nicht vollständig weg ist. Es ist lediglich unwahrscheinlicher. Dass es laut dem Statistischen Bundesamt seit 2012 aber dennoch jährlich zu etwa 600 bis 700 Schwangerschaftsabbrüchen bei Frauen zwischen 45 und 55 Jahren kommt, spricht für sich.20

Sollte noch ein Kinderwunsch bestehen, kann ein Blick auf den Hormonspiegel (Anti-Müller-Hormon) einer Frau Aufschluss darüber geben, ob eine Schwangerschaft generell noch möglich ist. Erst zwei Jahre nach der letzten Blutung der Frau beginnt die Postmenopause, mit der eine Schwangerschaft dann leider endgültig ausgeschlossen ist.

Gut zu wissen – Spannende Fakten zu den Wechseljahren

Stand: 09/2024

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Autor
Vagiflor® Redaktion

Seit mehr als 25 Jahren ist Vagiflor® Ihr Partner in Sachen Intim- und Frauengesundheit. Mit unserer Erfahrung und unserem Wissen begleiten wir Sie in der Prävention CARE, der Akutbehandlung MED sowie der Nachsorge BALANCE und informieren Sie umfassend über Themen der Frauengesundheit.

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Geprüft von
Dipl. Chemikerin Mariola Matura

Chief Scientific Officer
Chief Scientific Officer, Qualified Person §15 AMG, Universitätslehrgang „Pharmazeutisches Qualitätsmanagement“

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Endometriose: die unterschätzte Volkskrankheit

  • Definition: Unter einer Endometriose versteht man die Ansiedelung von Gebärmutterschleimhaut- ähnlichen Zellen außerhalb der eigentlichen Gebärmutterhöhle.
  • Symptome & Diagnose: Die Symptome sind sehr vielfältig und werden daher oft erst nach Jahren mit einer Endometriose in Verbindung gebracht. Viele Frauen berichten von starken Schmerzen während der Regelblutung. Häufig führt eine ungewollte Kinderlosigkeit zur genauen Abklärung und folglich zur Diagnose einer Endometriose.
  • Ursachen: Das Auftreten einer Endometriose steht im engen Verhältnis zum Östrogenspiegel der Frau. Eine erbliche Veranlagung sowie das Immunsystem der Frau sollen eine Endometriose begünstigen.
  • Behandlung: Zur Behandlung einer Endometriose kommen verschiedene Therapieformen in Betracht. Schmerzmittel, Hormonpräparate oder eine Operation – die gewählte Therapie richtet sich nach dem Beschwerdebild und den Wünschen (Kinderwunsch) der Frau.

Hohe Dunkelziffer von Frauen betroffen

Die Dunkelziffer, der an Endometriose erkrankten Frauen ist hoch – entweder haben betroffene Patientinnen keine bzw. kaum Beschwerden oder falls doch, wird die Diagnose im Durchschnitt erst nach 7 Jahren gestellt.1 Aber warum ist dies so schwierig und woran leiden die Frauen eigentlich genau? Welche Symptome können auftreten und welche Rolle spielen Darm, Lunge oder eine Schwangerschaft? Kann die Endometriose für einen unerfüllten Kinderwunsch verantwortlich sein? Im Folgenden wollen wir uns das Krankheitsbild der Endometriose einmal genauer ansehen.

Was ist Endometriose eigentlich?

Die Bezeichnung Endometriose wurde durch den amerikanischen Gynäkologen John Albertson Sampson (* 17. August 1873; † 23. Dezember 1946) geprägt und hat sich bis heute etabliert.2 Die älteste Beschreibung dieses Krankheitsbildes lässt sich bereits auf das Jahr 1690 datieren.1 Die Endometriose ist eine in der Regel gutartig verlaufende, chronische Erkrankung. Obwohl sie bei den meisten Patientinnen erst spät erkannt wird, zählt sie zu den häufigsten Erkrankungen in der Frauenheilkunde. In der Medizin werden verschiedene Formen unterschieden, die unterschiedlich tief in das Gewebe hineinwachsen können. Zur Ursache der Endometriose gibt es verschiedene Theorien, wahrscheinlich bedingt ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren die Entstehung einer Endometriose. Im Vordergrund werden zurzeit hormonelle und immunologische Faktoren sowie eine erbliche Veranlagung diskutiert.

Zyklusabhängige Schmerzen & Krämpfe als erstes Anzeichen

Die Gebärmutterhöhle wird von einer kleinen Schleimschicht ausgekleidet, die in der Regel während der Monatsblutung ausgeschieden und erneuert wird. Bei der Endometriose wächst endometriumartiges Gewebe auch an anderen Stellen – beispielsweise in den Eierstöcken, im Eileiter, an der Harnblase oder am Darm – generell kann sich das Gewebe in jeder Körperregion ansiedeln, in seltenen Fällen sogar in der Lunge. Diese Endometrioseherde verhalten sich dabei genauso wie die Gebärmutterschleimhaut, sie bauen sich also zyklusabhängig auf– und wieder ab.

Diese eigentlich gutartigen Endometriosewucherungen (Endometrium = Gebärmutterschleimhaut) wachsen und bluten also analog zum weiblichen Zyklus und begünstigen die Bildung von Zysten, Verklebungen oder Verwachsungen – im schlimmsten Fall können Organe geschädigt werden. Schmerzen, die zyklusabhängig auftreten, können erste Hinweise geben.

Eine Endometriose kann jedoch auch ohne Beschwerden bestehen, die möglichen Symptome sind ausgesprochen vielfältig und werden oftmals mit anderen Krankheitsbildern in Verbindung gebracht. Eine Endometriose kann zu Unfruchtbarkeit führen und so für eine ungewollte Kinderlosigkeit verantwortlich sein.

In welchem Alter tritt eine Endometriose auf?

Da das Auftreten einer Endometriose eng mit dem Östrogenhaushalt der Frau verbunden ist, tritt diese am ehesten im gebärfähigen Alter auf. Nur in Einzelfällen wurde die Erkrankung vor der Pubertät festgestellt. Mit dem Beginn der Wechseljahre ist die Endometriose in der Regel rückläufig. Häufig werden weiterführende Untersuchungen bei ungewollter Kinderlosigkeit veranlasst und im Rahmen der Fertilitätsdiagnostik eine Endometriose festgestellt.

Wo kommen Endometrioseherde besonders häufig vor?

Endometrioseherde kommen an bestimmten Stellen vermehrt vor, sie können dem Gewebe oberflächlich aufliegen oder tief in dieses hineinwachsen. Besonders häufig betroffen sind die Sacrouterinbänder mit 60 Prozent sowie die Ovarien (Eierstöcke) mit 52 Prozent.3

Weitere typische Stellen für die Ansammlung von Gebärmutter außerhalb der Gebärmutterhöhle sind vor allem:

Auch im Bauchraum kann sich die Endometriose verbreiten an folgenden Stellen entstehen:

Als Adenomyosis wird das Vorhandensein von Endometriumzellen innerhalb der Muskulatur der Gebärmutter bezeichnet.

Mögliche Endometrioseherde, die zu unterschiedlichen Beschwerden führen können

Grafik der weiblichen Geschlechtsorgane, mit Markierungen häufiger Endometrioseherde

Wie wird eine Endometriose diagnostiziert?

Zur Diagnosestellung werden unterschiedliche Untersuchungsmethoden zu Rate gezogen. Einer der wichtigsten Punkte ist der Anamnesebogen (= Befragung zur Kranken- und Familiengeschichte).

Auch wenn noch nicht ganz bekannt ist, wodurch oder warum sich diese Herde bilden, ist ein Zusammenhang mit der Genetik nicht von der Hand zu weisen.

Gynäkologen tasten im Verlauf der Diagnosestellung verschiedene Regionen nach Auffälligkeiten ab. Neben den Scheidenwänden und des Muttermundes gehört auch der Enddarm dazu. Danach wird via Ultraschall nach möglichen Veränderungen gesucht, die Aufschluss geben können. Gebärmutter, Eierstöcke aber auch die Nieren lassen sich durch eine sogenannte Sonografie kontrollieren.

In manchen Fällen können eine Darm-/Blasenspiegelung nötig sein, um kleine Geschwülste im Inneren erkennen zu können. Denn die häufig auftretenden, oberflächlichen Endometrioseherde werden per Tastuntersuchung und Ultraschall häufig übersehen. Endometrioseherde, die sich beispielsweise am Darm oder auf dem Bauchfell befinden, lassen sich mit einer MRT (Magnetresonanztomographie) feststellen. Genaue Ergebnisse bietet letztlich erst die Laparoskopie. Bei der Bauchspiegelung können Endometrioseherde erkannt und gleich entfernt werden. Der histologische Befund bestätigt dann die Diagnose einer Endometriose.

Diagnostik der Endometriose im Überblick:

Symptome und Beschwerden der Endometriose

Die Beschwerden einer Endometriose sind ausgesprochen vielfältig und die Erkrankung wird daher auch als Chamäleon der Frauenheilkunde bezeichnet. Je nachdem, wo sich die Endometrioseherde befinden, können unterschiedliche Symptome entstehen. Eins der häufigsten Merkmale ist eine schmerzhafte Regelblutung. Jedoch werden Beschwerden, die sich während der Regelblutung bemerkbar machen, oft als diese hingenommen. Auch Beschwerden, die im regelmäßigen Zusammenhang mit der Periode auftreten, können einen Hinweis bieten. Viele Frauen finden sich mit einer schmerzhaften Regelblutung ab und versuchen diese Tage im Monat zu überstehen, oft müssen Schmerzmittel eingenommen werden. Unspezifische Merkmale werden häufig erst spät mit einer Endometriose in Verbindung gebracht.

Auch kann eine Frau an Endometriose erkrankt sein, ohne dass Krankheitszeichen entstehen. Die Ausprägung der Beschwerden lässt jedoch keine Rückschlüsse auf das Ausmaß der Erkrankung zu. Bis eine sichere Diagnose gestellt wird, ist der Leidensweg der betroffenen Frauen oft lang, es vergehen viele Jahre. Die unterschiedlichen Symptome, die mit dieser chronischen Erkrankung einhergehen können, werden häufig nicht auf eine Endometriose zurückgeführt. So können Endometrioseherde, die sich am Darm befinden, zum Beispiel zu einer erschwerten Stuhlentleerung führen. Die Liste der Erkrankungen die vorrangig auf Beschwerden des Magen-Darm-Traktes zurückgeführt werden, ist lang. Therapeutische Maßnahmen und Empfehlungen sind entsprechend vielseitig, ohne den erhofften Erfolg zu bringen.

Wie sich eine Endometriose bemerkbar machen kann:

Infografik mit grafischer Frau in blauem Kleid, um die herum die verschiedenen Symptome der Endometriose mit Icons angeordnet sind.

Leider gibt es keine eindeutigen oder charakteristischen Symptome bei Endometriose. Viele Anzeichen treten auch bei anderen Krankheitsbildern auf, sodass die Endometriose oft sehr spät erkannt wird. Meistens wird sie zufällig bei unerfülltem Kinderwunsch entdeckt, denn bei 40 bis 60 Prozent der Frauen steckt eine Endometriose hinter dem Ausbleiben einer Schwangerschaft.4 Lediglich die Beziehung zur Periode lässt Rückschlüsse zu: Die Beschwerden werden während des Zyklus immer stärker, bis sie ihren Höhepunkt etwa zwei bis drei Tage vor dem Einsetzen der Monatsblutung haben und meist dann wieder abnehmen. Liegen allerdings Verwachsungen mit dem umliegenden Gewebe vor, können die Schmerzen langanhaltend oder chronisch werden.

Behandlung und Prognose der Endometriose

So vielfältig das Krankheitsbild ist, so unterschiedlich können auch die Therapieoptionen sein – die richtige Behandlungsmethode erfolgt individuell, je nach Beschwerdebild, in Rücksprache mit dem Arzt. Auch richtet sich die Behandlung danach, in welcher Lebensphase sich die Frau befindet und ob beispielsweise noch Kinderwunsch besteht. Hierbei sollten Frauenarzt, Allgemeinmedizin, Facharzt (je nach Körperstelle Orthopäde, Proktologe etc.) sowie ggf. eine Endometriose-/Schmerzklinik eng zusammenarbeiten. Außerdem muss das Bewusstsein für die Krankheit gestärkt werden, denn eine Endometriose ist leider nicht heilbar. Die Beschwerden lassen sich zwar lindern, aber selbst nach einer Operation kommt es bei vielen Frauen zur Bildung neuer Gewebeherde.4 Nach der Menopause bildet sich die Endometriose und die mit ihr einhergehenden Beschwerden in der Regel wieder zurück.

Wie kann die Endometriose behandelt werden?

Die Endometriose ist eine chronische Erkrankung, mit verschiedenen Therapieoptionen lassen sich Endometrioseherde jedoch operativ entfernen, in ihrem Wachstum hemmen oder Beschwerden lindern. Die Behandlung der Endometriose basiert auf drei Säulen, dazu zählen die Schmerzbekämpfung, die hormonelle und die operative Therapie.

Die einzelnen Maßnahmen im Überblick:

Die Endometriose und ihre Auswirkungen auf die Psyche

Endometriose-Patienten haben neben starken Schmerzen oftmals auch psychisch zu leiden. Die Lebensqualität kann stark beeinträchtigt sein. Der lange Kampf bis zur Diagnose-Findung, Unverständnis im privaten Umfeld, Fehltage auf der Arbeit und noch vieles Weitere zehren an den Nerven. Insbesondere kann ein unerfüllter Kinderwunsch sehr belastend sein. Die Zusammenarbeit mit Psychotherapeuten, Psychiatern und Selbsthilfegruppen kann vielen Patientinnen helfen.

Ursachen und Vorbeugung der Endometriose

Die Ursachen der Endometriose sind noch nicht abschließend geklärt. Neben unterschiedlichen Theorien wird heute von einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren ausgegangen. Vorrangig sind dies genetische, hormonelle und immunologische Komponenten. Zwei weitere Entstehungstheorien werden im Folgenden kurz vorgestellt:

Kinderwunsch, Schwangerschaft und Endometriose

Endometrioseherde führen oft zu Verwachsungen, Verklebungen oder Zysten. Bei mehr als der Hälfte aller Endometriosepatientinnen kommt es zur ungewollten Kinderlosigkeit.4 Man geht davon aus, dass die Endometrioseherde eine Art Entzündung erzeugen, die die Funktion der Eierstöcke und Eileiter einschränken und auf diese Weise eine Befruchtung oder Einnistung verhindern.6 Hinzu kommen u.a. Autoimmunmechanismen, eine veränderte Qualität der Eizellen und der Gebärmutterschleimhaut, die eine normale Einnistung erschwert.7 Warum genau die Endometriose eine Schwangerschaft so häufig erschwert, auch wenn die Eileiter frei sind, ist laut Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, noch nicht abschließend geklärt.

Welche Möglichkeiten gibt es, um mit Endometriose schwanger zu werden?

Je nach Ausprägung und wie tief die Endometriose in das betroffene Gewebe eingewachsen ist, hat dies Auswirkungen auf eine geplante Schwangerschaft. Auch die verschiedenen Möglichkeiten der künstlichen Befruchtung werden im Einzelfall abgestimmt. So zeigen neuere Untersuchungen, dass die Rate an Schwangerschaften nach der Entfernung von Endometrioseherden im Darm hoch und bei vielen Paaren sogar auf natürlichem Wege möglich war.8

Bei jungen Frauen, die sich ein Kind wünschen, können fertilitätsprotektive Maßnahmen, wie beispielsweise das Einfrieren von Eizellen, im Vorfeld hilfreich sein. Eine Reduktion der ovariellen Reserve durch chirurgische Eingriffe und eine Schädigung der Eizellen durch die entzündlichen Prozesse könnten so vermieden werden.8

Zwar gilt jede Endometriosepatientin, die ein Kind erwartet, als Risikoschwangere – aber Raucherinnen, sehr dünne oder dicke Damen, Frauen unter 18 oder über 35 Jahren, Patienten mit Bluthochdruck oder Mehrlingsschwangerschaften zählen ebenso dazu. Mit den entsprechenden regelmäßigen Kontrollterminen beim Frauenarzt können sich auch Endometriosepatientinnen ihren Kinderwunsch erfüllen.

Sonderfall Asherman-Syndrom

Das Asherman-Syndrom geht in eine ähnliche Richtung – wird die Gebärmutterschleimhaut während eines operativen Eingriffs zu tief verletzt, bilden sich Narbengewebe und Verwachsungen.

Diese führen dazu, dass sich – ähnlich wie bei einer Endometriose – Eizellen schlechter einnisten und halten können. Solche Eingriffe können beispielsweise Ausschabungen nach Fehlgeburten oder Kaiserschnitten sein. Auch das Asherman-Syndrom erfordert eine genaue Untersuchung, so kann es bei der allgemeinen Ultraschalluntersuchung übersehen werden. Die Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten sind hier analog zur Endometriose. Betroffene Frauen sollten sich ebenfalls an erfahrene Spezialisten oder Kliniken wenden. Nicht jeder Endometrioseexperte ist auch ein Fachmann für das Ashermann-Syndrom – umgekehrt meist schon.

Wo kann ich Hilfe finden?

Die Endometriose-Vereinigung bietet unterschiedliche Hilfestellungen für Betroffene und ihren Angehörigen.

Die Broschüre „Eine Endometriose kommt selten allein wurde von der Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V. für Sie zusammengestellt, um Sie im Kampf gegen die Endometriose und möglicher Begleiterkrankungen zu unterstützen. Sie finden hier die häufig mit einer Endometriose einhergehenden Beschwerden sowie Erfahrungsberichte betroffener Patientinnen.

Wo finde ich ein geeignetes Endometriosezentrum?

Auf der Seite der Stiftung Endometriose- Forschung finden Sie Endometriosezentren in Ihrer Nähe.

Stand: 09/2024

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Für unangenehme Symptome im weiblichen Intimbereich gibt es viele mögliche Ursachen und Risikofaktoren. Oft unterschätzt (oder auch überschätzt) wird dabei die richtige Intimhygiene. So können z. B. Intimdeos oder Scheidenspülungen die sensible Region reizen und das natürliche Scheidenmilieu aus dem Gleichgewicht bringen.

Das physiologische Scheidenmilieu besteht aus verschiedenen Mikroorganismen, die ein gesundes Gleichgewicht aufrechterhalten und krankmachende Keime abwehren. Eine gestörte Scheidenflora äußert sich beispielsweise durch Juckreiz, Brennen oder einen veränderten Ausfluss. Die Verwendung lebender Milchsäurebakterien kann helfen, das Scheidenmilieu wieder aufzubauen und gesund zu halten.

Viele Frauen denken spontan an einen Scheidenpilz. Tatsächlich ist Pilzbefall einer der häufigsten Gründe, wenn die Scheide juckt und brennt. Aber die Beschwerden können auch andere Ursachen haben, etwa eine Blasenentzündung oder Verletzungen und Irritationen nach einer Intimrasur.

Autor
Michelle Krebs

Fachredaktion Healthcare, Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA).

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Autor
Stephanie Nitsch

Fachredaktion Healthcare
Pharmareferentin nach § 75 Arzneimittelgesetz, Medizinprodukteberater nach § 31 MPG / § 83 MPDG, Examinierte Krankenschwester.

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Claudias entspannter Weg durch die Wechseljahre

Die Leichtigkeit des Lebens

Die Wechseljahre sind hierzulande leider immer noch mit negativen Gedanken behaftet. Denn oftmals ist diese Phase für uns Frauen auch mit Beschwerden, wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Austrocknen der Schleimhäute und Hormonschwankungen verbunden. Letzteres kann sogar in Depressionen übergehen. Doch nicht überall auf der Welt wird die Zeit der Hormonumstellung so kritisch angesehen. In einigen Kulturen wird der Eintritt in die Wechseljahre von den Frauen sogar freudig erwartet. Was mit dem Status einer Frau in der jeweiligen Gesellschaft zusammenhängt. Für die Frauen in Nordindien beuteten die Wechseljahre z. B. Unabhängigkeit. Denn während der fruchtbaren Zeit müssen die Frauen dort einen Schleier tragen und dürfen selten das Haus verlassen. Die Wechseljahre bedeuten also für die Frauen dort, ein Stück Freiheit zu bekommen.

Als junge Frau habe ich mich kaum mit dem Thema Wechseljahre beschäftigt. Warum auch, es hat mich ja nicht betroffen. Sicher habe ich immer mal wieder etwas darüber gelesen oder gehört. Meine Mutter und auch ältere Kolleginnen berichteten überwiegend von aufsteigender Hitze und den damit verbundenen schlaflosen Nächten. Aus diesen Aussagen entnahm ich, dass die Wechseljahreszeit wohl nicht unbedingt angenehm sein muss.

Ich selbst bin mit Anfang 50 in die Menopause gekommen. Mein Gynäkologe hatte mich kurz vorher schon darauf vorbereitet. Denn zu der Zeit habe ich die Antibabypille abgesetzt, deren Einnahme den Eintritt in die Wechseljahre verzögert. Meine ersten Anzeichen der Wechseljahre machten sich in Form von Blasenentzündungen bemerkbar und es folgten Phasen mit mal mehr oder wenigen Hitzewallungen und Schlafproblemen. Gegen Wechseljahresbeschwerden könnte man mit Hormonen oder pflanzlichen Mitteln entgegenwirken. Ich habe mich irgendwann mal dazu entschlossen, einige meiner Beschwerden einfach anzunehmen und mit den gravierenden Problemen auf meine Art umzugehen. Da die damals vermehrt auftretenden Blasenentzündungen durch Scheidentrockenheit entstanden sind, sorge ich regelmäßig für eine gesunde Scheidenflora. Geholfen haben mir dabei die Scheidenzäpfchen von Vagiflor®, die ich heute immer noch präventiv verwende.

Milchsäurebakterien für Erhalt & Wiederherstellung einer gesunden Scheidenflora. Vaginalzäpfchen mit Milchsäurebakterien stärken ein geschwächtes Scheidenmilieu und stabilisieren den pH-Wert, dank Laktobazillen (L. acidophilus).

Wechseljahre entspannt nehmen

Die Wechseljahre sind eine Phase in unserem Leben, die die Natur für uns vorgesehen hat. Wichtig ist, dass wir diese Zeit annehmen und nicht als etwas Negatives betrachten. Sicher gibt es Frauen, die mit Wechseljahresbeschwerden stark behaftet sind. Darüber sollte man auch unbedingt mit seinem Arzt des Vertrauens sprechen, denn es gibt Möglichkeiten die Symptome zu lindern. Auch die Einstellung dazu kann einiges bewirken, das ist wie mit vielen Dingen im Leben: Positive Gedanken fördern die Leichtigkeit des Lebens.

Genauso positiv sollten wir Frauen über 40 und älter, den Abschnitt der Wechseljahre sehen. Wechsel bedeutet auch Umbruch bzw. Veränderungen, was auch was Gutes mit sich bringen kann. Die Kinder sind fast erwachsen und brauchen uns nicht mehr rund um die Uhr. Auf der einen Seite ist das bestimmt ein Prozess der Abnabelung, der nicht immer leichtfällt. Doch andererseits bedeutet das auch, dass wir wieder mehr Zeit für uns haben. Zeit, um vielleicht im Job noch mal neu durchzustarten oder um endlich Hobbys nachgehen zu können, an denen wir uns schon immer mal ausprobieren wollten. Ich weiß, das Loslassen unserer Kinder ist nicht immer einfach. Es ist aber schön mit anzusehen, wie sie sich als Erwachsene weiterentwickeln und ihren Weg alleine gehen.

Meine Tochter ist heute 31 Jahre, hat schon lange ihren Master in der Tasche und einen spannenden Beruf. Der Liebe wegen ist sie in eine andere Stadt gezogen. Doch unsere Bindung ist nach wie vor sehr eng. Wir telefonieren oft miteinander und kommunizieren täglich per WhatsApp. Ich könnte nicht stolzer auf sie sein.

Auch ich habe die Zeit der Abnabelung für mich positiv genutzt und mich wieder mehr auf mich konzentriert. Mit einem Blog für Fashion, Beauty und Lifestyle für die erwachsene Frau, habe ich mit 48 Jahren meine Leidenschaft für Mode zu einem kleinen Unternehmen aufgebaut. Mich erfüllt es, über Themen zu schreiben, mit denen sich die Ü50 Frau beschäftigt.

Der Blog nimmt zwar viel Zeit in Anspruch, doch er bereitet mir auch jede Menge Freude. Auch hier versuche ich immer einen Ausgleich für mich zu finden. Meine täglichen Yogaeinheiten und Meditation unterstützen mich dabei eine Balance zu schaffen, körperlich und auch mental. Ich bin mir sicher, die Beschäftigung mit mir selbst, fördert auch meine positive Einstellung zu den Wechseljahren. Das Auseinandersetzen mit meinem Körper und meinem Geist hat mich für meine Bedürfnisse ungemein hellhörig werden lassen. Ich spüre rasch, wenn ich mal wieder eine Auszeit brauche, um herunterzukommen.

Es ist ein schönes Gefühl, jeden Tag das machen zu dürfen, was Freude bereitet und Erfüllung bringt. Dabei mit Menschen zusammen zu sein, die ich liebe und schätze, ist ein Privileg, das nur ganz wenige Menschen genießen und das man sich im Verlauf seines Lebens häufig erst schaffen muss. Heute habe ich das Gefühl, mehr ich selbst zu sein als jemals zuvor. Es gibt so vieles, das heute besser ist. Ich bin in vielen Dingen gelassener. Ich fühle mich entspannter und selbstbewusster, mehr denn je. Altern hat eben auch was mit innerlichem Wachsen zu tun. Wichtig ist, dass wir neugierig auf das Leben bleiben. Spaß daran zu haben und sich Inspirationsquellen zu suchen. Das hält schließlich auch den Geist fit.

Älterwerden, und auch die damit verbundenen Wechseljahre für uns Frauen, gehören nun mal zum Leben dazu. Auf keinen Fall möchte ich noch mal 20 oder 30 Jahre alt sein – obwohl ich in diesen Jahren auch wundervolle Zeiten durchlebt habe. In der Natur hat eben alles seine Zeit.

Vielleicht sollten wir uns einfach nicht zu sehr mit den Wechseljahren beschäftigen. Ebenso sollten wir die Wechseljahre nicht als eine Krankheit ansehen, sondern einfach nur als eine Phase in unserem Leben. Eine Phase, die wir so genießen sollten, wie unsere Zeit davor und die spannende Zeit, die uns noch bevorsteht.

Stand: 09/2024

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Entwickelt sich bei einer Frau mindestens viermal innerhalb eines Jahres eine Vaginalmykose, sprechen Mediziner von einem chronischen Scheidenpilz. Etwa 5 von 100 Frauen sind hierzulande davon betroffen. Eine chronische Vaginalmykose erfordert eine noch genauere ärztliche Abklärung. Um das passende Antimykotikum zu finden, wird in den meisten Fällen zunächst eine Pilzkultur angelegt. Ist der richtige Wirkstoff gefunden, muss eventuell auch der Partner mitbehandelt werden.

Autor
Claudia Steinlein

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Dipl. Chemikerin Mariola Matura

Chief Scientific Officer
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Claudia über Beschwerden ihrer Menopause

Wechseljahre mit typischen und untypischen Beschwerden

Über das Thema Wechseljahre schreibe ich auf meinem Blog Glam up your Lifestyle immer wieder mal. Schon allein, weil dieser Lebensabschnitt uns Frauen über mehrere Jahre begleitet. Aber auch, weil während dieser Phase immer wieder neue Beschwerden auftreten können. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie sich bei mir mit 51 Jahren die ersten Anzeichen der Wechseljahre bemerkbar machten. Das waren Symptome, die ich mit den Wechseljahren gar nicht in Verbindung gebracht hätte: Blaseninfektionen.

Auf Empfehlung meines Gynäkologen setzte ich mit 51 Jahren die Antibabypille ab. Mein Arzt war der Meinung, in meinem Alter müsse man das Pro und Contra der Pille bedenken. Die Aussage „in meinem Alter“ fand ich zwar erst mal nicht so prickelnd, wusste aber auch, was mein Frauenarzt damit meinte. Es war schon sehr unwahrscheinlich, dass ich mit 51 Jahren tatsächlich noch mal schwanger werden würde. Deswegen jeden Tag Hormone einzunehmen, wäre also nicht nötig. Davon mal abgesehen, gibt es zur Verhütung auch noch andere Methoden. Gleichzeitig hatte mich damals mein Arzt darauf vorbereitet, dass ich durch das Absetzen der Pille innerhalb der nächsten 14 Tage in die Menopause kommen würde. Diese wird nämlich durch die Einnahme der Antibabypille hinausgezögert.

Und so war es dann auch: nach ca. zwei Wochen hatte ich nachts das erste Mal mit den wohl bekanntesten Wechseljahresbeschwerden zu tun, mit Hitzewallungen. Um ehrlich zu sein, dachte ich bis dahin immer, das wären auch die einzigen Symptome, die in den Wechseljahren auftreten würden. Hatte mich davor aber auch nie wirklich mit dieser Thematik beschäftigt. Aus den Erzählungen meiner Mutter und meiner älteren Kolleginnen über die Wechseljahre wusste ich überwiegend von dieser lästigen aufsteigenden Hitze. Jetzt, wo ich selbst mittendrin in dieser Phase stecke, weiß ich auch, weshalb mir darüber nie mehr berichtet wurde. Nicht jeder Frau möchte über all ihre Wechseljahresbeschwerden offen plaudern. Zumindest nicht die ältere Generation vor mir. Wir Frauen von heute sind im Umgang mit intimen Themen freier.

Plötzlich wiederkehrende Blasenentzündungen

Kurz nachdem bei mir offiziell die Wechseljahre eingeläutet wurden, bekam ich eine Blasenentzündung. Was mich erst mal verwunderte, denn normalerweise bin ich damit weniger behaftet. Zum Glück! Ich kenne Frauen, die sich mit Blasenentzündungen häufiger herumplagen. Ich selbst hatte zu dem Zeitpunkt höchstens drei oder viermal damit zu tun. Dadurch weiß ich auch, wie schmerzhaft eine Blasenentzündung (medizinisch auch Zystitis genannt) sein kann. Der häufige Harndrang und die Schmerzen beim Wasserlassen können schon sehr unangenehm sein. Da bei mir glücklicherweise Zystitis nur sporadisch vorkam, nahm ich dann einfach immer das vom Arzt verschriebene Antibiotikum und das Problem war schnell aus der Welt geschafft.

Das hat sich allerdings geändert, als ich in die Menopause kam, da hatte ich plötzlich innerhalb kurzer Zeit mehrmals hintereinander Blasenentzündungen. Selbstverständlich war ich erst mal besorgt darüber und machte mir Gedanken, warum diese lästigen Symptome auf einmal so oft auftraten. Ich hatte sogar die Sorge, es könnte eine ernsthafte Erkrankung vorliegen. Bis mir mein Arzt sagte, meine ständigen Blasenentzündungen könnten mit den Wechseljahren zu tun haben.

Bei Dr. Google informierte ich mich dann erst mal, warum diese Beschwerden überhaupt vermehrt in den Wechseljahren auftreten können. In wenigen Sätzen zusammengefasst: in den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel. Was dazu führen kann, dass die Schleimhäute der Scheide dünner werden und dadurch auch empfindlicher für Infektionen sind. Deutlich ausgesprochen, kann es durch Scheidentrockenheit eben auch zu Blasenentzündungen kommen.

Zu wissen, warum ich ständig Blasenentzündungen bekam, beruhigte mich schon mal. Mir war es wichtig, eine ernsthafte Erkrankung ausschließen zu können. Wobei Scheidentrockenheit auch nicht unbedingt angenehm ist. Allerdings war ich sicher, dieser Unannehmlichkeit entgegenwirken zu können. So einige Symptome der Wechseljahre sind zwar lästig, aber auch nicht unbedingt gesundheitsgefährdend. Manche Begleiterscheinungen kann man in den Griff bekommen, andere muss man einfach annehmen.

Immer wieder Blasenentzündungen zu bekommen, damit konnte ich mich nicht anfreunden und deswegen ständig Antibiotika einnehmen zu müssen, auch nicht. Deshalb habe ich mich auch darüber schlau gemacht, was ich gegen Scheidentrockenheit, und die damit zusammenhängenden Blasenentzündungen, machen könnte. Wichtig war mir, Linderung zu finden, ohne dafür Hormone einnehmen zu müssen. Eine Hormontherapie kommt für mich nicht infrage, da ich vor Jahren Brustkrebs hatte.

Wie Milchsäure helfen kann

Auch die permanente Einnahme von Antibiotika wollte ich vermeiden. Durch Antibiotika werden zwar die schlechten Bakterien im Körper getilgt, aber auch die Guten. Mir ist es bereits ein paar Mal passiert, dass ich nach einem Antibiotikum Scheidenpilz bekam, eben weil es auch die gesunden Milchsäurebakterien angreift. Milchsäurebakterien (Laktobazillen) sind wichtig für eine gesunde Scheidenflora, denn sie bestimmen dort den pH-Wert. Steigt dieser pH-Wert, werden die Schleimhäute der Scheide trocken und anfällig für Infektionen.

Es ist also ein richtiger kleiner Teufelskreis. Auf der einen Seite die Scheidentrockenheit durch die Wechseljahre und dann noch durch die Einnahme von Antibiotika. Inzwischen weiß ich übrigens, dass es nicht immer nötig ist, gleich ein Antibiotikum bei einer Blaseninfektion zu nehmen.

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Scheidentrockenheit: immer noch Tabuthema

Auch Scheidentrockenheit gehört nicht unbedingt zu den Gesprächen, die man mit den besten Freundinnen beim Kaffee und Kuchen führt. Doch mit meinen Freundinnen konnte ich mich doch über dieses Thema austauschen. Wir kennen uns bereits seit 40 Jahren und haben zusammen schon viele gute und schlechte Zeiten durchgemacht. Ihre hilfreichen Tipps und auch das Internet haben mir damals weitergeholfen.

Wie ich es mir schon dachte, kann man für eine ausgeglichene Scheidenflora auf ganz einfache Weise selbst sorgen. Es gibt Lebensmittel, die die Produktion von Milchsäurebakterien ankurbeln, dazu gehören z.B. Sauerkrautsaft und Apfelessig. Sauerkrautsaft ist jetzt nicht unbedingt eines meiner bevorzugten Lebensmittel, doch eine gute Quelle für Probiotika ist auch Joghurt, der mir geschmacklich wesentlich mehr zusagt.

Beim Stöbern im Internet nach Tipps für eine gesunde Scheidenflora, bin ich auch auf Empfehlungen aufmerksam geworden, mit denen ich gar nichts anfangen konnte. Wie z.B. die Geschichte mit dem in Joghurt getränkten Tampon, der in die Scheide eingeführt werden soll, um so für eine gesunde Vaginalflora zu sorgen und zudem auch noch bei Scheidenpilz hilfreich wäre. Im ersten Moment klingt das vielleicht logisch, doch den gewünschten Effekt bringt es nicht, denn die Milchsäurebakterien in der Scheide sind nicht die gleichen, wie die in einem Joghurt. Mit dem empfohlenen Hausmittel kann man sogar das Gegenteil bewirken.

Statt mit solchen Hausmitteln zu experimentieren, habe ich damals einen Tipp einer guten Freundin befolgt: Vaginalzäpfchen mit Milchsäurebakterien. Diese Vaginalzäpfchen, mit den passenden gefriergetrockneten Laktobazillen für die Scheide, können die Flora der Scheide wieder in Einklang bringen und auch vor Scheidenpilz nach einer Antibiotikaeinnahme schützen.

Stand: 09/2024

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Zu den Hauptsymptomen einer bakteriellen Vaginose gehören ein vermehrter, dünnflüssiger Scheidenausfluss, ein erhöhter vaginaler pH-Wert und ein unangenehmer, fischiger Intimgeruch. Warum diese Symptome immer ärztlich abgeklärt werden sollten und die sogenannten Amsel-Kriterien und der Nugent Score relevant für die Diagnose sind, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Autor
Claudia Steinlein

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Scheidenflora mit saurem pH-Wert aufbauen und stärken

In diesem Artikel widmen wir uns einem essentiellen Thema für die weibliche Gesundheit: den Ursachen und der Behandlung einer Scheidenflora aus dem Gleichgewicht. Eine gesunde Vaginalflora hat einen leicht sauren pH-Wert zwischen 3,8 und 4,4 und ist der Schlüssel zu einer intakten Intimgesundheit, da sie die Scheide vor Krankheitserregern und Infektionen schützt. Diese können sich im sauren Milieu nur schwer vermehren. Doch verschiedene Ursachen wie die Einnahme von Antibiotika, hormonelle Veränderungen, eine falsche oder übertriebene Intimhygiene sowie bestimmte Grunderkrankungen können dieses empfindliche Gleichgewicht stören und den vaginalen pH-Wert erhöhen. Unser Ratgeber bietet umfassende Informationen, Tipps und Hausmittel, um die gestörte Scheidenflora wieder aufzubauen und zu stärken.

  • Schutzfunktion: Das physiologische Scheidenmilieu (Mikrobiom) beinhaltet eine Vielzahl an unterschiedlichen Mikroorganismen wie Laktobazillus-Stämmen, die im Einklang miteinander leben und deren Stoffwechsel Zucker in Milchsäure umwandelt, wodurch der saure pH-Wert entsteht. Dieser verhindert die übermäßige Vermehrung und Ansiedlung krankmachender (pathogener) Keime und Bakterien.
  • Symptome & Diagnose: Eine gestörte Scheidenflora neigt dementsprechend zu Infektionen und den damit einhergehenden Symptomen wie Juckreiz, Brennen, Rötungen, Schwellungen, unangenehmen Geruch oder veränderten Ausfluss. Der pH-Wert des gesunden, sauren Scheidenmilieus liegt übrigens zwischen 3,8 und 4,4. Ist er höher, ist dies ein mögliches Symptom für eine bakterielle Vaginose.
  • Ursachen: Zu den Hauptursachen für eine gestörte Scheidenflora bzw. einen erhöhten vaginalen pH-Wert gehören hormonelle Veränderungen ( Wechseljahre, Schwangerschaft, bestimmte Medikamente), bestimmte Grunderkrankungen wie Diabetes oder Schilddrüsenprobleme, übermäßige oder falsche Intimhygiene, häufiger ungeschützter Geschlechtsverkehr und verschiedene Infektionen.
  • Behandlung: Die Behandlung zielt darauf ab, das natürliche Gleichgewicht der Scheidenflora wiederherzustellen und den erhöhten vaginalen pH-Wert zu senken. Hierzu können probiotische Präparate, Milchsäurebakterien oder spezielle Vaginalzäpfchen verwendet werden. Auch eine angepasste Intimhygiene hilft dabei, eine gesunde Scheidenflora aufzubauen.
  • Prognose: Mit der richtigen Pflege und Behandlung kann das Gleichgewicht der Scheidenflora wiederhergestellt werden. Es ist wichtig, die Ursachen zu erkennen und zu vermeiden, um zukünftige Störungen zu verhindern. Eine regelmäßige Kontrolle und Pflege der Intimflora trägt zur allgemeinen Gesundheit und zum Wohlbefinden bei. Wie lange es genau dauert, hängt von der Ursache und Behandlung ab.

Aufgaben einer gesunden Scheidenflora mit saurem pH-Wert

Die gesunde Vagina besitzt eine natürliche Schutzfunktion. Dieses physiologische Scheidenmilieu (Mikrobiom) beinhaltet eine Vielzahl an unterschiedlichen Mikroorganismen, die im Einklang miteinander leben. Besonders hervorzuheben sind die Laktobazillen, doch insgesamt besteht das Mikrobiom aus Millionen verschiedener Keime, Bakterien und Pilzen. Sie befinden sich in einem fein ausgewogenen Gleichgewicht, sodass beispielsweise pathogene (krankmachende) Erreger daran gehindert werden, sich zu stark auszubreiten und unangenehme Symptome hervorzurufen. Etwa Juckreiz, ein Brennen, unangenehmen Intimgeruch und veränderten Ausfluss.

1. Eileiter / 2. Uterus / 3. Ovar / 4. Zervix / 5. Vagina

Die Balance dieses leicht sauren und gesunden Scheidenmilieus (pH-Wert zwischen 3,8 und 4,4) wird wesentlich von Hormonen wie Östrogen und Progesteron beeinflusst und verändert sich im Laufe des Zyklus und im Laufe des Lebens einer Frau, insbesondere in der Schwangerschaft und den Wechseljahren.

Während der fruchtbaren Jahre besteht die Vaginalflora vorwiegend aus schützenden Milchsäurebakterien, den Laktobazillen. Diese Bakterien bilden aus dem Zucker (Glykogen), der sich in den Zellen der Scheidenwände befindet, die wichtige Milchsäure. So entsteht der saure pH-Wert, der Keime daran hindert, sich in der Scheide auszubreiten. Krankheitserreger können in dieser sauren Umgebung nur schlecht bis gar nicht überleben. Die Scheide und die inneren Organe sind somit vor Infektionen und damit einhergehenden unangenehmen Beschwerden natürlich geschützt.

Ein saurer vaginaler pH-Wert ist also von großer Bedeutung. Einerseits zeigt er an, dass ausreichend Laktobazillen Glykogen in Milchsäure umwandeln und andererseits macht das saure Scheidenmilieu schädlichen Keimen das Leben schwer, also deren Ausbreitung und Vermehrung. Insbesondere in der Schwangerschaft kann das regelmäßige Messen des vaginalen pH-Werts hilfreich sein, um Veränderungen rechtzeitig zu erkennen und möglichen Schwangerschaftskomplikationen vorzubeugen.

pH-Wert messen und Veränderungen frühzeitig erkennen

Viele Ursachen und Risikofaktoren können die Anzahl an Milchsäurebakterien beeinflussen, zum Beispiel eine Schwangerschaft, Stress, Hormonschwankungen, etwa während der Periode oder in den Wechseljahren, bestimmte Erkrankungen wie Diabetes mellitus, die Einnahme von Antibiotika oder eine bakterielle Vaginose. Doch ein erstes Frühwarnzeichen kann ein erhöhter pH-Wert der Scheide sein.

Mit Hilfe eines Teststreifens für Zuhause können Veränderungen früh erkannt und Störungen des vaginalen Milieus, die mit Symptomen wie einem fischig riechendem Ausfluss, Rötungen und anderen Entzündungszeichen einhergehen, vorgebeugt werden.

Mehr als 60 % der Befragten wissen zwar, dass der vaginale pH-Wert idealerweise zwischen 3,8 und 4,4, also im sauren Bereich liegen sollte. Aber nur wenige Frauen überprüfen selbst regelmäßig, ob das bei ihnen tatsächlich der Fall ist. Dabei kann genau diese Selfcare-Praxis insbesondere werdende Mütter vor möglichen Komplikationen schützen.

Mit Milchsäurebakterien die Scheidenflora in Balance halten

Zu einer intakten Intimgesundheit der Frau gehört ein physiologisches Scheidenmilieu, das eine Vielzahl an „guten“ Bakterien beinhaltet. So finden sich bei Laboruntersuchungen im Scheidensekret einer gesunden Frau durchaus 100 Millionen Keime pro Milliliter. Dabei sind in der Regel mehrere unterschiedliche Laktobazillus-Stämme vorhanden, die in ihrer Zusammensetzung von Frau zu Frau variieren.

Zu den häufigsten Laktobazillen der Scheidenflora, auch Döderlein-Stäbchen genannt, gehören u.a.

Die schützenden Milchsäurebakterien (Laktobazillen) halten die Scheidenflora und den pH-Wert im Gleichgewicht und fördern auf diese Weise eine gesunde und abwehrstarke Intimgesundheit. Ihr Entdecker, der Frauenarzt Albert Döderlein (1860 – 1941) fasste sie damals unter der Spezies Lactobacillus acidophilus zusammen.1

Aufgaben der Laktobazillen

Die Hauptaufgabe schützender Laktobazillen besteht darin, das natürliche Scheidenmilieu und den pH-Wert gesund und stabil zu halten.2 Dieses tun die Milchsäurebakterien auf unterschiedlichste Weise. Zunächst verdrängen sie Krankheitserreger ganz einfach durch ihre Anwesenheit. So haben es pathogene (krankmachende) Keime schwer, sich an die Scheidenschleimhaut anzuheften, sich zu vermehren und Beschwerden des Intimbereiches zu verursachen.

Des Weiteren bilden Laktobazillen Milchsäure, indem sie das in der Vagina befindliche Glykogen umwandeln. So wird ein saures Scheidenmilieu aufrechterhalten (messbar anhand eines pH-Wertes zwischen 3,8 und 4,4), in dem Erreger nur schwer überleben können. Gleichzeitig fungiert Glykogen für einige Erreger als Nahrungsgrundlage, welche ihnen so durch die Milchsäurebakterien entzogen wird. Außerdem bilden Laktobazillen spezielle Stoffe, wie zum Beispiel Wasserstoffperoxid und Bakteriocine. Diese wirken antimikrobiell, das heißt, sie können das Wachstum von Mikroorganismen, wie beispielsweise krankmachenden Bakterien, hemmen. So unterstützen sie eine abwehrstarke Scheidenflora auf natürliche Weise. Auch werden antibiotisch wirksame Eiweißmoleküle gebildet und so ebenfalls schädliche Bakterien in Schach gehalten. Zu den wirksamsten Laktobazillen zählen aus wissenschaftlicher Sicht solche, die Wasserstoffperoxid produzieren, vorrangig also L. acidophilus.

Milchsäurebakterien für Erhalt & Wiederherstellung einer gesunden Scheidenflora. Vaginalzäpfchen mit Milchsäurebakterien stärken ein geschwächtes Scheidenmilieu und stabilisieren den pH-Wert, dank Laktobazillen (L. acidophilus).

Zusammensetzung des Scheidenmilieus variiert während des Zyklus

In der Scheide finden sich einerseits die genannten Laktobazillen. Ihr Anteil ist nicht nur von Frau zu Frau verschieden, auch unterliegt das Vorhandensein schützender Milchsäurebakterien zyklusbedingten Schwankungen.

Während und nach der Regelblutung sind beispielsweise weniger Laktobazillen vorhanden, diese vermehren sich dann innerhalb eines Zyklus wieder. Zusätzlich handelt es sich bei Menstruationsblut um eine alkalische Flüssigkeit (pH-Wert >7), weshalb das Messen des vaginalen pH-Werts drei bis vier Tage nach einer Regelblutung durchaus erhöhte Werte anzeigen kann und nicht zuverlässig ist. Das gilt auch für bis zu 12 Stunden nach dem Sex, da Sperma ebenfalls alkalisch ist. Mit dem Beginn der Wechseljahre und dem natürlichen Rückgang der Östrogenproduktion nimmt der Laktobazillen-Anteil auf natürliche Weise ab.

Zudem finden sich auch andere Bakterien, wie zum Beispiel Gardnerella vaginalis oder auch Hefepilze in einer gesunden Scheide und sind nicht besorgniserregend, solange keine Schwangerschaft vorliegt und ihr Anteil so gering ist, dass keine Beschwerden entstehen. Eine gesunde Vaginalflora mit ausreichend Milchsäurebakterien und ein intaktes Immunsystem überstehen das, ohne dass Krankheitszeichen zu befürchten sind. Gerät die Intimflora jedoch aus dem Gleichgewicht, so zeigt sich das an verschiedenen Symptomen, wie einem steigenden pH-Wert, Ausfluss, Entzündungen und Juckreiz. Solange die Anzeichen für einen Mangel an Milchsäurebakterien in der Scheide rechtzeitig erkannt werden, ist eine Behandlung in der Regel unkompliziert möglich. Außerdem gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Vorbeugung und zum Erhalt der gesunden Scheidenflora, sowie zur Regeneration, z.B. nach einer Antibiotikaeinnahme.

Menge, Konsistenz und Farbe des Zervixschleims geben Hinweise auf die Phase, in welcher sich der weibliche Zyklus befindet. Der Ausfluss verändert sich vor, während und nach dem Eisprung.

Ursachen für einen zu hohen pH-Wert der Scheide

Die Scheidenflora unterliegt natürlichen Schwankungen. Verschiedene Ursachen können jedoch zu Veränderungen der physiologischen Scheidenflora und einem Anstieg des vaginalen pH-Wertes führen.

Folgende Faktoren können den vaginalen pH-Wert erhöhen und die Scheidenflora stören:

  • Östrogenkonzentration & Zyklus: Das Hormon Östrogen übernimmt im weiblichen Körper vielfältige Aufgaben und wird zum Großteil von den Eierstöcken gebildet. Unter dem Einfluss von Östrogen wandeln schützende Laktobazillen das in der Vaginalschleimhaut befindliche Glykogen zu Milchsäure um. Diese schützt die Intimregion vor Krankheitserregern, indem der pH-Wert des physiologischen Scheidenmilieus im sauren Bereich – um 4 – gehalten wird. Die Östrogenproduktion unterliegt natürlichen Schwankungen und ist zyklusabhängig. Während der Periode, sowie kurz danach ist die Anzahl der Laktobazillen am geringsten. Dementsprechend ist die Scheide zu dieser Zeit auch besonders anfällig für Infektionen wie Scheidenpilz. Andere Ursachen für Schwankungen im Östrogenhaushalt sind zum Beispiel eine Schwangerschaft oder die Wechseljahre, bei der es zu einem natürlichen Rückgang der Östrogenproduktion und der Anzahl an Laktobazillen kommt.
  • Falsche oder zu viel Intimhygiene: Das zu häufige Reinigen der Scheide, vor allem mit parfümierten oder anderweitig chemischen Shampoos, Spülungen, Lotionen usw. zerstört das natürliche Scheidenmilieu. Dadurch kann es zum Anstieg des vaginalen pH-Wertes kommen, wodurch sich Krankheitserreger leichter vermehren.
  • Feuchtes Klima durch Kunstfasern & zu enger Kleidung: Unterwäsche aus luftundurchlässigen Stoffen, vor allem Kunstfasern, führt zu einem feuchten Klima. Feuchtigkeit kann nicht nach außen transportiert werden. Besonders Pilze fühlen sich in einer feuchten und warmen Umgebung besonders wohl. Weiterhin können sich Bakterien auf diese Weise wunderbar vermehren und so zu Scheideninfektionen führen. Übrigens kann auch eine zu enge Kleidung ein feucht-warmes Klima begünstigen, da sie die Schweißbildung fördert und es zu einem Wärmestau kommen kann. Auch der Bikini oder Badeanzug sollte nach dem Schwimmen sofort ausgezogen werden.
  • Die Einnahme von Antibiotika: Mit der Einnahme von Antibiotika werden bei einer bakteriellen Infektion die verantwortlichen Erreger bekämpft. Dabei können auch die „guten“ Bakterien vernichtet werden, die wir beispielsweise in Form von Laktobazillen für eine gesunde und abwehrstarke Vaginalflora benötigen.
  • Bakterielle Vaginose (Dysbiose): Das Erkrankungsbild der bakteriellen Vaginose ist noch nicht abschließend geklärt. Die schützenden Laktobazillen werden durch pathogene (krankmachende) Erreger verdrängt und es entsteht ein Ungleichgewicht des physiologischen Scheidenmilieus. Zu den Risikofaktoren zählen u.a. immunologische und genetische Faktoren, Rauchen und Stress.
  • Basische Körperflüssigkeiten: Flüssigkeiten wie Blut, Sperma oder auch der Wochenfluss nach der Geburt, liegen im basischen (alkalischen) Bereich. Natürliche Schwankungen, wie sie beispielsweise durch die Periode entstehen, reguliert der Körper in der Regel selbständig. Ist die Scheidenflora allerdings geschwächt und die Anzahl schützender Laktobazillen zu gering, wird weniger Milchsäure produziert und pathogene Erreger können sich leichter ausbreiten. Häufiger ungeschützter Sex kann sich ebenfalls auf die Scheidenflora auswirken und Intimbeschwerden begünstigen.
  • Erkrankungen & Infektionen: bestimmte Erkrankungen können die Scheidenflora ebenfalls aus der Balance bringen und den pH-Wert erhöhen. Dazu zählen zum Beispiel ein Diabetes mellitus, aber auch sexuell übertragbare Infektionen wie Chlamydien, Gonorrhoe oder Trichomoniasis. Auch Schilddrüsenprobleme können die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht bringen, da sie ebenfalls Auswirkungen auf das Immunsystem haben.
  • Weitere Risikofaktoren: Rauchen, Stress, eine zu zuckerreiche Ernährung mit vielen Kohlenhydraten.

Für unangenehme Symptome im weiblichen Intimbereich gibt es viele mögliche Ursachen und Risikofaktoren. Oft unterschätzt (oder auch überschätzt) wird dabei die richtige Intimhygiene. So können z. B. Intimdeos oder Scheidenspülungen die sensible Region reizen und das natürliche Scheidenmilieu aus dem Gleichgewicht bringen.

Symptome einer gestörten Scheidenflora

Eine Dysbalance der Scheidenflora kann mit unterschiedlichen Symptomen einhergehen. Besonders häufig leiden Frauen unter Juckreiz und einem veränderten Ausfluss. Je nach Ursache können diese in unterschiedlicher Ausprägung auftreten und für unterschiedliche Infektionen sprechen, die eine ärztliche Abklärung notwendig machen. Anhaltspunkte liefern vaginaler pH-Wert, Intimgeruch, Farbe und Konsistenz des Ausflusses, sowie etwaige Begleitsymptome wie Entzündungen oder Scheidentrockenheit. Während beispielsweise die Scheidenpilzinfektion in der Regel mit einem weißlichen und geruchlosen Ausfluss einhergeht, spricht ein in Farbe und Geruch veränderter Ausfluss, zum Beispiel ein grüner Ausfluss, für eine bakterielle Beteiligung, die in der Regel antibiotisch behandelt werden muss.

Symptome und Erkrankungen einer gestörten Scheidenflora im Überblick:

Bei erhöhtem pH-Wert sofort zum Frauenarzt?

Der vaginale pH-Wert unterliegt natürlichen Schwankungen, die vom Körper selbständig reguliert werden können. Wenn Ihr vaginaler pH Wert einmal nicht im Normalbereich liegt, besteht noch kein Grund zur Sorge. In diesem Fall wiederholen Sie die Messung einige Stunden später oder am nächsten Tag.

Wenn Sie Auffälligkeiten beobachten oder bereits unter zusätzlichen Beschwerden wie Juckreiz, Entzündungen, vermehrtem Ausfluss, Schmerzen beim Sex oder unangenehmen Intimgeruch leiden, ist der Gang zum Gynäkologen in jedem Fall ratsam. Insbesondere in der Schwangerschaft wird die regelmäßige pH-Wert Messung empfohlen. Hier sollten Veränderungen zeitnah mit dem Frauenarzt besprochen werden.3

Scheidenflora aufbauen und stärken

Eine gesunde und abwehrstarke Scheidenflora setzt sich aus einer Vielzahl an Mikroorganismen zusammen. Dabei ist es nicht nur wichtig, ob bestimmte schützende Laktobazillen vorhanden sind, vielmehr müssen sie in einem ausgewogenen Verhältnis zueinanderstehen, um das Mikrobiom der Vagina bestmöglich zu erhalten und zu schützen. Demnach konnten in der Vagina an die 250 Bakterienarten nachgewiesen werden. Dabei handelt es sich nicht nur um schützende Milchsäurebakterien, auch eine Vielzahl anderer Bakterien sind ein natürlicher Bestandteil der Scheidenflora. Ob es zu Beschwerden oder Scheideninfektionen kommt, liegt also vornehmlich an der Zusammensetzung der Intimflora. Mit der Verwendung schützender Milchsäurebakterien können Sie die Scheidenflora aufbauen, stärken und widerstandsfähiger machen. Bei einer bakteriellen Vaginose zum Beispiel oder nach der Einnahme eines Antibiotikums, können zugeführte Milchsäurebakterien den sauren pH-Wert regenerieren und wieder ins Gleichgewicht bringen. Sie können als Zäpfchen oder durch die Einnahme von Probiotika in Kapseln zugeführt werden.4

Nach den Wechseljahren ist das physiologische Scheidenmilieu von Natur aus anders zusammengesetzt, auch der vaginale pH-Wert verändert sich und steigt an. In dieser Zeit können Frauen daher anfälliger für bestimmte Beschwerden, wie beispielsweise Blasenentzündungen, sein. Aufgrund der veränderten Hormonlage kommt es zu einer Verdünnung des Gewebes, dieses wird als vaginale Atrophie bezeichnet. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich Vitamin E Suppositorien positiv auf die Intimregion der Frau bei vaginaler Atrophie auswirken können, besonders wenn auf eine Hormontherapie verzichtet werden soll.5

4 Tipps zum Erhalt einer gesunden Scheidenflora

Bleiben Sie im Gleichgewicht

Wohlbefinden und ein Leben in Balance wirkt sich ebenso auf unsere Intimgesundheit aus. So ist Stress ein erwiesener Risikofaktor, der Beschwerden des Intimbereiches begünstigen kann. Leben Sie bewusst und gönnen Sie sich Auszeiten vom stressigen Alltag – für ein Leben im Gleichgewicht.

4 Tipps zum Erhalt einer gesunden Scheidenflora

Stärken Sie Ihr Immunsystem

Chronische Erkrankungen schwächen das Immunsystem und können auf diese Weise auch die Intimgesundheit nachteilig beeinflussen. Auch haben entzündliche, allergische oder genetische Komponenten einen Einfluss auf die Intimgesundheit und können zu unterschiedlichen Beschwerden führen. Wichtig ist, dass entsprechende Erkrankungen, die nachweislich einen Einfluss auf die Intimflora haben können, rechtzeitig ärztlich diagnostiziert und behandelt werden.

4 Tipps zum Erhalt einer gesunden Scheidenflora

Achten Sie auf eine gesunde Intimhygiene

Weniger ist mehr! Verwenden Sie Waschlotionen, die auf den pH-Wert des Intimbereiches angepasst sind sowie einen atmungsaktiven Wäscheschutz. Die Wäsche sollte aus hautfreundlichen Materialien bestehen und nicht einengen. Weiterhin gilt, dass Sie auf Intimdeos verzichten und nach dem Toilettengang von vorne nach hinten, aber nicht von hinten nach vorne wischen sollten.

4 Tipps zum Erhalt einer gesunden Scheidenflora

Trinken Sie ausreichend und halten Sie sich warm

Nach dem Sport tut eine heiße Dusche gut und die Wäsche sollte unbedingt gewechselt werden. Frauen, die häufig zu Blasenentzündungen neigen, sollten viel trinken, um einer Entzündung erst gar keine Chance zu geben. Halten Sie sich stets warm und achten Sie ebenfalls auf warme, trockene Füße.

Tipps & Hausmittel für den Aufbau einer gesunden Scheidenflora

Gleichgewicht nach Antibiotika wiederherstellen

Eine gesunde Scheidenflora kann nicht nur vor direkten Scheideninfektionen schützen, auch hat sie Auswirkungen auf die gesamte Intimflora. So kann eine gestörte Scheidenflora und mit ihr ein erhöhter vaginaler pH-Wert, zu vermehrtem Auftreten von Blasenentzündungen führen. Diese werden wiederum häufig mit Antibiotika behandelt, was folglich zu einer weiteren Schwächung der Scheidenflora führen kann.

Mit der Verwendung schützender Laktobazillen können Sie die Intimflora im Gleichgewicht halten und auch wiederkehrenden Blasenentzündungen vorbeugen.

Der medizinische Fortschritt hat durch bessere Hygienestandards und wirksame Behandlungen, wie den Einsatz von Antibiotika, die Gesundheitsversorgung stark verbessert. Dieser Text beleuchtet historische Entwicklungen in der Frauengesundheit und betont die Bedeutung eines bewussten Umgangs mit Antibiotika zur Vermeidung von Resistenzen sowie den Schutz der Gesundheit durch Probiotika.

Die Scheidenflora während der Schwangerschaft

Mit der Schwangerschaft einhergehend kommt es zu Veränderungen des Hormonhaushaltes, die sich auch auf die Scheidenflora auswirken können. Hinzu kommt die veränderte Immunlage. Besonders in der Frühschwangerschaft ist ein ausgewogenes Scheidenmilieu hilfreich. Die Wahrscheinlichkeit, die ersten sensiblen Wochen zu überstehen, erhöht sich mit einer stabilen und gesunden Scheidenflora. Ein konstanter pH-Wert ist dabei besonders aussagekräftig. So wurde damals das Frühgeburten-Vermeidungsprogramm von Prof. Saling ins Leben gerufen, um die Frühgeburtenrate maßgeblich zu senken.

Mit dem Vagiflor® pH-Test ist diese einfache Maßnahme zum Glück für alle Schwangeren bedenkenlos zu jeder Tages- und Nachtzeit zu Hause durchführbar. Mögliche Schwankungen können so rechtzeitig bemerkt werden. Durch Rücksprache mit dem Frauenarzt können weitere Untersuchungen vorgezogen und mögliche Infektionen frühestmöglich entdeckt werden. Zwar wird der pH-Wert auch bei den regelmäßigen gynäkologischen Untersuchungen während der Schwangerschaft untersucht, doch zwischen den Arztterminen ermöglicht der pH-Wert-Test für zu Hause eine engmaschige Kontrolle. Während der Schwangerschaft wird empfohlen, den vaginalen pH-Wert zwei mal pro Woche zu messen. Es spricht auch nichts dagegen, die Messung häufiger durchzuführen. Dies ist vor allem dann zu empfehlen, wenn Sie bereits in einer Schwangerschaft unter Infektionen der Scheide gelitten haben oder zu Frühgeburten neigen.

In der Schwangerschaft stellt eine intakte und abwehrstarke Intimflora den größten Schutz für das ungeborene Baby und den Schwangerschaftsverlauf dar. Untersuchungen bestätigen einen Zusammenhang zwischen dem Vorliegen einer bakteriellen Vaginose und dem Auftreten verschiedener Komplikationen während der Schwangerschaft. Umso wichtiger ist das rechtzeitige Erkennen und eine geeignete Behandlung der BV bereits bei Kinderwunsch und zu Beginn der Schwangerschaft.

3 Fragen an

Janette Harazin, Hebamme

1. Frage: Wieso ist das Messen des vaginalen pH-Wertes in der Schwangerschaft so wichtig?

„Der vaginale pH-Wert und ein saures Scheidenmilieu sind für die Schwangerschaft ausgesprochen wichtig. Diese Werte werden normalerweise auch beim Frauenarzt gemessen, häufig ohne, dass die Schwangere das mitbekommt. Ich persönlich halte nichts davon, ständig etwas in die Scheide einzuführen, das hat immer Potenzial, auch mögliche Erreger einzubringen. Doch es gibt auch Möglichkeiten, den pH-Wert auf sanftere Weise zu messen, beispielsweise mit dem vaginalen pH Test von Vagiflor. So haben Schwangere ihren pH-Wert im Auge und können das Scheidenmilieu mit entsprechenden Präparaten ansäuern, falls erforderlich.“

2. Frage: Messen alle deine Klientinnen den pH-Wert regelmäßig oder stellst du öfter fest, dass die Relevanz des pH-Wertes nicht allen Frauen bewusst ist?

„Schon Prof. Saling hatte 1991 mit dem Frühgeburtenvermeidungsprogramm darüber aufgeklärt, wie wichtig es ist, den vaginalen pH-Wert regelmäßig zu messen, um so Mutter und Kind zu schützen. Trotzdem wird viel zu wenig über dieses Thema gesprochen.“

3. Frage: Welche Dinge hindern Frauen daran, den pH-Wert regelmäßig zu messen?

„Es gibt natürlich Frauen mit positivem Körpergefühl und einer unbesorgten Schwangerschaft, die die Notwendigkeit nicht sehen oder gar nicht über dieses Thema aufgeklärt wurden. In vielen Fällen denke ich, ist es die Unwissenheit.“

Der vaginale pH-Wert sollte zwischen 3,8 und 4,4 liegen, also im sauren Bereich. Ob das bei ihnen der Fall ist, können werdende Mütter z.B. ganz einfach mit einem Selbsttest ermitteln. Zeigt sich dann, dass der vaginale pH-Wert bei 4,5 oder darüber liegt, kann das dafür sprechen, dass die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht geraten ist. Um Komplikationen vorzubeugen, sollten Schwangere derartige Veränderungen zeitnah mit ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt besprechen und abklären lassen.

Folgen einer gestörten Intimflora

Sobald der vaginale pH-Wert steigt, haben es Krankheitserreger leichter, sich zu vermehren. Der Anteil schützender Laktobazillen nimmt ab, so dass Infektionen leichter entstehen können. Verantwortlich dafür ist häufig ein Zusammentreffen mehrerer Faktoren. Denn in einem gewissen Rahmen sind Bakterien und Pilze Bestandteil der Vaginalflora der Frau, ohne einen Krankheitswert zu haben. Eine geschwächte Immunlage, chronische Erkrankungen oder auch Stress können sich negativ auf die Intimflora auswirken und zu einer Mischflora und zu Infektionen des Intimbereiches führen.

Was versteht man unter einer Mischflora?

Die Vaginalflora ist stark an den Einfluss der Eierstockhormone und dem Vorhandensein einer ausgeglichenen Laktobazillus-Flora gebunden. Eine Mischflora der erwachsenen Frau im gebärfähigen Alter ist in diesem Zusammenhang durch den Rückgang dieser schützenden Laktobazillen und einer Zunahme an unerwünschten Bakterien gekennzeichnet. Der vaginale pH-Wert ist ebenfalls erhöht.

Das Anfangsstadium der bakteriellen Vaginose kann durch eine sogenannte Mischflora gekennzeichnet sein. In dieser frühen Phase des Ungleichgewichtes der Vaginalflora kann mit Laktobazillen und ansäuernden Präparaten noch ein Umschwung erreicht werden.4

Überblick der beiden häufigsten gynäkologischen Infektionen

ErkrankungHäufigkeitSymptomeHinweis
Bakterielle Vaginoseam häufigstengrau-weißlicher Ausfluss, unangenehmer Geruch, erhöhter pH-Wert (> 4,5)Bei der bakteriellen Vaginose handelt es sich nicht um eine Infektion im klassischen Sinn, sondern um ein Ungleichgewicht der physiologischen Scheidenflora. Dabei werden schützende Laktobazillen zugunsten schädlicher Erreger verdrängt. Ein erhöhter vaginaler pH-Wert ist ein typisches Symptom.
Scheidenpilzam zweithäufigstenQuälender Juckreiz, Rötung und Schwellung des Intimbereiches, weißlicher und krümeliger Ausfluss (geruchlos)Auch wenn Juckreiz das führende Symptom einer Scheidenpilzinfektion ist, sollten die Beschwerden ärztlich abgeklärt werden. Denn neben der Pilzinfektion kommt es häufig zu Mischinfektionen, die eine zusätzliche Behandlung erfordern. Der vaginale pH-Wert der Scheide liegt trotz Scheidenpilz meist im normalen Bereich zwischen 3,8 und 4,4.
Überblick der beiden häufigsten gynäkologischen Infektionen. Quelle: Institut für Mikroökologie.

Zu den Hauptsymptomen einer bakteriellen Vaginose gehören ein vermehrter, dünnflüssiger Scheidenausfluss, ein erhöhter vaginaler pH-Wert und ein unangenehmer, fischiger Intimgeruch. Warum diese Symptome immer ärztlich abgeklärt werden sollten und die sogenannten Amsel-Kriterien und der Nugent Score relevant für die Diagnose sind, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Wie genau Scheidenpilz diagnostiziert wird, warum die bekannten Symptome überhaupt entstehen und weitere Anzeichen für eine Pilzinfektion, all das verraten wir Ihnen im weiterführenden Ratgeber.

Zusammenhang zwischen Darmflora und Scheidenflora

Die physiologische Scheidenflora besteht vorwiegend aus einer Vielzahl unterschiedlicher Milchsäurebakterien, die den vaginalen pH-Wert im sauren Bereich halten und so die gesamte Intimregion schützen sollen. Bei der Frau liegen anatomisch bedingt Vagina und Analregion dicht beieinander. Bei einer gestörten Scheidenflora können sich Erreger aus der Analregion leichter ausbreiten und zu Beschwerden, wie beispielsweise einer Blasenentzündung, führen. Daher wird oft auf die richtige Reinigung und Wischtechnik nach dem Toilettengang hingewiesen.

Außerdem befinden sich rund 80 Prozent unseres Immunsystems in unserem Darm. Ein gesundes und abwehrstarkes Immunsystem ist also in jedem Fall wünschenswert und kann sich positiv auf unsere gesamte Intimgesundheit auswirken. Probiotika können unsere Darmgesundheit fördern und auf diese Weise unser Immunsystem unterstützen.

So geht zum Beispiel die Scheidenpilzinfektion mit einer Schwächung des Immunsystems einher, ebenso sollen allergisch und entzündliche Komponenten beteiligt sein. Um unseren Körper ganzheitlich zu unterstützen, setzten daher viele auf eine antientzündliche Ernährung. Dabei soll auf Süßigkeiten, Weizenprodukte und Fleisch (insbesondere Schweinefleisch aufgrund seiner entzündungsfördernden Substanzen) weitestgehend verzichtet werden. Auch ein Zuviel an Bauchfett kann sich durch eine entzündungsfördernde Hormonproduktion negativ auswirken. Mit einer antientzündlichen Ernährungsweise und Sport lassen sich Entzündungen wirksam vorbeugen. Empfehlenswerte Lebensmittel sind frisches Gemüse, Rohkost, Omega-3-Fettsäuren & Nüsse sowie Ingwer und Kurkuma.6

Interview mit dem Biologen Jesse Brandes zum gesunden und widerstandsfähigen Scheidenmilieu

Wir freuen uns sehr, Sie bei uns begrüßen zu dürfen! Sie sind Biologe und können uns so manche Fragen und Zusammenhänge ein wenig genauer erklären.

Moin moin, wie man hier im Norden zu sagen pflegt.

Ich habe Biologie in Oldenburg studiert, mit den Schwerpunkten Neurobiologie und Biochemie. Zusätzlich habe ich eine Ausbildung zum biologisch-technischen-Assistenten (BTA) abgeschlossen. Im Laufe meiner Ausbildung habe ich einen Abstecher, durch ein Praktikum in einer Pathologie, in den medizinischen Bereich gewagt. Die nahe Arbeit am Menschen und die damit verbundene Diagnostik hat mich dann auch zu meinem momentanen Beruf gebracht.

Ich arbeite in einem medizinischen Labor, in der mikrobiologischen Abteilung, die sich ebenfalls auch mit der Molekularbiologie beschäftigt (also der Forschung im gentechnischen Bereich). Dort untersuchen wir verschiedenste Materialien, wie z.B. Abstriche, Urine und Stuhlproben auf ihre mikrobielle Zusammensetzung und helfen in der Diagnostik bakteriell bedingter Erkrankungen. Schon immer fand ich das Feld der Biologie sehr spannend. Speziell die Wechselwirkung zwischen Bakterien und dem menschlichen Körper sind, wenn man sie in ihren Grundzügen erforscht und versteht, atemberaubend.

Die Wichtigkeit schützender Milchsäurebakterien in der Frauengesundheit rückt immer mehr in den Vordergrund und ist Bestandteil klinischer Untersuchungen. Warum ist das Ihrer Meinung nach so?

Ein Verständnis für die Wichtigkeit des Mikrobioms (also der Bakterien im menschlichen Körper) ist noch gar nicht allzu lange in der Wissenschaft verbreitet. Aktuell wird sehr viel Forschung in diesem Bereich betrieben, um genau zu verstehen, was für Funktionen all die Bakterien in uns erfüllen und welche Krankheitsbilder entstehen, wenn genau diese fehlen. Das liegt denke ich daran, dass nach der Entdeckung der Bakterien diese immer in Zusammenhang mit Pathogenität (Schädigung/Krankmachung) gebracht wurden, und nicht erforscht war, dass eine Vielzahl der Bakterien apathogen (also unschädlich) für den Menschen waren, wenn sie genau dort in der Menge vorkommen, wo sie in einer gesunden Flora zu finden sind. Dazu zählen z.B. auch die Bakterien, die das vaginale Milieu aufrechterhalten und für eine gesunde Vaginalflora sorgen. Eine Vielzahl verschiedener Laktobazillen (Milchsäurebakterien) wurden erstmals von dem Frauenarzt Albert Döderlein beschrieben, der ihnen die Eigenschaft zuschrieb Milchsäureproduzenten zu sein, die für ein saures Milieu in der Vaginalflora sorgen, welches ein Wachstum pathogener Keime verhindert. Aufgrund der Wichtigkeit der bedeutsamen Arten von Laktobazillen in der Vaginalflora, kann die Untersuchung des vaginalen Bioms helfen und bietet ein Indiz für bestimmte Erkrankungen.

Wurde den Laktobazillen früher schlicht zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet?

Die Laktobazillen hatten wirtschaftlich früh an Aufmerksamkeit gewonnen. So wurden sie anfangs unbewusst und später bewusst für die Produktion von z.B. Käse, Joghurt, Sauerkraut uvm. eingesetzt. Allerdings wurde ihnen erst spät die Wichtigkeit in der Darm- und Vaginalflora zugeschrieben. Inzwischen ist ihr positives Beitragen erkannt und es wird immer mehr in den medizinischen Bereichen geforscht, um Krankheiten wie Laktoseintoleranz oder Vaginose zu behandeln.

Jetzt hört und liest man überall von Milchsäurebakterien und reiner Milchsäure. Worin besteht genau der Unterschied?

„Die Milchsäurebakterien betreiben einen besonderen Stoffwechsel, bei dem sie Einfachzucker, wie z.B. Glukose in Milchsäure umwandeln. Wie der Name vermuten lässt, handelt es sich um eine Säure, die für einen sauren pH-Wert sorgt. Somit sind die Milchsäurebakterien, diejenigen, die das wichtige Endprodukt (Milchsäure) produzieren. Die Milchsäure ist lediglich das Endprodukt.“

Inwieweit unterscheiden sich lebende Milchsäurebakterien, die über einen längeren Zeitraum gekühlt werden müssen und solche, die keiner Kühlung bedürfen?

Lebende Milchsäurebakterien sind in gekühlter Form „inaktiviert“. Das heißt, dass sie sich in einem Zustand befinden, in dem sie einen minimalen Stoffwechsel betreiben, der unter anderen Umständen wieder auf Normalzustand hochgefahren wird, ähnlich wie ein Winterschlaf, sodass sie im richtigen Umfeld unter höheren Temperaturen (z.B. Körpertemperatur) sofort mit der Umsetzung von Zucker zu Milchsäure beginnen und für eine Änderung des pH-Werts sorgen. Ungekühlte Präparate sind durch andere Techniken, wie z.B. der Lyophilisierung (Gefriertrocknung) zu einer inaktivierten Form gebracht worden, in denen die Bakterien nicht absterben. Sie sind dennoch sehr anfällig gegenüber Feuchtigkeit und müssen vernünftig isoliert und verpackt werden, oder besondere Hüllen müssen das Produkt schützen. Im feuchten Umfeld benötigen die Bakterien dann einen gewissen Zeitraum um „aktiviert“ zu werden und mit dem Stoffwechsel zur Herstellung von Milchsäure zu beginnen.

Viele Kundinnen bevorzugen die Anwendung schützender Milchsäurebakterien, da sie ohnehin Bestandteil der physiologischen Scheidenflora sind. Wann wäre denn die Verwendung von Milchsäurebakterien sinnvoll und wann reicht die reine Milchsäure aus?

Milchsäurebakterien sind sensibel gegenüber den meisten Breitbandantibiotika und werden nach Einnahme größtenteils zerstört. Dies kann dazu führen, dass das saure Milieu der Scheidenflora aus dem Gleichgewicht gerät und der pH-Wert steigt. Die Vaginalflora wird alkalischer. Es können sich Bakterien ansiedeln, die im stark sauren Milieu nicht wachsen würden, nun aber ein physiologisch optimales Milieu vorfinden und dort pathogen wirken.

Wird mit einem deutlich potenteren Antibiotikum behandelt, wird ein Langzeitpräparat eingenommen, oder aber die Scheidenflora ist häufiger im Ungleichgewicht, ist die Einnahme von Milchsäurebakterien weitaus hilfreicher als die Verwendung reiner Milchsäure. Ist die natürliche Scheidenflora ansonsten intakt, so reicht eine prophylaktische Behandlung mit reiner Milchsäure aus.

Sie regt die Bildung schützender Milchsäurebakterien an und fördert auf diese Weise eine gesunde Intimflora. In beiden Fällen ist positiv, dass man dem Körper nichts Fremdes zuführt, sondern ihm beim Aufbau seines Mikrobioms hilft, bzw. körpereigene Substanzen zuführt.

Wieso können Milchsäurebakterien, die sich in der Scheidenflora befinden, auch vor Blasenentzündungen schützen? Können Sie uns bitte kurz den Zusammenhang erklären?

„Da bei einer Frau der Urogenitaltrakt (Harn-/Genitaltrakt) nicht deutlich voneinander getrennt ist, wirkt eine gesunde Scheidenflora als erste Barriere für pathogene Bakterien, die im Harntrakt eine Blasenentzündung auslösen können. Passieren diese Bakterien nicht die Scheidenflora, die durch ihr saures Milieu für eine Vielzahl an Bakterien ungeeignet ist, so gelangen sie auch nicht zur Blase vor. Das saure Milieu wird von Milchsäurebakterien produziert.“

Was versteht man unter Mikroben?

Das Wort Mikrobe wird auch synonym für Mikroorganismen oder Kleinstlebewesen benutzt. Dazu zählen grob gesagt alle Lebewesen, die wir mit dem bloßen Auge nicht erkennen können. Dazu zählen Bakterien, aber auch Pilze und Mikroalgen. Der fachliche Bereich der sich mit den Mikroben beschäftigt ist die Mikrobiologie.

Dürfen Sie uns verraten, woran Sie gerade arbeiten?

„Zurzeit arbeitet unser Labor sehr stark daran eine umfassende Corona Diagnostik anzubieten. Auch für uns ist das Arbeiten am Corona-Virus neu, und die Diagnostik über molekularbiologische Verfahren ist sehr zeitaufwändig und verbraucht viele Ressourcen. Ich bin zurzeit komplett in der Molekularbiologie eingespannt und werde bis auf weiteres auch in diesem Bereich arbeiten. Natürlich werfe ich auch jeden Tag ein Auge auf meine Nährböden und Bakterien und freue mich, wenn auch hier wieder Arbeitskraft reinfließen kann.“

Stand: 09/2024

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Autorin
Stephanie Nitsch

Fachredaktion Healthcare
Pharmareferentin nach § 75 Arzneimittelgesetz, Medizinprodukteberater nach § 31 MPG / § 83 MPDG, Examinierte Krankenschwester.

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Geprüft von
Dipl. Chemikerin Mariola Matura

Chief Scientific Officer
Chief Scientific Officer, Qualified Person §15 AMG, Universitätslehrgang „Pharmazeutisches Qualitätsmanagement“

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Scheidentrockenheit

In diesem Artikel widmen wir uns einem Thema, das für viele Frauen von großer Bedeutung ist, aber oft im Verborgenen bleibt: der Scheidentrockenheit. Dieses Problem betrifft häufig Frauen in den Wechseljahren, kann aber auch in jüngeren Jahren auftreten. Scheidentrockenheit kann zu Beschwerden wie Juckreiz, Brennen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr führen, was nicht nur die Lebensqualität beeinträchtigen, sondern auch die Intimität zum Partner negativ beeinflussen kann. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von hormonellen Veränderungen über psychische Belastungen bis hin zu bestimmten Medikamenteneinnahmen.

  • Mögliche Ursachen & Risikofaktoren: Sinkender Östrogenspiegel, hormonelle Veränderungen, übertriebene bzw. falsche Intimhygiene, Medikamenteneinnahmen (Chemo- oder Antihormontherapie), chronische Erkrankungen, übermäßiger Alkohol- und Nikotinkonsum, Stress.
  • Typische Symptome: Erhöhte Empfindlichkeit, Wundgefühl, Juckreiz, Brennen, Reizungen, Entzündungen und Schmerzen der Intimregion.
  • Was hilft bei Scheidentrockenheit? Die Behandlungsmöglichkeiten richten sich nach der zugrundeliegenden Ursache, hormonfreie feuchtigkeitsspendende Optionen wie Salben, Vaginalzäpfchen mit Milchsäurebakterien oder hormonhaltige Behandlungen beispielsweise mit östrogenhaltigen Cremes, Entspannungstechniken.
  • Mögliche Folgen bei Nichtbehandlung: Wundgefühl und Neigung zu Entzündungen und Infektionen, Beeinträchtigung der Lebensqualität.

Scheidentrockenheit ist keine Frage des Alters

Der Verlust an Feuchtigkeit der Intimregion führt zu dem Beschwerdebild der Scheidentrockenheit, welche längst keine Frage des Alters mehr ist. Auch junge Frauen können von einem Gefühl der Trockenheit betroffen sein, wobei aber grundsätzlich die Wechseljahre und die damit einhergehenden Veränderungen zu den häufigsten Auslösern gehören. Zu den wesentlichen Symptomen zählen neben der Trockenheit auch Juckreiz, Brennen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Scheidentrockenheit ist nicht nur unangenehm, sie kann sich negativ auf die Intimität zum Partner auswirken und gesundheitliche Folgen haben. Auch können psychische Belastungen, Medikamenteneinnahmen sowie bestimmte Grunderkrankungen Scheidentrockenheit begünstigen. Die trockenen und wunden Schleimhäute können rissig werden und so den Weg für Entzündungen und Infektionen ebnen. Diese betreffen den gesamten Bereich der Scheide inklusive der Harnwege.

Scheidentrockenheit und ihre Ursachen

Eine Scheidentrockenheit geht häufig mit einer verminderten Durchblutung sowie mangelnden Befeuchtung einher. Für diese Funktionen des weiblichen Körpers ist in erster Linie die Östrogenproduktion der Eierstöcke verantwortlich. Daher zählt ein Rückgang der Östrogenproduktion und die mit ihr einhergehenden Veränderungen des Intimbereiches, zu den häufigsten Auslösern einer vaginalen Trockenheit. Am häufigsten tritt die Scheidentrockenheit demnach in den Wechseljahren in Erscheinung.

Weiterhin können andere Ursachen zu einer Scheidentrockenheit führen oder diese begünstigen. Hier sind vor allem hormonelle Veränderungen durch die Einnahme der Pille und anderer Arzneimittel oder Therapieformen, sowie bestimmte Grunderkrankungen zu nennen. Eine ungesunde Lebensart, das Rauchen und psychische Belastungen können ebenso zu einer Scheidentrockenheit beitragen.

Scheidentrockenheit, als häufigstes Symptom der vaginalen Atrophie, betrifft vor allem Frauen nach den Wechseljahren. Bis zu 80 Prozent der Frauen sind nach der Menopause von einem Trockenheitsgefühl betroffen. Eine amerikanische Umfrage ergab allerdings, dass nur rund die Hälfte der Frauen auch Hilfe in Anspruch genommen hat.

Wann & warum mit Scheidentrockenheit zum Arzt?

Da sich die Scheidentrockenheit negativ auf die Lebensqualität auswirken kann, ist eine gezielte Ursachenforschung wichtig. Eine Scheidentrockenheit sollte zudem rechtzeitig mit dem Gynäkologen besprochen werden, da sich die Beschwerden in der Regel nicht ohne eine geeignete Therapie bessern. Eine Behandlung ist ebenfalls notwendig, um weiteren Entzündungen oder Infektionen, die durch die Trockenheit und das Einreißen der Haut begünstigt werden können, vorzubeugen.

Die natürliche Intimflora und der Einfluss der Hormone

Das Hormon Östrogen wird zum Großteil von den Eierstöcken gebildet und übernimmt im weiblichen Körper vielfältige Aufgaben. So werden beispielsweise die Durchblutung, Befeuchtung, Elastizität und Funktion des Gewebes angeregt. Schützende Laktobazillen, auch Döderlein-Bakterien genannt, wandeln unter dem Einfluss von Östrogen, das in der Vaginalschleimhaut befindliche Glykogen zu Milchsäure um. Diese sorgt zum einen für Feuchtigkeit und zum anderen schützt die Milchsäure die Intimregion vor Krankheitserregern, indem das physiologische Scheidenmilieu im sauren Bereich – pH-Wert um 4 – gehalten wird. Bei sexueller Erregung sondert die sogenannte Bartholin-Drüse ein Sekret ab, welches zusätzlich die Scheide befeuchtet und Krankheitserreger abhalten soll. Somit kann eine vaginale Trockenheit die Infektanfälligkeit begünstigen.

Ursachen für Scheidentrockenheit im Überblick

Scheidentrockenheit in den Wechseljahren

Verringert sich die Hormonproduktion mit zunehmendem Alter der Frau, verändern sich ebenso die weiblichen Geschlechtsorgane inklusive der Harnwege. Bei den meisten Frauen setzt die Menopause (Klimakterium) um das 50. Lebensjahr ein. Während dieser Zeit kommt es zu einem Rückgang der Östrogenproduktion und mit ihr zu Veränderungen des Intimbereiches. Die Schleimhäute bilden sich zurück. Es entsteht eine sogenannte Atrophie (Rückbildung des Gewebes). Das Gewebe wird schlechter durchblutet und die Feuchtigkeit nimmt ab. Hierbei handelt es sich also um ganz natürliche Veränderungen, die zu einer Scheidentrockenheit führen und mit zunehmendem Alter entstehen können.

Scheidentrockenheit in den Wechseljahren:

So wie das Leben Veränderungen unterliegt, durchläuft auch unser Körper unterschiedliche Phasen. Die Zeit der Wechseljahre (Klimakterium) als Ende der fruchtbaren Phase ist eine lange und wichtige Zeit im Leben einer Frau, denn sie dauert immerhin im Schnitt etwa 10 Jahre an und bringt oft auch andere einschneidende und lebensverändernde Ereignisse mit sich. 

Weitere Ursachen: Schwangerschaft, Stillzeit, Pille & Medikamente

In der Schwangerschaft und Stillzeit kommt es natürlicherweise zu hormonellen Veränderungen des weiblichen Körpers, die zu einer Scheidentrockenheit führen können. Auch wirken sich bestimmte Verhütungsmethoden, wie beispielsweise die Einnahme der Antibabypille (insbesondere mit geringem Östrogenanteil) auf den Körper und die Schleimhäute der Intimregion aus.

Bestimmte Arzneimittel können das Auftreten von Scheidentrockenheit ebenfalls begünstigen. So berichten betroffene Frauen häufig von Scheidentrockenheit als Nebenwirkung einer Chemotherapie. Chronische Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes, gynäkologische Operationen sowie eine ungesunde Lebensweise haben ebenso Einfluss auf unseren Körper. Auch zählen eine übermäßige Intimhygiene und das Rauchen zu den möglichen Auslösern. Psychischer Stress ist ein weiterer Risikofaktor in der Entstehung von Scheidentrockenheit.

Scheidentrockenheit als Symptom verschiedener Krankheiten

Eine Vielzahl an Grunderkrankungen kann sich auf den Hormonhaushalt und die Durchblutung auswirken und mit einer verringerten Erregungs- und Lubrikationsfähigkeit einhergehen. Verschiedene Erkrankungen, beispielsweise das Sjögren-Syndrom, Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Endometriose oder Multiple Sklerose können eine Scheidentrockenheit zur Folge haben. Eine Scheidentrockenheit kann allerdings auch als Nebenwirkung einer notwendigen Therapie oder Medikamenteneinnahme auftreten.

Symptome, an denen Sie eine trockene Scheide erkennen

Scheidentrockenheit durch Vaginalduschen & Lotionen

Bestimmte Hygienemaßnahmen können die empfindlichen Schleimhäute der Intimregion belasten und sie austrocknen. Scheiden- oder Vaginalspülungen sind umstritten. Viele Waschlotionen greifen die Haut an und verstärken die Trockenheit eher, als dass sie sie verbessern.

Zu empfehlen ist die vorsichtige Reinigung mit warmem Wasser und die Verwendung von Waschlotionen, die auf den pH-Wert der Intimflora angepasst sind.

Das Tragen von hautfreundlicher Baumwollunterwäsche und die Nutzung eines luftdurchlässigen Wäscheschutzes tragen wesentlich zum Wohlbefinden bei. In der heutigen Zeit rasieren sich viele Frauen – dagegen ist aus Sicht vieler Experten nichts einzuwenden. Natürlich sollten auch hier reizende und parfümhaltige Gele oder ähnliches lieber gemieden werden. Während der Periode kann der Verzicht auf Tampons hilfreich sein. Für viele Frauen ist es dann angenehmer, Binden zu benutzen.

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Für unangenehme Symptome im weiblichen Intimbereich gibt es viele mögliche Ursachen und Risikofaktoren. Oft unterschätzt (oder auch überschätzt) wird dabei die richtige Intimhygiene. So können z. B. Intimdeos oder Scheidenspülungen die sensible Region reizen und das natürliche Scheidenmilieu aus dem Gleichgewicht bringen.

Mehr Feuchtigkeit für Intimität ohne Einschränkungen

Für die lokale Behandlung empfiehlt sich die Anwendung feuchtigkeitsspendender Ovula (Vaginalzäpfchen). Sie befeuchten die Schleimhäute und halten sie so geschmeidig. Auf diese Weise wirken sie auch möglichen Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sowie einer generellen sexuellen Unlust entgegen. Grundsätzlich wird zur Intimität geraten, denn sie erhöht den Feuchtigkeitszustand der Haut. Zur Unterstützung haben sich auch Gleitgele bewährt. Bei der Verwendung von Kondomen in Verbindung mit Ovula sollte vorher geprüft werden, inwieweit die Sicherheit gegebenenfalls herabgesetzt ist. Produkte auf Wasser- und Silikonbasis sollen die Reißfestigkeit beispielsweise nicht beeinflussen.

Die Therapie der trockenen Scheide

Anhand der gynäkologischen Untersuchung und des persönlichen Beschwerdebildes der Frau, kann die Ursache festgestellt werden. Das ermöglicht eine präzise Behandlung.

Je nach Alter der betroffenen Frau oder Ausprägung der Beschwerden kommen verschiedene Möglichkeiten der Behandlung in Betracht. Viele Frauen möchten zunächst auf hormonfreie Optionen in Form von Salben, Zäpfchen oder Vaginaltabletten zurückgreifen. Zum Beispiel lindern feuchtigkeitsspendende Cremes für den äußeren Intimbereich sowie Ovula (Vaginalzäpfchen) zum Einführen in die Scheide die Beschwerden nachhaltig. Auch ein gesunder Lebensstil und Bewegung können unterstützend wirken. Das Vermeiden von Stress kann sich nachhaltig auf den Körper, das Wohlempfinden und nicht zuletzt auf die Partnerschaft auswirken.

Neigt die empfindliche Intimregion aufgrund der Trockenheit bereits zu einer rissigen Haut, können sich pathogene Keime, also krankmachende Erreger, leichter ausbreiten und müssen gegebenenfalls mit einem geeigneten Arzneimittel behandelt werden. Im Anschluss daran können Milchsäurebakterien das Scheidenmilieu stabilisieren, die vaginale Abwehr unterstützen und so weiteren Infektionen vorbeugen.

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Linderung der Beschwerden mit Joghurts, Oliven- oder Kokosöl?

Zu den viel umworbenen Hausmitteln gegen Scheidentrockenheit gehört die Empfehlung, einfach naturreinen Joghurt zu verwenden. Sei es als eingetauchten Tampon oder als eine Art Auflage für den äußeren Intimbereich. Der Gedanke dahinter ist der, dass sich auch im Joghurt schützende Milchsäurebakterien befinden, die die Scheidenschleimhaut pflegen, befeuchten und durch eine Konstanthaltung des sauren pH-Wertes vor Krankheitserregern schützen sollen. Doch diese Bakterienkulturen stimmen nicht mit denen der Intimflora überein.

Zudem kann es durch weitere Bestandteile des Joghurts zu Irritationen kommen. Daher empfehlen wir Ihnen, die schützenden Laktobazillen als Vaginalzäpfchen, auch Döderlein-Bakterien genannt, zu verwenden, die speziell für diesen Zweck entwickelt worden sind.

Milchsäurebakterien für Erhalt & Wiederherstellung einer gesunden Scheidenflora. Vaginalzäpfchen mit Milchsäurebakterien stärken ein geschwächtes Scheidenmilieu und stabilisieren den pH-Wert, dank Laktobazillen (L. acidophilus).

Den Joghurt genießen Sie gerne weiterhin, denn mit der Nahrung aufgenommen, können sich Probiotika positiv auf die Darmflora und das Immunsystem auswirken. Auf in Joghurt getränkte Tampons als Zäpfchen sollten Sie jedoch verzichten. Hier bieten sich stattdessen spezielle vaginale Milchsäurezäpfchen an.

Einige Frauen verwenden auch Oliven- oder Kokosöl, um die empfindliche Region zu pflegen und einer trockenen und gereizten Vaginalhaut entgegenzuwirken. Werden diese Produkte gut vertragen, können sie zur Hautpflege angewandt werden. Zu Bedenken ist jedoch, dass allergische Reaktionen möglich sind und mit den Ölen das innere natürliche Scheidenmilieu nicht nachhaltig wiederaufgebaut werden kann, wie es mit Laktobazillen möglich wäre.

Das physiologische Scheidenmilieu besteht aus verschiedenen Mikroorganismen, die ein gesundes Gleichgewicht aufrechterhalten und krankmachende Keime abwehren. Eine gestörte Scheidenflora äußert sich beispielsweise durch Juckreiz, Brennen oder einen veränderten Ausfluss. Die Verwendung lebender Milchsäurebakterien kann helfen, das Scheidenmilieu wieder aufzubauen und gesund zu halten.

Typischen Wechseljahresbeschwerden natürlich begegnen

Mit Beginn der Menopause können sich verschiedene Probleme wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Scheidentrockenheit bemerkbar machen. Viele Frauen versuchen mit einer ausgewogenen Ernährung, Entspannungstechniken und Sport ihren Körper in dieser Zeit zu unterstützen und möglichen Beeinträchtigungen entgegenzuwirken. Beschwerden wie Scheidentrockenheit lassen sich einfach und effektiv auf natürliche Weise behandeln. Auch Mediziner raten zunächst zur Befeuchtung und Pflege der empfindlichen Intimregion. Dazu eignen sich feuchtigkeitsspendende Ovula (Vaginalzäpfchen) und schützende Milchsäurebakterien für eine abwehrstarke und ausbalancierte Scheidenflora.

Für eine entspannte Zweisamkeit kann die Verwendung von Gleitmitteln empfohlen werden. Sollten diese Maßnahmen irgendwann nicht mehr ausreichend sein, kann in Erwägung gezogen werden, Hormone zunächst lokal anzuwenden, zum Beispiel in Form einer Creme zur äußeren Anwendung oder die Verwendung von hormonhaltigen Ovula.

Für Frauen, die Produkte auf pflanzlicher Basis bevorzugen, werden verschiedene Produkte wie u. a. Extrakte der Traubensilberkerze, Rotklee, Soja-Isoflavone oder Mönchspfeffer angeboten. Medizinische Belege, dass diese Produkte Wechseljahresbeschwerden lindern können, fehlen jedoch in den meisten Fällen. Zudem können Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen oder Schwindel, allergische Reaktionen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auftreten.

Scheidentrockenheit vorbeugen:

Als junge Frau habe ich mich kaum mit dem Thema Wechseljahre beschäftigt. Warum auch, es hat mich ja nicht betroffen. Sicher habe ich immer mal wieder etwas darüber gelesen oder gehört. Meine Mutter und auch ältere Kolleginnen berichteten überwiegend von aufsteigender Hitze und den damit verbundenen schlaflosen Nächten.

Der Beckenboden spielt eine zentrale Rolle für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. In diesem Gastartikel beleuchtet Ursula Gaisa von immerschick.de dieses verborgene Kraftzentrum und seine vielfältigen Funktionen, die weit über die reine Kontinenz hinausgehen.

Die lokale Hormonbehandlung

Wenn Sie unter den typischen Wechseljahresbeschwerden wie Scheidentrockenheit leiden, so hängt die Entscheidung für eine Hormonbehandlung natürlich davon ab, in welchem Lebensabschnitt Sie sich befinden. In einem offenen Gespräch mit Ihrem behandelnden Gynäkologen soll geklärt werden, was Ihnen wichtig ist und mit welcher Therapie Sie sich wohlfühlen. Mögliche Nebenwirkungen werden besprochen und gegen den erwünschten Nutzen der Hormonbehandlung abgewogen.

Der Rückgang der Östrogenproduktion wirkt sich zum einen auf die Schleimhaut der Scheide und zum anderen auf den Bereich der Harnblase und -wege aus. Daher sprechen Mediziner von einer urogenitalen Atrophie (Rückbildung des Gewebes). Dieses liegt an der Ähnlichkeit der Schleimhäute und ihrer anatomischen Nähe.

Eine Möglichkeit um die Beschwerden, die mit den Wechseljahren einhergehen, zu lindern, bietet beispielsweise eine lokale Hormonbehandlung. Diese wird meist in Form einer östrogenhaltigen Creme angewandt. Für die Wirkung ist in diesem Fall vielmehr die Länge der Therapie ausschlaggebend als die Dosierung der lokal aufzutragenden Hormone. Daher wird der Hormongehalt sehr niedrig gewählt. So kann die dünne und trockene Schleimhaut der Scheide wiederaufgebaut werden. Auch der pH-Wert gelangt auf diese Weise in den gewünschten sauren Bereich zurück. Das Wohlbefinden der Frau kann verbessert und möglichen Schmerzen beim Geschlechtsverkehr entgegengewirkt werden.

Hormonfreie oder hormonhaltige Behandlung?

Zur Behandlung einer Scheidentrockenheit kommen hormonhaltige oder hormonfreie Alternativen in Betracht. Eine systemische Hormonersatztherapie kann mit hohen Nebenwirkungen einhergehen, weshalb viele Frauen von einer Hormonanwendung profitieren, die lediglich äußerlich aufgetragen werden muss. Hormonfreie Alternativen bieten neben der Pflege auch die Möglichkeit, die Scheidenflora mit schützenden Milchsäurebakterien anzureichern. Auf diese Weise kann der vaginale pH-Wert gesenkt und der Intimbereich vor möglichen Infektionen geschützt werden. Je nach Ursache und Beschwerdebild wird die passende Therapie mit dem behandelnden Gynäkologen abgestimmt.

Vorteile einer hormonfreien Behandlung:

Vorteile einer hormonellen Behandlung (lokale Applikation):

Schlusswort

Das Thema Scheidentrockenheit ist für jüngere wie für ältere Frauen ein sensibles Thema. Mit unserem Beitrag möchten wir darauf aufmerksam machen, dass es zum einen gesundheitliche Gründe für die Beschwerden geben kann und zum anderen einen ganz natürlichen Prozess im Laufe des Lebens einer Frau darstellt. Mit diesem Wissen fällt es vielleicht leichter, unter den verschiedenen Möglichkeiten der Behandlung, die für sich passende zu finden oder aber im Zweifelsfall das offene Gespräch mit dem behandelnden Gynäkologen zu suchen. Die Krankheitsmerkmale, die mit Scheidentrockenheit einhergehen können, sind in den meisten Fällen gut zu behandeln. Eine passende Therapie kann nicht nur die Symptome lindern, auch vermag sie die Lebensqualität erheblich zu steigern. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen alles Gute!

Stand: 09/2024

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Die Intimrasur ist für viele Frauen ein sensibles Thema, das sowohl mit persönlichem Wohlbefinden als auch mit Hygiene verbunden ist. Doch wie findet man die Balance zwischen gründlicher Pflege und dem Schutz der empfindlichen Haut im Intimbereich?

Scheidenpilzinfektionen gehören zu den häufigsten Gründen, die Frauenarztpraxis aufzusuchen. Meist ist die Behandlung mit Antimykotika wie Clotrimazol unkompliziert und erfolgreich. Bei einigen Frauen tritt Scheidenpilz allerdings immer wieder auf und kann die Lebensqualität stark beeinflussen.

Autorin
Stephanie Nitsch

Fachredaktion Healthcare
Pharmareferentin nach § 75 Arzneimittelgesetz, Medizinprodukteberater nach § 31 MPG / § 83 MPDG, Examinierte Krankenschwester.

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Geprüft von
Dipl. Chemikerin Mariola Matura

Chief Scientific Officer
Chief Scientific Officer, Qualified Person §15 AMG, Universitätslehrgang „Pharmazeutisches Qualitätsmanagement“

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Wenn die Scheide juckt und brennt

  • Mögliche Ursachen: Juckreiz im Intimbereich der Frau zählt zu den häufigsten Beschwerden des Genitalbereiches. Neben einer vaginalen Pilzinfektion (Scheidenpilz) können auch hormonelle Gründe, eine übertriebene Intimhygiene, Hauterkrankungen wie Lichen sclerosus oder bakterielle Infektionen ein Jucken oder Brennen hervorrufen – sowohl innen als auch außen.
  • Mögliche Risikofaktoren: Immunschwäche, falsche oder übertriebene Intimhygiene, Behandlung mit Antibiotika, Stress, zugrunde liegende chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus.
  • Was tun, wenn die Scheide juckt? Zur genauen Abklärung und Behandlung empfiehlt sich die gynäkologische Untersuchung. Zusätzlich gibt es einige Tipps für den Alltag, um Juckreiz vorzubeugen oder zu lindern.
  • Wenn Scheidenjucken in der Schwangerschaft auftritt: Während der Schwangerschaft sollten Beschwerden grundsätzlich fachärztlich kontrolliert werden. Eine Therapie sollte in Absprache mit dem Frauenarzt erfolgen.

Wie kann es zu Juckreiz kommen?

Ständiger Juckreiz im Intimbereich der Frau kommt häufig vor und kann sehr belastend sein. Zwar dürfte jede Frau und auch jeder Mann schonmal ein Jucken und Brennen im Genitalbereich verspürt haben, doch in der Regel hilft ein kurzes Kratzen und der Juckreiz lässt nach. Aber was, wenn das nicht der Fall ist und die Beschwerden lange anhalten und es vielleicht sogar zu Schmerzen beim Wasserlassen oder Geschlechtsverkehr kommt? Oder wenn das sonst so befreiende Kratzen plötzlich zu einem zunehmenden Brennen oder Wundsein führt? Zudem können auch weitere Symptome wie Ausfluss oder Rötungen und Schwellungen der Vulva mit dem Jucken einhergehen.

Viele Frauen denken dann spontan an einen Scheidenpilz. Tatsächlich ist Pilzbefall eine der häufigsten Ursachen, vor allem wenn das Scheidenjucken im äußeren Intimbereich auftritt, also an den Schamlippen, am Venushügel und am Scheideneingang. Auch der sichtbare Teil der Klitoris kann betroffen sein. Doch auch die Scheide selbst, also die Vagina, kann jucken und brennen.

Meistens ist der Juckreiz zwar lästig, aber harmlos. Denn von den vielen verschiedene Erkrankungen, die ursächlich sein können, sind meisten gut behandelbar. Aber für die optimale Therapie und Vorsorge muss die Ursache zunächst richtig diagnostiziert werden.

Deshalb sollte bei langanhaltendem Scheidenjucken ein Arzt konsultiert werden. Vor allem dann, wenn weitere Begleitbeschwerden auftreten, die typisch für eine bakterielle Vaginose oder eine Pilzinfektion sind.

In der Hälfte der Fälle ist Scheidenpilz die Ursache

Rund 40 Prozent aller Frauen mit Juckreiz im Intimbereich leiden an einer Pilzinfektion.1 In vielen Fällen – aber keineswegs immer – steckt also ein Pilz hinter dem Scheidenjucken. Bei einer Vaginalmykose breitet sich der Pilz im Scheideninneren (Vagina) aus, bei der Vulvovaginalmykose sind auch die äußeren Genitalien (Vulva) betroffen. In den allermeisten Fällen handelt es sich um den Hefepilz Candida albicans.

Starker Juckreiz im Intimbereich ist das Leitsymptom, unter dem die meisten Frauen mit Scheidenpilz leiden. Brennende Missempfindungen in der Scheide können später hinzukommen oder das Jucken ablösen. Typisch ist darüber hinaus ein weißlicher, leicht bröckeliger oder krümeliger Ausfluss. Der Ausfluss ist meistens geruchlos, was ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber bakteriellen Infektionen ist. In einigen Fällen gehen Vaginalmykosen mit brennenden Schmerzen beim Wasserlassen einher, weil die Erreger auf die Harnröhre übergreifen können. In dieser Hinsicht unterscheiden sich Pilzinfektionen und bakterielle Infektionen nicht. Auch der Geschlechtsverkehr kann bei allen Infektionen der Scheide schmerzhaft sein.

Mit den richtigen Medikamenten lassen sich Scheidenjucken und Begleitsymptome, wie das Brennen am Scheideneingang, jedoch meist schnell und dauerhaft beseitigen. In der Regel kommen zur Behandlung rezeptfreie Antimykotika wie Clotrimazol zur Anwendung.

Kommt der Scheidenpilz jedoch immer wieder, muss die Behandlung in Absprache mit einem Arzt abgestimmt werden. Und nicht immer steckt eine Pilzinfektion hinter den Symptomen.

Bei einem Scheidenpilz treten typischerweise starker Juckreiz und ein vermehrter sowie weiß-bröckeliger, geruchloser Ausfluss (Fluor) auf. Juckreiz, vor allem im Bereich des Scheideneingangs und der Schamlippen, ist dabei das Leitsymptom eines Vaginalpilzes. Die charakteristischen Symptome und Anzeichen einer Scheidenpilzinfektion sind zwar unangenehm, aber in der Regel gut zu behandeln

Welche Ursachen für eine juckende Scheide gibt es noch?

Die Beschwerden können auch andere Ursachen haben, etwa eine Blasenentzündung oder Verletzungen und Irritationen nach einer Intimrasur. Auch Scheidentrockenheit kann zu Juckreiz führen. Sie kann die Folge übertriebener Intimhygiene oder eines niedrigen Östrogenspiegels sein und tritt deshalb besonders häufig während und nach der Menopause (Wechseljahre) auf. Hauterkrankungen wie Lichen sclerosus, Neurodermitis oder eine Schuppenflechte sind ebenfalls mögliche Ursachen, genauso wie Stress.

Scheidentrockenheit entsteht durch einen Mangel an Feuchtigkeit im Intimbereich. Obwohl auch junge Frauen darunter leiden können, zählen die Wechseljahre und die hormonellen Veränderungen in dieser Lebensphase zu den häufigsten Ursachen.

Eine Selbstmedikation mit Antimykotika sollte deshalb beim bloßen Verdacht auf einen Scheidenpilz zeitlich begrenzt sein. Lassen die Symptome nach spätestens drei Tagen noch nicht nach, sollten Sie einen Gynäkologen aufsuchen. Haben sich die Beschwerden wie Scheidenjucken und Brennen nach einigen Tagen nicht deutlich gebessert, sollten Sie spätestens jetzt einen Frauenarzt aufsuchen, damit eine genaue Diagnose gestellt wird. Das gilt insbesondere dann, wenn weitere Symptome wie ein erhöhter vaginaler pH-Wert oder vermehrter bzw. veränderter Scheidenausfluss mit säuerlichem, scharfem oder fischigem Geruch auftreten. In diesem Fall kann nämlich auch eine bakterielle Vaginose die Ursache für den Juckreiz sein. Auch bei Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen.

Häufige Ursachen für Juckreiz im Intimbereich:

Seltenere Ursachen für Juckreiz im Intimbereich:

Antimykotikum zur Behandlung von Pilzinfektionen der Scheide.

Brennen und Jucken der Scheide: auch Bakterien können Schuld sein

Verschiedene Bakterien kommen bei Anzeichen einer Scheideninfektion als „Täter“ in Frage. In den meisten Fällen handelt es sich um Bakterien, die in geringer Anzahl schon vorher in der Scheide angesiedelt waren und bislang in Schach gehalten wurden. Infolge eines veränderten Scheidenmilieus und einer lokalen Abwehrschwäche haben sie sich diese Bakterien nun aber stark vermehrt. Sie gewinnen die Oberhand und werden plötzlich auffällig. Die Scheide brennt und produziert einen Ausfluss, der Entzündungszellen und abgetötete Erreger enthält.

Ist das Bakterium Gardnerella vaginalis verantwortlich, hat der weißlich-gräuliche Ausfluss einen stark fischigen Geruch. Typisch für eine starke Vermehrung von Streptokokken ist dagegen ein Ausfluss von grünlich-gelber Färbung.

Sexuell übertragbare Infektionen nehmen zu

Auch bei sexuell übertragbaren Infektionen (Sexually Transmitted Diseases – STI) sind Scheidenjucken und Scheidenbrennen gängige Symptome. Zu den häufigsten STI zählen Infektionen mit Chlamydien, die in vielen Fällen stumm verlaufen. Symptomatische Verläufe gehen mit Juckreiz, Brennen und eitrigem Ausfluss einher. Ähnliches gilt für die Gonorrhö, die durch das Bakterium Neisseria gonorrhoeae hervorgerufen wird. Diese im Volksmund als „Tripper“ bezeichnete Geschlechtskrankheit ist – wie einige andere auch – in den letzten Jahren wieder auf dem Vormarsch. Tabuisierung sowie Sorglosigkeit infolge mangelnder Aufklärung tragen maßgeblich dazu bei.

Schon mal was von Trichomonas vaginalis gehört? Der Einzeller zählt zu den häufigsten sexuell übertragenen Erregern, ist aber laut Umfragen so gut wie unbekannt. Er ruft ebenfalls Scheidenjucken und -brennen sowie einen scharf riechenden Ausfluss hervor. Weiterhin unterschätzt werden Infektionen mit Herpes-simplex-Viren. Grundsätzlich ist es wichtig, sexuell übertragbare Infektionen frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln. Für die meisten STIs stehen wirkungsvolle Medikamente zur Verfügung, mit denen sich die Infektionen ausheilen und drohende Komplikationen verhindern lassen.

Grüner Ausfluss ist ein deutliches Signal des Körpers, das nicht ignoriert werden sollte, da es auf eine mögliche Infektion hinweisen kann. In diesem Artikel gehen wir auf die Ursachen, die damit verbundenen Symptome und die Wichtigkeit einer frühzeitigen medizinischen Abklärung ein. 

Es juckt, wenn Nerven überreizt sind

Der Juckreiz erfüllt eigentlich eine Schutzfunktion. Botenstoffe wie Histamin und Zytokine lösen über Nervenfasern im Gehirn einen Kratzreflex aus.

Durch das Kratzen sollen mögliche Fremdkörper, Parasiten oder Erreger von der Hautoberfläche entfernt werden. Somit erfüllt der Juckreiz eine ähnliche Funktion wie der Schmerz. Er soll uns schützen und auf ein Problem hinweisen.

Somit steht jedoch auch fest, dass es immer wieder oder ständig zu Juckreiz kommen kann, wenn der Auslöser nicht festgestellt wird oder vielleicht gar nicht durch Kratzen von der Haut entfernt werden kann. Wenn also zum Beispiel eine unbekannte Allergie hinter den Beschwerden steckt, oder eine Erkrankung. Kommt es zum Beispiel immer in bestimmten Situationen zu Juckreiz, so liegt der Verdacht auf eine falsche Intimhygiene, Allergie oder eine psychische Ursache wie Stress nahe. Hält der Juckreiz lange an, könnte hingegen eine bakterielle Infektion oder eine andere Grunderkrankung das Scheidenjucken auslösen. Der Verdacht auf bestimmte Erkrankungen liegt vor allem dann nahe, wenn zusätzlich weitere Begleitsymptome auftreten.

Eine übermäßige Vermehrung von Pilzen oder Bakterien führt zu einer Irritation der hochempfindlichen Schleimhaut im Intimbereich, in der freie Nervenendigungen dicht an dicht liegen. Es kommt zu Entzündungsreaktionen und dabei zu einer Reizung der sensiblen Nervenfasern.

Jucken und Brennen im Innern der Vagina sowie im Bereich des Scheideneingangs, der Schamlippen und des Venushügels sind mögliche Folgen. Ausfluss sowie eine gerötete Schleimhaut deuten ebenfalls auf eine Entzündung im Genitalbereich hin.

Scheidenjucken: Wann zum Arzt?

Mögliche Begleitsymptome bei Juckreiz im Intimbereich:

Nicht nur mit Blick auf Ihre eigene Gesundheit ist es wichtig, dem Scheidenjucken und Brennen auf den Grund zu gehen. Auch Ihrem Partner zuliebe sollten Sie sich einem Arzt anvertrauen, wenn der Juckreiz hartnäckig ist oder immer wiederkommt. Denn manche Erreger sind ansteckend und können beim Sex übertragen werden.

Schwangeren, die infolge der hormonellen Umstellung häufiger unter Pilzinfektionen leiden, ist von einer Behandlung in eigener Regie grundsätzlich abzuraten. Sie sollten bei immer einen Arzt zu Rate ziehen, wenn die Scheide juckt oder brennt. Die Behandlungsmöglichkeiten bei einer Pilzinfektion sind in der Schwangerschaft ebenso gut und ohne Risiko für den Embryo.

Jede Frau zwischen Pubertät und Wechseljahren kennt Scheidenausfluss, medizinisch auch Fluor vaginalis oder Fluor genitalis genannt. Die Absonderung von Sekret aus der Vagina ist etwas ganz Normales und in der Regel kein Krankheitszeichen.

Diagnose: Scheidenjucken genau abklären lassen

Wo genau juckt es? Ist der Scheideneingang bzw. der äußere Genitalbereich betroffen? Oder juckt es innen in der Vagina? Die Frage, ob der Juckreiz im Intimbereich innen oder außen auftritt, ist wichtig bei der Suche nach möglichen Ursachen. Und auch Begleitsymptome können aufschlussreich sein. Oft geht Scheidenjucken mit brennenden Missempfindungen einher. Ein solches Brennen spricht dafür, dass sich ein Keim – ein Pilz oder ein Bakterium – in der Scheide ausgebreitet hat.

Symptome wie chronischer Juckreiz und ein Brennen, vor allem im äußeren Intimbereich, welche in Schüben auftreten, können auch ein Anzeichen für die Hauterkrankung Lichen sclerosus sein. Vor allem wenn zusätzlich Begleitsymptome wie sichtbare Vernarbungen und weiße Flecke, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und eine dünne, glänzende und/oder trockene Schleimhaut auftreten. Wiederkehrende Blasenentzündungen und Pilzinfektionen, durch die lokal gestörte Immunabwehr, können ebenfalls mit der Hauterkrankung einhergehen.

Auch veränderter oder streng riechender Ausfluss ist ein Symptom, welches in diese Richtung weist. Farbe und Beschaffenheit des Ausflusses deuten manchmal schon auf den verantwortlichen Erreger hin. Gesunder Ausfluss ist oft weißlich (Weißfluss), kann aber auch eine andere Farbe haben, zum Beispiel kann er grünlich oder gelblich sein. Auch die Konsistenz variiert je nach Erreger von flüssig, cremig bis bröckelig. Für eine eindeutige Diagnose ist jedoch ein Scheidenabstrich erforderlich. Der Blick durchs Mikroskop bringt Klarheit, ob es sich um einen Scheidenpilz ;(vaginale Mykose), eine bakterielle Scheideninfektion oder um ein Ungleichgewicht, eine Dysbiose (bakterielle Vaginose) handelt.

Welche Fragen stellt der Arzt zur genauen Diagnose des Juckreizes?

Körperliche Untersuchungen bei Scheidenjucken

Nachdem durch eine ausführliche Anamnese Ursachen wie andere Grunderkrankungen (z. B. Diabetes mellitus), Stress, die Einnahme bestimmter Medikamente oder schlichtweg ungünstige Alltagsroutinen wie eine falsche Intimhygiene ausgeschlossen werden können, geht es darum, durch körperliche Untersuchungen die Krankheitserreger zu identifizieren, oder möglicherweise Hinweise auf eine noch nicht diagnostizierte Grunderkrankung wie Lichen Sclerosus festzustellen. Die relativ häufige Hauterkrankung kann häufig zu Juckreiz im Intimbereich führen. Sie zeigt sich – neben dem Juckreiz im Intimbereich – durch Begleitsymptome wie weiße Flecken und Vernarbungen sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Der Gynäkologe oder die Gynäkologin untersuchen zunächst Vulva und Vagina. Doch ebenso werden Körperregionen untersucht, die auf den ersten Blick nichts mit dem Intimbereich zu tun haben. Werden aber zum Beispiel an Füßen, Armen oder auf dem Kopf Anzeichen für Ekzeme oder Neurodermitis gefunden, so können sich diese auch genital auswirken. Neben dem sogenannten Sichtbefund können zudem ein Abstrich und Laboruntersuchungen im Rahmen der Diagnose angewendet werden. Die Diagnose der Ursache ist entscheidend für den Therapieerfolg, denn ein Scheidenpilz wird ganz anders als eine bakterielle Vaginose behandelt, auch wenn die Symptome sich sehr ähnlich sein können.

Zu den Hauptsymptomen einer bakteriellen Vaginose gehören ein vermehrter, dünnflüssiger Scheidenausfluss, ein erhöhter vaginaler pH-Wert und ein unangenehmer, fischiger Intimgeruch. Warum diese Symptome immer ärztlich abgeklärt werden sollten und die sogenannten Amsel-Kriterien und der Nugent Score relevant für die Diagnose sind, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Welche Rolle spielen Hormonhaushalt und Scheidenflora?

Ist der Erreger identifiziert, gilt es herauszufinden, wie genau es zu seiner Ausbreitung in der Scheide kommen konnte. Denn nur dann lässt sich verhindern, dass dies nicht wieder passiert. Manche Erreger werden beim Sex übertragen. Es kommt aber auch vor, dass sich Keime, die schon länger unbemerkt in der Scheide ansässig waren, plötzlich stark vermehren und dann Beschwerden wie Juckreiz und Brennen hervorrufen.

Denn beispielsweise ist bei 20 bis 30 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter eine Besiedlung der Scheidenflora mit dem Pilz Candida albicans nachweisbar. Allerdings in so geringer Zahl, dass dieser nicht zu den typischen Symptomen eines Scheidenpilzes führt. Plötzlich kann es dann zu einer Ausbreitung kommen, sodass verschiedene Symptome, insbesondere Juckreiz und vermehrter sowie veränderter Scheidenausfluss, auftreten. Aber warum vermehrt sich der Pilz bei manchen Frauen so stark, während bei anderen die Scheidenflora im Gleichgewicht bleibt?

Das kann unterschiedliche Ursachen haben. Hormonelle Veränderungen zum Beispiel. Bei einer Schwangerschaft und auch in den Wechseljahren (Menopause) kommt es zu ausgeprägten hormonellen Veränderungen, durch die sich das Keimspektrum der natürlichen Scheidenflora verschieben kann. Mitunter kann allein schon der monatliche Zyklus ausreichen, um die Scheidenflora durcheinander zu bringen.

Milchsäurebakterien sind entscheidend

Bakterien in der Scheide sind ganz normal. Denn die Scheide wird von einer natürlichen Mikroflora besiedelt, die in erster Linie aus „guten Bakterien“ besteht. Vor allem Milchsäurebakterien zählen dazu, denn sie spielen eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern. Sie tragen entscheidend dazu bei, dass sich schädliche Keime und Bakterien nicht im Genitalbereich ausbreiten können. So unterstützen schützende Laktobazillen unser Immunsystem auf natürliche Weise. Eine Win-win-Situation.

Die Milchsäurebakterien (Laktobazillen) ernähren sich von Glykogen, einem Zucker, der von den Zellen der Vaginalschleimhaut freigesetzt wird. Diesen Zucker verarbeiten die Bakterien zu Milchsäure und schaffen so in der Scheide ein saures Milieu, welches einen pH-Wert zwischen 3,8 und 4,4 hat. Der Säuremantel der Scheide stellt eine Barriere dar, an der viele Krankheitserreger scheitern. Bei deren Bekämpfung werden die Milchsäurebakterien von anderen ‚Mitgliedern‘ der natürlichen Scheidenflora unterstützt. Eine gut funktionierende Abwehr ist Teamarbeit. Und deshalb ist es wichtig, dass die Zusammensetzung der Scheidenflora stimmt und ihre Balance nicht gestört wird.

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Ein paar „böse Bakterien“ können ruhig schon mal dazwischen sein. Das ist nicht schlimm, solange es den „Guten“ gelingt, sie in Schach zu halten. Gerät das Scheidenmilieu allerdings aus der Balance, wird die lokale Abwehr geschwächt. Dann kann es passieren, dass sich ansässige, zur Aggressivität neigende Keime stark vermehren und Entzündungsreaktionen mit Jucken und Brennen provozieren. Oder es dringen von außen Krankheitserreger ein und machen sich breit, weil die lokale Abwehr es nicht schafft, die ‚Angreifer‘ aus dem Verkehr zu ziehen.

Diese Dysbalance kann vor allem auf zwei Arten entstehen, die sich auch gegenseitig bedingen. Entweder steigt zuerst der pH-Wert an, was anschließend dazu führt, dass die Milchsäurebakterien reduziert werden. Zum Beispiel durch ungeeignete Pflegeprodukte für den Intimbereich. Oder aber die Milchsäurebakterien sterben zuerst ab, wodurch dann der pH-Wert ansteigt. Zum Beispiel kann die Einnahme von Antibiotika dazu führen, dass Laktobazillen absterben. Das sind aber nicht die einzigen Risikofaktoren, welche das Scheidenmilieu aus dem Gleichgewicht bzw. den Gehalt von Laktobazillen in der Scheidenflora reduzieren können.

Was kann die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht bringen?

Zudem führt eine Reduzierung der Milchsäurebakterien dazu, dass weniger Glukose in Milchsäure umgewandelt wird. Diese Glukose stellt gleichzeitig die Nahrungsgrundlage für einige krankmachende Bakterien dar, die nun in Hülle und Fülle vorhanden ist, sobald sie nicht mehr durch die Laktobazillen umgewandelt wird.

Das physiologische Scheidenmilieu besteht aus verschiedenen Mikroorganismen, die ein gesundes Gleichgewicht aufrechterhalten und krankmachende Keime abwehren. Eine gestörte Scheidenflora äußert sich beispielsweise durch Juckreiz, Brennen oder einen veränderten Ausfluss. Die Verwendung lebender Milchsäurebakterien kann helfen, das Scheidenmilieu wieder aufzubauen und gesund zu halten.

Was ist Vulvodynie?

Manchmal jedoch lassen sich keine Erreger nachweisen, die für Juckreiz und brennende Missempfindungen verantwortlich sein könnten. In diesen Fällen sind die äußeren Genitalien und nicht das Scheideninnere betroffen. Verschiedene Gründe für eine solche Vulvodynie werden diskutiert, im individuellen Fall bleiben die Ursachen aber meist rätselhaft. Die Behandlung erfolgt mehrgleisig: Beckenbodentraining, Entspannungsverfahren, aber auch verschiedene Medikamente können die Beschwerden bei Vulvodynie lindern.

Scheidentrockenheit infolge niedriger Östrogenspiegel

Eine wichtige Rolle bei Juckreiz im Schambereich spielen die Hormone. Das weibliche Geschlechtshormon Östrogen hält die Scheide feucht. Nimmt die Östrogenproduktion ab, bildet die Schleimhaut der Scheide weniger Sekret. Scheidentrockenheit ist die Folge. Und ein trockener Intimbereich neigt zu Juckreiz. Viele Frauen in den Wechseljahren leiden darunter, aber auch sonst kommt Scheidentrockenheit infolge eines Östrogenmangels vor. Eine trockene Scheide ist anfälliger, und es kommt leichter zu Rissen in der Schleimhaut – winzige Verletzungen, die mit Jucken einhergehen können. Vor allem beim Sex besteht Verletzungsgefahr. Beim Sex kann Scheidentrockenheit zudem sehr störend und auch schmerzhaft sein.

So wie das Leben Veränderungen unterliegt, durchläuft auch unser Körper unterschiedliche Phasen. Die Zeit der Wechseljahre (Klimakterium) als Ende der fruchtbaren Phase ist eine lange und wichtige Zeit im Leben einer Frau, denn sie dauert immerhin im Schnitt etwa 10 Jahre an und bringt oft auch andere einschneidende und lebensverändernde Ereignisse mit sich. 

Hinzu kommt, dass Östrogenmangel die natürliche Scheidenflora durcheinanderbringen kann. Östrogen hat einen maßgeblichen Einfluss auf das Scheidenmilieu und auf die lokalen Abwehrmechanismen. Das weibliche Geschlechtshormon reguliert nämlich die Zuckerproduktion der Schleimhautzellen: Bei hohen Östrogenspiegeln wird viel Zucker produziert, bei niedrigen Spiegeln wenig. Dadurch verändert sich das Nahrungsangebot für die Milchsäurebakterien. Bei niedrigen Östrogenspiegeln und geringem Zuckerangebot nimmt die Anzahl der Milchsäurebakterien tendenziell ab, und das wiederum schwächt die Säurebarriere. Scheidentrockenheit tut sein Übriges, denn auch dadurch verschlechtern sich die Lebensbedingungen der schützenden Milchsäurebakterien.

Risiko für Pilzinfektionen in der Schwangerschaft erhöht

Candida albicans findet in der Scheide optimale Lebensbedingungen vor und gehört in begrenztem Umfang zum normalen Keimspektrum. Oft wird er auch aus dem Darm in die Scheide verschleppt. Da sich Candida albicans – ebenso wie die Milchsäurebakterien – von Zucker (Glykogen) ernährt, kann sich der Pilz bei hohem Zuckerangebot in der Scheide besonders stark vermehren. In der späten Schwangerschaft zum Beispiel ist das Glykogenangebot infolge der hohen Östrogenspiegel für den Pilz optimal, weshalb Schwangere vor allem in den letzten Monaten vor der Geburt häufig an einer Pilzbesiedelung der Scheide leiden. Nach dem Versiegen der Östrogenproduktion in den Wechseljahren sind Pilzinfektionen dagegen selten.

Eine Scheidenpilzinfektion kommt in der Schwangerschaft häufiger vor. In der Regel verläuft sie unkompliziert und kann problemlos mit dem Wirkstoff Clotrimazol behandelt werden. Was es in der Schwangerschaft zu beachten gilt und welche Vorsorge-Maßnahmen empfohlen werden, lesen Sie im folgenden Beitrag.

Zu viel Hygiene schädigt den Säuremantel der Scheide

Hygiene im Intimbereich ist für Gesundheit und Wohlbefinden besonders wichtig. Aber manche Frauen tun zu viel des Guten. Häufiges, intensives Reinigen des Genitalbereichs greift den natürlichen Säuremantel der Scheide an. Seifen und parfümierte Duschgels können die Schutzschicht schädigen und so das Infektionsrisiko erhöhen. Denn die entfettete obere Hautschicht führt zu Trockenheit. Der ohnehin sensible Intimbereich wird anfälliger für Mikrorisse und Verletzungen – ein Einfallstor für verschiedene Erreger. Umso mehr, wenn diese durch eine falsche Wischtechnik von hinten nach vorne aus der Analregion in den Intimbereich gelangen.

Es wird deshalb empfohlen, den äußeren Intimbereich nur mit klarem, lauwarmem Wasser zu reinigen. Das ist völlig ausreichend. Wer sich damit nicht wohl fühlt, sollte spezielle Reinigungsprodukte für den sensiblen Intimbereich verwenden, die pH-neutral sind.

Von Spülungen der Scheide ist dringend abzuraten. Das gilt auch und ganz besonders bei Anzeichen einer Infektion wie Juckreiz und Brennen. Scheidenspülungen sind keine geeignete Maßnahme, um eingedrungene Erreger zu entfernen. Sie machen im Gegenteil alles nur noch schlimmer, weil sie die natürliche Scheidenflora durcheinanderbringen und die lokale Abwehr schwächen.

Auch nach der Intimrasur kann die Scheide jucken. Meist tritt der Juckreiz nach ein bis zwei Tagen auf, wenn die Haare nachwachsen. Das Jucken kann mit Hautveränderungen wie kleinen rötlichen Pickeln einhergehen, die aber – ebenso wie der Juckreiz – in der Regel von selbst wieder verschwinden. Allerdings sollte die Intimrasur möglichst keine Miniverletzungen hervorrufen, die sich entzünden könnten.

Für unangenehme Symptome im weiblichen Intimbereich gibt es viele mögliche Ursachen und Risikofaktoren. Oft unterschätzt (oder auch überschätzt) wird dabei die richtige Intimhygiene. So können z. B. Intimdeos oder Scheidenspülungen die sensible Region reizen und das natürliche Scheidenmilieu aus dem Gleichgewicht bringen.

Stress schlägt nicht nur auf den Magen

Viele Frauen berichten, dass sie in stressigen Zeiten besonders anfällig sind für einen Scheidenpilz. Offenbar schlägt Stress nicht nur auf den Magen, sondern beeinträchtigt auch die Abwehrkräfte im Genitalbereich. Das passt gut zu Ergebnissen, denen zufolge die Psyche einen starken Einfluss auf unsere Fähigkeit hat, Krankheitserreger erfolgreich abzuwehren. Im letzten Detail sind die Verbindungswege zwischen Psyche und Immunsystem noch nicht entschlüsselt, aber niemand zweifelt heute mehr daran, dass es diese Verbindungen gibt. So zählt Stress zu den Risikofaktoren, die einen Scheidenpilz begünstigen.

Antibiotika schwächen die Scheidenflora

Ein hohes Zuckerangebot allein führt aber in der Regel noch nicht zu einer ungezügelten Vermehrung von Candida albicans. Der Pilz breitet sich nur dann aus, wenn die Abwehrmechanismen geschwächt sind. Das ist unter anderem nach der Behandlung mit einem Breitbandantibiotikum der Fall. Antibiotika, die zum Beispiel bei einer Blasenentzündung verabreicht werden, töten nicht nur die Erreger, auf die man es abgesehen hat. Leider werden auch die „guten Bakterien“ der Scheidenflora – also die Milchsäurebakterien – dezimiert. In der Folge leiden viele Frauen nach einer Antibiotikabehandlung an einer Scheidenpilzinfektion. Übermäßige Intimhygiene kann wie gesagt einen ähnlichen Effekt haben. Und auch manche Erkrankungen können die Abwehr schwächen. Diabetes mellitus – die Zuckerkrankheit – gehört dazu. Frauen mit Diabetes sind u.a. aufgrund eines erhöhten Glukosespiegels und einer verminderten Immunabwehr besonders anfällig für Pilzinfektionen der Scheide – und somit für Symptome wie das Jucken und Brennen der Scheide.

Scheidenflora mit Milchsäurebakterien stabilisieren

Milchsäurebakterien für Erhalt & Wiederherstellung einer gesunden Scheidenflora. Vaginalzäpfchen mit Milchsäurebakterien stärken ein geschwächtes Scheidenmilieu und stabilisieren den pH-Wert, dank Laktobazillen (L. acidophilus).

Um Pilzinfektionen der Scheide und/oder äußeren Genitalien in den Griff zu bekommen, ist zusätzlich die Stärkung der lokalen Abwehrmechanismen sinnvoll. In der Regel ist die lokale Abwehr geschwächt, wenn sich Pilze in der Scheide ausbreiten. Mögliche Begleiterkrankungen, die eine Scheidenpilzinfektion begünstigen, sollten ärztlich abgeklärt sein. Nach der Einnahme von Antibiotika hat sich das Keimspektrum in der Scheide häufig verschoben. So zerstört das Medikament nicht nur Krankheitserreger wie beispielsweise die einer Erkältung, sondern es greift auch nützliche Bakterien, wie die Milchsäurebakterien der Scheide, an.

Mit natürlichen Milchsäurebakterien, die in Form von Vaginalzäpfchen in die Scheide eingebracht werden, lässt sich der natürliche Säuremantel der Scheide wiederherstellen und stabilisieren.

Außerdem steht ein vaginaler pH-Wert Test zur Verfügung, mit dem Sie den pH-Wert der Scheide selbständig bestimmen können. Der pH-Wert gibt an, wie sauer das Scheidenmilieu ist. Durch die Milchsäure, die von den Laktobazillen gebildet wird, herrscht in der Scheide normalerweise ein saures Milieu. Durch Antibiotika, aber auch durch andere Einflüsse, kann sich die Dichte der Milchsäurebakterien verringern. In der Folge steigt der pH-Wert in der Scheide an, wobei die 4,4-Marke nicht überschritten werden sollte.

Zur Bestimmung des vaginalen pH-Wertes zur frühzeitigen Diagnose einer gestörten Vaginalflora.

Vorbeugung und Behandlung von Juckreiz im Intimbereich

Angesichts der Vielfalt möglicher Ursachen sollte Juckreiz im Intimbereich von einem Arzt abgeklärt werden. In den meisten Fällen sind Mikroorganismen für den Juckreiz verantwortlich. Aber nicht immer liegt eine Infektion mit Pilzen oder Bakterien vor. So kann auch Trockenheit der Scheide, die in der Regel hormonell bedingt ist, mit Juckreiz einhergehen. Manchmal allerdings bleiben die Auslöser von Juckreiz und brennenden Missempfindungen im Genitalbereich auch rätselhaft.

Eine exakte Diagnose ist Voraussetzung für eine gezielte Therapie, die sich an den aktuellen medizinischen Leitlinien orientiert. In den meisten Fällen gibt es Therapiemöglichkeiten, die darauf abzielen, die Ursachen des Juckreizes und anderer Beschwerden im Intimbereich zu beseitigen. Pilzinfektionen werden mit Antimykotika behandelt, bakterielle Infektionen mit Antibiotika. In den Leitlinien ist auf der Basis der vorliegenden Studiendaten festgehalten, welche Medikamente gegen welche Erreger am besten wirken. In dieser Hinsicht gibt es bei Bakterien und auch bei Pilzen relevante Unterschiede.

Selbstbehandlung bei Scheidenjucken: was zu beachten ist

Pilzinfektionen der äußeren Genitalien und/oder der Scheide werden in der Regel mit Cremes und Vaginaltabletten behandelt. Viele Antimykotika zur lokalen Anwendung sind heute freiverkäuflich, erfordern also kein ärztliches Rezept. Die Selbstbehandlung hat entsprechend an Bedeutung gewonnen. Auf den reinen Verdacht hin, eine Pilzinfektion könnte für den Juckreiz im Intimbereich verantwortlich sein, sollten Sie aber auch diese freiverkäuflichen Medikamente nicht über einen längeren Zeitraum anwenden. Nach ein paar Tagen sollten die Beschwerden verschwunden sein oder sich doch zumindest deutlich gebessert haben. Ist dies nicht der Fall, steckt vermutlich etwas anderes dahinter. Zur Abklärung sollte spätestens jetzt ein Arztbesuch erfolgen.

Schwangeren, die infolge der hormonellen Umstellung häufiger unter Pilzinfektionen leiden, ist von einer Behandlung in eigener Regie grundsätzlich abzuraten. Sie sollten immer einen Arzt zu Rate ziehen, wenn die Scheide juckt oder brennt. Die Behandlungsmöglichkeiten bei einer Pilzinfektion sind in der Schwangerschaft ebenso gut und ohne Risiko für den Embryo.

Scheidenjucken – Was kann ich zur Vorbeugung tun?

Die Ursachen für Juckreiz im Genitalbereich sind vielfältig. Doch es gibt wirksame Maßnahmen zur Vorbeugung. Diese zielt in erster Linie darauf ab, es den Erregern schwer zu machen, sich im Bereich der äußeren und inneren Genitalien anzusiedeln und auszubreiten. Wichtig sind deshalb Aufbau & Stärkung der gesunden Scheidenflora. Sie stellt eine wirksame Barriere für Krankheitserreger dar. Mit den folgenden Verhaltenstipps können Sie selbst viel dazu beitragen, dass die natürliche Abwehr im Schambereich gut funktioniert und Erreger außen vor bleiben, die Scheidenjucken verursachen.

Das regelmäßige Wechseln der Unterwäsche, die Vermeidung von Kunstfasern und zu enger Kleidung, sowie die Verwendung schonender Waschmittel gehören ebenso dazu wie eine ausgewogene und gesunde Ernährung und Verhütung beim Sex.

Tipps, um Juckreiz im weiblichen Genitalbereich vorzubeugen:

Stand: 09/2024

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Die Dunkelziffer, der an Endometriose erkrankten Frauen ist hoch – entweder haben betroffene Patientinnen keine bzw. kaum Beschwerden oder falls doch, wird die Diagnose im Durchschnitt erst nach 7 Jahren gestellt.

Scheidenpilzinfektionen gehören zu den häufigsten Gründen, die Frauenarztpraxis aufzusuchen. Meist ist die Behandlung mit Antimykotika wie Clotrimazol unkompliziert und erfolgreich. Bei einigen Frauen tritt Scheidenpilz allerdings immer wieder auf und kann die Lebensqualität stark beeinflussen.

In der Schwangerschaft stellt eine intakte und abwehrstarke Intimflora den größten Schutz für das ungeborene Baby und den Schwangerschaftsverlauf dar. Untersuchungen bestätigen einen Zusammenhang zwischen dem Vorliegen einer bakteriellen Vaginose und dem Auftreten verschiedener Komplikationen während der Schwangerschaft. Umso wichtiger ist das rechtzeitige Erkennen und eine geeignete Behandlung der BV bereits bei Kinderwunsch und zu Beginn der Schwangerschaft.

Autor
Vagiflor® Redaktion

Seit mehr als 25 Jahren ist Vagiflor® Ihr Partner in Sachen Intim- und Frauengesundheit. Mit unserer Erfahrung und unserem Wissen begleiten wir Sie in der Prävention CARE, der Akutbehandlung MED sowie der Nachsorge BALANCE und informieren Sie umfassend über Themen der Frauengesundheit.

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Geprüft von
Dipl. Chemikerin Mariola Matura

Chief Scientific Officer
Chief Scientific Officer, Qualified Person §15 AMG, Universitätslehrgang „Pharmazeutisches Qualitätsmanagement“

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